Sprache schafft Wirklichkeit – Zeit sie zu ändern!

Wieso spricht man von Rabenmüttern, aber nicht von Rabenvätern? Wieso liest man im Duden über Muttergefühle, aber nicht über Vatergefühle? Wieso gibt es den Begriff Berufstätige Mütter aber nicht explizit berufstätige Väter? Wieso spricht man von Mutter-Kind-Bindung und viel zu selten von der Vater-Kind-Bindung? Wieso heißt es Mutterinstinkt und nicht Vaterinstinkt? Wieso wird allgemeinhin für eine Mutter-Kind-Kur geworben, aber nicht für die ebenso beantragbare Vater-Kind-Kur?

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Ja, wir sind es unseren Kinder schuldig, alles für den Klimaschutz zu tun – egal, was das kostet

Ich bin es leid, ständig zu lesen „Klimaschutz schön und gut, aber das muss man sich auch leisten können. Wer soll das denn alles bezahlen? Wir müssen es uns leisten. Punkt. Es gibt keine Alternative. Wir müssen dafür sparen, wir müssen uns dafür einschränken, ja, es wird unbequem werden und wir werden diese Unbequemlichkeiten ertragen müssen. Weil es nicht anders geht. Wenn wir unseren Kindern eine lebenswerte Umwelt hinterlassen wollen, wenn wir wollen, dass es für die Menschheit auf dieser Erde eine Zukunft gibt, dann bleibt uns gar nichts anderes übrig. Wir müssen genau jetzt damit anfangen. Wir wissen eigentlich alle, dass es jetzt schon zu spät ist – wir können die Dinge nicht mehr aufhalten, nur noch verlangsamen. Wir sind es unseren Kindern schuldig, dass wir ihre Sorgen ernst nehmen. Und diese Sorgen sind groß. Es gibt eine ganze Reihe von Umfragen und Studien, die zeigen, wie groß die Angst der Kinder und Jugendlichen ist – auf der ganzen Welt übrigens. Eine internationale Studie von Wissenschaftlern verschiedener Universitäten brachte das erschreckende Ergebnis hervor, dass 75 Prozent aller befragten Kinder und Jugendlichen die Zukunft als beängstigend empfinden. Fast die Hälfte sagte, dass sie sich durch den Klimawandel besorgt fühlen und diese Sorge ihr tägliches Leben und ihre Psyche beeinflusse. Mehr als die Hälfte sieht die Menschheit „dem Untergang geweiht“. Das ist erschreckend! Und es ist nicht die einzige Umfrage, die diese Ängste deutlich macht. 58 Prozent fühlen sich von den Regierungen und den älteren Generationen betrogen.

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Es gibt keine Vereinbarkeit.

Vereinbarkeit? Nein, es muss Unvereinbarkeit heißen. Für die Recherchen für mein nächstes Buch „Deutschland, ein kinderfeindliches Land?“ habe ich recherchiert, inwiefern Vereinbarkeit und Kinderfreundlichkeit zusammen hängen (Spoiler: sehr viel!). Nach meinen Recherchen stellte ich fest: Vereinbarkeit ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Denn unsere Arbeitswelt ist darauf ausgelegt, dass einer von Zweien (meist ist es ja die Frau, das wissen wir alle und das sagen alle Statistiken) reduziert und den Rücken freihält. Es geht dabei nicht nur um Karriere machen – schon in den meisten normalen Jobs ist alles darauf aufgebaut, dass die Care-Arbeit vom Partner/der Partnerin übernommen wird. Das wird stillschweigend vorausgesetzt. Wir alle wissen: Care arbeit endet nie. Echte Vereinbarkeit geht also nur, wenn beide weniger arbeiten. Es ist nicht damit getan, dass der Mann die Rolle der Frau übernimmt, um wirkliche Gleichberechtigung und Entlastung zu erreichen. Das wäre ja einfach nur ein Tausch der Rollen – vereinbart ist damit noch lange gar nix.

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Mein nächstes Buch: Deutschland, ein kinderfeindliches Land?

Endlich darf ich sagen, worum es in meinem neuen Buch geht und ihr könnt es sogar schon bei eurem Buchhändler oder allen gängigen Onlineshops vorbestellen! Worum es geht? Um ein Thema, das mit sehr am Herzen liegt: Kinderfreundlichkeit. Und zwar nicht nur um die Mentalität, denn die Kinderfeindlichkeit in Deutschland ist auch institutionell bedingt, zb durch Ehegattensplitting, Rentensystem und so weiter. Klar ist aber: Eine moderne, nachhaltige Gesellschaft muss kinderfreundlich sein, wir brauchen einen echten Kurswechsel in Politik und Gesellschaft, im Bildungssystem, dem Steuer- und Rentenrecht, eine echte Partizipation von Kindern, um zukunftsfähig zu bleiben. Denn sonst fahren wir unsere Gesellschaft an die Wand.

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Wir Eltern sind es unseren Kindern schuldig, solidarisch untereinander zu sein

Kinder haben keine Lobby. Das zeigt uns nicht zuletzt die Pandemie, fast täglich. Umso wichtiger ist es, dass wir Eltern solidarisch sind. Dass wir uns untereinander unterstützen statt übereinander herzuziehen, uns über andere Eltern zu stellen, die Not anderer Eltern in Frage zu stellen. Denn nur, wenn wir uns gegenseitig unterstützen, dann können wir für die Belange unserer Kinder einstehen. Solidarisch ist es eben nicht, wenn man den Eltern, die sagen, dass sie die 100 Euro Kitabeitragserhöhung nicht ohne Einschränkungen ertragen, entgegnet: „Also ich kann es mir leisten und ich zahle gerne dafür, dass meine Kinder eine gute Betreuung erhalten.“ Das ist arrogant, nicht solidarisch. Damit stellt man sich über diese Eltern, zweifelt deren Bedenken an. Solidarisch wäre es hingegen, diese Bedenken ernst zu nehmen, anzuerkennen, dass diese Probleme da sind und das es nicht allen so gut geht wie einem selbst. Solidarisch wäre es, zu sagen „ich stehe dir bei, wir sorgen zusammen dafür, dass unsere Kinder die gleichen Chancen haben, egal, wie viel die Eltern verdienen.“

Es ist auch nicht solidarisch, den Eltern, die sagen „wir können es uns nicht leisten, unser Kind vorübergehend zuhause zu behalten, um es vor Coronainfektionen zu schützen“, zu entgegnen, dass man das ja so toll hinbekäme und einem die Gesundheit der Kinder so wichtig sei. Glaubt mir, auch den Eltern, die ihre Kinder trotz hoher Coronazahlen in Kita und Schule schicken, ist die Gesundheit der Kinder wichtig. Statt sich also selbst zu erhöhen, könnte man über die Tatsache nachdenken und sagen „es kann nicht sein, dass der Beruf der Eltern darüber entscheidet, ob sich Kinder mit Corona infizieren“ und dafür einstehen, dass Kitas und Schulen sicher für unsere Kinder werden.

Solidarisch sein heißt, für die laut zu werden, die nicht laut werden können. Für die einzustehen, die Unterstützung brauchen. Es heißt auch, anzuerkennen, dass es eben nicht nur die eigene Realität gibt. Wenn wir die Augen öffnen für die vielen Realitäten um uns herum, uns von unserem Besserwisserross begeben, dann können wir gemeinsam für eine bessere Realität für unsere Kinder einstehen. Denn zumindest da sollten wir Eltern doch alle einer Meinung sein: Unsere Kinder haben es verdient, dass man sich für sie einsetzt, dass man sie nicht vergisst. Nicht nur in Pandemiezeiten. Sondern auch ganz allgemein.

Man hatte ja nur fast 22 Monate Zeit, Schulen und Kitas infektionssicher zu machen…

Und wieder sind es die Kinder, die das ausbaden dürfen, was die Großen angerichtet haben. Es waren ja nur fast 22 Monate Zeit, sich Konzepte zu überlegen, wie man Schulen und Kitas infektionssicher macht. Ich bin es leid, die Frage nach den Luftfiltern zu stellen, von denen unsere 200 000 Einwohner Stadt ganze 28 für die Kinder bestellt hat, die noch nicht mal alle installiert sind. Doch wenn es schon keine Luftfilter gibt (die ja auch kein Allheilmittel sind), dann hätte man sich ja wenigstens Gedanken über kleinere Lerngruppen und andere, besser geeignete Lernorte machen können, um die Schulen und Kitas infektionssicher zu machen. Aber dafür bräuchte man ja Personal und das kostet sogar noch mehr Geld als Luftfilter. Und man hätte ja mal so richtig nachdenken müssen, Konzepte entwerfen müssen, vielleicht mal kreativ werden müssen und sich Dinge überlegen müssen wie „vormittags eine Lerngruppe und nachmittags eine Lerngruppe und Lehramtsstudenten als Aushilfen“ oder gar noch mehr um die Ecke denken müssen. Ach was, lassen wir doch die Kinder zuhause, da können doch die Eltern Lehrer*innen und Erzieher*innen spielen, sind doch eh die meisten im Homeoffice! Dass man damals im März 2020 schnell handeln musste – einverstanden. Ich war damals erleichtert, als Schulen und Kitas schlossen. Aber seitdem ist viel Zeit vergangen und spätestens seit letztem Herbst hätte jedem klar sein müssen, dass so eine Pandemie keine Sache von drei Monaten ist.

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Schüler bekommen Fehler angestrichen, wenn sie in Klausuren gendern – geht’s noch?!

Bei manchen Sachen fasst man sich an den Kopf: Echt ey, geht’s noch?! Das entfuhr mir spontan, als die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verkündete, dass die Lehrer:innen Fehler anstreichen müssen, wenn die Schüler in Klausuren und Arbeiten gendern. Also die Sternchenform oder Doppelpunktform usw nutzen. Schüler:innen zum Beispiel. Wie es in vielen Zeitschriften und Zeitungen Standard ist, wie es viele Behörden mittlerweile in allem Schriftlichen machen (auch die schleswig-holsteinische Stadt Lübeck übrigens), wie es Schulleiter:innen in ihren Emails an die Eltern schreiben, wie es Lehrer:innen im Unterricht machen, wie es eigentlich aufgeklärte, moderne und an Gleichberechtigung interessierte Menschen halt so machen im Jahre 2021. Aber wehe, unsere Schüler:innen benutzen es in ihren Arbeiten, dann gibt es einen Fehlerpunkt dafür! Das ist ein ganz offizieller Erlass des Bildungsministeriums mit dem Hinweis, das entspreche ja nicht den Regeln des Deutschen Rates für Rechtschreibung. Rolle rückwärts in die 50er Jahre verordnet mit freundlichen Grüßen vom Bildungsministerium! Ein Glück werden nun die Schüler:innen laut und weil ich das so klasse finde, unterstütze ich sehr gerne ein Petition von der Schüler:innenvertretung eines Lübecker Gymnasiums: Die SV des Johanneums fordert in dieser Petition, dass es keine Fehlerpunkte fürs Gendern in Klausuren gibt. Hier könnt ihr unterschreiben – ich habe es schon getan!

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Rolle rückwärts in die 50er? Wie weit sind wir wirklich gekommen?

Kürzlich drüber gestolpert: „Die Hüterin der Gemütlichkeit ist die Frau, so wie sie von jeher Hüterin des Heimes und des häuslichen Herdfeuers war. Solch eine gütige Fee sollte in unserer nüchternen und märchenlosen Zeit jede Frau ihrem Mann sein, wenn sie ihm das Wunder einer stillen Dämmerstunde in warmer, ruhiger Häuslichkeit beschert. Sie kann ihm Kaffee kochen, eine Zigarette anzünden, die Polster des Lehnsessels zurechtrücken – und die Pantoffeln bereitstellen.“ Na, habt ihr heute schon dem Gatten die Pantoffeln bereitgestellt und die Kissen zurechtgerückt?! Dieses Zitat habe ich mir nicht ausgedacht, es stammt aus einer Frauenzeitschrift aus dem Jahr 1949. Als ich es las, fiel ich fast vom Stuhl. Erst vor Lachen. Das mir dann jedoch im Halse steckenblieb, so dass mein Vom-Stuhl-Fallen eher vom Entsetzen her rührte. Es hört sich an wie eine Satire, war aber seinerzeit völlig ernst gemeint. Und beschreibt ein Rollenbild, das sich in den Köpfen festzementierte. Bis 1977 konnte ein Ehemann seiner Frau nämlich noch verbieten, zu arbeiten. Denn sie durfte laut Gesetz nur dann arbeiten gehen, wenn es „mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar war“. Verrückt, dass sich das solange nach Studentenprotesten und Frauenbewegung hielt. In Schweden übrigens wurde schon 1939 beschlossen, dass Frauen ein uneingeschränktes Recht auf Erwerbstätigkeit hatten – und beide Eheleute hatten dieselben Rechten und Pflichten in Sachen Haushaltsführung, Familienunterhalt und Kindererziehung. Tja.

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Was Eltern sich von einer neuen Regierung erhoffen – nicht nur in Sachen Familienpolitik

Es wurde gewählt und auch, wenn noch nicht klar ist, wie die Regierung genau aussehen wird, die unser Land regiert, ist eine Sache klar: Es muss viel passieren, denn es gibt große Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft, die von uns und besonders die der Kinder. Deshalb habe ich auf Instagram einmal meine Leser*innen gefragt, was sie sich von einer neuen Regierung erhoffen und welche Dinge ihrer Meinung nach unbedingt angepackt werden müssen. Es ist Zeit, dass die Politik mehr an uns Familien denkt, besonders an unsere Kinder! Hier kommen die Gedanken meiner Instagram-Leser*innen:

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Haben Autos eine größere Lobbys als Kinder?

Manchmal habe ich das Gefühl, als ob Autos in diesem Land wichtiger sind als Kinder. Wenn Parkplätze wichtiger sind als Kinderspielplätze. Wenn Autofahrer dicht an spielenden Kindern vorbei rasen und statt vom Gas zu gehen auch noch hupen. Wenn das Spielstraßen Schild einfach mal übersehen wird. Wenn sich über Kinderlärm mehr aufgeregt wird als über Autolärm. Wenn übers Tempolimit mehr diskutiert wird als über Kinderbetreuung (statt einfach ein längst überfälliges Tempolimit einzuführen). Wenn Autos immer größer werden und immer mehr Raum einnehmen – und Kinder immer mehr verdrängt werden. Wenn sich über die Erhöhung des Benzinpreises mehr aufgeregt wird als über die Tatsache, das viele Schulen immer noch kein stabiles WLAN haben. Wenn der Verkehrsfluss in der Straßenplanung wichtiger ist als die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Fußgänger.

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