Ein Netz, das einen auffängt: So sollten die sozialen Netzwerke sein

So oft habe ich mich hier darüber aufgeregt, dass es im Internet so viel Missgunst, so viel Draufhauen, Lästern und Belehren gibt. Wenn man in den sozialen Netzwerken herumsurft, hat man manchmal das Gefühl, in eine Schlangengrube gefallen zu sein. Da wird ganz direkt mit Wörtern um sich geworfen, die ich meinen Kindern verbiete, oder aber man verpackt es „subtil“ wie „Liebes, du siehst ja so furchtbar müde aus“ und weißt netterweise auf die Augenringe und grauen Haare hin. Ohja, Mütter können echt fies sein! Und die Anonymität des Internets scheint bei vielen dafür zu sorgen, dass die letzten Hemmungen fallen. ABER: Es geht auch anders. Das habe ich gemerkt, als ich mir vorherige Woche meine Sorgen vom Herzen schrieb, beschrieb, wie es ist, wenn der Autopilot streikt. Es kamen so unglaublich viele, liebe Emails, es gab so viele aufmunternde Kommentare, so viel Verständnis, mein Text wurde so oft geteilt mit den Worten „es geht uns allen so“ oder „wir sind nicht allein“ oder „lasst uns alle gemeinsam mal Nathalie aufmuntern“. Da war es auf einmal: Das Sicherheitsnetz. Denn das sollten soziale Netzwerke sein: Netze, die einen auffangen. Netze, die im wahrsten Sinne des Wortes „sozial“ sind. Weiterlesen

Wenn Prioritäten setzen nicht mehr ausreicht und selbst der Autopilot streikt

Eigentlich sollte ich mich ja auskennen mit dem Thema Stressprävention. Hab ja sogar ein Buch zu dem Thema geschrieben. Hab ja sogar Workshops darüber gehalten. Kenne mich super aus mit der ganzen Theorie, Zeitmanagement, Paretoprinzip, predige immer wieder, dass man Prioritäten setzen soll, im Haushalt Fünfe grade sein lassen soll und im Notfall einfach mal über sich selbst lachen soll. Ich gebe immer wieder gerne den Tipp, dass man Probleme notfalls auch einfach aussitzen soll, weil sie sich erstaunlich oft von alleine in Luft auflösen. Oh, ich kenne mich übrigens auch super aus mit Entspannungstechniken, kenne die vielen kleinen Tricks, wie man Auszeiten in den Alltag integriert. Aber: Irgendwann geht auch der beste Autopilot nicht mehr. Irgendwann reicht Prioritäten setzen einfach nicht mehr aus – weil es einfach zu viele Prioritäten gibt. Und weniger als nichts kann man im Haushalt auch nicht machen. Der Urlaub liegt eigentlich auch gerade erst eine Woche zurück – der Akku sollte eigentlich voll sein. Aber irgendwann ist auch der beste Akku leer und lässt sich einfach nicht mehr aufladen. Weiterlesen

20 Jahre Abitur – echt jetzt?!

Vor genau 20 Jahren habe ich meine Schule zum letzten Mal betreten. Unglaublich. Vor 20 Jahren war unsere Abi-Entlassungsfeier und ich habe die Abschiedsrede gehalten. Vor 20 Jahren stellten wir uns alle in eine Reihe auf für das Abschlussfoto. Und hoben abends unsere Gläser beim Abi-Ball. 20 Jahre ist das her – echt jetzt? Als ich die letzten Wochen die aktuellen Abiturienten feiern sah, wurde mir auf einmal klar: Als ich vor 20 Jahren mein Abi machte, waren diese jungen Leute noch nicht einmal auf der Welt! Und das war irgendwie ein echt verrücktes Gefühl. Denn das zeigte mir, wie die Zeit vergeht und wie wir Jahr für Jahr älter werden, egal, wie jugendlich wir uns anziehen. Ja, irgendwann wird man auf einmal von Jüngeren gesiezt und es fällt einem auf: Wir sind nicht „nur ein bisschen älter“ sondern eben mal doppelt so alt! Weiterlesen

10 Dinge, die Mütter bräuchten…

„Ich habe nur zwei Hände, oder seht Ihr, dass mir eine dritte gewachsen ist?“ Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz schon zu meinen Kindern gesagt habe. Und sie können sich immer noch herrlich darüber kaputt lachen, wenn sie sich vorstellen, wie mir eine dritte Hand aus dem Rücken wächst. Und sich dann überlegen, wie man ein Loch in den Pulli schneidet, damit die Hand da auch raus kann. Und was man mit drei Händen alles Tolles anstellen könnte. Zwei Brote gleichzeitig schmieren. Dem einen die Spaghetti kleinschneiden und dem anderen einen Schluck Wasser einschenken. Der kleinen Schwester die Windel wechseln und beim Vorlesen die Seiten umblättern. Ja, wir Mütter bräuchten drei Hände, ach Quatsch, besser gleich vier. Und es gibt noch neun weitere Dinge, die Mütter wirklich bräuchten, um den Alltag leichter zu überstehen… Weiterlesen

Mein Afterbaby-Body und Töpfer Mamacare: Langzeiterfahrungen und ehrliche Einblicke

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Fast eineinhalb Jahre ist meine kleine Maus nun alt. Eineinhalb Jahre ist es her, dass mein Bauch unfassbar groß war und ich elf Tage über den Stichtag hinaus auf sie warten musste. Meine Haut musste einiges mitmachen: Ich hatte in der dritten Schwangerschaft erneut mehr als 20 Kilo zugenommen, wie schon bei den ersten beiden Kindern. Und dann innerhalb von nicht mal einem halben Jahr waren die zusätzlichen Kilos wieder restlos weg, dem Stillen sei dank. Während mein Körper es bei den beiden ersten Schwangerschaften noch einigermaßen wegsteckte und nach dem ersten Kind so gut wie nichts zu sehen war nach einen Jahr, gab es beim zweiten Kind einige Dehnungsstreifen, die blieben. Was mich nie störte. Bei der dritten Schwangerschaft war es meiner Haut aber eindeutig zu viel. Schwangerschaftsstreifen ohne Ende. Und: Die Haut zog sich nicht wieder so zusammen wie nach den ersten beiden Schwangerschaften. Um ehrlich zu sein: Über den Bauchmuskeln, die dank Yoga gut in Form sind, schlabbert meine Bauchdecke herum und wirft unschöne Falten. Weiterlesen

Es geht nicht darum, wer Schuld daran ist, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern darum, wie wir es wieder rausholen

Es ist so schnell gemacht. Die Schuld bei anderen zu suchen. Es erleichtert vieles, wenn es einen Sündenbock gibt, wenn man einfach jemand anders die Schuld zuschieben kann. Man muss selbst keine Verantwortung übernehmen. Man hat schnell eine Erklärung für die Situation. Und man kann sich so herrlich darüber aufregen. Ah, ich gebe es zu: Es kann ja sogar Spaß bringen, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben und sich dann so herrlich darüber auszulassen! Ganz abgesehen davon, dass man sich selbst gleich viel besser fühlt. Aber noch besser fühle ich mich, seitdem ich nicht mehr nach dem Schuldigen suche. Was nicht bedeutet, dass ich die Schuld auf mich nehme – sondern dass ich ganz einfach, gar niemandem die Schuld in die Schuhe schiebe. Nicht mir. Nicht anderen. Denn ganz ehrlich: Es ändert doch in den meisten Fällen nichts an der Situation, wenn man die Schuldfrage klärt. Das Kind ist in den Brunnen gefallen und anstatt zu lamentieren, wer alles daran Schuld ist, ist es doch besser, sich einfach mal ans Werk zu machen und das Kind wieder rauszuholen, bevor es ertrinkt! Weiterlesen

Wieso wir viel häufiger Hilfe einfach annehmen sollten (ohne uns schlecht zu fühlen)

Es ist fast schon ein Reflex. „Sag‘ Bescheid, wenn du Hilfe brauchst.“ – „Ja, klar. Mache ich.“ Dahingemurmelte Antwort und es ist eh schon klar, dass ich auf dieses Angebot nie eingehen werde. Hilfe annehmen will tatsächlich gelernt sein. Viel zu oft ertappe ich mich dabei, wie ich gut gemeinte Angebote einfach ablehne. Ohne nachzudenken. „Soll ich Kuchen mitbringen?“ – „Den hole ich selbst, kein Problem.“ Wieso eigentlich?! „Soll ich dir was vom Supermarkt mitbringen?“ – „Ach lass mal, ich muss eh noch mal los.“ Nö,  musste ich eigentlich nicht, ich brauche nur Milch sonst nichts. „Sag‘ Bescheid, wenn ich die Kinder mal für dich mit abholen soll.“ – „Mache ich.“ Fällt ebenfalls unter die Kategorie: Mache ich nie. Wenn man mal darauf achtet, ist der Alltag tatsächlich voller Hilfsangebote. Und zwar nicht nur oberflächlich, rein aus Höflichkeit dahingesagte, sondern ehrliche Hilfsangebote. Und was machen wir?! Schlagen sie einfach aus. Wieso eigentlich? Und wieso ist es manchmal so schwer, Hilfe anzunehmen? Und noch schwerer: Andere um Hilfe zu bitten? Weiterlesen

Hilfe, ich kann nur noch Schnulzen lesen – wie sich Lesegewohnheiten als Mutter ändern

Dass ich seit ich Kinder habe keine Krimis mehr lesen kann, damit habe ich mich arrangiert. Ich hatte ja mal darüber geschrieben, dass ich früher Thriller verschlungen habe, sehr gerne Gerichtsmediziner-Krimis, umso spannender und blutiger, desto besser. Nun, dann wurde ich Mutter und auf einmal war mir alles zu spannend, zu blutig, zu gewalttätig. Selbst den „Tatort“, früher geliebtes Sonntagabend-Ritual, konnte ich irgendwann nicht mehr gucken. Tja, so ändert man sich. Aber seit ich mein drittes Kind habe, ist noch es noch schlimmer geworden mit meiner Empfindlichkeit. Man könnte sagen: Es wird von Kind zu Kind schlimmer! Neuerdings kann ich nur noch Schnulzen lesen. Mit Happy End. Versteht sich. Oder Historienromane. Aber bitte ohne kranke und tote Kinder, bitte ohne Mütter, die von ihren Kindern getrennt werden, auch wenn sie sich am Ende wiederfinden. Meine Nerven! Weiterlesen

Kommt raus aus Eurer Blase! Wieso wir viel häufiger über den Tellerrand blicken sollten

Das Leben ist bequem. Wir haben unsere Freunde, wir haben unsere Familie, unsere Nachbarn. Den erweiterten Freundeskreis. Bekannte bei Facebook und Instagram. Eine Handvoll Blogs, denen wir folgen. Wir bewegen uns in einem mehr oder weniger abgesteckten Radius. In unserer Komfortzone. Gehen dort einkaufen, wo es uns gefällt. Gehen in die Cafés und Restaurants, die uns zusagen. Gehen dort spazieren, wo wir uns wohlfühlen. Lassen unsere  Kinder Kinder von Eltern treffen, mit denen wir auf einer Wellenlänge sind. Machen dort Urlaub, wo andere sind wie wir. Wir haben es uns schon sehr  bequem eingerichtet in unserer kleinen Blase. Mit all den anderen, die unsere Blase teilen oder zumindest Schnittmengen davon teilen. Aber bei allem Komfort vergessen wir manchmal eine entscheidende Sache: Diese Blase ist nur ein kleiner, kleiner, kleiner Ausschnitt der Welt! Unsere bequeme Lebenswirklichkeit ist nur eine winzige Spielart der Vielfalt, die das Leben, die Gesellschaft, die Welt bietet. Weiterlesen

Bin ich nur eine gute Feministin, wenn …?!

Ich weiß, ich bin spät dran, der Frauentag ist ja schon vorbei. Aber trotzdem will ich noch was loswerden zu der Diskussion um Frauenrechte, Gleichstellung, Feminismus und all dem, was am Freitag durch die Medien geisterte. Immer wenn ich die Diskussionen im Internet lesen, wenn ich Zeitungsartikel lese, wenn ich Argumente von Frauen-Demo-Teilnehmerinnen höre, dann stellen sich mir ein paar Fragen, allen voran die: Wann ist eine Frau emanzipiert? Oder anders ausgedrückt: Wann bin ich eine gute Feministin? Oder noch anders ausgedrückt: Was macht eine Frau zur Feministin? Und gibt es etwas, das sich damit ausschließt? Kann ich auch als teilzeitarbeitende Frau in einem typischen Frauenberuf eine emanzipierte Feministin sein?! JA KLAR. Wenn es mein eigener Weg ist! Weiterlesen