Filme, Spielzeug, Ausflüge: Muss denn alles immer pädagogisch wertvoll sein?

Natürlich wollen wir alle immer nur das Beste für unsere Kinder. Dass es ihnen gut geht – und dass sie sich natürlich bestmöglich entwickeln. Dafür kaufen wir ihnen das bestmögliche Spielzeug. Und lassen sie so wenig wie möglich digitale Medien benutzen und natürlich so selten wie möglich fernsehen. Stattdessen lesen wir viele schlaue Sachbücher, basteln mit Knete und Fingerfarben (alle Sinne anregen! Ihr wisst schon!) und lassen unsere Kinder mit handgeschnitzten Holzbausteinen Türme bauen, um ihre Feinmotorik bestmöglich zu stärken. Im Wald schicken wir sie balancierenderweise über Baumstämme, soll ja so gut sein für die Entwicklung des Gehirns und so. Achja und wenn wir sie mal fernschauen lassen, dann natürlich nur schlaue Wissenssendungen. Und auf dem Tablet dürfen sie an die Lern-App, die ihr logisches Denken trainieren soll. Ja. Wir haben hier Knete und Fingerfarben. Wir haben Holzbausteine und über Bäume balancieren wir auch. Meine Kinder lieben „Checker Tobi“ und ich find ihn auch echt klasse. Ich mag die Kindersachbücher mit den vielen Klappen sehr und die Lern-App für die Schule auch. Soweit, so gut, so pädagogisch wertvoll. Aber: Das ist alles nur ein Teil. Ein Teil der Wirklichkeit. Der andere Teil der Wirklichkeit ist weniger pädagogisch wertvoll. Der besteht aus Plastikfiguren aus Ü-Eiern, aus ferngesteuerten Autos, sinnfreien Zeichentrickserien und Fantasybüchern. Denn ganz ehrlich: Es muss doch nicht immer alles pädagogisch wertvoll sein! Weiterlesen

Die ungelesenen Zeitschriften-Stapel und Co: Meine Synonyme für „Ich komm zu nix“

Es gibt so einige Dinge im Haus, die mich immer wieder daran erinnern, dass ich einfach zu nix komme. Diese Dinge, die als Stellvertreter für meine persönlichen Grenzen stehen. Die mich daran erinnern, dass ich mal dringend eine kleine Auszeit bräuchte, einen Moment für mich selbst. Die mir durchs Haus zurufen „setz dich hin, kümmere dich mal um dich selbst!“ oder die leise und vorwurfsvoll raunen „streng dich an, du hast zu viel aufgeschoben“. Kennt Ihr sie auch, diese Synonyme des täglichen „Ich komme einfach zu nichts“?   Weiterlesen

Um auch mal was Positives zu sagen: Die guten Seiten des Lockdowns

Diese Wochen seit Mitte März, seit dem Corona-Lockdown sind eine einzige Herausforderung. Wir Eltern jonglieren mit unseren Kapazitäten, mit unseren Kräften und stoßen bei täglichen Spagat zwischen Home Office und Homeschooling und Kinderbetreuung regelmäßig an unsere Grenzen. Was mich bedrückt besonders mangels der Perspektive, wie es weitergeht, hatte ich hier geschrieben. Und welche Sorgen sich andere Eltern machen und welche teilweise drastischen Konsequenzen sie gezogen haben, habe ich hier geschrieben. Beide Texte wurden mehrere tausend Mal in den sozialen Netzwerken geteilt, was mich freute – denn ich wollte mit ihnen uns Eltern eine Stimme verleihen. Und das ist hoffentlich gelungen! Vielleicht  können wir so ja gemeinsam etwas bewegen. Doch bei all den Nerven, die uns diese Zeit kostet, die bei uns blank liegen – es gibt auch positive Aspekte! Ich habe mir vorgenommen, mein Augenmerk mehr auf die guten Seiten zu richten. Und je genauer man hinschaut, umso mehr positive Dinge bemerkt man. Umso besser geht es einem. Ich möchte, dass diese guten Seiten Oberhand gewinnen! Deshalb kommt hier ein Artikel voller positiver Gedanken. Und zwar nicht nur mit meinen Gedanken, sondern auch mit Euren, denn ich habe erneut bei Instagram in den Stories um Eure Zitate gebeten! Es kamen ganz viele positive Seiten, die Ihr dieser verrückten Zeit abgewinnen könnt. In diesem Sinne: Lasst uns heute den Fokus auf das Positive lenken :-) Weiterlesen

Corona-Ungewissheit: Wie geht es nach den Sommerferien weiter?

So viel ist klar: Bis zu den Sommerferien, die bei uns Ende Juni beginnen, ist ein normaler Alltag mit Schule, Kindergarten, Krippe und fünf Stunden ungestörte Arbeit in weiter Ferne. Wir haben nun zumindest für die beiden Großen erfahren, wie es weitergeht: Ab dem 25. Mai einmal die Woche zweieinhalb Stunden Schule für den Großen, ab nächste Woche zwei Tage die Woche fünf Stunden Kindergarten für das Vorschulkind. Für die Zweijährige gibt es noch keinen Fahrplan. Normal ist jedenfalls was anderes. Und da mein Mann zur Corona-Risikogruppe gehört, werden wir auch unsere Großen erst einmal zuhause lassen. Was für keinen eine wirklich schöne Lösung ist – denn beide Kinder sehnen sich nach ihren Freunden und der Mittlere verpasst seinen Abschied aus dem Kindergarten (und ein paar Vorschulübungen, aber das ist zweitrangig). Aber da der Mittlere im selbigen Kindergarten den Hort besuchen wird, ist der Abschied nur ein halber Abschied. Aber ich hätte ihm vom Herzen letzte Wochen Unbeschwertheit im Kindergarten gewünscht! Aber die Alternative wäre, meinen Mann komplett von uns zu isolieren. Die Möglichkeit haben wir. Und wir werden wohl nach den Sommerferien davon Gebrauch machen müssen. Bis ein Impfstoff da ist. Denn wir können unsere Kinder schlecht noch länger isolieren – die erste Klasse und die vierte Klasse sind zu elementar, ganz abgesehen vom sozialen Aspekt. Aber wie wird es nach den Sommerferien weitergehen? Mit einem normalen Schul- und Kindergartenbetrieb rechne ich nicht. Bei dem Gedanken an die nächsten Monate wird mir schummerig. Ich könnte heulen, je mehr ich darüber nachdenke. Wie sollen wir Eltern das bitte schaffen??? Weiterlesen

Perfekt ist doch langweilig!

Perfekt sein ist auch keine Lösung. Ich meine, wer will schon lauter perfekte Menschen um sich herum? Welches Kind wünscht sich schon perfekte Eltern? Welche Mutter möchte – ganz ehrlich! – perfekte Kinder haben? Wer möchte den perfekten Partner? Oder die perfekte beste Freundin? Was ist das überhaupt – perfekt sein?! Ich für meinen Teil möchte auf gar keinen Fall von lauter perfekten Menschen umgeben sein. Allein die Vorstellung, mich an einen perfekt vom perfekten Ehemann gedeckten Frühstückstisch zu den perfekten Kindern zu setzen – dabei schüttelt es mich. Man stelle sich das mal vor. Alles steht an seinem Platz, ein perfektes Obstmandala, selbst die Brotscheiben perfekt drapiert und unter dem Esstisch ist kein Krümelchen vom Abendessen vom Vortag zu sehen. Der Kaffee ist nicht kalt, sondern dampft in genau der perfekten Stärke in der perfekten, auf keinen Fall angeschlagenen Kaffeetasse. Der perfekt gelaunte und frisierte Ehemann grinst einen an, entblößt die perfekten Zähne fragt, ob er nicht schon das Brot schmieren soll. Daneben die perfekten Kinder. Perfekt und fleckenlos gekleidet. Keine Marmelade am Mundwinkel. Kein Gestreite. Kein Ellenbogen auf dem Tisch. Kein umgekipptes Milchglas. Diese perfekten Kinder nehmen sich Obstschnitze aus dem perfekten Obstmandala, ohne dessen Perfektheit zu zerstören. Und niemand fragt nach Schoko-Haselnuss-Creme! Und alle schmieren sich ihr Brot selbst. Ohne zu krümeln. Ohne zu meckern! Weiterlesen

12 Bewegungsspiele für Kinder: Drinnen und draußen in Bewegung bleiben

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Gerade jetzt, wo die Kinder nicht jeden Tag im Kindergarten oder auf dem Schulhof toben, versuchen wir, so viel Bewegung wie möglich in den Alltag zu integrieren. So oft wir es schaffen, gehen wir spazieren. So lange wie möglich. Im Wald, am Strand – da kann man mit Steinen zielwerfen, über Baumstämme hüpfen oder um die Wette rennen. Aber auch an Regentagen kann man im Haus eine Menge Bewegung integrieren! Schon in „normalen“ Nicht-Corona-Zeiten bewegen sich drei Viertel aller Kinder im Durchschnitt zu wenig, wie  eine Familienstudie der AOK zeigte. Dabei ist Bewegung wichtig für die Entwicklung der Kinder – in jedem Alter. AOK-Experten empfehlen täglich 15 Minuten Sport, 60 Minuten toben und spielen und eine weitere Stunde zusätzliches Bewegen. Dabei zählt nicht nur laufen, klettern und springen zu Bewegung, auch zum Beispiel schaukeln oder balancieren. Weiterlesen

„Dann hättet ihr halt keine Kinder bekommen sollen“ – ein Satz, der mich so wütend macht

Die sozialen Medien sind voll mit Wasserstandsmeldungen von Eltern, die verzweifeln am täglichen Spagat zwischen Kinderbetreuung und Home Office. Das Geld will verdient werden, die Kinder wollen betreut werden. Dann wären da ja auch noch die Hausaufgaben der Schulkinder, die gemacht werden wollen. Vom Haushalt, der ebenfalls dazwischen grätscht, will ich gar nicht erst anfangen. Der ist auf der Prioritätenliste längst ganz ans Ende gerutscht. Viele Eltern sind mit den Nerven am Ende. Und machen sich Luft. Besonders hilfreich sind dann die Kommentare, die in letzter Zeit immer wieder aufpoppen, egal ob bei Facebook, Instagram oder Twitter (nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen, vielen anderen Eltern, die sich Luft machen): „Das hättet ihr vorher wissen müssen, bevor ihr euch für Kinder entscheidet.“ Oder „dann hättet ihr halt keine Kinder bekommen sollen“. Uff! Das sitzt. Totschlagargument. Auch immer wieder gern genannt: „Wer sich nicht um seine Kinder kümmern möchte und von der Fremdbetreuung abhängig ist, sollte keine bekommen.“ Uff. Darf ich mal kurz schreien?! Danke. Ich würde jetzt auch gerne ein schlimmes Wort benutzen, dass ich sonst eher selten sage (empfindliche Ohren bitte weghören!): Ich könnte kotzen. Ja, ich könnte kotzen. KOTZEN. Wenn ich solche Kommentare lese. Das Problem: Diese Kommentare werden immer mehr. Nicht nur bei meinen Posts. Sie greifen um sich und man hat fast den Eindruck, als spalte sich die Gesellschaft. Kinderlose vs. Eltern. Oder haben diese Trolle gar Kinder? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur: Es nervt kolossal. Weiterlesen

Schritt für Schritt. Nur auf den nächsten Meter schauen. Nicht auf die ganze Straße.

Tagsüber lassen sich die Gedanken beiseite schieben. Im Dreikampf Home Office – Homeschooling – Kindergartenkinder bei Laune halten (plus die inoffizielle Disziplin Haushalt) bleibt kein Platz für Gedanken. Keine Zeit für Sorgen. Das Gehirn hat schlicht nicht die Kapazität, sich auch noch damit zu beschäftigen, wie lange es noch so weitergeht. Und was als nächstes kommt. Und ob es nicht wieder einen Schritt zurück. Vielleicht ist es auch ganz gut so, dass wir tagsüber so beschäftigt sind, dass kein Platz für Sorgen bleibt. Aber nachts, wenn alles schläft, wenn die Geräusche verstummen, kein Kind „Mama“ ruft und die Wäscheberge im Dunkel des Schlafzimmers verschwinden… dann kommen sie die Gedanken. Die Sorgen. Die offenen Fragen. Die Frage, die immer wieder kommt, die sich immer wieder in den Vordergrund drängt, egal wie oft ich sie in die hinterste Gehirnwindung verbanne, diese Frage ist: Wie lange geht es so weiter? Und eben das ist die Frage, die einem keiner beantworten kann. Und eben diese zeitliche Ungewissheit, diese fehlende Perspektive, die ist es, die einen verrückt machen kann. Die zermürbt. Kein Experte weiß eine Antwort, kein Politiker. Weil es eben keine Antwort gibt. Und die Schätzungen der Experten machen nicht gerade Mut: Monatelang kann es so weitergehen. Bis es einen Impfstoff gibt (im Frühjahr 2021?!) wird es nicht die Normalität geben, die wir kennen. Das kann einen wahnsinnig machen. Weil es wahnsinnig ist. Was mir hilft? Immer nur an den nächsten Schritt zu denken. Nicht an die ganze lange Straße, die vor einem liegt. Weiterlesen

„Mama! Kannst du mal!“ – Protokoll des ganz normalen Wahnsinns von #coronaeltern

Der Computer fährt hoch. Währenddessen: Das Schulkind packt seine Schulsachen aus. Es geht wieder los. Home Office mit parallelem Homeschooling und Unterhalten eines Vorschulkindes und Krippenkindes. Vorhang auf!

„Mama, was ist das Gegenteil von einfach?“

„Schwer.“

„Aber das ist ja schon das Gegenteil von leicht. Ich brauche ein anderes Wort.“

Ich als Journalistin sollte hier drauf eine Antwort geben können. Während ich angestrengt nach einer Lösung für die Deutschhausaufgaben suche, kräht es vom Töpfchen „Mama, hab AA gemacht.“ Beim Töpfchenauskippen rufe ich meinem Schulkind das Wort „schwierig“ zu, während der Mittlere eine Frage zu seiner Legoanleitung hat: „Kannst du mal den Nuppsi abmachen?“

Ich hatte ja schon mal geschrieben: Home Office mit drei Kindern und parallelem Homeschooling erfordert acht Arme und neun Gehirne wie ein Krake.

In der Zwischenzeit sind vier Emails aufgepoppt. Ich schaffe es, zwei davon zu lesen, dann der Schrei: „Mama, sie hat das Wasser ausgekippt!“

„Mama, wie schreibt man desorientiert?“

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So könnt Ihr Euch in der Schwangerschaft aufs Stillen vorbereiten: Tipps für werdende Mütter

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Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich im Geburtsvorbereitungskurs, damals, vor neun Jahren, als ich mit meinem Großen schwanger war, mich zum ersten Mal direkt mit dem Thema Stillen auseinandersetzte. Mir war immer klar, dass ich unbedingt stillen wollte – mich hatten die gesundheitlichen Vorteile des Stillens von Anfang an überzeugt. Aber mehr als dieses theoretische Wissen hatte ich nicht. Ehrlich gesagt, hatte ich keine rechte Vorstellung davon, wie das eigentlich so ist mit dem Stillen. Geschweige denn, dass es Probleme beim Stillen geben könnte. Woher auch?! Man hat ja vor dem ersten Kind eher selten Berührung mit dem Thema Stillen. Ich ging ehrlich gesagt davon aus, damals in der ersten Schwangerschaft, dass es ein körperlicher Vorgang ist, der einfach so klappt. Baby andocken und die Sache läuft! Dass es nicht immer so einfach ist, dass jedes Kind anders ist oder dass das Stillen bei jeder Mutter anders abläuft, hätte ich nicht erwartet. Schon gar nicht war ich darauf vorbereitet, dass das Stillen schmerzen könnte! Über meine Stillerfahrungen beim ersten Kind und was mir gegen die schmerzenden Brustwarzen half, habe ich hier schon mal berichtet. Die Schmerzen beim Stillen waren ein Glück beim zweiten und dritten Kind so gut wie nicht mehr vorhanden. Kann man denn etwas machen, um die Brust schon in der Schwangerschaft aufs Stillen vorzubereiten? Weiterlesen