Manche Probleme lösen sich, wenn man nur lange genug wartet: Manchmal reicht es, einfach nichts zu tun

Kennt Ihr die Nächte, in denen man Sorgen und Gedanken im Kopf umherwälzt? Nicht schlafen kann, weil man sich die ganze Zeit fragt, wie sich das Problem lösen lässt? Eine Aufgabe vom nächsten Tag, die einen vom Schlaf abhält? Am Morgen wacht man total gerädert auf. Und hat trotz des Gedankenkarussells keine Lösung. Und dann kommt die Aufgabe, der Termin, was auch immer das Problem ist und man stellt fest: Es war gar nicht so schlimm. Das Problem hat sich von ganz alleine gelöst. Die ganzen Sorgen und Gedanken, die schlaflose Nacht: Das war es gar nicht wert! Genau das kommt erstaunlich oft vor: Ein Großteil der sorgenvollen Gedanken, die wir uns machen, machen wir uns eigentlich umsonst. Weil sich Probleme nämlich oft ganz einfach lösen. Es reicht manchmal, ja, nicht nur manchmal, sondern ziemlich oft, einfach mal nichts zu tun.  Weiterlesen

2019: Gut, dass Du vorbei bist.

Das Jahr 2019 ist um. Endlich. Es ist gut, dass das Jahr abgeschlossen ist. Es ist Zeit, dass ein neues Jahr beginnt. Ein unbeschriebenes Blatt, das vor uns liegt, ein Jahr, das hoffentlich die Normalität, die Leichtigkeit in unseren Alltag zurückbringt. Denn 2019 war dominiert von der Krebserkrankung meines Mannes, die immer und immer wieder zurückkam, diversen Therapien trotzte. Kurz vorm Jahreswechsel erfuhren wir von seinem Rezidiv (Rückfall), das viel zu schnell kam, und uns war von Anfang an klar, was auf dem Spiel stand. 2019 war das Jahr, in dem mein Mann viel zu viel Zeit im Krankenhaus fernab der Familie verbrachte. Es war auch das Jahr, in dem die Kinder zu viel Zeit in Krankenhäusern verbrachten, in Spielecken warten mussten, bis ich aus dem Krankenzimmer meines Mannes zurückkam. 2019 war das Jahr des Wartens, Bangens, Hoffens, das Jahr, in dem der Krebs permanent bei uns war. Ein Jahr der Angst, der Prüfungen.  Und der Rückschläge und enttäuschten Hoffnungen. Zweimal war mein Mann in Heidelberg für die ganz neue vielversprechende CAR-T-Therapie, in die wir so viele Hoffnungen steckten. Hoffnungen, die nach kürzester Zeit zunichte gemacht wurden. Weil der Krebs immer wieder zurückkam. Viel zu viel Platz in unserem Alltag einnahm, auch im Alltag der Kinder, obwohl wir versuchte, so viele Momente der Normalität, so viel Familienmomente wie möglich einzubauen. Aber 2019 war auch das Jahr, in dem das Leben meines Mannes gerettet wurde. Denn die Stammzellentransplantation in Hamburg im August brachte die Wende. Der Krebs ist bisher nicht zurückgekehrt, so lange hat er meinen Mann noch nie in Ruhe gelassen. Und deshalb schaue ich trotz aller Widrigkeiten dankbar in das vergangene Jahr zurück. Weiterlesen

Für die Feiertage ein bisschen Lesestoff: Best of 2019

Ist das zu fassen? Es ist schon fast wieder ein Jahr rum! Nun kommen die entspanntesten zwei Wochen des Jahres und wir haben alle auf diese Ferien hingefiebert. Nicht nur wegen der Geschenke, die es morgen gibt. Nein, auch weil wir alle ferienreif sind. Keine Lust mehr haben, im Dunklen aufzustehen. Und endlich ein paar Tage brauchen, an denen wir einfach nur ausschlafen können und den ganzen Tag im Schlafanzug herumlaufen. Nichts müssen, aber tun können, worauf wir Lust haben. Ich habe oft überlegt, in den Weihnachtsferien so richtig weit weg in den Urlaub zu fliegen und bin immer wieder davon abgekommen. Denn ich liebe diese gemütlichen Tage! Und dazu gehört auch, dass ich hier auf dem Blog und in den sozialen Medien ein wenig weniger schreibe, einen Gang runterschalte. Ich mache, worauf ich Lust habe und der größte Teil der Zeit gilt meiner Familie. Da ich aber in dieser Zeit auch gerne lese und viel lese und es Euch ja vielleicht ähnlich geht, habe ich hier mal die Best of 2019-Texte von diesem Jahr zusammengestellt. Dann habt Ihr ein bisschen Lesestoff für die Feiertage und könnt Euch in Ruhe durch den Blog klicken, wenn Ihr mögt. Oder endlich mal alle Rezepte nachbacken. Weiterlesen

Wir sehen immer nur einen Ausschnitt und wissen nicht, was außerhalb des Rahmens ist

Ein hübsches Regal, nett dekoriert mit Jugendstil-Vorratsdosen vom Flohmarkt, Wichteln und heimeligen Tassen. Dazu ein paar nette Zeilen über die Gemütlichkeit, die im Advent Einzug hält und dazu der unvermeidliche #hygge-Hashtag. Hat die ihr Haus aber toll dekoriert! So gemütlich, so schick im Skandi-Stil, wohnt die aber toll! Nun, dass direkt unter diesem schönen Regal ein überquellender Altpapierstapel liegt, sieht man nicht auf dem Bild. Dass direkt daneben der ebenso überquellende Wäschekorb steht und der nicht abgeräumte Stapel benutztes Geschirr ebenso wenig. Denn wir sehen nur diesen Ausschnitt. Und wir wissen nie, was außerhalb des Rahmens ist. Weiterlesen

Manche Tage haben es echt in sich: Hilfe, die Infektsaison hat begonnen!

Manche Tage haben es echt in sich. Vor allem, wenn sie solchen Nächten folgen. Denn die haben es bei uns zurzeit auch echt in sich. Seit einer Woche hat uns die Infektsaison im Griff, aber so richtig. Von Freitag bis Montag hatte ich drei kranke, fiebernde Kinder zuhause. Aber sie  waren so fit, dass sie sich immerhin noch streiten konnten, langweilen konnten, beschäftigt werden wollten. Eine heftige Erkältung legte uns der Reihe nach um. Als letzte traf es mich, logisch, oder? Wenn du drei fiebernde, hustende Kinder neben dir im Familienbett liegen hast, die nicht nur ihre Viren verbreiten, sondern dich auch noch nicht länger als zwei Stunden am Stück schlafen lassen, kannst du noch so viel Ingwershots runterkippen, hilft alles nix. Irgendwann haben sie dich, die Viren und hauen dich um. Naja. Sie versuchen es zumindest, aber weil es einfach nicht geht, weil ich einfach nicht ausfallen darf, schaffen sie es nicht so ganz. Denn ein bisschen laufende Nase und Halskratzen ist doch kein Grund, liegenzubleiben. Schon gar nicht, wenn drei Kinder unterhalten werden wollen und der Stapel auf dem Schreibtisch immer weiter wächst. Ganz abgesehen von den Wäsche- und Geschirrbergen, die ich aber mittlerweile an solchen Tagen ganz gut einfach ignorieren kann. Herzlich willkommen, lieben Schnupfenzeit, ich hoffe, bei uns ist es nicht allzu gemütlich und du verschwindest bald wieder! Weiterlesen

Mütter, Ihr seid toll!

Ganz gleich, was Euch jemand einreden möchte: Liebe Mütter, Ihr seid toll! Auch wenn die Dame an der Supermarktkasse Euch einen schalen Blick zuwirft und meint, besser zu wissen, was Euer Baby gerade braucht. Mütter, Ihr seid toll! Auch wenn Eure Schwiegermutter meint, Ihr würdet Euer Baby verwöhnen, wenn Ihr es auf den Arm nehmt. Mütter, Ihr seid gut, genauso wie Ihr seid. Auch wenn die Instagram-Mami die sauberere Wohnung, Top-Kleidung ohne Flecken und keine Ringe unter den Augen hat. Vergesst nicht – auf den Bildern wird immer nur eine Ecke des  Zimmers gezeigt und in der nicht gezeigten Ecke gibt es genau wie bei Euch Staubflusen und Geschirrberge. Weiterlesen

Ist es wirklich so schlimm, mit den Kindern zu schimpfen? Mal ehrlich jetzt!

Wenn man die Kommentare in den Sozialen Medien anschaut, bekommt man den Eindruck, als würde die Eltern vor allem ein Thema umtreiben: Das Schimpfen. Auch mehrere  Ratgeber befassen sich mit dem Thema Schimpfen – und geben Tipps, wie man eben nicht schimpft. Immer wieder lese ich dieselben  Fragen: „Schimpfe ich Zuviel? Hilfe, wieder zu viel gemeckert? Wieso schaffe ich es nicht, die Tipps umzusetzen? Bin ich eine schlechte Mutter, weil ich manchmal schimpfe?“ Besonders die letzte Frage macht mich fuchsteufelswild. „Nein!“ möchte ich da jedes Mal rufen, wenn ich sie lese (und ich lese sie zurzeit sehr oft, diese Frage nach der schlechten Mutter). Nein, niemand ist eine schlechte Mutter, nur weil man manchmal schimpft. Nein! Ihr seid nicht alleine! Nein, bei vielen anderen läuft es auch nicht besser! Denn: Schimpfen ist normal. Wir alle schimpfen mal. Es kommt doch nur aufs Wie an. Ich vergleiche es immer mit Nudelnkochen: Besser kurz mal den Deckel anheben und Dampf ablassen, bevor alles überkocht. Und das kann Schimpfen nämlich auch sein. Einfach ein Ventil zum Dampfablassen.

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Meine Ruhepausen: So tanke ich Kraft im Alltag

Es gibt so Tage, an denen habe ich das Gefühl, einfach nur hinterher zu rennen. Hinter allem. Hinter meinen Kindern. Hinter dem Bus. Hinter den Erzieherinnen. Hinter den Dingen auf der immer länger werdenden To-Do-Liste. Und hinter der Zeit. Dazu kommt die ständige Liste im Kopf, dieser „Mental Load“ (ich mag den Begriff nicht, ganz ehrlich, aber er trifft es), den man als Mutter so mit sich rumschleppt. Neben all dem, was man eh schon so für sich im Kopf hat, sei es den Beruf oder den Haushalt betreffend oder auch nur der eigene Zahnarzttermin) kommen noch so viele Dinge hinzu wie die neuen Windeln für die Krippe. Die Trinkflasche für den Kindergartenausflug. Das Kopiergeld für das Schulkind. Die Adventskalendergeschenke, die Abschiedskarte für die Lieblingserzieherin, die neuen Schuhe für die Kinder, die U-Untersuchungen, und und und … Pause? Eher selten. Weder für mich noch für die Gedanken, die immerzu kreisen. Der Kopf, der sich viel zu oft ein und dieselbe Frage stellt „Hast du nicht irgendwas Dringendes vergessen?“ Immer auf dem Sprung, nie so richtig angekommen, weil gleich schon wieder unterwegs oder zumindest im Kopf schon beim nächsten Termin. Ist doch so, oder?   Weiterlesen

Alles zu seiner Zeit: Ich habe mich nicht verloren, sondern gefunden!

Auf Instagram lese ich in letzter Zeit immer häufiger den Satz „ich vermisse mein altes Ich“. Es geht darum, sich selbst aus dem Augen verloren zu haben, in all dem Alltagswahnsinn, zwischen dem Brotboxenvorbereiten und Pflasteraufskniekleben (aber nur das mit den grünen Monstern und ja nicht das mit den roten Eulen). Ja, manchmal denke ich es auch: Wo bin ich eigentlich? Wo sind eigentlich meine eigenen Bedürfnisse? Und dann fällt mir die Antwort ein: Ich bin ja da! Ich bin mittendrin! Ich bin hier und jetzt! Ich bin die, die die Brotboxen macht. Ich bin die, die das Pflaster aufklebt. Die mit den Monstern. Oder an ungeraden Tagen die Pflaster mit den Eulen. Das bin ich – und zwar genau hier und jetzt. Nein, ich habe mich nicht aus den Augen verloren, ich sehe mich doch. Hier und jetzt. Klar und deutlich. Natürlich bin ich ein anderes Ich als vor fast neun Jahren, bevor ich zum ersten Mal Mutter wurde. Aber das ist ja auch gut so. Das habe ich ja auch beabsichtigt. Darauf hatte ich mich eingestellt. Muttersein verändert. Weiterlesen

Wenn Prioritäten setzen nicht mehr ausreicht und selbst der Autopilot streikt

Eigentlich sollte ich mich ja auskennen mit dem Thema Stressprävention. Hab ja sogar ein Buch zu dem Thema geschrieben. Hab ja sogar Workshops darüber gehalten. Kenne mich super aus mit der ganzen Theorie, Zeitmanagement, Paretoprinzip, predige immer wieder, dass man Prioritäten setzen soll, im Haushalt Fünfe grade sein lassen soll und im Notfall einfach mal über sich selbst lachen soll. Ich gebe immer wieder gerne den Tipp, dass man Probleme notfalls auch einfach aussitzen soll, weil sie sich erstaunlich oft von alleine in Luft auflösen. Oh, ich kenne mich übrigens auch super aus mit Entspannungstechniken, kenne die vielen kleinen Tricks, wie man Auszeiten in den Alltag integriert. Aber: Irgendwann geht auch der beste Autopilot nicht mehr. Irgendwann reicht Prioritäten setzen einfach nicht mehr aus – weil es einfach zu viele Prioritäten gibt. Und weniger als nichts kann man im Haushalt auch nicht machen. Der Urlaub liegt eigentlich auch gerade erst eine Woche zurück – der Akku sollte eigentlich voll sein. Aber irgendwann ist auch der beste Akku leer und lässt sich einfach nicht mehr aufladen. Weiterlesen