Ich hatte ja keine Ahnung, was Elternsein wirklich bedeutet…

Elternsein ist so eine Sache. Egal, wie viele Bücher du vorher liest, um dich vorzubereiten, egal, wie sehr du in den sozialen Medien mitliest oder mit anderen Müttern redest: Niemand bereitet dich wirklich darauf vor, wie es ist, wenn man sich wochenlang die Nächte um die Ohren schlägt, im Zweistundentakt stillt und tagelang nicht zum Duschen kommt. Niemand ist wirklich darauf vorbereitet, wie schnell ein Kind vom Sonnenschein zum Wutzwerg mutiert. »Ich liebe dich!« und »Du bist die blödeste Mama der Welt!« liegen dicht beieinander. Wie dicht, das erzählt einem vorher niemand. Und selbst, wenn es jemand erzählt: Niemand hat eine Ahnung, wie es sich wirklich anfühlt, bis der Moment da ist.

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Wenn es einfach nicht mehr geht: Was ist Elternburnout?

Burnout – bekommen das nicht nur Manager? So war bis vor kurzem die gängige Meinung. Burnout, das war etwas, das durchs Arbeiten ausgelöst wird. Ständig auf Achse, schuften bis zum Umfallen und tausend Dinge auf einmal erledigen – bis zum Ausbrennen. Doch Eltern können genauso von einem Burnout getroffen werden! Was dazu führt und wie sich das äußert, dazu habe ich in in diesem Abschnitt in meinem Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ geschrieben:

Wenn der Akku leer ist: Was ist ein Burnout?

Für den Begriff Burnout, auf Deutsch „Ausbrennen“, gibt es verschiedene Definitionen. Die amerikanische Psychologin Kathleen A. Kendall-Tacket beschreibt den Burnout als „Leben ohne Freude“. Burnout sei ein „schleichender Verbrauch emotionaler und geistiger Kraft und Entwicklung innerer Leere mit entsprechenden sozialen und psychischen Folgen“, schrieb die Sozialpsychologin Christina Maslach im Jahr 1982. Bereits in den 1970er-Jahren hat der US-Psychoanalytiker Herbert Freudenberger den Zustand chronischer Erschöpfung untersucht und prägte dabei den Burnout-Begriff, der im letzten Jahrzehnt noch einmal so richtig in Mode kam. Er stellte damals fest, dass Burnout vor allem bei Menschen auftritt, die hohe Ansprüche an sich selbst haben und hohes Engagement zeigen. Andere Psychologen heben auch hervor, dass ständig überzogene Erwartungen von außen zu einem Burnout führen können. Burnout ist den Definitionen zufolge ein Zustand chronischer Erschöpfung ohne zwischenzeitliche Entlastung. Es ist das dauerhafte Gefühl „mir wächst alles über den Kopf“, ein ständiges Über-die-eigenen-Kräfte-Leben. Körper und Geist werden geradezu verschlissen. Zwischen den Überanstrengungsphasen fehlen dem Körper Pausen für die Regeneration.

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Sich selbst zu akzeptieren -wieso fällt Müttern Selbstliebe so schwer?

*Interview und Buchtipp*

Das mit der Selbstliebe ist ja so eine Sache. Ich habe selten so viele selbstkritische Äußerungen gehört wie von Frauen, insbesondere von Müttern! Woher kommt das? Wieso fällt gerade Mütter die Selbstliebe so schwer, sich selbst zu akzeptieren, so, wie man ist? Die Crew vom grandiosen Online-Magazin Mutterkutter hat dazu ein wirklich lesenswertes Buch geschrieben: „Love yourself Mama! Körper, Seel und Liebe in Balance. So schaffst du es im Alltag, an dich selbst und deine Gesundheit zu denken“. Darin geht es nicht nur darum, was wir unserem Körper und unserer Seele oder unserer Beziehung Gutes tun können, wie man der Beziehung etwas Gutes tun können, sondern auch darum, wie wir lernen, uns, unseren Körper und auch die Veränderungen, die die Schwangerschaft mit sich bringt, lieben lernen. Dazu habe ich Doro von Mutterkutter gefragt – lest selbst ihre Tipps und kritischen Gedanken zum Thema Selbstliebe:

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„Eine gute Mutter macht das nicht“ – wer sagt eigentlich, was eine gute Mutter ist?!

„Eine gute Mutter holt ihr Kind nicht als letztes aus dem Kindergarten ab.“

„Eine gute Mutter lässt ihr Kind nicht alleine vor dem Fernseher sitzen.“

„Eine gute Mutter kauft dem Kind keine Süßigkeiten an der Supermarktkasse.“

„Eine gute Mutter verfüttert keinen Brei aus dem Gläschen.“

„Eine gute Mutter vergisst die Wechselhose nicht zuhause.“

„Eine gute Mutter lässt das Kind abends nicht einfach länger aufbleiben, wenn am nächsten Tag Schule ist.“

„Eine gute Mutter kauft kein Plastikspielzeug.“

„Eine gute Mutter verliert nicht vor ihren Kindern die Nerven.“

Diese Liste ließe sich ewig fortsetzen. „Eine gute Mutter macht das einfach nicht.“ Aber wer zum Teufel sagt eigentlich, was eine gute Mutter ist?!

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Wie geht es dir eigentlich? Mütter antworten auf die viel zu selten gestellte Frage

„Wie geht es dir eigentlich gerade?“ Eine simple Frage. Sollte man meinen. Aber in Wirklichkeit stellen wir sie viel zu selten. Vielleicht fragen wir „und wie geht’s?“ Doch seien wir mal ehrlich: Oft fragen wir das nebenbei. Aus Höflichkeit. Sind in Gedanken schon viel weiter. Hören bei der Antwort nur halb zu. Und genauso oft antworten wir nur so nebenbei darauf. „Gut.“ Oder „Naja, muss ja.“ Oder: „Geht schon.“ Aber Hand aufs Herz: Wie oft erzählt ihr wirklich, was ihr fühlt? Wie oft hört ihr wirklich ehrlich zu, wenn euch jemand anders auf die Frage antwortet? Dabei ist diese Frage so wichtig – und eine ehrliche Antwort darauf auch. Denn sie ist der Türöffner zu echten Gesprächen, sie lässt uns dichter zusammenrücken und sie tut vor allem gut! Denn ehrliches Interesse am Gegenüber, das ist wunderbar! Es macht, dass wir uns aufgehoben fühlen. Schon allein das Herz auszuschütten, tut gut. Erleichtert. Und lässt einen sich ein kleines bisschen besser fühlen. Und deshalb habe ich auf Instagram einmal Mütter gefragt, wie es ihnen eigentlich gerade geht. In dieser wahnsinnigen Situation, die uns an unsere Grenzen bringt. Und ganz allgemein. Wie geht es euch gerade? Hier kommen einige der Antworten – lest und sagt mir, wie geht es euch denn gerade? Findet ihr euch in den Antworten wieder?

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Wie soll ich das bloß schaffen? Indem du dich erinnerst, was du schon alles geschafft hast!

Zu sagen, dass es grad einfach ist, wäre gelogen. Zu sagen, dass es bombig läuft, erst recht. Zu sagen, wir bekommen das schon hin, wäre wahrscheinlich zu optimistisch gedacht. Zu sagen, es kommen schon noch bessere Tage, wirkt an manchen diesen Tagen wie blanker Hohn – denn ganz ehrlich: Das Licht am Ende des Tunnels ist weit weg. Sehr weit weg. Und die Tatsache, dass einem niemand sagen kann, wie weit dieses Licht eigentlich weg ist, macht es auch nicht besser. Kurz: Die Dinge standen schon mal besser für uns Eltern! „Wie soll ich es bloß schaffen?“ Ja, es gibt Tage, an denen ist das der letzte Satz, der vor dem Einschlafen durch den Kopf geht – und der erste Satz, der morgens vorm Aufstehen aufpoppt. Zermürbend. Ohne Zweifel. Was hilft? Mich zu erinnern, was ich alles schon geschafft habe.

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Schluss mit der alten „mache ich genug?“- Leier!

Es gibt eine Frage, die Mütter schon in der Schwangerschaft begleitet – und die so schwer loszuwerden ist. Sie schleicht sich ein, unbemerkt, irgendwo ins Unterbewusste, um dann in entscheidenden Momenten einfach hervorzuspringen und laut „buh“ zu rufen. Es ist die Frage nach dem „mache ich genug?“ – die es in den unterschiedlichsten Variationen gibt. Und die einen Druck aufbaut, ganz ohne, dass wir es wollen. Mal heimlich und leise, mal laut und polternd macht sich dieser Druck bemerkbar. Manchmal hämmert er dezent, aber ausdauernd und zermürbend auf uns ein, mal macht er voller Wucht ein plötzliches schlechtes Gewissen. Alles ausgelöst durch die 1000 Variationen der Frage „mache ich genug?“ Kennt ihr sie auch, diese Variationen, die immer wieder aufpoppen im Mutteralltag?

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Was wir Positives aus 2020 mitnehmen – Eltern erzählen

2020! Was für ein verrücktes Jahr – oder wie mein Sohn sagte: „Da haben wir ja richtig Geschichte erlebt.“ 2020 war das Jahr der geplatzten Pläne, das Jahr, in dem sich alles auf den Kopf stellte. Es war fordernd, keine Frage. Aber: Es gab auch viele schöne, positive, unerwartete Momente. Und an die möchte ich mich erinnern. Ich möchte mich auf da konzentrieren, was schön war, das soll in der Erinnerung bleiben. Zum Beispiel die viele, gemeinsame Familienzeit. Die langen Waldspaziergänge und Strandausflüge. Das Picknick auf der Waldlichtung. Die Spielenachmittage. Das lange Ausschlafen, monatelang. Die Videoabende mit den Kindern. Das ist es, was ich in meiner Erinnerung mitnehmen möchte. Ich habe bei Instagram in den Stories gefragt, was ihr Positives mitnehmt – und es kamen unglaublich viele Antworten, die zeigen: 2020 war besser als gedacht! Es war anders, komplett anders, aber es hat uns auch in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. Hier kommen die positiven Dinge, an die sich Eltern beim Rückblick auf 2020 erinnern:

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Wie es uns gelingt, uns in all den Anforderungen an uns nicht zu verlieren: Gastbeitrag von Lisa von Stadtlandmama

Ihr kennt sicher den famosen Blog stadtlandmama?! Und dass die beiden Autorinnen dahinter, Lisa und Katharina, nicht nur tolle Frauen sind, sondern auch das Buch „Wow Mom: Der Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind“ geschrieben haben, das ich hier vorgestellt hatte, wisst Ihr sicher auch? Dann habe ich gute Nachrichten für Euch: Es gibt ein neues Buch von Lisa und Katharina. Wow Mom Teil 2, wenn man so will. Es heißt „Wow Mom: Der Mutmacher für mehr ich in dem Wir“ und ist sogar noch besser geworden als der erste Band, finde ich! Wie es zu dem Buch kam und wieso es so wichtig ist, das „ich“ in dem all dem „wir“ nicht zu verlieren, schreibt mir Lisa in einem Gastbeitrag, über den ich mich riesig freue. Schon allein wegen meines Lieblingssatzes „Wie lange hatte ICH mich in einem WIR aufgelöst, mich gab ́s ja noch!“ lesenswert, Buch und Gastartikel, aber lest ihn selbst in voller Länge:

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Gastbeitrag: So unterschiedlich ist das Familienleben in Ost & West

Ich freue mich immer, wenn ich hier auf dem Blog auch mal andere Mütter zu Wort kommen lassen kann (auch gerne mal Väter, übrigens!) – denn es gibt viele Aspekte, die ich gerne mal streifen würde, aber selbst nicht schreiben kann, mangels Erfahrungen auf dem Gebiet. Diesmal geht es um das spannende Thema „Familienleben ist Ost und West“ – passend zum Tag der Deutschen Einheit! Selbst 30 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es immer noch Unterschiede, aber lest selbst, was Nadine von Dresdenmutti schreibt, die selbst in Ostdeutschland aufwuchs, einen Mann „aus dem Westen“ heiratete, eine Zeitlang in Köln lebte und nun wieder mit ihrer Familie in Dresden lebt:

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