Kommt raus aus Eurer Blase! Wieso wir viel häufiger über den Tellerrand blicken sollten

Das Leben ist bequem. Wir haben unsere Freunde, wir haben unsere Familie, unsere Nachbarn. Den erweiterten Freundeskreis. Bekannte bei Facebook und Instagram. Eine Handvoll Blogs, denen wir folgen. Wir bewegen uns in einem mehr oder weniger abgesteckten Radius. In unserer Komfortzone. Gehen dort einkaufen, wo es uns gefällt. Gehen in die Cafés und Restaurants, die uns zusagen. Gehen dort spazieren, wo wir uns wohlfühlen. Lassen unsere  Kinder Kinder von Eltern treffen, mit denen wir auf einer Wellenlänge sind. Machen dort Urlaub, wo andere sind wie wir. Wir haben es uns schon sehr  bequem eingerichtet in unserer kleinen Blase. Mit all den anderen, die unsere Blase teilen oder zumindest Schnittmengen davon teilen. Aber bei allem Komfort vergessen wir manchmal eine entscheidende Sache: Diese Blase ist nur ein kleiner, kleiner, kleiner Ausschnitt der Welt! Unsere bequeme Lebenswirklichkeit ist nur eine winzige Spielart der Vielfalt, die das Leben, die Gesellschaft, die Welt bietet. Weiterlesen

Das Zauberwort „nein“ – wie es uns das Leben leichter machen kann

Ich gebe es zu. Wenn es drauf ankommt, bin ich eine Ja-Sagerin. Es ist einfach furchtbar mit mir. Noch einmal schnell einen Text schreiben? Eigentlich habe ich keine Zeit, aber wenn der Kunde so nett fragt, dann kann ich doch nicht nein sagen. Den Sohn einer anderen Mutter mit aus dem Kindergarten nach Hause nehmen, obwohl ich dafür grad gar keinen Kopf habe? Ja, okay, klappt schon irgendwie. Beim Kindergeburtstag der Freundin mithelfen, obwohl es zeitlich gar nicht passt? Was soll’s, dann mache ich es halt. Für den Kollegen noch schnell etwas erledigen, obwohl ich noch nicht mal meine eigene Arbeit schaffe? Ich bin einfach zu gutmütig. Den Kindern die Weingummis kaufen, obwohl sie schon genug zu Naschen hatten? Konsequenz hin oder her, ich habe keinen Nerv, das Theater durchzustehen. So ein „ja“ ist bequem. Man erspart sich Diskussionen, man verärgert niemanden und mein Gott, dann macht mal halt schnell noch die Arbeit vom Kollegen mit. Aber es gibt einen Haken bei der Sache: Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden. Und wir können uns nicht  zweiteilen. Und da niemand unbegrenzt belastbar ist, müssen wir mit unseren Kräften haushalten. Das Wort „nein“ an der richtigen Stelle kann uns das Leben leichter machen. Nur wir Frauen neigen ja leider dazu, viel zu schnell „ja“ zu sagen…   Weiterlesen

Bin ich nur eine gute Feministin, wenn …?!

Ich weiß, ich bin spät dran, der Frauentag ist ja schon vorbei. Aber trotzdem will ich noch was loswerden zu der Diskussion um Frauenrechte, Gleichstellung, Feminismus und all dem, was am Freitag durch die Medien geisterte. Immer wenn ich die Diskussionen im Internet lesen, wenn ich Zeitungsartikel lese, wenn ich Argumente von Frauen-Demo-Teilnehmerinnen höre, dann stellen sich mir ein paar Fragen, allen voran die: Wann ist eine Frau emanzipiert? Oder anders ausgedrückt: Wann bin ich eine gute Feministin? Oder noch anders ausgedrückt: Was macht eine Frau zur Feministin? Und gibt es etwas, das sich damit ausschließt? Kann ich auch als teilzeitarbeitende Frau in einem typischen Frauenberuf eine emanzipierte Feministin sein?! JA KLAR. Wenn es mein eigener Weg ist! Weiterlesen

Müüüüüüüde….vom größten Energieräuber überhaupt – der Schlafmangel

Ich halte mich tapfer an meinem Kaffee fest. Aber irgendwann pusht auch der leckerste, stärkste Kaffee nicht mehr. Auch der Grüne Tee danach macht nur minimal wacher. Ich freue mich schon aufs Bett, aber bis es soweit ist, muss ich noch einen ganzen Nachmittag mit drei Kindern durchstehen, die drei Kapitel Gute-Nacht-Geschichte inbegriffen,  dazu Streitereien ums Lego, Zahnputzverweigerung, etliche volle Windeln und was so ein Nachmittag noch so mit sich bringt. Eines kann ich aber jetzt schon sagen: Ich werde wieder mit den Kindern einschlafen. Aber auch, wenn die Aussicht auf das kuschelige Bett grad noch so verlockend ist: Richtig freuen kann ich mich nicht. Denn wer freut sich schon auf eine Nacht, die alle zwei Stunden von einem hungrigen Baby unterbrochen wird? Weiterlesen

Die Kunst, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren: Mütter, Ihr dürft egoistisch sein!

Ich gebe es zu: Ich bin irgendwie ein hoffnungsloser Fall. Ich weiß es ja eigentlich besser. Aber trotzdem ist es immer dasselbe. Die Familie tut sich reihum auf beim Essen, alle sitzen mit ihren vollen Tellern da. Und ich? Schnippel das Essen für das Baby klein, während mein Essen kalt wird. Mama denkt zuletzt an sich. Es ist ja leider symptomatisch. Ein Beispiel für ein Verhalten, das sich durchs ganze Mamaleben zieht. Wir Mütter neigen dazu, zuletzt an uns selbst zu denken. Wir flitzen durch unser Leben, haben alles im Kopf von den Schließtagen der Kita bis hin zur aktuellen Windelgröße des Babys, nur uns selbst vergessen wir viel zu oft. Wir verkneifen es uns auf die Toilette zu gehen, weil das Baby auf dem Arm eingeschlafen ist, wir verzichten auf unsere Lieblingsserie, weil das Kind nicht einschlafen will und kuscheln eine Extrarunde im Bett. Wir pellen uns bibbernderweise im Schwimmbad als letzte aus den nassen Badesachen, weil wir erst einmal alle Kinder abtrocknen und umziehen. Und so geht es munter weiter: Unsere eigenen Bedürfnisse setzen wir an letzter Stelle. Hauptsache, die Familie ist glücklich, dann ist auch die Mama glücklich?! Weiterlesen

Die Einsamkeit der Babymutter – ein Leserbrief

Wer mir schon länger folgt, weiß, dass ich kein Fan von übermäßigen Förderangeboten für Kinder bin und stattdessen immer wieder fürs freie Spielen plädiere. Auch in meinem Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ schreibe ich darüber, dass wir häufiger Fünfe grade sein lassen sollten – und konsequent überflüssige Veranstaltungen streichen sollten, um mehr Zeit zu gewinnen. Für uns, für die Kinder. Nun bekam ich letztens eine Email von einer Mutter, die meine Gedanken schön und gut fand – aber auch deutlich machte, dass sie mit ihrem Baby nicht zum Pekip und zum Baby-Musikgarten geht, um es zu fördern, sondern um der Einsamkeit zuhause zu entfliehen. Ich erinnerte mich an mein erstes Kind und verstand, was sie meinte. So ein Tag mit Baby kann manchmal ganz schön lang sein. Und gerade, wenn man im Freundeskreis zu den ersten mit Kind gehört, wird es manchmal ganz schön einsam. Da ich es wichtig finde, auch darüber einmal zu schreiben, bat ich darum, die Email auf dem Blog zu veröffentlichen. Und freue mich, dass ich es darf – anonym, aber ehrlich.

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Wieso wir mit unseren Kindern viel häufiger essen gehen sollten

Raus mit Euch! Ab in die Restaurants mit Euren Kindern! Entert die Cafés, stürmt die Restaurants. Und zwar nicht zum „entspannten Abend“ zu zweit, sondern mit der ganzen Familie. Denn wir Familien müssen sichtbarer werden. Sonst werden wir vergessen. Und müssen dann nicht wundern, dass es sich mit der Kinderfreundlichkeit in Grenzen hält. Schaut nach Frankreich, wo Kinder ganz selbstverständlich mit ins Restaurant gehen (und in Frankreich dauern die Abendessen lang… wirklich lang, unter vier Gänge geht da nix). Oder nach Italien. Oder nach Skandinavien. In all den Ländern sind Kinder immer ganz selbstverständlich mit dabei. Und die Restaurantbesitzer und Cafébesitzer legen eine ganz andere Kinderfreundlichkeit zutage als hier. Denn Kinder gehören dort zum öffentlichen Leben – während sich Eltern hierzulande mit ihren Kindern immer häufiger in Komfortzonen zurückziehen. Da wird höchstens mal das Café mit der Spielecke angesteuert oder das Restaurant mit dem Spielplatz im Garten. Aber ich bin der Meinung: Wir Familien müssen uns die Öffentlichkeit zurückerobern! Und das mit den Manieren beim Essengehen? Kommt ganz von alleine. Kinder sind unglaublich lernfähig und flexibler als wir denken.
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Mein Mann und der Krebs: Wie unser Leben auf den Kopf gestellt wurde

Alles begann mit geschwollenen Mandeln. Einem Hals, der immer  weiter zuschwoll. Man denkt sich nichts dabei. Wieder so ein Infekt halt. Es war August, die Schulferien waren vorbei, aber es war immer noch Sommer, dieser schöne, nicht enden wollende Sommer. Mein Mann ging mit seinen geschwollenen Mandeln zum Arzt, bekam Blut abgenommen und am nächsten Tag eine Überweisung zum Onkologen. Verdacht auf malignes Lymphom stand auf der Überweisung. So saßen wir also da im Wartezimmer bei einem Arzt einer Fachrichtung, bei dem Du nie sitzen möchtest. Und befasst Dich mit Dingen wie Lymphknotenentnahme, Biopsie, Knochenmarkentnahme und CT. Eine Woche später saßen wir erneut in diesem Wartezimmer. Und bekamen schwarz auf weiß, was wir eigentlich schon ahnten, fast sicher wussten: Lymphdrüsenkrebs. Von eben noch eigentlich gesund mit eigentlich nur geschwollenen Mandeln und dicken Lymphknoten hineinkatapultiert in: schwerkrank, sterbenskrank. Eine Woche später schon begann die Chemo und irgendwie war es gut, dass es losging. Dass das Warten ein Ende hatte. Weiterlesen

Echt jetzt?! Unser Baby wird ein Jahr alt!

Und auf einmal brennt die erste Kerze auf dem Kuchen. Und auf einmal ist dieses kleine Mädchen offiziell kein Baby mehr. Und auf einmal habe ich da etwas im Auge. Der erste Geburtstag ist etwas besonderes. Nein, nicht fürs Baby. Das bekommt im Zweifel ja gar nichts mit, außer vielleicht, dass es an diesem Tag noch häufiger geknuddelt wird als sonst. Aber für uns Mütter ist der erste Geburtstag etwas besonderes. Auch beim dritten Kind sind da sofort wieder diese Erinnerungen. Diese Mischung aus Wehmut und Freude. Wehmut ist dieses Mal noch ein bisschen größer, denn es wird ja doch wahrscheinlich mein letztes Baby sein, das nun ein Jahr alt wird. Ist es wirklich erst ein Jahr her? Ein Jahr her, dass diese kleine Maus auf die Welt kam und uns sofort um den Finger wickelte? Dass sie im Eiltempo auf die Welt wollte, nachdem sie uns elf Tage hat warten lassen? Weiterlesen

Willkommen zurück, Erkältungszeit!

Da ist sie wieder. Die Erkältungszeit. Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich sie vermisst habe. Monatelang kein Infekt. Abgesehen von der Blasenentzündung, die unsere Babymaus im Finnlandurlaub hatte. Aber keine schniefenden Nasen, keine schlaflosen Nächte wegen Ohrenschmerzen oder plötzlich auftretendes Scharlach. Letzteres scheint nämlich besonders vernarrt in meine Jungs zu sein. Kaum baumelt am Kindergarteneingang der Zettel „wir haben einen Fall von Scharlach“ hat einer von den Jungs abends einen roten Hals und mag nicht mal mehr Nudeln mit Ketchup essen.  Ja, der Sommer war sehr schön. Und irgendwie vergisst man in diesen Monaten, dass es ja auch die andere Seite gibt. Ich spreche jetzt nicht vom Kuscheln bei Sturm und Plätzchenbacken, worauf ich mich sehr freue. Nee, die Rede ist von literweise Rotz und die Telefonnummer des Kindergartens auf dem Handydisplay, die von drohendem Unheil kündet.  Weiterlesen