Positiv denken – ja, es funktioniert wirklich!

Ich weiß. Das Bild mit dem halb leeren oder halb vollem Glas ist abgegriffen. Positiv formulieren?  Klar doch. Hat das nicht jede von uns verinnerlicht und versucht sich tapfer bei allen großen und kleinen Missgeschicken und Herausforderungen einzureden „das Glas ist halb voll, es ist ganz bestimmt halb voll und auf gar keinen Fall halb leer“. Das Bild ist schon so oft bemüht worden, dass es oft nur noch ein müdes Lächeln hervorruft. Klar, wollen wir doch alle, immer nur die halb vollen Gläser sehen und auf keinen Fall die halb leeren. Aber, ach, das Leben, es macht uns immer mal wieder einen Strich durch die Rechnung stellt uns viel zu oft halb leere Gläser vor die Nase! Dabei ist es wirklich einen Versuch wert, sich häufiger mal die rosarote Brille aufzusetzen. Denn es ist tatsächlich so, und das ist erwiesen (!): Je häufiger wir uns positiv äußern und bewusst positive Formulierungen wählen, umso optimistischer und positiver wird auch unser Denken. Denn unsere Gedanken steuern unser Handeln und beeinflussen unser Wohlbefinden. Unsere innere Einstellung beeinflusst nicht nur unser Handeln und unsere Gedanken, sondern unser ganzes Leben. Und hilft, den Stress zu reduzieren. Das Gute daran: Positives Denken kann man lernen!

Ihr kennt sich auch alle den Tipp, sich selbst im Spiegel häufiger mal zuzulächeln? Ähnlich abgegriffen wie das Bild vom halb vollen Glas? Aber tatsächlich deshalb nicht weniger wirkungsvoll. Denn Lächeln hebt die Stimmung. Ganz automatisch. Sogar ein künstliches Lächeln. Dieser Körpermechanismus ist belegt. Weshalb wir es einfach mal häufiger machen sollten: Der Frau im Spiegel zulächeln und dabei zusehen, wie sich die zusammengezogenen Augenbrauen entspannen und die Mundwinkel heben! Übrigens funktioniert es auch hervorragend mit unseren Mitmenschen: Wer häufiger mal andere anlächelt, wird feststellen, dass er fast jedes Mal ein Lächeln zurück erhält. Ich finde ja, wir lächeln alle viel zu wenig und sollten uns viel häufiger einmal anlächeln. Was auch für unsere Kinder gilt – mehr lächeln und lachen statt meckern. Entspannt das Familienleben, sofort. Und ganz ehrlich: Viel zu oft meckern wir reflexhaft los und genau dieses reflexhafte Meckern ist es, das unsere Kinder einfach ignorieren. Es bringt also nichts außer schlechte Laune.

Wie wir Dinge und Aufgaben wahrnehmen, hat auch eine Auswirkung auf den Stress, der dadurch ausgelöst wird. Weshalb wir unsere Gedanken immer ins Positive umformulieren sollten. Sätze wie „Das klappt nie“, „heute geht alles schief“ oder „Wie soll ich das bloß schaffen“ gehören ganz aus dem Wortschatz gestrichen. Schon mal was von der „selbsterfüllenden Prophezeiung“ gehört? Eben. Solche Sätze sind genau das. Wenn so ein Gedanken im Hirn aufblitzt, sollten wir gedanklich die Notbremse ziehen und den Gedanken bewusst positiv umformulieren: „Das wird vielleicht schwierig, aber ich bekomme das hin.“ Oder: „Wenn es schiefläuft, dann lerne ich daraus fürs nächste Mal“. Außerdem hilft es, negative Wörter durch positive zu ersetzen: gesund statt „nicht krank“, „mutig“ statt „keine Angst“.

Mir hilft es immer, an allen Dingen etwas Positives zu sehen. Das hat manchmal was fast schon Zwanghaftes, aber ich bin eine Art chronische Optimistin. Denn irgendetwas Gutes haben oft selbst die verzwicktesten Situationen. Man muss es nur sehen und das geht nur, wenn man sich nicht auf die negativen Seiten konzentriert, sondern bewusst nach den positiven Dingen sucht. Den Zug verpasst? Dafür blieb noch Zeit für einen Kaffee ganz in Ruhe und beim Termin habe ich auch nicht viel verpasst. Das Wetter ist schlecht? Endlich mal Zeit, gemütlich die Gesellschaftsspiele durchzuspielen. Das Lieblingsrestaurant hat Ruhetag? Was für ein Glück, sonst hätten wir nie die nette kleine Pizzeria in der Nebenstraße ausprobiert. Drei von drei Kindern krank? Dann können wir wenigstens alle ausschlafen und ausgiebig kuscheln. Es ist kalt und windig draußen? Vielleicht schon, aber dafür ist die Luft herrlich frisch und man fühlt sich unglaublich lebendig, so durchgepustet zu werden! Es ist hingegen ganz schön warm? Endlich Sommer, ist doch super, Zeit für den neuen Rock! Ich habe gemerkt, dass mir Regenwetter und Kälte viel weniger ausmacht, wenn ich groß mache, den Körper straffe, die Schultern zurücknehme und das Gesicht in den Regen recke anstatt mich krumm und klein zu machen, wie der erste Reflex ist. Das beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung des Wetters – sondern auch wie uns andere wahrnehmen.

Auch die Erinnerung kann man so positiv beeinflussen: So wurde ich ganz am Anfang meiner beruflichen Karriere von der Tageszeitung, bei der ich mein Volontariat gemacht hatte, nach dem Volontariat nur im Sportressort übernommen, es war kein anderer Platz frei. Was ich erst ziemlich doof fand. Im Nachhinein war es ein Glücksfall: Denn ich fand es so schrecklich, dass ich mich ein halbes Jahr später ohne Zögern und ohne Gram selbständig gemacht habe, eine Entscheidung, über die ich heute, 13 Jahre später, unglaublich froh bin, denn es war eine der besten Entscheidungen, die ich beruflich getroffen habe.

Übrigens  beeinflusst die Art, wie wir reden auch, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Wenn wir oft bewusst positive Formulierungen wählen, werden wir auch als positiver Mensch wahrgenommen. Natürlich heißt das nicht, dass man alles super finden soll – aber beim Kritik äußern macht eben auch der Ton die Musik. Also nicht sagen „der zweite Vorschlag ist nicht umsetzbar“ sondern nur auf den ersten Vorschlag eingehen „den ersten Vorschlag würde ich umsetzen“. Und noch etwas lässt uns positiver und entschlossener wirken – vor anderen und vor uns selbst: Wenn wir alle relativierenden Füllwörter streichen. Ich ertappe mich selbst oft dabei, die Wörtchen „irgendwie“, „sozusagen“ oder „oder so“ zu benutzen. Oder wenn ich nach Honorarvorstellungen gefragt werde, ganz harmlos „ich würde da etwas zwischen xy und xx berechnen oder so“ – statt einfach zu sagen „das kostet xx Honorar“. Wir werden es nicht „irgendwie“ schaffen, sondern wir schaffen das, Punkt!

Übrigens hilft es auch im Umgang mit unseren Kindern, wenn wir diese relativierenden Füllwörter vermeiden – denn dann verstehen sie „Mama meint es wirklich ernst!“

Das Bild vom halb leeren und halb vollen Glas bewirkt mehr als wir denken – bei uns selbst, unserer inneren Haltung, unserer Ausstrahlung und auch bei der Art, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Und das wiederum beeinflusst wie wir von den anderen behandelt werden. Wer viel lächelt, erhält auch meist ein Lächeln zurück. Wer entschlossen wirkt, der wird ernster genommen. Wer positiv wirkt, wird auch so behandelt. In diesem Fall ist es tatsächlich alles eine Frage der Einstellung!

(Mehr Tipps zu dem Thema gibt es übrigens auch in meinem Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein. Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter.“ )

Kennt Ihr schon meine Bücher?

 „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Und mein Kinderbuch: Der Blaubeerwichtel

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest– ich freue mich auf Euch!

Beim Kommentieren stimmt Ihr meiner Datenschutzerklärung (siehe Menü) zu.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.