Wieso wir viel häufiger Hilfe einfach annehmen sollten (ohne uns schlecht zu fühlen)

Es ist fast schon ein Reflex. „Sag‘ Bescheid, wenn du Hilfe brauchst.“ – „Ja, klar. Mache ich.“ Dahingemurmelte Antwort und es ist eh schon klar, dass ich auf dieses Angebot nie eingehen werde. Hilfe annehmen will tatsächlich gelernt sein. Viel zu oft ertappe ich mich dabei, wie ich gut gemeinte Angebote einfach ablehne. Ohne nachzudenken. „Soll ich Kuchen mitbringen?“ – „Den hole ich selbst, kein Problem.“ Wieso eigentlich?! „Soll ich dir was vom Supermarkt mitbringen?“ – „Ach lass mal, ich muss eh noch mal los.“ Nö,  musste ich eigentlich nicht, ich brauche nur Milch sonst nichts. „Sag‘ Bescheid, wenn ich die Kinder mal für dich mit abholen soll.“ – „Mache ich.“ Fällt ebenfalls unter die Kategorie: Mache ich nie. Wenn man mal darauf achtet, ist der Alltag tatsächlich voller Hilfsangebote. Und zwar nicht nur oberflächlich, rein aus Höflichkeit dahingesagte, sondern ehrliche Hilfsangebote. Und was machen wir?! Schlagen sie einfach aus. Wieso eigentlich? Und wieso ist es manchmal so schwer, Hilfe anzunehmen? Und noch schwerer: Andere um Hilfe zu bitten? Weiterlesen

Interview: Erfahrungen auf einer Mutter-Kind-Kur

 

Wusstet Ihr, dass Mutter-Kind-Kuren ein Präventionsmittel sind? Dass Ihr sie nicht erst beantragen könnt, wenn der Zusammenbruch, der Burnout nahe ist, sondern dass Ihr eine Mutter-Kind-Kur vorbeugend machen könnt? Jeder Elternteil mit einem Kind unter 12 Jahren hat Anspruch auf so eine Kur! Ich gebe es zu, bevor ich mein Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ zu sein, wusste ich es nicht. N des gab einiges, was ich nicht wusste, umso mehr freue ich mich, heute einen Erfahrungsbericht für Euch zu haben. Daniela Stricker war mit ihren zwei Jungs in der Ostsee-Kurklinik Fischland an der Ostsee und hat mir ein spannendes Interview gegeben. Weiterlesen

Hilfe, ich kann nur noch Schnulzen lesen – wie sich Lesegewohnheiten als Mutter ändern

Dass ich seit ich Kinder habe keine Krimis mehr lesen kann, damit habe ich mich arrangiert. Ich hatte ja mal darüber geschrieben, dass ich früher Thriller verschlungen habe, sehr gerne Gerichtsmediziner-Krimis, umso spannender und blutiger, desto besser. Nun, dann wurde ich Mutter und auf einmal war mir alles zu spannend, zu blutig, zu gewalttätig. Selbst den „Tatort“, früher geliebtes Sonntagabend-Ritual, konnte ich irgendwann nicht mehr gucken. Tja, so ändert man sich. Aber seit ich mein drittes Kind habe, ist noch es noch schlimmer geworden mit meiner Empfindlichkeit. Man könnte sagen: Es wird von Kind zu Kind schlimmer! Neuerdings kann ich nur noch Schnulzen lesen. Mit Happy End. Versteht sich. Oder Historienromane. Aber bitte ohne kranke und tote Kinder, bitte ohne Mütter, die von ihren Kindern getrennt werden, auch wenn sie sich am Ende wiederfinden. Meine Nerven! Weiterlesen

Kommt raus aus Eurer Blase! Wieso wir viel häufiger über den Tellerrand blicken sollten

Das Leben ist bequem. Wir haben unsere Freunde, wir haben unsere Familie, unsere Nachbarn. Den erweiterten Freundeskreis. Bekannte bei Facebook und Instagram. Eine Handvoll Blogs, denen wir folgen. Wir bewegen uns in einem mehr oder weniger abgesteckten Radius. In unserer Komfortzone. Gehen dort einkaufen, wo es uns gefällt. Gehen in die Cafés und Restaurants, die uns zusagen. Gehen dort spazieren, wo wir uns wohlfühlen. Lassen unsere  Kinder Kinder von Eltern treffen, mit denen wir auf einer Wellenlänge sind. Machen dort Urlaub, wo andere sind wie wir. Wir haben es uns schon sehr  bequem eingerichtet in unserer kleinen Blase. Mit all den anderen, die unsere Blase teilen oder zumindest Schnittmengen davon teilen. Aber bei allem Komfort vergessen wir manchmal eine entscheidende Sache: Diese Blase ist nur ein kleiner, kleiner, kleiner Ausschnitt der Welt! Unsere bequeme Lebenswirklichkeit ist nur eine winzige Spielart der Vielfalt, die das Leben, die Gesellschaft, die Welt bietet. Weiterlesen

Das Zauberwort „nein“ – wie es uns das Leben leichter machen kann

Ich gebe es zu. Wenn es drauf ankommt, bin ich eine Ja-Sagerin. Es ist einfach furchtbar mit mir. Noch einmal schnell einen Text schreiben? Eigentlich habe ich keine Zeit, aber wenn der Kunde so nett fragt, dann kann ich doch nicht nein sagen. Den Sohn einer anderen Mutter mit aus dem Kindergarten nach Hause nehmen, obwohl ich dafür grad gar keinen Kopf habe? Ja, okay, klappt schon irgendwie. Beim Kindergeburtstag der Freundin mithelfen, obwohl es zeitlich gar nicht passt? Was soll’s, dann mache ich es halt. Für den Kollegen noch schnell etwas erledigen, obwohl ich noch nicht mal meine eigene Arbeit schaffe? Ich bin einfach zu gutmütig. Den Kindern die Weingummis kaufen, obwohl sie schon genug zu Naschen hatten? Konsequenz hin oder her, ich habe keinen Nerv, das Theater durchzustehen. So ein „ja“ ist bequem. Man erspart sich Diskussionen, man verärgert niemanden und mein Gott, dann macht mal halt schnell noch die Arbeit vom Kollegen mit. Aber es gibt einen Haken bei der Sache: Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden. Und wir können uns nicht  zweiteilen. Und da niemand unbegrenzt belastbar ist, müssen wir mit unseren Kräften haushalten. Das Wort „nein“ an der richtigen Stelle kann uns das Leben leichter machen. Nur wir Frauen neigen ja leider dazu, viel zu schnell „ja“ zu sagen…   Weiterlesen

Bin ich nur eine gute Feministin, wenn …?!

Ich weiß, ich bin spät dran, der Frauentag ist ja schon vorbei. Aber trotzdem will ich noch was loswerden zu der Diskussion um Frauenrechte, Gleichstellung, Feminismus und all dem, was am Freitag durch die Medien geisterte. Immer wenn ich die Diskussionen im Internet lesen, wenn ich Zeitungsartikel lese, wenn ich Argumente von Frauen-Demo-Teilnehmerinnen höre, dann stellen sich mir ein paar Fragen, allen voran die: Wann ist eine Frau emanzipiert? Oder anders ausgedrückt: Wann bin ich eine gute Feministin? Oder noch anders ausgedrückt: Was macht eine Frau zur Feministin? Und gibt es etwas, das sich damit ausschließt? Kann ich auch als teilzeitarbeitende Frau in einem typischen Frauenberuf eine emanzipierte Feministin sein?! JA KLAR. Wenn es mein eigener Weg ist! Weiterlesen

Müüüüüüüde….vom größten Energieräuber überhaupt – der Schlafmangel

Ich halte mich tapfer an meinem Kaffee fest. Aber irgendwann pusht auch der leckerste, stärkste Kaffee nicht mehr. Auch der Grüne Tee danach macht nur minimal wacher. Ich freue mich schon aufs Bett, aber bis es soweit ist, muss ich noch einen ganzen Nachmittag mit drei Kindern durchstehen, die drei Kapitel Gute-Nacht-Geschichte inbegriffen,  dazu Streitereien ums Lego, Zahnputzverweigerung, etliche volle Windeln und was so ein Nachmittag noch so mit sich bringt. Eines kann ich aber jetzt schon sagen: Ich werde wieder mit den Kindern einschlafen. Aber auch, wenn die Aussicht auf das kuschelige Bett grad noch so verlockend ist: Richtig freuen kann ich mich nicht. Denn wer freut sich schon auf eine Nacht, die alle zwei Stunden von einem hungrigen Baby unterbrochen wird? Weiterlesen

Die Kunst, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren: Mütter, Ihr dürft egoistisch sein!

Ich gebe es zu: Ich bin irgendwie ein hoffnungsloser Fall. Ich weiß es ja eigentlich besser. Aber trotzdem ist es immer dasselbe. Die Familie tut sich reihum auf beim Essen, alle sitzen mit ihren vollen Tellern da. Und ich? Schnippel das Essen für das Baby klein, während mein Essen kalt wird. Mama denkt zuletzt an sich. Es ist ja leider symptomatisch. Ein Beispiel für ein Verhalten, das sich durchs ganze Mamaleben zieht. Wir Mütter neigen dazu, zuletzt an uns selbst zu denken. Wir flitzen durch unser Leben, haben alles im Kopf von den Schließtagen der Kita bis hin zur aktuellen Windelgröße des Babys, nur uns selbst vergessen wir viel zu oft. Wir verkneifen es uns auf die Toilette zu gehen, weil das Baby auf dem Arm eingeschlafen ist, wir verzichten auf unsere Lieblingsserie, weil das Kind nicht einschlafen will und kuscheln eine Extrarunde im Bett. Wir pellen uns bibbernderweise im Schwimmbad als letzte aus den nassen Badesachen, weil wir erst einmal alle Kinder abtrocknen und umziehen. Und so geht es munter weiter: Unsere eigenen Bedürfnisse setzen wir an letzter Stelle. Hauptsache, die Familie ist glücklich, dann ist auch die Mama glücklich?! Weiterlesen

Die Einsamkeit der Babymutter – ein Leserbrief

Wer mir schon länger folgt, weiß, dass ich kein Fan von übermäßigen Förderangeboten für Kinder bin und stattdessen immer wieder fürs freie Spielen plädiere. Auch in meinem Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ schreibe ich darüber, dass wir häufiger Fünfe grade sein lassen sollten – und konsequent überflüssige Veranstaltungen streichen sollten, um mehr Zeit zu gewinnen. Für uns, für die Kinder. Nun bekam ich letztens eine Email von einer Mutter, die meine Gedanken schön und gut fand – aber auch deutlich machte, dass sie mit ihrem Baby nicht zum Pekip und zum Baby-Musikgarten geht, um es zu fördern, sondern um der Einsamkeit zuhause zu entfliehen. Ich erinnerte mich an mein erstes Kind und verstand, was sie meinte. So ein Tag mit Baby kann manchmal ganz schön lang sein. Und gerade, wenn man im Freundeskreis zu den ersten mit Kind gehört, wird es manchmal ganz schön einsam. Da ich es wichtig finde, auch darüber einmal zu schreiben, bat ich darum, die Email auf dem Blog zu veröffentlichen. Und freue mich, dass ich es darf – anonym, aber ehrlich.

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Wieso wir mit unseren Kindern viel häufiger essen gehen sollten

Raus mit Euch! Ab in die Restaurants mit Euren Kindern! Entert die Cafés, stürmt die Restaurants. Und zwar nicht zum „entspannten Abend“ zu zweit, sondern mit der ganzen Familie. Denn wir Familien müssen sichtbarer werden. Sonst werden wir vergessen. Und müssen dann nicht wundern, dass es sich mit der Kinderfreundlichkeit in Grenzen hält. Schaut nach Frankreich, wo Kinder ganz selbstverständlich mit ins Restaurant gehen (und in Frankreich dauern die Abendessen lang… wirklich lang, unter vier Gänge geht da nix). Oder nach Italien. Oder nach Skandinavien. In all den Ländern sind Kinder immer ganz selbstverständlich mit dabei. Und die Restaurantbesitzer und Cafébesitzer legen eine ganz andere Kinderfreundlichkeit zutage als hier. Denn Kinder gehören dort zum öffentlichen Leben – während sich Eltern hierzulande mit ihren Kindern immer häufiger in Komfortzonen zurückziehen. Da wird höchstens mal das Café mit der Spielecke angesteuert oder das Restaurant mit dem Spielplatz im Garten. Aber ich bin der Meinung: Wir Familien müssen uns die Öffentlichkeit zurückerobern! Und das mit den Manieren beim Essengehen? Kommt ganz von alleine. Kinder sind unglaublich lernfähig und flexibler als wir denken.
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