Wenn Prioritäten setzen nicht mehr ausreicht und selbst der Autopilot streikt

Eigentlich sollte ich mich ja auskennen mit dem Thema Stressprävention. Hab ja sogar ein Buch zu dem Thema geschrieben. Hab ja sogar Workshops darüber gehalten. Kenne mich super aus mit der ganzen Theorie, Zeitmanagement, Paretoprinzip, predige immer wieder, dass man Prioritäten setzen soll, im Haushalt Fünfe grade sein lassen soll und im Notfall einfach mal über sich selbst lachen soll. Ich gebe immer wieder gerne den Tipp, dass man Probleme notfalls auch einfach aussitzen soll, weil sie sich erstaunlich oft von alleine in Luft auflösen. Oh, ich kenne mich übrigens auch super aus mit Entspannungstechniken, kenne die vielen kleinen Tricks, wie man Auszeiten in den Alltag integriert. Aber: Irgendwann geht auch der beste Autopilot nicht mehr. Irgendwann reicht Prioritäten setzen einfach nicht mehr aus – weil es einfach zu viele Prioritäten gibt. Und weniger als nichts kann man im Haushalt auch nicht machen. Der Urlaub liegt eigentlich auch gerade erst eine Woche zurück – der Akku sollte eigentlich voll sein. Aber irgendwann ist auch der beste Akku leer und lässt sich einfach nicht mehr aufladen. Weiterlesen

Unser Alltag ist ihre Kindheit? Nein, ihre Kindheit ist noch viel mehr!

#unseralltagistihrekindheit. Das ist nicht nur ein eigener Hashtag, sondern auch ein immer wieder gerne nett in Szene gesetztes Zitat, auf T-Shirts, Kaffeetassen oder Wandbildern. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich über diesen Satz gestolpert bin. Zunächst fand ich den Spruch gut. Auf den Punkt gebracht. Schlüssig. Eindrucksvoll erinnernd an das, was wirklich zählt. Aber beim näheren Nachdenken auch irgendwann ermahnend. Schlechtes Gewissen machend, wenn mal wieder so ein Tag war, an dem viel zu viel Alltag und viel zu wenig Kindheit war. Und dann fing dieser Satz an, mich furchtbar zu nerven. Ich muss gestehen, ich habe ein zwiegespaltenes Verhältnis zu diesem Satz. Denn Kindheit ist einfach noch viel mehr als unser Alltag!  Glücklicherweise. Weiterlesen

Bauchgefühl vs. gute Ratschläge: Hört auf Euren Bauch!

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Ist das Kind nicht etwas warm angezogen? Das Kind braucht doch eine Mütze! Du verwöhnst sie doch, wenn du sie immer gleich hochnimmst. Ist der Kleine nicht schon zu alt für einen Schnuller? Sag bloß, du stillst noch? Also mit einem halben Jahr sollte sie sich ja schon mal drehen können! Das Baby hat bestimmt Hunger! Das Baby hat bestimmt Bauchschmerzen! Rühr doch ein bisschen Zucker in den Tee, dann trink sie ihn bestimmt viel lieber. Mit zwei Jahren sollte der Kleine aber tagsüber schon trocken sein. Babys brauchen keine Fluoridtabletten. Babys brauchen auf jeden Fall Fluorid-Tabletten. Kommen Euch diese Sätze bekannt vor? Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diese Ratschläge schon gehört habe, seit ich vor acht  Jahren zum ersten Mal Mutter wurde. Wenn ich für jedes „Das Kind braucht doch eine Mütze“ einen Euro in die Spardose gesteckt hätte, wäre ich heute reich! Das mit den Ratschlägen beginnt ja schon in der Schwangerschaft und steigert sich, wenn das Kind auf der Welt ist. Gerade beim ersten Kind ist es da gar nicht so leicht, die gut gemeinten von den wirklich guten Ratschlägen zu trennen – und schon gar nicht, dem eigenen Bauchgefühl den Vorrang zu geben. Denn für die Entscheidung „das ist mein Weg“ bedarf es eine Menge Mut. Und den muss man als frischgebackene Mama, die in eine völlig neue Welt katapultiert wird, erst einmal haben! Weiterlesen

Afterwork Familie – wie du mit wenig Zeit dich und deine Kinder glücklich machst: Davon handelt mein nächstes Buch

Ganz ehrlich – wann beginnt für Euch der Feierabend? Ist es, wenn Ihr mit der Arbeit aufhört und Eure Kinder abholt? Oder sprecht Ihr vielmehr vom Feierabend, wenn die Kinder im Bett sind, der Haushalt erledigt ist und Ihr auf dem Sofa sitzt? Genauso erledigt wie der Haushalt? In sozialen Netzwerken lese ich immer wieder das Zitat „19.30Uhr Tagesziel erreicht, Kinder im Bett und ich habe Feierabend.“ Muss das denn so sein? Kann denn nicht auch der Nachmittag mit unseren Kindern, dieser schmale Zeitkorridor von drei, vier, je nach Abholzeit fünf Stunden, schon unser Feierabend sein? Der gemeinsame Feierabend mit unseren Kindern. Ohne Stress, ohne Streit, ohne Hetzen. Wie schafft man es, dieses Zeitfenster zu echter Qualitätszeit zu machen? Zu iner gemeinsam verbrachten Zeit, in der alle auf ihre Kosten kommen – die ganze Familie. Und ja, auch wir Mütter! Um genau dieses Thema, um diese drei bis vier Stunden dreht sich mein neues Buch „Afterwork Familie – wie du mit wenig Zeit dich und deine Kinder glücklich machst„, das im August erscheint (Affiliate Link). Und darüber möchte ich Euch heute ein bisschen mehr erzählen… Weiterlesen

Es geht nicht darum, wer Schuld daran ist, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern darum, wie wir es wieder rausholen

Es ist so schnell gemacht. Die Schuld bei anderen zu suchen. Es erleichtert vieles, wenn es einen Sündenbock gibt, wenn man einfach jemand anders die Schuld zuschieben kann. Man muss selbst keine Verantwortung übernehmen. Man hat schnell eine Erklärung für die Situation. Und man kann sich so herrlich darüber aufregen. Ah, ich gebe es zu: Es kann ja sogar Spaß bringen, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben und sich dann so herrlich darüber auszulassen! Ganz abgesehen davon, dass man sich selbst gleich viel besser fühlt. Aber noch besser fühle ich mich, seitdem ich nicht mehr nach dem Schuldigen suche. Was nicht bedeutet, dass ich die Schuld auf mich nehme – sondern dass ich ganz einfach, gar niemandem die Schuld in die Schuhe schiebe. Nicht mir. Nicht anderen. Denn ganz ehrlich: Es ändert doch in den meisten Fällen nichts an der Situation, wenn man die Schuldfrage klärt. Das Kind ist in den Brunnen gefallen und anstatt zu lamentieren, wer alles daran Schuld ist, ist es doch besser, sich einfach mal ans Werk zu machen und das Kind wieder rauszuholen, bevor es ertrinkt! Weiterlesen

Wieso wir viel häufiger Hilfe einfach annehmen sollten (ohne uns schlecht zu fühlen)

Es ist fast schon ein Reflex. „Sag‘ Bescheid, wenn du Hilfe brauchst.“ – „Ja, klar. Mache ich.“ Dahingemurmelte Antwort und es ist eh schon klar, dass ich auf dieses Angebot nie eingehen werde. Hilfe annehmen will tatsächlich gelernt sein. Viel zu oft ertappe ich mich dabei, wie ich gut gemeinte Angebote einfach ablehne. Ohne nachzudenken. „Soll ich Kuchen mitbringen?“ – „Den hole ich selbst, kein Problem.“ Wieso eigentlich?! „Soll ich dir was vom Supermarkt mitbringen?“ – „Ach lass mal, ich muss eh noch mal los.“ Nö,  musste ich eigentlich nicht, ich brauche nur Milch sonst nichts. „Sag‘ Bescheid, wenn ich die Kinder mal für dich mit abholen soll.“ – „Mache ich.“ Fällt ebenfalls unter die Kategorie: Mache ich nie. Wenn man mal darauf achtet, ist der Alltag tatsächlich voller Hilfsangebote. Und zwar nicht nur oberflächlich, rein aus Höflichkeit dahingesagte, sondern ehrliche Hilfsangebote. Und was machen wir?! Schlagen sie einfach aus. Wieso eigentlich? Und wieso ist es manchmal so schwer, Hilfe anzunehmen? Und noch schwerer: Andere um Hilfe zu bitten? Weiterlesen

Interview: Erfahrungen auf einer Mutter-Kind-Kur

 

Wusstet Ihr, dass Mutter-Kind-Kuren ein Präventionsmittel sind? Dass Ihr sie nicht erst beantragen könnt, wenn der Zusammenbruch, der Burnout nahe ist, sondern dass Ihr eine Mutter-Kind-Kur vorbeugend machen könnt? Jeder Elternteil mit einem Kind unter 12 Jahren hat Anspruch auf so eine Kur! Ich gebe es zu, bevor ich mein Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ zu sein, wusste ich es nicht. N des gab einiges, was ich nicht wusste, umso mehr freue ich mich, heute einen Erfahrungsbericht für Euch zu haben. Daniela Stricker war mit ihren zwei Jungs in der Ostsee-Kurklinik Fischland an der Ostsee und hat mir ein spannendes Interview gegeben. Weiterlesen

Hilfe, ich kann nur noch Schnulzen lesen – wie sich Lesegewohnheiten als Mutter ändern

Dass ich seit ich Kinder habe keine Krimis mehr lesen kann, damit habe ich mich arrangiert. Ich hatte ja mal darüber geschrieben, dass ich früher Thriller verschlungen habe, sehr gerne Gerichtsmediziner-Krimis, umso spannender und blutiger, desto besser. Nun, dann wurde ich Mutter und auf einmal war mir alles zu spannend, zu blutig, zu gewalttätig. Selbst den „Tatort“, früher geliebtes Sonntagabend-Ritual, konnte ich irgendwann nicht mehr gucken. Tja, so ändert man sich. Aber seit ich mein drittes Kind habe, ist noch es noch schlimmer geworden mit meiner Empfindlichkeit. Man könnte sagen: Es wird von Kind zu Kind schlimmer! Neuerdings kann ich nur noch Schnulzen lesen. Mit Happy End. Versteht sich. Oder Historienromane. Aber bitte ohne kranke und tote Kinder, bitte ohne Mütter, die von ihren Kindern getrennt werden, auch wenn sie sich am Ende wiederfinden. Meine Nerven! Weiterlesen

Kommt raus aus Eurer Blase! Wieso wir viel häufiger über den Tellerrand blicken sollten

Das Leben ist bequem. Wir haben unsere Freunde, wir haben unsere Familie, unsere Nachbarn. Den erweiterten Freundeskreis. Bekannte bei Facebook und Instagram. Eine Handvoll Blogs, denen wir folgen. Wir bewegen uns in einem mehr oder weniger abgesteckten Radius. In unserer Komfortzone. Gehen dort einkaufen, wo es uns gefällt. Gehen in die Cafés und Restaurants, die uns zusagen. Gehen dort spazieren, wo wir uns wohlfühlen. Lassen unsere  Kinder Kinder von Eltern treffen, mit denen wir auf einer Wellenlänge sind. Machen dort Urlaub, wo andere sind wie wir. Wir haben es uns schon sehr  bequem eingerichtet in unserer kleinen Blase. Mit all den anderen, die unsere Blase teilen oder zumindest Schnittmengen davon teilen. Aber bei allem Komfort vergessen wir manchmal eine entscheidende Sache: Diese Blase ist nur ein kleiner, kleiner, kleiner Ausschnitt der Welt! Unsere bequeme Lebenswirklichkeit ist nur eine winzige Spielart der Vielfalt, die das Leben, die Gesellschaft, die Welt bietet. Weiterlesen

Das Zauberwort „nein“ – wie es uns das Leben leichter machen kann

Ich gebe es zu. Wenn es drauf ankommt, bin ich eine Ja-Sagerin. Es ist einfach furchtbar mit mir. Noch einmal schnell einen Text schreiben? Eigentlich habe ich keine Zeit, aber wenn der Kunde so nett fragt, dann kann ich doch nicht nein sagen. Den Sohn einer anderen Mutter mit aus dem Kindergarten nach Hause nehmen, obwohl ich dafür grad gar keinen Kopf habe? Ja, okay, klappt schon irgendwie. Beim Kindergeburtstag der Freundin mithelfen, obwohl es zeitlich gar nicht passt? Was soll’s, dann mache ich es halt. Für den Kollegen noch schnell etwas erledigen, obwohl ich noch nicht mal meine eigene Arbeit schaffe? Ich bin einfach zu gutmütig. Den Kindern die Weingummis kaufen, obwohl sie schon genug zu Naschen hatten? Konsequenz hin oder her, ich habe keinen Nerv, das Theater durchzustehen. So ein „ja“ ist bequem. Man erspart sich Diskussionen, man verärgert niemanden und mein Gott, dann macht mal halt schnell noch die Arbeit vom Kollegen mit. Aber es gibt einen Haken bei der Sache: Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden. Und wir können uns nicht  zweiteilen. Und da niemand unbegrenzt belastbar ist, müssen wir mit unseren Kräften haushalten. Das Wort „nein“ an der richtigen Stelle kann uns das Leben leichter machen. Nur wir Frauen neigen ja leider dazu, viel zu schnell „ja“ zu sagen…   Weiterlesen