„Ich war aber schneller!“ – wenn Kinder sich ständig messen wollen

Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wann es eigentlich begonnen hat. Dieses „höher, schneller, weiter“-Spiel bei meinen Kindern. Ständig geht es darum, wer schneller ist, wer höher springen kann und wer weiter werfen kann. Der höhere Turm muss gebaut werden und am besten noch in der schnellsten  Zeit. Dass der eine zwei Jahre jünger ist als der andere, wird dabei völlig ausgeblendet. Jeder Spaziergang wird zum Wettlauf, jeder Kletterbaum zur Herausforderung, jeder Stein zum Weitwurfcontest benutzt. Meine Kinder messen sich ständig und überall. Und es sei es auch nur dabei, wer am lautesten schreien kann. Manchmal macht es mich wahnsinnig! Es ist ja nicht nur hier zuhause so, da könnte man es als gesunde Geschwisterrivalität abtun, Training fürs weitere Leben, Ihr wisst schon. Aber auch die Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter scheinen ständig in einem Wettbewerb untereinander zu stehen. Auf dem Schulhof und im Kindergarten sind sie ständig am Rangeln, am Raufen und Wettlaufen. Woher kommt das bei Kindern, dieses ständige sich Messen in irgendwas? Ich habe es meinen Kindern ja nicht anerzogen, ganz im Gegenteil. Weiterlesen

Experiment mit Zisch und Knall: Raketen basteln für Kinder

Meine Jungs lieben alles, was zischt und knallt und sprudelt. Sie lieben Experimente, bei denen irgendetwas in die Luft geht und können sie stundenlang wiederholen. Die eigentliche Experimentierzeit ist bei uns eher zur kühleren  Jahreszeit, aber dieses Experiment eignet sich am besten draußen, nun, es sollte eigentlich am besten nur draußen gemacht werden. Denn diese selbstgebaute Rakete fliegt wirklich hoch. Und mit hoch meine ich hoch, der Rekord war bei uns höher als unser Haus, zehn Meter waren es mindestens. Der Aufwand für diese selbstgebauten Raketen: gering. Der Knallfaktor: riesig. Der Spaßfaktor: noch riesiger. Aber Vorsicht – Eure Kinder könnten an die hundert Wiederholungen einfordern, so war es bei uns nämlich! Weiterlesen

Mit gutem Gewissen investieren: Was bedeutet Nachhaltigkeit bei der Geldanlage?

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Nachhaltigkeit ist ein Schlagwort, das zurzeit in aller Munde ist. Wir wollen alle nachhaltiger konsumieren, nachhaltiger essen und haushalten. Ich achte auf regional angebautes Bio-Gemüse, kaufe gebrauchte Kinderkleidung, reiche nicht mehr angesagtes Kinderspielzeug an meine Nichte weiter und greife zu Klopapier aus Altpapier. Wir sind es unseren Kindern schuldig, unser Leben so nachhaltig wie möglich zu gestalten, davon bin ich überzeugt.  Aber seien wir mal ganz ehrlich: In Sachen Nachhaltigkeit verfallen viele in eine Art Aktionismus und schießen bei manchen Dingen übers Ziel hinaus. Dabei ist mittlerweile klar, dass viele vermeintlich nachhaltige Dinge gar nicht so nachhaltig sind, man denke an die Umweltbilanz von Papiertüte und Plastiktüte. Aber ich muss zugeben an eine Sache habe ich bisher nicht gedacht: Ich habe mir bisher keinen Kopf zerbrochen, ob ich mein Geld nachhaltig anlege. In welche Fonds meine Einzahlungen an meiner privaten Rentenversicherung fließen? Ich weiß es gar nicht so genau, muss ich zugeben. Dabei kann man nicht nur bei seinem Konsumverhalten auf Nachhaltigkeit achten, sondern auch bei den eigenen Geldanlagen – und damit eine ganze Menge Einfluss ausüben! Weiterlesen

Gastbeitrag: „Bis einer weint! Kein Tag ohne Geschwisterstreit“

Ich freue mich immer, wenn ich auf diesem Blog auch ein paar andere Stimmen unterbringe – umso mehr Vielfalt, umso besser, finde ich. Denn wir Mütter sind verschieden, unsere Kinder sind verschieden, unsere Familien und natürlich auch unsere Meinungen und Wege, die wir beschreiten. Ich finde Gastbeiträge sind so etwas wie die Würze auf einem Blog, denn sie runden das große ganze Blog-Gericht erst so richtig ab! Und deshalb freue ich mich riesig, dass ich heute wieder einen Gastbeitrag für Euch habe – diesmal hat für mich die liebe Verena von dem Blog Vrenitutkund einen Text über Geschwisterstreit von der Seele gebloggt! Sie ist wie ich Dreifachmutter und ich mag ihre Texte sehr ! Aber lest selbst – hier kommt Verenas Gastbeitrag: Weiterlesen

Vor einem Jahr geriet unser Leben aus den Fugen – und ein Ende ist nicht in Sicht

Es ist tatsächlich schon ein Jahr her. Ein Jahr her, dass unser Leben aus den Fugen geriet. Dass wir mit einem Mal herauskatapultiert wurden aus der Normalität. Dass die Leichtigkeit aus unserem Alltag herausgesogen wurde. Vor einem Jahr ging mein Mann mit geschwollenen Mandeln zum Arzt. Und kam mit der Diagnose Lymphdrüsenkrebs wieder nach Haus. Es folgte ein Jahr voller Höhen und Tiefen, voller Therapien, die erst anzuschlagen schienen und dann doch nicht so wirkten, wie sie sollten. Es war ein Jahr, in dem wir versuchten, für die Kinder so viel Normalität wie möglich aufrecht zu erhalten, die Zeit zu nutzen, uns zu sagen „jetzt erst recht“ und trotz aller Umstände  unser Lachen nicht zu verlieren. Denn unseren Humor, unsere Freude am Leben – das wollten wir uns nicht nehmen lassen! Und schon gar nicht sollten unsere Kinder sich ihren Humor,  ihr Lachen, ihre unbeschwerte Kindheit nehmen lassen! Aber es war auch ein Jahr, in dem wir immer wieder an unsere Grenzen stießen, in dem ich merkte, wie gut mein Autopilot funktioniert und wir uns mit Fachbegriffen und Statistiken auseinandersetzten, die man eigentlich gar nicht genauer kennen möchte. Leider ist ein Ende nicht in Sicht. Es geht vielleicht jetzt erst so richtig los. Denn die einzige Therapie, die meinem Mann nun noch helfen kann, ist die Stammzellentransplantation. Weiterlesen

Raus aus dem Haus, am besten ohne Handy: Wie die Natur den Familienzusammenhalt stärkt

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Kennt Ihr diese Tage, an denen so ziemlich alles schief läuft, Ihr vor lauter Haushalt, Geschwisterstreit und Terminstress nicht mehr wirklich weiterwisst? Die Tage, an denen Ihr das Gefühl habt, dass Euch die Decke auf den Kopf fällt? Wenn ständig jemand etwas von Euch will und Ihr zu keinem klaren Gedanken kommt? Das sind diese Tage, an denen ich manchmal am liebsten schon mittags das Insbettgehritual einläuten möchte, um endlich Ruhe zu haben. Was an solchen Tagen tatsächlich Wunder wirkt: Wenn wir raus in die Natur gehen. Schon allein raus aus dem Haus zu kommen, hebt schlagartig die Stimmung. Egal, wie das Wetter ist. An solchen Tagen ziehe ich den Kindern die Schuhe an und ab geht es, einmal um den Block, auf den Spielplatz oder einfach nur zu Fuß zum Bäcker. Hauptsache frische Luft und ein Ortswechsel! Schwupps, lassen die Streitereien nach, flitzen die Kinder um die Wette und der sich anbahnende Spannungskopfschmerz verschwindet… noch besser – und vor allem nachhaltiger – wirkt der Ortswechsel, wenn es nicht nur auf den Spielplatz oder zum Bäcker geht, sondern  raus in die Natur! Weiterlesen

Nachhaltig um jeden Preis? Leute, entspannt Euch!

Wenn es ein Wort gibt, ohne dass keine Ausgabe der Tageszeitung, keine Frauenzeitschrift und neuerdings auch kein Wirtschaftsmagazin auskommt, dann ist es: Nachhaltigkeit. Wahlweise nachhaltig. Es gibt Tage, da stolpert man auf fast jeder Seite der Tageszeitung über eines der Wörter. Was wir nicht alles tun sollen, um nachhaltig zu sein! In den sozialen Medien überbieten sie sich mit Vorschlägen. Strohhalme aus Glas (hat mal jemand an kleine Kinder gedacht, die ja eigentlich die Hauptzielgruppe von Strohhalmen sind und gerne herzhaft zubeißen?), feste Seife zum Haarewaschen, Bienenwachstücher statt Alufolie, es ist ja alles schön und gut und mehr als lobenswert. Aber, wenn jemand so wie eine Bekannte neulich alle Tupperdosen aus Plastik aus dem Küchenschrank wirft, um Platz für Glasbehälter zu schaffen, die sie neu anschafft, dann ist das gut gemeint, aber nicht wirklich effektiv. Wisst Ihr, wie viel Energie und Rohstoffe in die Produktion von Glasbehältern fließen? Wieso also noch völlig intakte Kunststoffdosen in den Müll werfen, nur weil sie aus dem bösen Plastik sind?! Oder der Herr, der eine Streuobstwiese abholzte, um bienenfreundliche Wiesenblumen auszusäen und stolz von seinem Einsatz für die Bienen berichtete? Oder die Mutter, die jegliches Plastikspielzeug ihrer Kinder wegwarf, um alles durch entsprechendes Holzspielzeug zu ersetzen? Nein,  es ist nicht nachhaltig, wenn wir alle anfangen, sämtliche Kunststoffgegenstände aus unserem Haushalt durch Alternativen zu ersetzen. Jedenfalls nicht, solange sie noch funktionsfähig sind. In Sachen Nachhaltigkeit ist eine Hysterie ausgebrochen, und wehe, jemand isst Joghurt aus einem Plastikbecher, dann bekommt er zumindest virtuell einen über die Rübe gezogen. Weiterlesen

Unser Alltag ist ihre Kindheit? Nein, ihre Kindheit ist noch viel mehr!

#unseralltagistihrekindheit. Das ist nicht nur ein eigener Hashtag, sondern auch ein immer wieder gerne nett in Szene gesetztes Zitat, auf T-Shirts, Kaffeetassen oder Wandbildern. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich über diesen Satz gestolpert bin. Zunächst fand ich den Spruch gut. Auf den Punkt gebracht. Schlüssig. Eindrucksvoll erinnernd an das, was wirklich zählt. Aber beim näheren Nachdenken auch irgendwann ermahnend. Schlechtes Gewissen machend, wenn mal wieder so ein Tag war, an dem viel zu viel Alltag und viel zu wenig Kindheit war. Und dann fing dieser Satz an, mich furchtbar zu nerven. Ich muss gestehen, ich habe ein zwiegespaltenes Verhältnis zu diesem Satz. Denn Kindheit ist einfach noch viel mehr als unser Alltag!  Glücklicherweise. Weiterlesen

Gastbeitrag: „Mein Mann ist immer der good Guy und überlässt mir die unangenehmen Dinge wie Erziehen und Verbieten“

Good Guy, Bad Guy? Kennt man aus dem Fernsehen. Die Kommissare, die sich beim Verhör aufteilen. Der eine macht einen auf einfühlsam, der andere mimt den harten Kerl. So ähnlich sei es auch bei ihr und ihrem Mann, schrieb mir eine Leserin, die mich fragte, ob sie sich in einem Gastbeitrag einmal Luft verschaffen und die Meinung von anderen Leserinnen hören kann. Ihr Mann übernehme immer nur die angenehmen Dinge im Familienleben – toben, Ausflüge, Schwimmen gehen – während an ihr die ganze Erziehungsarbeit und damit Verbieten, Meckern, Lernen für die Schule und so weiter hängen blieben. Das nerve, denn sie sei damit zwangsläufig immer die Meckermama, sagt die Leserin. Eine spannende Frage, fand ich und bat sie um den Gastbeitrag! Weiterlesen

Wann sind Kinder zu alt fürs Spielen?

„Stell dir vor, Mama, die spielen nicht mehr. Spielen tun nur Babys, sagen die.“ Der Satz meines Großen kurz vorm Schlafengehen, machte mich traurig. Acht Jahre ist er alt. Und besucht die zweite Klasse. Die Kinder, über die er sprach, sind genauso alt wie er. Und in seiner Klasse. Spielen die denn kein Lego? Nein. Noch nicht  mal Lego Technic? Nein, das sei auch Babykram. Selbst die Bausätze ab 8, 9 oder 11 Jahren? Ja. Alles Spielzeug ist Babykram, finden die Jungs aus seiner Klasse. Mein Sohn ein Glück nicht. Er konnte es einfach nicht verstehen. Dass ein Kind nicht mehr spielt. Für ihn ist es ein Glück noch das Größte, im Spiel zu versinken. Sich eigene Welten aufzubauen, wahlweise als Polizist oder Lokführer durchs Wohnzimmer zu hüpfen oder Verstecken im Garten zu spielen. Da wird der alte Auto-Verbandskasten benutzt, um alle Kuscheltiere zu verarzten, eine Tierklinik im Wohnzimmer, mit Spätdienst bis kurz vorm Schlafengehen. Klar, er liest viel, er mag Malen und Rätsel lösen, er liebt es, sich mit seinem Bruder verrückte Experimente auszudenken. Aber den Großteil der Zeit spielt er einfach.

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