Ein Recht auf heile Welt – wieso ich meinen Kindern nicht alle Nachrichten erzähle

Bombenangriff hier, Mann erschlägt Frau dort, danach noch ein Busunfall mit fünf Toten und der misshandelte Säugling und zum Abschluss noch das Auto, das in die Menschenmenge gerast ist: Wenn man heutzutage die Nachrichten im Radio hört, dann will man eigentlich gar nicht hinhören. Und schon gar nicht, möchte ich, dass meine Kinder es hören. Also bin ich dazu übergegangen, das Radio zur vollen Stunde leiser zu drehen. Seit mein Großer lesen kann, öffne ich die Zeitung morgens auch nicht mehr unbefangen, sondern drehe die Seiten so, dass er sie nicht einfach mitlesen kann. Weil ja fast jeden Morgen etwas drinsteht, das ich meinen Kindern nicht zumuten will. Weil auf dieser Welt zu viele Dinge geschehen, die ich noch nicht einmal verstehe. Die ich mir gar nicht vorstellen will. Und mich dennoch damit auseinandersetze – weil man gar nicht drum herum kommt (und ich als Journalistin auch eine gewisse Kenntnis der Nachrichtenlage haben sollte). Aber meine Kinder, die möchte ich so lange es geht, in ihrer heilen Welt lassen. In der keine Verrückten mit ihrem Auto in ein Straßencafé fahren, in der niemand seinen neugeborenen Säugling einfach aussetzt, in der es keine Giftgasangriffe oder Atombomben gibt.

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Lasst die Kinder toben – und dabei einfach Kind sein!

*Werbung – dieser Text entstand mit freundlicher Unterstützung der AOK Hessen*

Der Tagesablauf mancher Kinder ist besser durch getaktet als der eines Managers. Der kann sich ja wenigstens noch in Meetings ausruhen. Die Kinder hingegen müssen vom heimischen Frühstückstisch ruckizucki in den Kindergarten, nach dem Kindergarten schnurstracks zum Musikunterricht und danach vom Abendbrottisch direkt ins Bett. Zeit zum Toben? Außerhalb des Kindergartens eher weniger. Aber ist es nicht genau das, an was wir uns am liebsten erinnern, wenn wir an unsere Kindheit denken? Das stundenlange Toben, das Versinken ins Spiel, ohne Verpflichtungen, ohne Termindruck, diese Zeit, in der wir einfach nur Kind sein konnten? Genau dafür bleibt den Kindern von heute immer weniger Zeit – dabei ist es sogar nachweislich förderlich für die Gesundheit. Von Kindern – und von uns Eltern!  Weiterlesen

Leichter leben mit Baby: Am besten ohne „Mein-Baby-kann-aber-Schon“-Wettbewerb

Seit einiger Zeit gehe ich zur Rückbildungsgymnastik und werde damit schwupps reinkatapultiert in diesen Mütter-Wettbewerb, welches Baby sich als erstes drehen, wenden, sonst was kann. In meiner Blase zuhause und im näheren Bekanntenkreis war ich davor gut geschützt. Doch kaum betrat ich den Yogaraum kamen da auch sofort wieder diese Erinnerungen hoch. An  diesen Baby-Wettbewerb unter Müttern. Der immer noch genauso ist wie vor sieben Jahren, als ich mit meinem Großen in die Parallelwelt „Muttersein“ hineingeworfen wurde. Es hat sich nichts geändert. Frischgebackene Mütter im Wettbewerb um den ersten Zahn, das erste Drehen, das erste Krabbeln. Aber wisst Ihr, was das Schöne ist beim dritten Kind? Dass ich einfach meine Ohren verschließen kann. Dass ich mich einfach raushalte. Und es sich so viel leichter leben lässt. Denn es gibt kaum etwas Unnötigeres als diesen Wettbewerb, welches Baby sich als erstes drehen kann!  Weiterlesen

Gab es diese Mengen an martialischem Kinderspielzeug eigentlich schon immer?!

Eigentlich wollte ich Euch heute einen Reisetipp vorstellen, das tolle, familienfreundliche Hotel Strandkind in Pelzerhaken. Ich hoffe, ich schaffe es morgen. Aber nachdem ich gerade wieder von meiner Seitenstrangangina genesen bin, hat nun die Grippe (die echte!) den Gatten erwischt, den wir in Quarantäne gesteckt haben und ihm einmal am Tag eine frische Flasche Wasser vor die Tür stellen. Mit drei Kindern allein komme ich zu nicht grad viel und so müsst Ihr auf den Hoteltipp noch etwas warten. Dafür schreibe ich mir mal quick n dirty was von der Seele, was mir eben beim Zeitungslesen aufgefallen ist. Genauer gesagt in der Werbebeilage, die die tollsten Ostergeschenke für Kinder anpries. Dass die Ostergeschenke heutzutage laut Werbebeilage 40 Euro kosten sollen und riesig groß sind, ist ein anderes Thema, das führt nun wirklich zu weit. Was mich viel mehr aufregte: Diese martialischen Spielsachen! Es sind ja nicht nur Spielzeugpistolen. Sondern fette Kanonen, merkwürdige Kämpferfiguren, Kriegsfahrzeuge und dazu Comicfiguren, die ich eigentlich nie wirklich mit Kindern in Verbindung brachte. Oder seit wann ist Batman ein Kinderfilm?! Habe ich etwas verpasst? Mir waren die Filme jedenfalls zu spannend, ich habe nie einen vollständig geschaut. Und dann sollen Fünfjährige mit Batmanfiguren spielen?! Geht es noch?!

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Ich muss nicht immer die Beste sein – wieso Perfektsein nicht zu meinen Prioritäten zählt

Letztens wurde ich gefragt, wie ich das alles eigentlich meister: Meinen Beruf, den Blog, die zwei Kinder, die Schwangerschaft und dann noch das neue Buch. Und wie ich es schaffe, dabei immer so entspannt zu sein und den Humor nicht zu verlieren. Wenn es so rüber kommt, ist es ja schön – aber glaubt mir, ich bin nicht immer entspannt! Und auch nicht immer so humorvoll, wie ich gerne hätte! Ich verliere oft genug die Nerven. Aber alles in allem find ich auch, dass ich das ganz gut meister. Wie ich das mache? Ich setze Prioritäten. Perfekt zu sein ist so eine Sache, die bei mir keine oberste Priorität hat. Ich muss nicht perfekt sein. Ich muss nicht immer die Beste sein. Hauptsache, ich bin gut  genug!  Weiterlesen

Mein neues Buch ist da! Ein Erziehungsratgeber zum Thema „Wenn das zweite Kind kommt“

Heute ist ein besonderer Tag. Denn ein Baby von mir kommt auf die Welt. Quasi im übertragenen Sinne. Nein, noch nicht das echte Baby, das hat noch vier Wochen Zeit. Aber etwas, was mir sehr am Herzen liegt: Mein neues Buch ist da! Es heißt „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder“ und ist im Trias Verlag erschienen. Worum es geht? Rund um das Thema „Wenn das zweite Kind kommt„. Und das Besondere: Es ist nicht nur ein Buch, das beschreibt, wie man sein großes Kind auf das Baby vorbereitet, sondern es ist ein Begleiter für alle offenen Fragen in den ersten Jahren mit zwei Kindern. Denn je älter die Kinder werden, umso spaßiger wird ja das Ganze. Was noch besonders ist an dem Buch? Es ist undogmatisch, ohne erhobenen Zeigefinger und voll mit Praxistipps von anderen Eltern.

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Meine Kinder schlafen nicht alleine ein – na und?! Plädoyer fürs Einschlafkuscheln

In letzter Zeit lese ich immer wieder Texte und Posts in sozialen Medien von Eltern, die sich fragen, wie sie ihre Kinder zum Alleine-Einschlafen bewegen können. „Hilfe, mein Kind schläft nicht alleine ein!“ oder „So helfen Sie Ihrem Baby alleine einzuschlafen“ oder „Ab welchem Alter sind Eure Kinder alleine eingeschlafen?“ Und manches Mal sind die Mütter richtiggehend verzweifelt, weil ich noch nicht mal einjähriges Baby nur mit Kuscheln und Körperkontakt einschläft. Wer sagt eigentlich, dass Babys und kleine Kinder alleine einschlafen müssen? Woher kommt der gefühlte Druck, die Kinder so schnell wie möglich ans alleine Einschlafen zu gewöhnen? Meine Kinder schlafen immer noch nicht alleine ein – na und? Auch wenn es mich manchmal nervt und ich auch das ein oder andere Mal gerne früher „Feierabend“ hätte – ich mag das Einschlafkuscheln. Und finde gar nichts Ungewöhnliches an diesem Einschlafritual. Weiterlesen

Was ich an Attachment Parenting nicht mag

Versteht mich nicht falsch. Den Grundgedanken von Attachment Parenting finde ich toll. Und vieles fließt in die Erziehung unserer Kinder mit ein. Floss übrigens schon mit ein, bevor ich den Begriff Attachment Parenting zum ersten Mal gehört habe. Wir leben sehr bindungsorientiert – ganz bewusst. Aber dennoch nervt mich die Attachment Parenting „Bewegung“ ganz gewaltig! Wieso? Obwohl ich doch selbst so viel davon in unser Familienleben integriert habe? Weil es leider so viele Eiferer gibt, so viele Mütter, die das Attachment Parenting fast schon sektenmäßig vorantreiben und alle anderen, die nicht so verfahren wie sie, verurteilen, als etwas Schlechteres sehen, auf sie hinabblicken (nicht nur bei AP, klar, aber dort auffallend oft). In den sozialen Medien bin ich immer wieder schockiert, wie rau der Ton geworden ist und wie sehr sich Mütter gegenseitig zerfleischen. Wer mich kennt, weiß: Dogma finde ich doof. Dogmen jeglicher Art. Und noch viel mehr, wenn es um so etwas Privates wie das Familienleben geht. Doch leider wird gerade Attachment Parenting von vielen so verbissen und dogmatisch vorangetrieben – was ich sehr schade finde und was ich daran wirklich nicht mag.

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Blick über den Tellerrand: Pekip in den Anden

Wie Ihr wisst, bin ich freie Journalistin und einer meiner Schwerpunkte sind Reportagen aus ferne Ländern. In unregelmäßigen Abständen zeige ich Euch, was ich eigentlich arbeite und wie Frauen und Kinder in anderen Teilen der Welt leben – einen kleinen Blick über den Tellerrand. Mit nach Indien habe ich Euch genommen, mit nach Nepal und Tansania. Heute möchte ich Euch mit in die Anden nehmen. In Peru habe ich mir nämlich Mutter-Kind-Kurse in angeschaut. Pekip in den Anden, ganz in der Nähe von Macchu Picchu. Und dennoch eine Gegend, in die sich Touristen nicht verirren. Die Lebensbedingungen sind hart in fast 4000 Meter Höhe. Doch mit diesen Babykursen konnte die Kindersterblichkeit gesenkt werden. Denn hier ist Pekip nicht nur dazu da, die Entwicklung der Babys zu fördern – die Müttertreffen bewegen weit mehr in dem Land, wo die Unterschiede zwischen Arm und Reich immens sind.

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Digitale Medien und Kinder: Wie sieht ein sinnvoller Umgang aus?

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Digitale Medien üben eine große Faszination auf Kinder aus. Kinder komplett von Digitalen Medien fernzuhalten klappt meiner Meinung nach nicht – und ist auch weltfremd, denn der Umgang mit den Digitalen Medien ist einfach zu wichtig für das Leben in unserer heutigen Welt. Es geht also um einen vernünftigen Umgang mit den Digitalen Medien. Als ich die Gelegenheit bekam, Osmo zu testen, ein Spielsystem fürs Ipad, das digitales Spielen mit intuitivem Spielen mit realen Spielblöcken und den Händen miteinander verbindet, war ich neugierig. Dass die Kinder ab dem Grundschulalter damit spielerisch an die Digitalen Medien, ans erste Programmieren und logische Denken herangeführt werden sollen, fand ich spannend, auch wenn am Anfang etwas Skepsis dabei war.

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