Um die Ecke denken bei Schulkonzepten in Corona-Zeiten: Bitte mehr Kreativität, liebe Politiker!

Was für eine Überraschung! Es wird Herbst und die Coronazahlen steigen. Es wird Herbst und es wird kalt in den Klassenräumen, wenn die ganze Zeit gelüftet wird. Mensch! Wer hätte das gedacht! Anscheinend alle – außer den zuständigen Politikern. Denn die scheinen grad überrumpelt zu sein. Und das, obwohl man immer betont hat, dass die Schulen und Kindergärten bei einem neuerlichen Lockdown als letztes geschlossen werden sollen. Man hatte ja auch wirklich kaum Zeit, sich auf all diese „Überraschungen“ vorzubereiten. (Vorsicht, dieser Satz enthält Ironie) Und dann kommen heute CDU-Politiker doch tatsächlich mit dem Vorschlag um die Ecke, die Weihnachtsferien zu verlängern. Um – Achtung, jetzt kommt es! – drei bis vier Wochen. Diese kann man dann ja einfach von den Sommerferien wegnehmen. Öhm ja. Soviel dazu: Die Schulen und Kindergärten müssen diesmal unbedingt offen bleiben und als letztes geschlossen werden. Sorry, aber als ich das heute las, musste ich mich echt aufregen! Das ist sowas von an der Realität von uns Eltern vorbei! Dann sollen also wir Eltern unseren Jahresurlaub gleich am Anfang des Jahres aufbrauchen? In einem Jahr, von dem man heute noch nicht weiß, was es für uns eigentlich bringt? Denn – so viel ist ja wohl klar – Corona wird uns noch eine ganze Weile begleiten. Mir fehlt mittlerweile die Energie, um so doll den Kopf zu schütteln, wie man ihn über solche Vorschläge schütteln sollte. Wo bitte bleiben die kreativen Ideen? Wie wäre es mit um die Ecke denken? Wo sind die Lüftungsanlagen? Die Plexiglaswände? Die abgespeckten Lehrpläne?

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Woher kommt diese Wut in den sozialen Medien?

Was passiert da gerade in unserer Gesellschaft? Woher kommt diese Wut? Woher kommt dieser Hass? Wieso werden wildfremde Menschen beschimpft? Wenn man in diesen Wochen im Internet mitliest, dann tut es förmlich weh. Dieser Hass, diese Häme, diese Missgunst, die aus den Zeilen sprechen. Ich versuche tief durchzuatmen, es nicht an mich ranzulassen, mir zu sagen, dass es sich nicht lohnt, mit diesen Menschen zu diskutieren. Und doch ertappe ich mich dabei, wie ich es dann doch tue. Weil ich nicht anders kann. Weil ich gewisse Dinge nicht so stehen lassen kann. Um dann wiederum neu bepöbelt zu werden. Aber der Ton wird immer rauer, immer aggressiver. Es macht mir angst. Wie fremde Menschen virtuell übereinander herfallen. Wie es nur noch die Extreme zu geben scheint, nur noch die eigene absolute Meinung gilt, man sich rationalen Argumenten gegenüber verschließt. Und alle anderen beschimpft – viel zu oft unter der Gürtellinie.

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Schwebezustand zwischen „halber Normalität“ und Sorgen: Corona-Status Quo

Seit fast zwei Monaten hat die Schule wieder begonnen. Wir steuern in Schleswig-Holstein geradewegs auf die Herbstferien zu. Bisher ohne Lockdown, ohne Schul- oder Kitaschließung und außer 2 Erkältungstagen auch ohne Infekt. Auch wenn wir schon einen Corona-Abstrich hinter uns haben – die Normalität hat uns wieder. Halt! Ich korrigiere: So eine Art „halbe Normalität“. Es ist eher eine Art Schwebezustand. Denn natürlich ist nicht alles normal. Und über all dem, was normal ist, schwebt die ganze Zeit so eine diffuse Bedrohung, so ein schales Gefühl. Denn auch, wenn wir hier im Norden in Sachen Corona-Fälle echt von größeren Fallzahlen verschont geblieben sind: Die Tatsache, dass grad überall Fälle plötzlich aufpoppen und sich auch nicht mehr nur mit Reiserrückkehrern erklären lassen, macht mir Sorgen. Auch hier bei uns im Norden stehen jeden Tag Meldungen von Schulschließungen in näherer Umgebung in der Zeitung. Auch ganz in der Nähe. Und der Gedanke „wann unsere Schule und Kita wohl dran sind?“ lässt sich nicht einfach so aus dem Hinterkopf verbannen.

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„Wieso ich mir nicht die Normalität von gestern wünsche, sondern eine Welt von morgen“: Gastbeitrag von Nina Hundertschnee

Dieses Jahr ist alles andere als normal. Unser Alltag ist auf den Kopf gestellt. Und niemand weiß, wann es wieder so sein wird, wie es einmal war. Wenn ich heute in Filmen sehe, wie Menschen in einer überfüllten Bar feiern, sich Dinge ins Ohr brüllen und zur Begrüßung umarmen, dann zucke ich zusammen und in mir ruft es „Abstand!“ Es kommt mir vor wie ein anderes Leben, das irgendwie Lichtjahre zurückliegt. Viele reden davon, dass sie sich die alte Normalität wieder zurückwünschen. Aber wünschen wir uns wirklich alles wieder so zurück, wie es einmal war? Kann man nicht vielleicht diese Zeit für eine Art Reset nutzen? Um eine neue Art von Normalität zu schaffen? Die Kinderbuchautorin Nina Hundertschnee (sie hat ua die fantastische Kinderbuchreihe „Professor Plumbums Bleistift“ geschrieben) hat mir einen Gastbeitrag geschrieben, in dem sie von ihrer Hoffnung schreibt – ihre Hoffnung, wie die Welt „nach Corona“ aussehen könnte (wie wir ja wissen, wird es eher eine Welt „mit Corona“ sein). Ein nachdenklicher Text, ein wunderschöner Text, der Hoffnung macht und zeigt, was wirklich zählt im Leben. Lest selbst, es lohnt sich! Weiterlesen

Kita- und Schulstart mit Fieber und Schnupfen: Unser missglückter Start in Coronazeiten

Seit fünf Monaten habe ich darauf hin gefiebert. Einen ganzen Vormittag ungestört am Schreibtisch. Alle drei Kinder in Schule und Kindergarten. Nur ich und meine Arbeit. Es sollte heute der erste Schultag meines Mittleren sein. Der schon keinen Abschied aus dem Kindergarten hatte. Weil er fünf Monate zuhause war. Es sollte der 3. Tag Kindergarten für meine Kleine sein, die sich am Dienstag so sehr darauf freute, dass sie nach fünf Monaten wieder hin durfte. Es sollte der 4. Schultag nach fünf Tage Pause für den Viertklässler sein. Stattdessen: Alles auf Anfang, alle zuhause und Abstrich beim Kinderarzt statt Freunde sehen. Der Grund: Meine Tochter hat eine dicke fette Schnupfennase. Leider nicht nur das. Heute Nacht hatte sie auch etwas Fieber (hat sie immer bei Erkältungen). Die Regel in Schleswig-Holstein: Bei Schnupfennase ohne weitere Symptome 48 Stunden zur Beobachtung zuhause. Kommt Fieber hinzu, müssen alle Geschwister zuhause bleiben. Und es muss Corona ausgeschlossen werden, bevor es wieder in Schule oder Kindergarten geht. Was in der Theorie vernünftig ist und was ich auch von anderen Eltern erwarte. Was in der Praxis einfach nur große Kacke ist. Weiterlesen

Alle reden über Schule: Wo sind die Kindergarten-Konzepte in Corona-Zeiten?

Bei uns hat heute die Schule wieder begonnen. Immerhin Mitte letzter Woche gab es vom Bildungsministerium ein Konzept, wie das nun abläuft mit den Kohorten und der Maskenpflicht. Der Reihe nach werden nun die einzelnen Bundesländer wieder den Unterricht aufnehmen – und die Medien sind (richtigerweise) voll mit Diskussionen darüber, welche Maßnahmen es bedarf, damit unsere Kinder sicher zur Schule gehen können. Klar ist: Es muss so viel geregelte Unterricht wie möglich statt finden. Noch mehr Homeschooling können weder wir Eltern noch die Kinder stemmen. Dennoch geht es nicht nur darum, auf Teufel komm raus normalen Unterricht zu veranstalten – gleichzeitig soll auch die Gesundheit unserer Kinder (und die der Lehrer und die von uns Eltern) geschützt werden. Die Gesundheit sollte das oberste Ziel sein, weshalb ich auch nicht mit der Maskenpflicht hadere. Bei uns gilt sie in den Schulfluren, aber meine Kinder tragen sie freiwillig auch im Klassenzimmer. Soweit, so gut, so viel Diskussion um den Schulbeginn. Aber: Ich habe bisher keinen Kommentar in den Medien gelesen, in dem es um sichere Kindergartenkonzepte ging. Erst heute gab es eine Stellungnahme vom Familienministerium dazu – wo es darum geht, dass erst einmal Studien gemacht werden sollen. Hat man die Kindergarteneltern vorher einfach vergessen?! Weiterlesen

Wie wird der Corona-Herbst? Mama-Gedanken am Ende der Sommerferien

Eigentlich stecken wir ja noch mitten im Sommer. Aber unser langer Sommerurlaub bei meiner Familie in Finnland liegt hinter uns. Noch knapp 10 Tage, dann beginnt die Schule wieder. Und der Kindergarten. Es mag sich vielleicht komisch anhören, aber für mich beginnt der Herbst immer schon im August. Dann schleicht er sich nämlich heimlich an. Mit plötzlich kühleren Nächten, mit dem früher Dunkelwerden, Tag für Tag, ganz langsam, bis einem auf einmal auffällt: Hey, es ist ja schon dunkel, dabei ist es doch erst neun. Eigentlich noch Hochsommer, aber gefühlt irgendwie nicht. Spätestens, wenn die Felder abgeerntet sind und es keine Erdbeeren mehr zu kaufen gibt, ist aus dem Sommer auf einmal ein Spätsommer geworden. Oder: fast Herbst. Was gar nicht schlimm ist. Denn ich mag den Herbst, besonders den Übergang  von Sommer zu Herbst. Die warmen Farben, das weichere Licht, den Kontrast aus kühleren Nächten und warmen Tagen. Aber: Dieses Jahr mischt sich in die Vorfreude auf den Herbst, die ich sonst immer am Ende der Sommerferien habe, ein banges Gefühl. Man könnte auch sagen: Die Angst vorm Schnupfen der Kinder. Weiterlesen

Endlich Ferien! Was fast 4 Monate Corona mit uns gemacht haben

Endlich. Ferien. Darauf habe ich in den letzten Wochen echt hingearbeitet. Dabei haben wir doch seit Mitte März fast so etwas wie Ferien, sollte man meinen. Schlafen seit Mitte März jeden Tag aus, machen fast jeden Nachmittag einen Ausflug in die Natur. Am Anfang war es auch ein bisschen so. Endlich viel Zeit zusammen, keine Termine, ausschlafen, gemütlich frühstücken und lange Spaziergänge im Wald. Selbst die Hausaufgaben beim Homeschooling packten wir recht entspannt und der Spagat zwischen Home Office und Kinderbetreuung fühlte sich noch nicht so schmerzhaft an. Schließlich kamen zwei Wochen nach dem Lockdown eh erst mal drei Wochen Osterferien, die wir hier zuhause an der Ostsee verbrachten statt wie geplant in Frankreich. Doch dann wurde der Spagat schmerzhafter, die Belastung größer und das Fragezeichen nach „Wann bekommen wir unser normales Leben zurück?“ wuchs ins Unermessliche. Lange war nicht klar, wann Schule und Kindergarten wieder losgingen. Und selbst als beides wieder losging, änderte sich für uns nichts, da mein Mann zur Risikogruppe zählt und wir deshalb die Kinder zuhause ließen. Der Spagat ging also weiter – und war eigentlich kaum noch machbar. Weiterlesen

Gastbeitrag: „Nun sitzen wir hier und atmen tief durch um den Kloß in unserem Magen kleiner werden zu lassen“

Corona hat uns Eltern das Leben schwer gemacht – folgenlos blieben die vergangenen Monate wohl bei kaum jemanden von uns. Um zu zeigen, wie es Eltern in dieser Zeit geht, lasse ich auf dem Blog immer wieder gerne andere Mütter zu Wort kommen. Letzte Woche hatte ich ein Interview mit Sarah, die ihre Selbständigkeit aufgeben musste. Diese Woche habe ich Vera interviewt, die von der Corona-Krise ebenfalls vor große Herausforderungen gestellt wurde. Gemeinsam mit Lisa veranstaltet sie seit sechs Jahren die Märkte „Zwergenkram“ und „Deernskram“ in Schleswig-Holstein: „Unsere Märkte sind Plattformen für Secondhand, Handmade & Regionales, uns geht es insbesondere um den Nachhaltigkeitsaspekt sowie die Vermarktung/Unterstützung von regionalen Labels. Feste Locations finden sich in Lübeck, hier leben und arbeiten wir im Homeoffice, sowie in Kiel, Flensburg und Rendsburg.“ Der Corona-Lockdown hat ihre Selbständigkeit von einem Tag auf den anderen auf 0 heruntergefahren – und wann es wieder weitergeht, ist nicht in Sicht. Weiterlesen

Um auch mal was Positives zu sagen: Die guten Seiten des Lockdowns

Diese Wochen seit Mitte März, seit dem Corona-Lockdown sind eine einzige Herausforderung. Wir Eltern jonglieren mit unseren Kapazitäten, mit unseren Kräften und stoßen bei täglichen Spagat zwischen Home Office und Homeschooling und Kinderbetreuung regelmäßig an unsere Grenzen. Was mich bedrückt besonders mangels der Perspektive, wie es weitergeht, hatte ich hier geschrieben. Und welche Sorgen sich andere Eltern machen und welche teilweise drastischen Konsequenzen sie gezogen haben, habe ich hier geschrieben. Beide Texte wurden mehrere tausend Mal in den sozialen Netzwerken geteilt, was mich freute – denn ich wollte mit ihnen uns Eltern eine Stimme verleihen. Und das ist hoffentlich gelungen! Vielleicht  können wir so ja gemeinsam etwas bewegen. Doch bei all den Nerven, die uns diese Zeit kostet, die bei uns blank liegen – es gibt auch positive Aspekte! Ich habe mir vorgenommen, mein Augenmerk mehr auf die guten Seiten zu richten. Und je genauer man hinschaut, umso mehr positive Dinge bemerkt man. Umso besser geht es einem. Ich möchte, dass diese guten Seiten Oberhand gewinnen! Deshalb kommt hier ein Artikel voller positiver Gedanken. Und zwar nicht nur mit meinen Gedanken, sondern auch mit Euren, denn ich habe erneut bei Instagram in den Stories um Eure Zitate gebeten! Es kamen ganz viele positive Seiten, die Ihr dieser verrückten Zeit abgewinnen könnt. In diesem Sinne: Lasst uns heute den Fokus auf das Positive lenken :-) Weiterlesen