Meine Ruhepausen: So tanke ich Kraft im Alltag

Es gibt so Tage, an denen habe ich das Gefühl, einfach nur hinterher zu rennen. Hinter allem. Hinter meinen Kindern. Hinter dem Bus. Hinter den Erzieherinnen. Hinter den Dingen auf der immer länger werdenden To-Do-Liste. Und hinter der Zeit. Dazu kommt die ständige Liste im Kopf, dieser „Mental Load“ (ich mag den Begriff nicht, ganz ehrlich, aber er trifft es), den man als Mutter so mit sich rumschleppt. Neben all dem, was man eh schon so für sich im Kopf hat, sei es den Beruf oder den Haushalt betreffend oder auch nur der eigene Zahnarzttermin) kommen noch so viele Dinge hinzu wie die neuen Windeln für die Krippe. Die Trinkflasche für den Kindergartenausflug. Das Kopiergeld für das Schulkind. Die Adventskalendergeschenke, die Abschiedskarte für die Lieblingserzieherin, die neuen Schuhe für die Kinder, die U-Untersuchungen, und und und … Pause? Eher selten. Weder für mich noch für die Gedanken, die immerzu kreisen. Der Kopf, der sich viel zu oft ein und dieselbe Frage stellt „Hast du nicht irgendwas Dringendes vergessen?“ Immer auf dem Sprung, nie so richtig angekommen, weil gleich schon wieder unterwegs oder zumindest im Kopf schon beim nächsten Termin. Ist doch so, oder?   Weiterlesen

Alles zu seiner Zeit: Ich habe mich nicht verloren, sondern gefunden!

Auf Instagram lese ich in letzter Zeit immer häufiger den Satz „ich vermisse mein altes Ich“. Es geht darum, sich selbst aus dem Augen verloren zu haben, in all dem Alltagswahnsinn, zwischen dem Brotboxenvorbereiten und Pflasteraufskniekleben (aber nur das mit den grünen Monstern und ja nicht das mit den roten Eulen). Ja, manchmal denke ich es auch: Wo bin ich eigentlich? Wo sind eigentlich meine eigenen Bedürfnisse? Und dann fällt mir die Antwort ein: Ich bin ja da! Ich bin mittendrin! Ich bin hier und jetzt! Ich bin die, die die Brotboxen macht. Ich bin die, die das Pflaster aufklebt. Die mit den Monstern. Oder an ungeraden Tagen die Pflaster mit den Eulen. Das bin ich – und zwar genau hier und jetzt. Nein, ich habe mich nicht aus den Augen verloren, ich sehe mich doch. Hier und jetzt. Klar und deutlich. Natürlich bin ich ein anderes Ich als vor fast neun Jahren, bevor ich zum ersten Mal Mutter wurde. Aber das ist ja auch gut so. Das habe ich ja auch beabsichtigt. Darauf hatte ich mich eingestellt. Muttersein verändert. Weiterlesen

Wenn Prioritäten setzen nicht mehr ausreicht und selbst der Autopilot streikt

Eigentlich sollte ich mich ja auskennen mit dem Thema Stressprävention. Hab ja sogar ein Buch zu dem Thema geschrieben. Hab ja sogar Workshops darüber gehalten. Kenne mich super aus mit der ganzen Theorie, Zeitmanagement, Paretoprinzip, predige immer wieder, dass man Prioritäten setzen soll, im Haushalt Fünfe grade sein lassen soll und im Notfall einfach mal über sich selbst lachen soll. Ich gebe immer wieder gerne den Tipp, dass man Probleme notfalls auch einfach aussitzen soll, weil sie sich erstaunlich oft von alleine in Luft auflösen. Oh, ich kenne mich übrigens auch super aus mit Entspannungstechniken, kenne die vielen kleinen Tricks, wie man Auszeiten in den Alltag integriert. Aber: Irgendwann geht auch der beste Autopilot nicht mehr. Irgendwann reicht Prioritäten setzen einfach nicht mehr aus – weil es einfach zu viele Prioritäten gibt. Und weniger als nichts kann man im Haushalt auch nicht machen. Der Urlaub liegt eigentlich auch gerade erst eine Woche zurück – der Akku sollte eigentlich voll sein. Aber irgendwann ist auch der beste Akku leer und lässt sich einfach nicht mehr aufladen. Weiterlesen

Unser Alltag ist ihre Kindheit? Nein, ihre Kindheit ist noch viel mehr!

#unseralltagistihrekindheit. Das ist nicht nur ein eigener Hashtag, sondern auch ein immer wieder gerne nett in Szene gesetztes Zitat, auf T-Shirts, Kaffeetassen oder Wandbildern. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich über diesen Satz gestolpert bin. Zunächst fand ich den Spruch gut. Auf den Punkt gebracht. Schlüssig. Eindrucksvoll erinnernd an das, was wirklich zählt. Aber beim näheren Nachdenken auch irgendwann ermahnend. Schlechtes Gewissen machend, wenn mal wieder so ein Tag war, an dem viel zu viel Alltag und viel zu wenig Kindheit war. Und dann fing dieser Satz an, mich furchtbar zu nerven. Ich muss gestehen, ich habe ein zwiegespaltenes Verhältnis zu diesem Satz. Denn Kindheit ist einfach noch viel mehr als unser Alltag!  Glücklicherweise. Weiterlesen

Bauchgefühl vs. gute Ratschläge: Hört auf Euren Bauch!

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Ist das Kind nicht etwas warm angezogen? Das Kind braucht doch eine Mütze! Du verwöhnst sie doch, wenn du sie immer gleich hochnimmst. Ist der Kleine nicht schon zu alt für einen Schnuller? Sag bloß, du stillst noch? Also mit einem halben Jahr sollte sie sich ja schon mal drehen können! Das Baby hat bestimmt Hunger! Das Baby hat bestimmt Bauchschmerzen! Rühr doch ein bisschen Zucker in den Tee, dann trink sie ihn bestimmt viel lieber. Mit zwei Jahren sollte der Kleine aber tagsüber schon trocken sein. Babys brauchen keine Fluoridtabletten. Babys brauchen auf jeden Fall Fluorid-Tabletten. Kommen Euch diese Sätze bekannt vor? Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diese Ratschläge schon gehört habe, seit ich vor acht  Jahren zum ersten Mal Mutter wurde. Wenn ich für jedes „Das Kind braucht doch eine Mütze“ einen Euro in die Spardose gesteckt hätte, wäre ich heute reich! Das mit den Ratschlägen beginnt ja schon in der Schwangerschaft und steigert sich, wenn das Kind auf der Welt ist. Gerade beim ersten Kind ist es da gar nicht so leicht, die gut gemeinten von den wirklich guten Ratschlägen zu trennen – und schon gar nicht, dem eigenen Bauchgefühl den Vorrang zu geben. Denn für die Entscheidung „das ist mein Weg“ bedarf es eine Menge Mut. Und den muss man als frischgebackene Mama, die in eine völlig neue Welt katapultiert wird, erst einmal haben! Weiterlesen

Afterwork Familie – wie du mit wenig Zeit dich und deine Kinder glücklich machst: Davon handelt mein nächstes Buch

Ganz ehrlich – wann beginnt für Euch der Feierabend? Ist es, wenn Ihr mit der Arbeit aufhört und Eure Kinder abholt? Oder sprecht Ihr vielmehr vom Feierabend, wenn die Kinder im Bett sind, der Haushalt erledigt ist und Ihr auf dem Sofa sitzt? Genauso erledigt wie der Haushalt? In sozialen Netzwerken lese ich immer wieder das Zitat „19.30Uhr Tagesziel erreicht, Kinder im Bett und ich habe Feierabend.“ Muss das denn so sein? Kann denn nicht auch der Nachmittag mit unseren Kindern, dieser schmale Zeitkorridor von drei, vier, je nach Abholzeit fünf Stunden, schon unser Feierabend sein? Der gemeinsame Feierabend mit unseren Kindern. Ohne Stress, ohne Streit, ohne Hetzen. Wie schafft man es, dieses Zeitfenster zu echter Qualitätszeit zu machen? Zu iner gemeinsam verbrachten Zeit, in der alle auf ihre Kosten kommen – die ganze Familie. Und ja, auch wir Mütter! Um genau dieses Thema, um diese drei bis vier Stunden dreht sich mein neues Buch „Afterwork Familie – wie du mit wenig Zeit dich und deine Kinder glücklich machst„, das im August erscheint (Affiliate Link). Und darüber möchte ich Euch heute ein bisschen mehr erzählen… Weiterlesen

Es geht nicht darum, wer Schuld daran ist, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern darum, wie wir es wieder rausholen

Es ist so schnell gemacht. Die Schuld bei anderen zu suchen. Es erleichtert vieles, wenn es einen Sündenbock gibt, wenn man einfach jemand anders die Schuld zuschieben kann. Man muss selbst keine Verantwortung übernehmen. Man hat schnell eine Erklärung für die Situation. Und man kann sich so herrlich darüber aufregen. Ah, ich gebe es zu: Es kann ja sogar Spaß bringen, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben und sich dann so herrlich darüber auszulassen! Ganz abgesehen davon, dass man sich selbst gleich viel besser fühlt. Aber noch besser fühle ich mich, seitdem ich nicht mehr nach dem Schuldigen suche. Was nicht bedeutet, dass ich die Schuld auf mich nehme – sondern dass ich ganz einfach, gar niemandem die Schuld in die Schuhe schiebe. Nicht mir. Nicht anderen. Denn ganz ehrlich: Es ändert doch in den meisten Fällen nichts an der Situation, wenn man die Schuldfrage klärt. Das Kind ist in den Brunnen gefallen und anstatt zu lamentieren, wer alles daran Schuld ist, ist es doch besser, sich einfach mal ans Werk zu machen und das Kind wieder rauszuholen, bevor es ertrinkt! Weiterlesen

Wieso wir viel häufiger Hilfe einfach annehmen sollten (ohne uns schlecht zu fühlen)

Es ist fast schon ein Reflex. „Sag‘ Bescheid, wenn du Hilfe brauchst.“ – „Ja, klar. Mache ich.“ Dahingemurmelte Antwort und es ist eh schon klar, dass ich auf dieses Angebot nie eingehen werde. Hilfe annehmen will tatsächlich gelernt sein. Viel zu oft ertappe ich mich dabei, wie ich gut gemeinte Angebote einfach ablehne. Ohne nachzudenken. „Soll ich Kuchen mitbringen?“ – „Den hole ich selbst, kein Problem.“ Wieso eigentlich?! „Soll ich dir was vom Supermarkt mitbringen?“ – „Ach lass mal, ich muss eh noch mal los.“ Nö,  musste ich eigentlich nicht, ich brauche nur Milch sonst nichts. „Sag‘ Bescheid, wenn ich die Kinder mal für dich mit abholen soll.“ – „Mache ich.“ Fällt ebenfalls unter die Kategorie: Mache ich nie. Wenn man mal darauf achtet, ist der Alltag tatsächlich voller Hilfsangebote. Und zwar nicht nur oberflächlich, rein aus Höflichkeit dahingesagte, sondern ehrliche Hilfsangebote. Und was machen wir?! Schlagen sie einfach aus. Wieso eigentlich? Und wieso ist es manchmal so schwer, Hilfe anzunehmen? Und noch schwerer: Andere um Hilfe zu bitten? Weiterlesen

Interview: Erfahrungen auf einer Mutter-Kind-Kur

 

Wusstet Ihr, dass Mutter-Kind-Kuren ein Präventionsmittel sind? Dass Ihr sie nicht erst beantragen könnt, wenn der Zusammenbruch, der Burnout nahe ist, sondern dass Ihr eine Mutter-Kind-Kur vorbeugend machen könnt? Jeder Elternteil mit einem Kind unter 12 Jahren hat Anspruch auf so eine Kur! Ich gebe es zu, bevor ich mein Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein“ zu sein, wusste ich es nicht. N des gab einiges, was ich nicht wusste, umso mehr freue ich mich, heute einen Erfahrungsbericht für Euch zu haben. Daniela Stricker war mit ihren zwei Jungs in der Ostsee-Kurklinik Fischland an der Ostsee und hat mir ein spannendes Interview gegeben. Weiterlesen

Hilfe, ich kann nur noch Schnulzen lesen – wie sich Lesegewohnheiten als Mutter ändern

Dass ich seit ich Kinder habe keine Krimis mehr lesen kann, damit habe ich mich arrangiert. Ich hatte ja mal darüber geschrieben, dass ich früher Thriller verschlungen habe, sehr gerne Gerichtsmediziner-Krimis, umso spannender und blutiger, desto besser. Nun, dann wurde ich Mutter und auf einmal war mir alles zu spannend, zu blutig, zu gewalttätig. Selbst den „Tatort“, früher geliebtes Sonntagabend-Ritual, konnte ich irgendwann nicht mehr gucken. Tja, so ändert man sich. Aber seit ich mein drittes Kind habe, ist noch es noch schlimmer geworden mit meiner Empfindlichkeit. Man könnte sagen: Es wird von Kind zu Kind schlimmer! Neuerdings kann ich nur noch Schnulzen lesen. Mit Happy End. Versteht sich. Oder Historienromane. Aber bitte ohne kranke und tote Kinder, bitte ohne Mütter, die von ihren Kindern getrennt werden, auch wenn sie sich am Ende wiederfinden. Meine Nerven! Weiterlesen