Es sind die vielen kleinen „mal schnell noch“-Dinge, die uns Kraft kosten

Was ich heute alles gemacht habe? Eigentlich nichts Besonderes. Es war nichts Großes. Wieso ich trotzdem zu nichts gekommen bin? Weil ich vorher noch ein paar Sachen erledigen musste. Ich musste nur mal eben schnell den Müll rausbringen.

Nur mal eben schnell das Pausenbrot zu Ende schmieren.

Nur mal eben schnell eine Windel wechseln.

Nur mal eben schnell den klemmenden Reißverschluss hochziehen.

Nur mal eben schnell den Post-it „Ihr Kind braucht neue Windeln“ in die Handtasche packen.

Weiterlesen

Das vorwurfsvolle Staubsaugen

Der Herr sitzt auf dem Sofa. Liest eine Zeitung. Die Dame würde auch gerne eine Zeitung in die Hand nehmen. Aber die Krümel unterm Esszimmertisch starren sie so vorwurfsvoll an. Seufzend greift sie zum Staubsauger, erbarmt sich, lässt die Zeitung Zeitung sein und dreht die Power vom Staubsauger voll auf. Je lauter desto besser! Rumms, haut der Staubsauger gegen das Tischbein. Rumms, das war das andere Tischbein. Zwei weitere Rumms folgen, eins lauter als das andere. Schränke, Wände, Stuhlbeine, es gibt noch viele weitere Rumms. Der Herr des Hauses zieht sich die Zeitung vors Gesicht und liest weiter. Wenig später. Sie sitzt endlich, liest Zeitung. Er ist genervt vom Geschirrstapel. Sie hat sich gedacht „ich hab gesaugt, jetzt bist du dran, ich mache jetzt nichts mehr“. Er packt das Geschirr und wirft es in den Geschirrspüler. Ja. Er wirft. Klirr. Und noch mal Klirr. Es gibt viele Klirr-Geräusche, bis der Geschirrstapel im Geschirrspüler verschwunden ist. Kennt Ihr das? Dieses vorwurfsvolle extra laute Aufräumen und Putzen, das wir immer dann durchziehen, wenn wir eigentlich keine Lust haben und genervt sind, weil der oder die andere nicht hilft und grad das macht, was man selbst machen will? Eine Freundin hat es mal „das vorwurfsvolle Staubsaugen“ genannt. Was stellvertretend für all diese unausgesprochenen, aber durch reichlich Krach geäußerten Vorwürfe steht, mit denen man zeigen will „hey, mach du doch auch mal was und hilf mir!“ Weiterlesen

Bücher von Vätern: 2 Buchtipps nicht nur für Väter

Wieso eigentlich werden die meisten Erziehungsratgeber für Mütter geschrieben? Weil vor allem Mütter die Bücher kaufen, denke ich. Jüngst bemängelte ein Vater, dass mein Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ zu sehr aus Muttersicht geschrieben sei. Nun, da es vor allem um Mütter geht, finde ich es berechtigt, vor allem diese anzusprechen und abgesehen davon, bin ich halt eine Mutter und kein Vater. Da ist es schwer, authentisch aus Männersicht zu schreiben! Dabei bin ich mir sicher, nicht nur Männer wollen auch mal Bücher aus Männersicht lesen, auch für uns Mütter ist es durchaus spannend und aufschlussreich, auch mal die Männerperspektive kennenzulernen. Und deshalb freue ich mich über diese zwei Bücher, die ich Euch vorstellen möchte. „Mit dir wird alles anders, Baby! Briefe eines werdenden Vaters an sein Kind“ von Dennis Betzholz, einem Journalistenkollegen von mir, und das Kinderbuch „Luna: Ein Fliegenpilz im Erdbeerkleid“ von Arne Ulbricht, in dem es um ein Mädchen geht, auf das der teilzeitarbeitende Vater aufpasst, da die Mutter Vollzeit arbeitet. Ein Rollentausch, den es in Echt schon viel zu selten gibt und in der Kinderliteratur noch viel weniger. Zwei unterschiedliche Bücher mit unterschiedlichen Zielgruppen – und einer Gemeinsamkeit: Sie sind von Vätern geschrieben, aber damit längst nicht nur an Väter gerichtet. Weiterlesen

Zitronenmuffins mit Schokolade: Ein schnelles Muffinrezept

Es gibt Kombinationen, die sind einfach unschlagbar lecker. So wie frische Zitrone und zartbittere Schokolade! Ich liebe diesen erfrischenden Zitronengeschmack, der so viel Sommergefühl und Leichtigkeit mit sich bringt. Und ich mag die Schwere der Zartbitterschokolade. Beides zusammen in einem saftigen Muffin: Eine wunderbare Kombination! Diese Zitronenmuffins bestehen nicht einfach nur aus einem einfachen Rührteig mit Zitronenschale oder Zitronensaft, sondern werden durch eine untergehobene Zitronencreme besonders saftig und locker. Ich bin eigentlich kein Muffin-Fan, aber diese Muffins schmecken superlecker und durch die Schokoladenstückchen kommt eine feine Süße hinzu. Und das Tolle an Muffins ist ja ihre schnelle Backzeit – ein gutes Argument, gerade wenn man drei Kinder mit riesigem Appetit auf Kuchen vor sich sitzen hat, die es gar nicht abwarten können, dass der Backofen endlich mal fertig ist. Weiterlesen

Trödelnde Kinder: Wieso sie nicht anders können und was hilft

Wenn es etwas gibt, was mich manchmal zur Weißglut treibt, sind es meine trödelnden Kinder. Es ist unglaublich, wie lange man brauchen kann, um sich ein Paar Schuhe anzuziehen! Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass man eine halbe Stunde seine Zahnbürste in der Hand angucken kann ohne damit die Zähne zu putzen. Wenn mir jemand früher erzählt hätte, dass ein Weg von 200 Metern mit Kindern schnell mal eine Sache von 45 Minuten wird, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt. Nun, meine Kinder haben mich eines besseren belehrt. Es ist eine Art Gesetz: Je eiliger man es hat, umso mehr trödeln die Kinder. Kennt Ihr es auch? Die gute Nachricht: Sie machen es nicht absichtlich. Sie wollen einen nicht in den Wahnsinn treiben. Es ist schlicht entwicklungspsychologisch bedingt. Bis zu einem Alter von etwa acht Jahren haben Kinder nämlich ganz einfach kein richtiges Zeitgefühl. Erst mit 10 Jahren ist ihr Zeitgefühl so ausgeprägt wie bei Erwachsenen. Bis dahin wissen sie nicht, was Pünktlichkeit wirklich bedeutet und was dieses Beeilen nun wirklich ist. Ja, wirklich erst mit 10 Jahren! Weiterlesen

15 Lieblingsorte in Schweden: Ganz persönliche Schweden-Highlights

Schweden hat viele schöne Ecken. Wenn mich jemand fragt, welchen Urlaubsort ich empfehlen würde, dann kann ich eigentlich nur immer sagen „überall“. Es gibt einfach so viele schöne Orte, dass ich unsere Art, mit dem Wohnmobil durch Schweden zu reisen, eigentlich ziemlich perfekt finde. Ich habe auf dem Blog schon einige schöne Orte und Ecken vorgestellt  – und auch unsere liebsten Wohnmobilplätze (lest hier). Heute möchte ich einmal die 15 Orte in Südschweden vorstellen, an die es uns immer wieder hinzieht. Es sind Ausflugsziele, Dörfer, Städtchen oder auch einfach idyllische Badestellen. Orte, die nicht unbedingt zu den klassischen Schwedentipps gehören wie Bullerbü oder Katthult (wo es auch wunderschön ist, aber das sind halt keine wirklichen Geheimtipps mehr, dort werdet Ihr zur Hauptsaison viele deutsche Urlauber treffen – aber keine Panik, lääääängst nicht so viele wie auf Mallorca! Was in Schweden „voll“ ist, ist im Vergleich zu anderen Urlaubsgegenden immer noch leer). Einige der Orte, die ich hier vorstelle, sind im Juli recht voll, da sie bei den Schweden beliebte Ausflugsziele sind, aber das schreibe ich bei den Tipps dazu – wann die beste Reisezeit dafür ist. Viel Spaß beim Inspirieren lassen! Weiterlesen

Einfach nur mal auf dem Sofa sitzen, Tee, trinken, lesen, einen Nachmittag lang!

Hinter uns liegt eine Woche, in der ein Magen-Darm-Virus reihum ging, alle drei Kinder, der Reihe nach, natürlich blieb auch ich nicht verschont. Zwischen all dem Kinder trösten, Fencheltee kochen, Kinder unterhalten, Bad putzen, Bett neu beziehen, Bettwäsche waschen, ging dann auch noch unsere Geschirrspülmaschine kaputt. Immerhin besser als die Waschmaschine, aber in einem Fünf-Personen-Haushalt auch nicht wirklich komisch. Und als ich so da saß, die Zweijährige auf dem Schoß, zum x.ten Mal „Die kleine Eule“ anschaute, kam da diese Sehnsucht, die mich seit ich Mutter bin, immer mal wieder überfällt, diese tiefe Sehnsucht danach, einfach mal nichts zu tun. Und zwar nicht nur fünf Minuten lang, bis wieder jemand etwas von mir will. Sondern einen Nachmittag lang. Einfach mal auf dem Sofa zu sitzen. Ohne Bilderbuch. Sondern mit einem Roman, einer Zeitschrift, einer Tasse Tee. Aus dem Fenster gucken. Nur aufstehen, wenn ich es will, und nicht, um zwei Streithähne davon abzuhalten, sich die Köppe einzuschlagen. Ohne Gedanken im Hinterkopf, was alles erledigt werden muss, ohne auf die Uhr zu gucken, weil jemand von einer Freundin abgeholt werden muss. Wann hatte ich das das letzte Mal? Einen wirklich freien Nachmittag? Weiterlesen

Gastbeitrag: „Hausarbeit und Kinderbetreuung hälftig aufteilen, schön und gut, aber was, wenn der Mann nicht will?“

Vor einiger Zeit schrieb ich darüber, dass es wünschenswert wäre, wenn die Politik es mehr unterstützen würde, wenn beide Elternteile auf Teilzeit reduzieren und sich so Hausarbeit und Kinderbetreuung hälftig aufteilen könnten. Eine Diskussion, die zurzeit sehr aktuell ist – aber oft einfach theoretisch bleibt. Weil es vielen schlicht finanziell nicht möglich ist, dass beide auf Teilzeit reduzieren. Weil es noch viele Arbeitgeber gibt, die es gar nicht gerne sehen, wenn Väter auf Teilzeit gehen. Weil es bei Alleinerziehenden sowieso nicht möglich ist. Oder weil es die Männer schlicht nicht wollen. Denn das Modell funktioniert nur, wenn beide es wollen. Das wird dabei oft vergessen. Woran mich auch eine Leserin erinnerte, die mir heute eine Email schrieb. Gerne würde sie gemeinsam mit ihrem Partner die Arbeitszeit reduzieren, um sich alles zur Hälfte aufzuteilen, auch finanziell wäre es drin. Aber: Ihr Partner will nicht.  Ich freue mich, dass ich Ihre Email als Gastbeitrag veröffentlichen darf, denn ich bin mir sicher, dass sie nicht die einzige ist, der es so geht! Und hier kommt die Nachricht, die sie mir geschrieben hat: Weiterlesen

Manche Probleme lösen sich, wenn man nur lange genug wartet: Manchmal reicht es, einfach nichts zu tun

Kennt Ihr die Nächte, in denen man Sorgen und Gedanken im Kopf umherwälzt? Nicht schlafen kann, weil man sich die ganze Zeit fragt, wie sich das Problem lösen lässt? Eine Aufgabe vom nächsten Tag, die einen vom Schlaf abhält? Am Morgen wacht man total gerädert auf. Und hat trotz des Gedankenkarussells keine Lösung. Und dann kommt die Aufgabe, der Termin, was auch immer das Problem ist und man stellt fest: Es war gar nicht so schlimm. Das Problem hat sich von ganz alleine gelöst. Die ganzen Sorgen und Gedanken, die schlaflose Nacht: Das war es gar nicht wert! Genau das kommt erstaunlich oft vor: Ein Großteil der sorgenvollen Gedanken, die wir uns machen, machen wir uns eigentlich umsonst. Weil sich Probleme nämlich oft ganz einfach lösen. Es reicht manchmal, ja, nicht nur manchmal, sondern ziemlich oft, einfach mal nichts zu tun.  Weiterlesen

Schoko-Käsekuchen mit Himbeeren vom Blech: Leckerer Schokobrownie-Cheesecake

Was kommt heraus, wenn man die Familie fragt, welchen Kuchen man backen soll? „Schokokuchen!“ rufen die einen. „Käsekuchen“ meldet sich der andere. „Himbeerkuchen“ meldet sich noch ein weiteres Familienmitglied. Und dann sitzt du da und schaust in den Vorratsschrank. Das Kakaopulver reicht nicht so ganz für einen ganzen Schokoladenkuchen, die Himbeeren im Tiefkühlschrank nicht für einen reinen Beerenkuchen und der Frischkäse im Kühlschrank nicht für einen ganzen Käsekuchen. Es ist Sonntag, die Geschäfte sind zu und du musst mit dem auskommen, was da ist. Und der Wunschliste der Familie, die ungeduldig auf ihren Kuchen wartet. Da für keinen der Wünsche genug Zutaten da waren, würfelte ich einfach alles zusammen und heraus kam ein Blechkuchen: Schoko-Käsekuchen mit Himbeeren. Also Schokokuchen mit Käsenkuchen-Tupfen. Man könnte auch trendy sagen „Schokobrownie-Cheesecake“. Nennt es, wie Ihr wollt – backt einfach nach, denn dieser Kuchen ist superlecker! Weiterlesen