Kita- und Schulstart mit Fieber und Schnupfen: Unser missglückter Start in Coronazeiten

Seit fünf Monaten habe ich darauf hin gefiebert. Einen ganzen Vormittag ungestört am Schreibtisch. Alle drei Kinder in Schule und Kindergarten. Nur ich und meine Arbeit. Es sollte heute der erste Schultag meines Mittleren sein. Der schon keinen Abschied aus dem Kindergarten hatte. Weil er fünf Monate zuhause war. Es sollte der 3. Tag Kindergarten für meine Kleine sein, die sich am Dienstag so sehr darauf freute, dass sie nach fünf Monaten wieder hin durfte. Es sollte der 4. Schultag nach fünf Tage Pause für den Viertklässler sein. Stattdessen: Alles auf Anfang, alle zuhause und Abstrich beim Kinderarzt statt Freunde sehen. Der Grund: Meine Tochter hat eine dicke fette Schnupfennase. Leider nicht nur das. Heute Nacht hatte sie auch etwas Fieber (hat sie immer bei Erkältungen). Die Regel in Schleswig-Holstein: Bei Schnupfennase ohne weitere Symptome 48 Stunden zur Beobachtung zuhause. Kommt Fieber hinzu, müssen alle Geschwister zuhause bleiben. Und es muss Corona ausgeschlossen werden, bevor es wieder in Schule oder Kindergarten geht. Was in der Theorie vernünftig ist und was ich auch von anderen Eltern erwarte. Was in der Praxis einfach nur große Kacke ist. Weiterlesen

Alle reden über Schule: Wo sind die Kindergarten-Konzepte in Corona-Zeiten?

Bei uns hat heute die Schule wieder begonnen. Immerhin Mitte letzter Woche gab es vom Bildungsministerium ein Konzept, wie das nun abläuft mit den Kohorten und der Maskenpflicht. Der Reihe nach werden nun die einzelnen Bundesländer wieder den Unterricht aufnehmen – und die Medien sind (richtigerweise) voll mit Diskussionen darüber, welche Maßnahmen es bedarf, damit unsere Kinder sicher zur Schule gehen können. Klar ist: Es muss so viel geregelte Unterricht wie möglich statt finden. Noch mehr Homeschooling können weder wir Eltern noch die Kinder stemmen. Dennoch geht es nicht nur darum, auf Teufel komm raus normalen Unterricht zu veranstalten – gleichzeitig soll auch die Gesundheit unserer Kinder (und die der Lehrer und die von uns Eltern) geschützt werden. Die Gesundheit sollte das oberste Ziel sein, weshalb ich auch nicht mit der Maskenpflicht hadere. Bei uns gilt sie in den Schulfluren, aber meine Kinder tragen sie freiwillig auch im Klassenzimmer. Soweit, so gut, so viel Diskussion um den Schulbeginn. Aber: Ich habe bisher keinen Kommentar in den Medien gelesen, in dem es um sichere Kindergartenkonzepte ging. Erst heute gab es eine Stellungnahme vom Familienministerium dazu – wo es darum geht, dass erst einmal Studien gemacht werden sollen. Hat man die Kindergarteneltern vorher einfach vergessen?! Weiterlesen

Wie wird der Corona-Herbst? Mama-Gedanken am Ende der Sommerferien

Eigentlich stecken wir ja noch mitten im Sommer. Aber unser langer Sommerurlaub bei meiner Familie in Finnland liegt hinter uns. Noch knapp 10 Tage, dann beginnt die Schule wieder. Und der Kindergarten. Es mag sich vielleicht komisch anhören, aber für mich beginnt der Herbst immer schon im August. Dann schleicht er sich nämlich heimlich an. Mit plötzlich kühleren Nächten, mit dem früher Dunkelwerden, Tag für Tag, ganz langsam, bis einem auf einmal auffällt: Hey, es ist ja schon dunkel, dabei ist es doch erst neun. Eigentlich noch Hochsommer, aber gefühlt irgendwie nicht. Spätestens, wenn die Felder abgeerntet sind und es keine Erdbeeren mehr zu kaufen gibt, ist aus dem Sommer auf einmal ein Spätsommer geworden. Oder: fast Herbst. Was gar nicht schlimm ist. Denn ich mag den Herbst, besonders den Übergang  von Sommer zu Herbst. Die warmen Farben, das weichere Licht, den Kontrast aus kühleren Nächten und warmen Tagen. Aber: Dieses Jahr mischt sich in die Vorfreude auf den Herbst, die ich sonst immer am Ende der Sommerferien habe, ein banges Gefühl. Man könnte auch sagen: Die Angst vorm Schnupfen der Kinder. Weiterlesen

Endlich Ferien! Was fast 4 Monate Corona mit uns gemacht haben

Endlich. Ferien. Darauf habe ich in den letzten Wochen echt hingearbeitet. Dabei haben wir doch seit Mitte März fast so etwas wie Ferien, sollte man meinen. Schlafen seit Mitte März jeden Tag aus, machen fast jeden Nachmittag einen Ausflug in die Natur. Am Anfang war es auch ein bisschen so. Endlich viel Zeit zusammen, keine Termine, ausschlafen, gemütlich frühstücken und lange Spaziergänge im Wald. Selbst die Hausaufgaben beim Homeschooling packten wir recht entspannt und der Spagat zwischen Home Office und Kinderbetreuung fühlte sich noch nicht so schmerzhaft an. Schließlich kamen zwei Wochen nach dem Lockdown eh erst mal drei Wochen Osterferien, die wir hier zuhause an der Ostsee verbrachten statt wie geplant in Frankreich. Doch dann wurde der Spagat schmerzhafter, die Belastung größer und das Fragezeichen nach „Wann bekommen wir unser normales Leben zurück?“ wuchs ins Unermessliche. Lange war nicht klar, wann Schule und Kindergarten wieder losgingen. Und selbst als beides wieder losging, änderte sich für uns nichts, da mein Mann zur Risikogruppe zählt und wir deshalb die Kinder zuhause ließen. Der Spagat ging also weiter – und war eigentlich kaum noch machbar. Weiterlesen

Gastbeitrag: „Nun sitzen wir hier und atmen tief durch um den Kloß in unserem Magen kleiner werden zu lassen“

Corona hat uns Eltern das Leben schwer gemacht – folgenlos blieben die vergangenen Monate wohl bei kaum jemanden von uns. Um zu zeigen, wie es Eltern in dieser Zeit geht, lasse ich auf dem Blog immer wieder gerne andere Mütter zu Wort kommen. Letzte Woche hatte ich ein Interview mit Sarah, die ihre Selbständigkeit aufgeben musste. Diese Woche habe ich Vera interviewt, die von der Corona-Krise ebenfalls vor große Herausforderungen gestellt wurde. Gemeinsam mit Lisa veranstaltet sie seit sechs Jahren die Märkte „Zwergenkram“ und „Deernskram“ in Schleswig-Holstein: „Unsere Märkte sind Plattformen für Secondhand, Handmade & Regionales, uns geht es insbesondere um den Nachhaltigkeitsaspekt sowie die Vermarktung/Unterstützung von regionalen Labels. Feste Locations finden sich in Lübeck, hier leben und arbeiten wir im Homeoffice, sowie in Kiel, Flensburg und Rendsburg.“ Der Corona-Lockdown hat ihre Selbständigkeit von einem Tag auf den anderen auf 0 heruntergefahren – und wann es wieder weitergeht, ist nicht in Sicht. Weiterlesen

Um auch mal was Positives zu sagen: Die guten Seiten des Lockdowns

Diese Wochen seit Mitte März, seit dem Corona-Lockdown sind eine einzige Herausforderung. Wir Eltern jonglieren mit unseren Kapazitäten, mit unseren Kräften und stoßen bei täglichen Spagat zwischen Home Office und Homeschooling und Kinderbetreuung regelmäßig an unsere Grenzen. Was mich bedrückt besonders mangels der Perspektive, wie es weitergeht, hatte ich hier geschrieben. Und welche Sorgen sich andere Eltern machen und welche teilweise drastischen Konsequenzen sie gezogen haben, habe ich hier geschrieben. Beide Texte wurden mehrere tausend Mal in den sozialen Netzwerken geteilt, was mich freute – denn ich wollte mit ihnen uns Eltern eine Stimme verleihen. Und das ist hoffentlich gelungen! Vielleicht  können wir so ja gemeinsam etwas bewegen. Doch bei all den Nerven, die uns diese Zeit kostet, die bei uns blank liegen – es gibt auch positive Aspekte! Ich habe mir vorgenommen, mein Augenmerk mehr auf die guten Seiten zu richten. Und je genauer man hinschaut, umso mehr positive Dinge bemerkt man. Umso besser geht es einem. Ich möchte, dass diese guten Seiten Oberhand gewinnen! Deshalb kommt hier ein Artikel voller positiver Gedanken. Und zwar nicht nur mit meinen Gedanken, sondern auch mit Euren, denn ich habe erneut bei Instagram in den Stories um Eure Zitate gebeten! Es kamen ganz viele positive Seiten, die Ihr dieser verrückten Zeit abgewinnen könnt. In diesem Sinne: Lasst uns heute den Fokus auf das Positive lenken :-) Weiterlesen

Corona-Ungewissheit: Wie geht es nach den Sommerferien weiter?

So viel ist klar: Bis zu den Sommerferien, die bei uns Ende Juni beginnen, ist ein normaler Alltag mit Schule, Kindergarten, Krippe und fünf Stunden ungestörte Arbeit in weiter Ferne. Wir haben nun zumindest für die beiden Großen erfahren, wie es weitergeht: Ab dem 25. Mai einmal die Woche zweieinhalb Stunden Schule für den Großen, ab nächste Woche zwei Tage die Woche fünf Stunden Kindergarten für das Vorschulkind. Für die Zweijährige gibt es noch keinen Fahrplan. Normal ist jedenfalls was anderes. Und da mein Mann zur Corona-Risikogruppe gehört, werden wir auch unsere Großen erst einmal zuhause lassen. Was für keinen eine wirklich schöne Lösung ist – denn beide Kinder sehnen sich nach ihren Freunden und der Mittlere verpasst seinen Abschied aus dem Kindergarten (und ein paar Vorschulübungen, aber das ist zweitrangig). Aber da der Mittlere im selbigen Kindergarten den Hort besuchen wird, ist der Abschied nur ein halber Abschied. Aber ich hätte ihm vom Herzen letzte Wochen Unbeschwertheit im Kindergarten gewünscht! Aber die Alternative wäre, meinen Mann komplett von uns zu isolieren. Die Möglichkeit haben wir. Und wir werden wohl nach den Sommerferien davon Gebrauch machen müssen. Bis ein Impfstoff da ist. Denn wir können unsere Kinder schlecht noch länger isolieren – die erste Klasse und die vierte Klasse sind zu elementar, ganz abgesehen vom sozialen Aspekt. Aber wie wird es nach den Sommerferien weitergehen? Mit einem normalen Schul- und Kindergartenbetrieb rechne ich nicht. Bei dem Gedanken an die nächsten Monate wird mir schummerig. Ich könnte heulen, je mehr ich darüber nachdenke. Wie sollen wir Eltern das bitte schaffen??? Weiterlesen

Diese Dinge vermissen Eltern in Corona-Zeiten am meisten

Wenn ich in diesen Tagen Fotos sehe von Menschen, die im Café sitzen oder von Kindern auf einem Spielplatz, dann ist es, als ob ich in eine fern zurückliegende Zeit schaue, eine Wirklichkeit sehe, die uns immer so selbstverständlich schien- und es ganz plötzlich nicht mehr ist. Einfach mal im Café sitzen, sich mit Freunden zum Frühstück treffen, ins Theater gehen, auf einem Flohmarkt bummeln oder einfach mal verreisen, das gehörte so ganz normal zu unserem Leben. Es war so normal, dass man nicht drüber nachdachte. Ich hätte mir selbst mit all meiner Fantasie nicht vorstellen können, dass die Grenzen in Europa einfach dicht machen und fast alle Flüge gecancelt werden. Dass die Schule wochenlang einfach zumacht und man nicht eben mal die Kinder mit den Nachbarskindern zum Spielen rausschicken kann. Weiterlesen

Schritt für Schritt. Nur auf den nächsten Meter schauen. Nicht auf die ganze Straße.

Tagsüber lassen sich die Gedanken beiseite schieben. Im Dreikampf Home Office – Homeschooling – Kindergartenkinder bei Laune halten (plus die inoffizielle Disziplin Haushalt) bleibt kein Platz für Gedanken. Keine Zeit für Sorgen. Das Gehirn hat schlicht nicht die Kapazität, sich auch noch damit zu beschäftigen, wie lange es noch so weitergeht. Und was als nächstes kommt. Und ob es nicht wieder einen Schritt zurück. Vielleicht ist es auch ganz gut so, dass wir tagsüber so beschäftigt sind, dass kein Platz für Sorgen bleibt. Aber nachts, wenn alles schläft, wenn die Geräusche verstummen, kein Kind „Mama“ ruft und die Wäscheberge im Dunkel des Schlafzimmers verschwinden… dann kommen sie die Gedanken. Die Sorgen. Die offenen Fragen. Die Frage, die immer wieder kommt, die sich immer wieder in den Vordergrund drängt, egal wie oft ich sie in die hinterste Gehirnwindung verbanne, diese Frage ist: Wie lange geht es so weiter? Und eben das ist die Frage, die einem keiner beantworten kann. Und eben diese zeitliche Ungewissheit, diese fehlende Perspektive, die ist es, die einen verrückt machen kann. Die zermürbt. Kein Experte weiß eine Antwort, kein Politiker. Weil es eben keine Antwort gibt. Und die Schätzungen der Experten machen nicht gerade Mut: Monatelang kann es so weitergehen. Bis es einen Impfstoff gibt (im Frühjahr 2021?!) wird es nicht die Normalität geben, die wir kennen. Das kann einen wahnsinnig machen. Weil es wahnsinnig ist. Was mir hilft? Immer nur an den nächsten Schritt zu denken. Nicht an die ganze lange Straße, die vor einem liegt. Weiterlesen

„Mama! Kannst du mal!“ – Protokoll des ganz normalen Wahnsinns von #coronaeltern

Der Computer fährt hoch. Währenddessen: Das Schulkind packt seine Schulsachen aus. Es geht wieder los. Home Office mit parallelem Homeschooling und Unterhalten eines Vorschulkindes und Krippenkindes. Vorhang auf!

„Mama, was ist das Gegenteil von einfach?“

„Schwer.“

„Aber das ist ja schon das Gegenteil von leicht. Ich brauche ein anderes Wort.“

Ich als Journalistin sollte hier drauf eine Antwort geben können. Während ich angestrengt nach einer Lösung für die Deutschhausaufgaben suche, kräht es vom Töpfchen „Mama, hab AA gemacht.“ Beim Töpfchenauskippen rufe ich meinem Schulkind das Wort „schwierig“ zu, während der Mittlere eine Frage zu seiner Legoanleitung hat: „Kannst du mal den Nuppsi abmachen?“

Ich hatte ja schon mal geschrieben: Home Office mit drei Kindern und parallelem Homeschooling erfordert acht Arme und neun Gehirne wie ein Krake.

In der Zwischenzeit sind vier Emails aufgepoppt. Ich schaffe es, zwei davon zu lesen, dann der Schrei: „Mama, sie hat das Wasser ausgekippt!“

„Mama, wie schreibt man desorientiert?“

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