Filme, Spielzeug, Ausflüge: Muss denn alles immer pädagogisch wertvoll sein?

Natürlich wollen wir alle immer nur das Beste für unsere Kinder. Dass es ihnen gut geht – und dass sie sich natürlich bestmöglich entwickeln. Dafür kaufen wir ihnen das bestmögliche Spielzeug. Und lassen sie so wenig wie möglich digitale Medien benutzen und natürlich so selten wie möglich fernsehen. Stattdessen lesen wir viele schlaue Sachbücher, basteln mit Knete und Fingerfarben (alle Sinne anregen! Ihr wisst schon!) und lassen unsere Kinder mit handgeschnitzten Holzbausteinen Türme bauen, um ihre Feinmotorik bestmöglich zu stärken. Im Wald schicken wir sie balancierenderweise über Baumstämme, soll ja so gut sein für die Entwicklung des Gehirns und so. Achja und wenn wir sie mal fernschauen lassen, dann natürlich nur schlaue Wissenssendungen. Und auf dem Tablet dürfen sie an die Lern-App, die ihr logisches Denken trainieren soll. Ja. Wir haben hier Knete und Fingerfarben. Wir haben Holzbausteine und über Bäume balancieren wir auch. Meine Kinder lieben „Checker Tobi“ und ich find ihn auch echt klasse. Ich mag die Kindersachbücher mit den vielen Klappen sehr und die Lern-App für die Schule auch. Soweit, so gut, so pädagogisch wertvoll. Aber: Das ist alles nur ein Teil. Ein Teil der Wirklichkeit. Der andere Teil der Wirklichkeit ist weniger pädagogisch wertvoll. Der besteht aus Plastikfiguren aus Ü-Eiern, aus ferngesteuerten Autos, sinnfreien Zeichentrickserien und Fantasybüchern. Denn ganz ehrlich: Es muss doch nicht immer alles pädagogisch wertvoll sein! Weiterlesen

12 Bewegungsspiele für Kinder: Drinnen und draußen in Bewegung bleiben

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Gerade jetzt, wo die Kinder nicht jeden Tag im Kindergarten oder auf dem Schulhof toben, versuchen wir, so viel Bewegung wie möglich in den Alltag zu integrieren. So oft wir es schaffen, gehen wir spazieren. So lange wie möglich. Im Wald, am Strand – da kann man mit Steinen zielwerfen, über Baumstämme hüpfen oder um die Wette rennen. Aber auch an Regentagen kann man im Haus eine Menge Bewegung integrieren! Schon in „normalen“ Nicht-Corona-Zeiten bewegen sich drei Viertel aller Kinder im Durchschnitt zu wenig, wie  eine Familienstudie der AOK zeigte. Dabei ist Bewegung wichtig für die Entwicklung der Kinder – in jedem Alter. AOK-Experten empfehlen täglich 15 Minuten Sport, 60 Minuten toben und spielen und eine weitere Stunde zusätzliches Bewegen. Dabei zählt nicht nur laufen, klettern und springen zu Bewegung, auch zum Beispiel schaukeln oder balancieren. Weiterlesen

Liebe Grüße an Oma, Opa und an alle, die wir vermissen: Karten für jeden Anlass

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Die Großeltern haben wir lange nicht mehr gesehen. Freunde haben wir lange nicht mehr gesehen. Und wenn, dann höchstens aus der Entfernung, auf der anderen Straßenseite, wo man sich zuwinkt und ein paar Sätze wechselt. Und dann jeder seines Weges zieht – Social Distancing eben. Es sind mittlerweile schon so viele Wochen, die wir als Familie in unserem kleinen Kokon leben. Und ein wirkliches Ende, eine Rückkehr der Normalität ist nicht in Sicht. Nicht nur ich vermisse die Normalität, auch meine Kinder vermissen ihre Freunde, ihre Schule (ja, tatsächlich!), den Kindergarten, ihre Großeltern. Was wir neben Videotelefonie entdeckt haben: Karten schreiben. Fotos schicken. Denn noch schöner als ein Videogespräch oder per Direktnachricht verschickte Fotos, ist es, etwas Richtiges in der Post zu haben. Und das Schöne ist, wenn man beides miteinander kombinieren kann: Fotos und Postkarten. Dafür habe ich die Vorlagen vonKaartje2go benutzt, die man ganz einfach mit eigenen Fotos und eigenem Text personalisieren kann. Weiterlesen

Fast hätte ich Ostern vergessen..

Was für ein merkwürdiges Osterfest ist es dieses Jahr! Das ganze Leben ist auf den Kopf gestellt, die Welt nicht mehr die, die wir kennen. Und irgendwie mitten in diesen Ausnahmezustand, diesen Stillstand der Welt und zwar der ganzen Welt, kommt Ostern. Und es ist ein merkwürdiges Ostern dieses Jahr, finde ich. Es hat sich angeschlichen in den letzten Tagen, lautlos und irgendwie hätte ich fast vergessen, dass Ostern ist. Ja, wirklich! Erst hatte ich Ostern auf eine Woche früher datiert. Ehrlich: Bis vor zwei Wochen dachte ich tatsächlich Ostern wäre letztes Wochenende. Naja. Klärte sich dann auf. Und obwohl ich nun das richtige Datum im Kopf habe, ist das merkwürdige Gefühl geblieben. Es ist nicht dasselbe wie in den letzten Jahren. Angefangen damit, dass ich die Osterschokolade für die Kinder beim Lieferdienst des Supermarktes bestellte, statt sie selbst im Laden auszusuchen. Um das anstrengende Eier-Auspusten kam ich dieses Jahr auch herum. Es hatte schlicht niemand Lust drauf. Ich schwöre, ich habe es versucht! Ich habe mehrmals in die Runde gefragt, wer Lust hat, Eier anzumalen. Die Begeisterung ging gen 0. Also sparte ich mir das Auspusten und das damit verbundene schwarz vor Augen Werden. Weiterlesen

Was der Corona-Lockdown mit mir macht – mein Gedankenkarussell

Und auf einmal bist Du Teil eines Filmes. Einer dieser Katastrophenfilme, in denen Menschen in Schutzanzügen auf den Straßen herumlaufen und sich niemand mehr vor die Tür traut. Es ist ja nicht so, dass es alles überraschend kam. Die Bilder aus China und Italien haben einen ja irgendwie vorbereitet. Aber das ist das Ding mit exponentiellen Kurven: Es beginnt harmlos und zack explodieren die Zahlen. Diese trügerische Ruhe am Anfang hat uns in falscher Sicherheit gewogen. Und dann überschlugen sich die Ereignisse. Die Welt, wie wir sie kannten, war auf einmal nicht mehr dieselbe. Das Tempo, in dem sich unser bisheriges Leben auf den Kopf stellte, überrumpelte mich – dabei hätten wir es ja wissen müssen: China und Italien hatten es uns ja vorgemacht. Das Virus näherte sich, Experten warnten und es wenn man ein bisschen in Mathe aufgepasst hatte, war es klar, dass die Krankenzahlen auch bei uns ganz plötzlich in die Höhe schießen würden. Trotzdem hätte ich mir diese Situation nie vorstellen können. Hätte ich in einem Endzeitthriller darüber gelesen, ich hätte gesagt: „Völlig überzogen.“ Grenzen dicht? Sogar innerhalb Deutschlands? Nie im Leben. Nicht in unserer Welt. Klopapier ausverkauft? Ich hätte dem Autor einen Vogel gezeigt. Tja. Und da sitzen wir nun. Seit drei Wochen. Und von der Welt, wie wir sie kannten, sind nur noch Fragmente übrig. Verrückt? Völlig verrückt. Und fast am verrücktesten ist, wie schnell wir uns an all diesen Wahnsinn gewöhnen. Weiterlesen

Hörspiele und Musik gegen die Langeweile

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Es sind verrückte Zeiten. Zeiten, in denen wir so eng zusammensitzen wie sonst nie. In Zeiten, in denen man viel Zeit hat – aber nur wenig Möglichkeiten, sich diese Zeit zu vertreiben. Eines der Dinge, die uns gerade helfen, ist Deezer. Am Anfang dieser ganzen verrückten Zeit habe ich tatsächlich viel mehr Radio gehört als früher. Um informiert zu sein. Aber irgendwann drehte es sich. Ich wollte, konnte nicht mehr jede Nachricht aufnehmen. Einmal am Tag die Onlinemedien lesen und morgens die Tageszeitung, das muss reichen, beschloss ich. Um nicht durchzudrehen in Zeiten der ständigen Hiobsbotschaften und sich überschlagenden Ereignisse. Stattdessen brauchte ich Musik, meine Lieblingsmusik, um mich abzulenken. Mitsingen und Mittanzen hilft. In jeder Situation. Meine Kinder beschäftigen sich in diesen Tagen besser denn je selbst, spielen, streiten sich tatsächlich weniger als sonst – aber manchmal wollen sie sich einfach zurückziehen. Und dann hören sie ihre Lieblingshörspiele bei Deezer, denn die CDs, die wir hier vorrätig haben, sind längst alle „ausgehört“. Weiterlesen

Lasst sie einfach spielen! Was Kinder durchs freie Spielen lernen

Kürzlich erst. Da lag wieder so ein Flyer herum. „Die beste Vorbereitung für die Schule“ stand da drauf. Es  war die Rede von Zeitfenstern, die sich schließen könnten. Von Vernetzung von Gehirnzellen. Feinmotorik. Das hat ja auch alles seine Berechtigung. Und wenn die Kinder Spaß daran haben, ist es auch ok. Aber wenn ein Kurs nur besucht wird, weil „alle es so machen“ oder man glaubt, dass das Kind sonst etwas Elementares für die weitere Zukunft verpasst – dann sollte man sich schleunigst wieder abmelden. Denn die beste Vorbereitung aufs Leben (und ja, auch auf die Schule) ist das freie Spielen! Und zwar nicht das von uns Großen angeleitete Spiel,  bei dem wir Erwachsenen unseren Kindern unserer Regeln und unsere Problemlösungsstrategien aufdrücken wollen, sondern das freie Spiel, ungestört, mit anderen Kindern oder auch alleine. Dabei lernen die Kinder mehr, als man auf den ersten Blick denken mag. Weiterlesen

Was ich gerne gewusst hätte, bevor ich Mutter geworden bin

Es ist ja nicht so, dass man sich vorher nicht einlesen kann. Es gibt ja genug Bücher für werdende Mütter. Man kann ja auch mal die Freundin fragen, wie das denn wirklich so ist mit Kindern. Wie man sich verändert. Wie es einen verändert. Aber egal, wie viel man fragt und recherchiert und wie viele Mamablogs man zur Vorbereitung liest. Man ist nie wirklich darauf vorbereitet, wie es ist, Mutter zu sein. Wie es ist, plötzlich Verantwortung für so ein kleines Wesen zu tragen. Wie tief, wie groß, wie unbeschreiblich Mutterliebe sein kann. Genauso wenig, wie man darauf vorbereitet ist, wie einen diese Kinder, die man eigentlich so sehr liebt, in den Wahnsinn treiben können mit ihren Wutanfällen und Pubertätsanwandlungen. Und wie sehr man sie trotzdem lieben kann, wie unerschütterlich diese Liebe ist. Ich war ehrlich gesagt auf vieles nicht vorbereitet und muss rückblickend sagen: Einiges hätte ich schon gerne gewusst, bevor ich Mutter wurde. Ich hätte nie gedacht, wie viel Schlafmangel sich ansammelt im Laufe des Mamalebens. Ich hätte vorher gerne gewusst, wie es ist, wenn das eben noch so süße Kind zum ersten Mal einen Wutanfall bekommt und den ganzen Supermarkt zusammenschreit. Ich wäre gerne drauf vorbereitet gewesen, wie groß und stark sich die Sorgen anfühlen, wenn das Kind krank ist und auf einmal nicht mehr wiederzuerkennen ist. Weiterlesen

Das vorwurfsvolle Staubsaugen

Der Herr sitzt auf dem Sofa. Liest eine Zeitung. Die Dame würde auch gerne eine Zeitung in die Hand nehmen. Aber die Krümel unterm Esszimmertisch starren sie so vorwurfsvoll an. Seufzend greift sie zum Staubsauger, erbarmt sich, lässt die Zeitung Zeitung sein und dreht die Power vom Staubsauger voll auf. Je lauter desto besser! Rumms, haut der Staubsauger gegen das Tischbein. Rumms, das war das andere Tischbein. Zwei weitere Rumms folgen, eins lauter als das andere. Schränke, Wände, Stuhlbeine, es gibt noch viele weitere Rumms. Der Herr des Hauses zieht sich die Zeitung vors Gesicht und liest weiter. Wenig später. Sie sitzt endlich, liest Zeitung. Er ist genervt vom Geschirrstapel. Sie hat sich gedacht „ich hab gesaugt, jetzt bist du dran, ich mache jetzt nichts mehr“. Er packt das Geschirr und wirft es in den Geschirrspüler. Ja. Er wirft. Klirr. Und noch mal Klirr. Es gibt viele Klirr-Geräusche, bis der Geschirrstapel im Geschirrspüler verschwunden ist. Kennt Ihr das? Dieses vorwurfsvolle extra laute Aufräumen und Putzen, das wir immer dann durchziehen, wenn wir eigentlich keine Lust haben und genervt sind, weil der oder die andere nicht hilft und grad das macht, was man selbst machen will? Eine Freundin hat es mal „das vorwurfsvolle Staubsaugen“ genannt. Was stellvertretend für all diese unausgesprochenen, aber durch reichlich Krach geäußerten Vorwürfe steht, mit denen man zeigen will „hey, mach du doch auch mal was und hilf mir!“ Weiterlesen

Mein Tanzbereich – dein Tanzbereich! Es könnte so einfach sein.

Bis vor ein paar Jahren gab es ein Wort in meinem Sprachgebrauch eigentlich so gut wie nie: Übergriffig. Ich benutzte es nie. Ich las es nie. Es war so ein Wort, das zwar da war, aber irgendwie nicht so richtig. Es gehörte eindeutig zum passiven Wortschatz. So wie „ruchbar werden“. Liest man nie, benutzt man nie. Ist mit „ruchbar werden“ immer noch so. Mit dem Begriff „übergriffig“ leider nicht mehr. Ich kann noch ziemlich genau sagen, wann die Trendwende kam. Nämlich: Vor 9 Jahren. Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war. Denn bereits mit der Schwangerschaft begann ich zu spüren, was übergriffig bedeutet. Und nein, es war nicht das Kind in meinem Bauch, sondern die Umwelt. Die anfing, sich einzumischen. Nicht nur subtil und nett. Sondern ebenso, wie die Definition von „übergriffig“ im Duden ist: aggressiv, lästig, aufdringlich, lästig, penetrant, zudringlich. Die Wahl des Geburtskrankenhauses, der Inhalt meiner Kliniktasche, die Ernährung in der Schwangerschaft waren, so schien es, ein Problem der Außenwelt geworden, anstatt meine persönliche Entscheidung. Ich hatte aber keine Ahnung, wie sich das noch steigern konnte. Nämlich als das Kind dann da war!

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