Rolle rückwärts in die 50er? Wie weit sind wir wirklich gekommen?

Kürzlich drüber gestolpert: „Die Hüterin der Gemütlichkeit ist die Frau, so wie sie von jeher Hüterin des Heimes und des häuslichen Herdfeuers war. Solch eine gütige Fee sollte in unserer nüchternen und märchenlosen Zeit jede Frau ihrem Mann sein, wenn sie ihm das Wunder einer stillen Dämmerstunde in warmer, ruhiger Häuslichkeit beschert. Sie kann ihm Kaffee kochen, eine Zigarette anzünden, die Polster des Lehnsessels zurechtrücken – und die Pantoffeln bereitstellen.“ Na, habt ihr heute schon dem Gatten die Pantoffeln bereitgestellt und die Kissen zurechtgerückt?! Dieses Zitat habe ich mir nicht ausgedacht, es stammt aus einer Frauenzeitschrift aus dem Jahr 1949. Als ich es las, fiel ich fast vom Stuhl. Erst vor Lachen. Das mir dann jedoch im Halse steckenblieb, so dass mein Vom-Stuhl-Fallen eher vom Entsetzen her rührte. Es hört sich an wie eine Satire, war aber seinerzeit völlig ernst gemeint. Und beschreibt ein Rollenbild, das sich in den Köpfen festzementierte. Bis 1977 konnte ein Ehemann seiner Frau nämlich noch verbieten, zu arbeiten. Denn sie durfte laut Gesetz nur dann arbeiten gehen, wenn es „mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar war“. Verrückt, dass sich das solange nach Studentenprotesten und Frauenbewegung hielt. In Schweden übrigens wurde schon 1939 beschlossen, dass Frauen ein uneingeschränktes Recht auf Erwerbstätigkeit hatten – und beide Eheleute hatten dieselben Rechten und Pflichten in Sachen Haushaltsführung, Familienunterhalt und Kindererziehung. Tja.

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Hörspiel-Tipp für Kinder ab 8: Kira Kolumna, entfernt verwandt mit Karla Kolumna

*Werbung und Hörspielrezension*

Kennt ihr noch Karla Kolumna? Die rasende Reporterin? Sie war natürlich ein Teil meiner Kindheit, so wie Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg. Und eben aus dem Hause Kiddinx, die Firma, die hinter den Hörspielserien Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen steckt, gibt es nun eine neue Hörspielserie: Kira Kolumna. Wie der Name schon vermuten lässt, ist sie eine entfernte Verwandte von Karla Kolumna, die Nichte dritten Grades. Aber sie ist viel mehr als nur ein Abklatsch ihrer berühmten Verwandten. Kira ist Bloggerin und berichtet auf ihrem Blog von ihren Abenteuern, bei denen sie auch mal in größere und kleinere Schwierigkeiten gerät, denn sie ist wie ihre Verwandte Karla ziemlich neugierig und mutig und geht den Dingen auf den Grund. Denn eines weiß sie: Vieles ist nicht so, wie es anfangs scheint… Die ersten zwei Folgen der neuen Kira Kolumna-Hörspielserie für Kinder von acht bis zwölf Jahren sind nun erschienen und wir haben die lange Fahrt in unseren Herbsturlaub dazu genutzt, sie für euch anzuhören. Soviel vorneweg: Kira Kolumna hat uns die Autofahrt wirklich versüßt und viel Spaß gemacht!

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Was Eltern sich von einer neuen Regierung erhoffen – nicht nur in Sachen Familienpolitik

Es wurde gewählt und auch, wenn noch nicht klar ist, wie die Regierung genau aussehen wird, die unser Land regiert, ist eine Sache klar: Es muss viel passieren, denn es gibt große Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft, die von uns und besonders die der Kinder. Deshalb habe ich auf Instagram einmal meine Leser*innen gefragt, was sie sich von einer neuen Regierung erhoffen und welche Dinge ihrer Meinung nach unbedingt angepackt werden müssen. Es ist Zeit, dass die Politik mehr an uns Familien denkt, besonders an unsere Kinder! Hier kommen die Gedanken meiner Instagram-Leser*innen:

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Haben Autos eine größere Lobbys als Kinder?

Manchmal habe ich das Gefühl, als ob Autos in diesem Land wichtiger sind als Kinder. Wenn Parkplätze wichtiger sind als Kinderspielplätze. Wenn Autofahrer dicht an spielenden Kindern vorbei rasen und statt vom Gas zu gehen auch noch hupen. Wenn das Spielstraßen Schild einfach mal übersehen wird. Wenn sich über Kinderlärm mehr aufgeregt wird als über Autolärm. Wenn übers Tempolimit mehr diskutiert wird als über Kinderbetreuung (statt einfach ein längst überfälliges Tempolimit einzuführen). Wenn Autos immer größer werden und immer mehr Raum einnehmen – und Kinder immer mehr verdrängt werden. Wenn sich über die Erhöhung des Benzinpreises mehr aufgeregt wird als über die Tatsache, das viele Schulen immer noch kein stabiles WLAN haben. Wenn der Verkehrsfluss in der Straßenplanung wichtiger ist als die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, insbesondere der Fußgänger.

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Für euch getestet: Ein 2 in 1 Staubsauger ohne Beutel und mit Luftreiniger

*Werbung*

In einem Haus mit Kindern gibt es einige Dinge, die wirklich oft zum Einsatz kommen und die ich nicht vermissen möchte: Geschirrspüler, Waschmaschine und den Staubsauger. Letzterer steht bei uns immer griffbereit, denn ehe man sich versieht, hat ein Kind eine halbe Sandkiste aus dem Schuh ausgeleert oder ein halbes Kilo Müsli unterm Esstisch verteilt. Ich habe nun einen neuen „Mitbewohner“. Er hat einen etwas langen Namen: THOMAS CYCLOON HYBRID Pet & Friends. Was sich dahinter verbirgt? Ein 2-in1-Hygiene- und Zyklonstaubsauger aus der „Gesundheit ist uns wichtig“-Reihe von THOMAS. Er wurde speziell für Familien mit Kindern entwickelt und kommt ohne Beutel aus, was ich sehr praktisch finde, denn ratet mal, wer bisher ständig vergessen hat, neue Staubsaugerbeutel zu kaufen?! Ganz abgesehen davon, dass ich beutelloses Staubsaugen sehr viel nachhaltiger finde, da man doch einfach Müll spart. Was meine Kinder an unserem neuen Staubsauger lieben: Man kann reingucken und sich die Funktionsweise ganz genau anschauen! Aber der THOMAS CYCLOON HYBRID Pet & Friends kann noch mehr, er kommt nämlich mit einer Wasserbox daher und filtert Hausstaub, Feinstaub und Co. aus der Luft. Wie das geht und was der Staubsauger noch kann, darüber erzähle ich euch ein bisschen mehr:

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Weniger Stress im Alltag durch Routinen und Rituale

Seien wir doch mal ehrlich: Das Leben ist chaotisch. Kinder werden krank (meistens über Nacht und meistens dann, wenn bei der Arbeit ein wichtiger Termin ansteht. Eltern werden krank. Kollegen werden krank und alles bleibt an uns hängen. Der Kindergarten ist wegen Fortbildung geschlossen. Die Geigenstunde fällt aus. Die ganze Schule fällt aus wegen Schneechaos. Oder es kommt halt einfach mal eine ganze Pandemie dazwischen und man sitzt monatelang im Homeoffice und spielt nebenbei Lehrerin. So ist das Leben. Es passiert immer etwas Unvorhergesehenes. Jeden Tag. Wäre ja auch langweilig, wenn wir alles vorher wüssten. Wir müssen ständig reagieren und haben das Geschehen um uns herum nicht immer unter Kontrolle. Dabei strebt unser Gehirn danach, Dinge zu kontrollieren: Wir wollen das Gefühl haben, das Ruder selbst in der Hand zu halten. Das menschliche Gehirn möchte Vorhersehbarkeit. Unsicherheit und Unberechenbarkeit werden vom Gehirn als Gefahr eingestuft, als ein Problem, das gelöst werden muss. Was wiederum zu Stress führt, zu einer Ausschüttung von Cortisol, das unter anderem zielgerichtetes Verhalten behindert und den Körper in eine Alarmbereitschaft versetzt. Diese Alarmbereitschaft wiederum hindert unser Gehirn daran, sich auf Dinge zu konzentrieren. Die Folge: Es kann schlechter und weniger effizient arbeiten. Ganz abgesehen davon, dass dauerhafter Stress krank macht, wie wir ja wissen.

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Wieso Gendern normal sein sollte und kein Punkt, über den man diskutiert (und schon gar keinen Volksentscheid macht!)

Es gibt Tage, da fasst Du dir morgens an den Kopp. Wenn du in der Zeitung liest: „Nord-CDU fordert Volksentscheid zum Gendern.“ Und Du fragst dich: „Bitte was?“ Haben wir keine anderen Probleme, über die man im Wahlkampf diskutieren sollte? Kleiner Tipp: Da war was mit Klimawandel, Rechtsextremismus, Spaltung der Gesellschaft, Benachteiligung von Kindern, Schulen, Afghanistan und andere außenpolitische Themen… und noch ein paar offene Baustellen mehr, über die es sich viel mehr lohnt zu sprechen. Und gibt es nicht dringendere Themen für Volksentscheide?! Populismus ist so eine Sache, über die ich mich stundenlang aufregen könnte, Quatsch, tagelang. Wer so etwas allen Ernstes vorschlägt, der schlägt sich damit auf die Seite von Populisten, begibt sich auf AFD-Niveau, biedert sich an Stammtischrunden an, deren Hauptlektüre BILD und dubiose Internetseiten sind. Über Gendern sollte man nicht abstimmen, Gendern sollte einfach längst selbstverständlich in unseren Sprachschatz übergegangen sein. Es sollte einfach Teil unserer Sprache sein, über den man nicht weiter nachdenkt. Statt noch darüber zu diskutieren, sollte man es einfach tun. Weil es normal sein sollte, nicht einfach nur von Lehrern zu sprechen und den Frauen dieses generische Maskulinum überzustülpen, sondern Lehrer*innen zu sagen. Denn Sprache bildet die Wirklichkeit ab – und die Wirklichkeit besteht zu 50 Prozent aus Frauen.

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Können Mütter Feministinnen sein? Oder umgekehrt: Können Feministinnen Mütter sein? Ja, natürlich!

Ob ich mich als Feministin betrachte? Ja, natürlich. Feminismus ist ein Thema, das mir schon immer wichtig war – denn nein, es gibt immer noch keine echte Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen und ich habe ehrlichgesagt das Gefühl, dass wir in dieser Hinsicht gesellschaftlich seit meiner Jugend irgendwie auf der Stelle tanzen. In mancherlei Hinsicht sogar einen Schritt rückwärts gegangen sind. Nun, letztens wurde mir der Feminismus jedoch abgesprochen. Der Grund: Ich sei ja Mutter. Und als Feministin könne man keine Mutter sein. Oder umgekehrt: Mütter können ja keine Feministinnen sein. Schließlich sei Kinderbekommen eine Kapitulation vor dem Patriarchat. WTF? Ja, ganz ehrlich: Ich hatte auch ein riesengroßes Fragezeichen im Gesicht. Ist man nur eine „echte Feministin“, wenn man kinderlos bleibt? Muss eine „echte Feministin“ so sein wie ein Mann und sich so verhalten wie ein Mann? Legt man den Wunsch nach Gleichberechtigung ab, wenn man mit einem Baby aus dem Kreißsaal kommt? Kann man sich mit einem Kind auf dem Schoß weniger gut für gleiche Rechte einsetzen? Ganz im Gegenteil. Wenn man ein Kind bekommt, dann geht es mit dem Kämpfen um mehr Gleichberechtigung eigentlich erst so richtig los. Denn sobald man Mutter ist, bekommt man die Ungleichheit mit voller Wucht zu spüren, quasi wie einen Faustschlag im Gesicht. Und deshalb brauchen für einen Feminismus gerade für Mütter.

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Interview: Wieso wir eine Vaterschaftsfreistellung nach der Geburt brauchen

Mutterschaftsurlaub, klaro, kennt jeder, ist gesetzlich geregelt. Wobei, wer Kinder hat, weiß, dass das Wort „Urlaub“ in diesem Fall nicht wirklich zutrifft. Doch was ist mit den Vätern? Sie können Urlaub nehmen. Oder ihren ersten Elternzeitmonat direkt in die Zeit nach der Geburt legen. Aber eine bezahlte Freistellung für sie? Für die Zeit, in der man auch als Familie geboren wird, in der alles neu ist, die Mutter oft noch geschwächt von der Geburt, im Wochenbett, für die Zeit, in die man sich eingrooven muss – eine bezahlte Freistellung für Väter gibt es nicht. Dabei gibt es seit 2019 sogar eine EU-Richtlinie, die genau das fordert und bis August 2022 in Kraft getreten sein muss. Das Problem: Während einige Staaten die „EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige (2019/1158)“ schon umgesetzt haben, sieht Deutschland momentan keinerlei Handlungsbedarf. Eine Petition möchte das nun ändern. Die Initiatoren der Petition, unter anderem das Väterzentrum Dresden und Men’s Health Dad, fordern eine Vaterschaftsfreistellung von 10 Tagen mit Lohnfortzahlung für alle frischgebackenen Väter ab dem Zeitpunkt der Geburt. Worum es bei der Petition genau geht und welche Vorteile eine Vaterschaftsfreistellung nicht nur für die Väter, sondern auch für die Mütter, die Kinder und ja, auch die Gesellschaft hat, habe ich einmal Marco Krahl von Men`s Health Dad gefragt:

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Vom Egoismus der Älteren zu Lasten unserer Kinder

Letztens Gespräch unter zwei älteren Damen belauscht. „Also, jetzt wo so viele geimpft sind, kann man ja auch auf die Masken beim Einkaufen verzichten.“ – „Und im Bus, da können sie das auch mal abschaffen.“ – „Überhaupt, was sollen die Coronamaßnahmen denn noch, man kann sich ja impfen lassen.“ Ja. Kann man. Und sollten auch so viele wie möglich, so schnell wie möglich und ja, verdammt ja, es ist unser einziger Ausweg aus dieser Pandemie. ABER: Diese beiden Damen, die da mit ihrem „Draußen nur Kännchen“-Kaffee saßen und sich beklagten, dass sie beim Friseur ihre Dauerwelle mit Maske legen lassen müssen, vergaßen einen Anteil der Bevölkerung, der leider viel zu oft vergessen wird: unsere Kinder. Die Unter-12-Jährigen, die sich nicht impfen lassen können. Die darauf angewiesen sind, dass wir Erwachsenen sie schützen. Indem wir die Corona-Maßnahmen weiter einhalten, umsichtig sind und uns auch ein Stück weit zurücknehmen und uns nicht auf maskenlosen Megaevents oder Reisebustouren stürzen. Nicht falsch verstehen, ich freue mich für jeden, für den ein wenig Normalität zurückkommt. Ich selbst bin unglaublich dankbar, geimpft zu sein und so eine Sorge weniger zu haben. Aber eben nur eine Sorge weniger, denn alle, die Kinder unter 12 haben, haben leider noch Sorgen, mehr als genug Sorgen, nämlich die Sorgen um die Kinder.

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