Zurück in Sommerby: Der zweite Sommerby-Band von Kirsten Boie ist da!

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Jeder von uns hat einen oder mehrere dieser Sehnsuchtsorte. Orte, an die es einen immer wieder hinzieht. Von den man immer wieder träumt, wenn man nicht dort ist. Orte, an denen sich sofort alles wieder so vertraut anfühlt, wenn man dort ist. Ich habe mehrere dieser Orte. Das Sommeridyll meiner Familie in Finnland. Der schwedische Ort Kivik. Öland. Und das kleine Örtchen Maasholm an der Schlei, wo wir so oft es geht hinfahren. Und eben in dieser wunderschönen Gegend, ganz im Norden von Schleswig-Holstein liegt das Sommerby, dieser Sehnsuchtsort aus Kirsten Boies Sommerby-Büchern. Den ersten Sommerby-Band „Sommer in Sommerby“ hatte ich Euch bereits letztes Jahr hier vorgestellt. Und nun gibt es den zweiten Band „Zurück in Sommerby„, in dem es Herbst wird an der Schlei. Meine liebste Zeit an der Schlei, übrigens, denn ich mag es, wenn Ruhe einkehrt, die Sommergäste abreisen und sich ein Filter aus warmen Farben über die Landschaft legt. Und eben diesen Zauber, den ich am Herbst so mag, den hat Kirsten Boie im zweiten Sommerby-Band so wunderbar eingefangen. Es gelingt ihr wieder auf jeder Seite, die ganz besondere Atmosphäre dieser Region einzufangen. Und wie im ersten Band geschieht dies mit Hilfe einer wirklich spannenden Geschichte.

Wer den ersten Sommerby-Band nicht kennt, sollte das Lesen dringend nachholen! Eine Rezension lest Ihr hier auf dem Blog. Worum es geht? Um die Kinder Martha, Mikkel und Mats, die Urlaub bei ihrer eigenwilligen Oma machen müssen – in einsam gelegenen Reetdachhaus auf einer Halbinsel in der Schlei. Ohne Handynetz, WLAN und Fernsehen, dafür mit Gänsen, Hühnern und selbst gekochter Marmelade. Doch ein fieser Makler will das Idyll zerstören und der Oma das Grundstück abluchsen. Dabei sind ihm alle Mittel recht. Im ersten Band gelingt es den Kindern, dem Makler das Handwerk zu legen.

Im zweiten Band kehren die Kinder zurück zu ihrer Oma Inge – diesmal in den Herbstferien. Es gibt immer noch kein Handynetz und kein WLAN, dafür aber einen Fernseher, den die Kinder selbst mitbringen (nicht gerade zum Wohlgefallen von  Oma Inge). Es hat sich einiges verändert in Sommerby: Denn mit dem Herbst ziehen andere Farben ein, wird es früher dunkel, sind keine Marmeladen mehr einzukochen. Und die „Schnasselbude“, der Imbiss auf der „Steuermannsinsel“, wo Enes im Sommer wohnte (in dem das Mädchen Martha ein bisschen verliebt es, das aber natürlich nicht zugibt), die Schnasselbude hat auch zu. Sind ja keine Segler mehr unterwegs auf der Schlei (die im Buch immer nur „der Meeresarm“ heißt). Wer die Schlei kennt, wird übrigens schnell erkennen, dass das reelle Vorbild für die Steuermannsinsel die Lotseninsel ist, die an der Mündung der Schlei liegt (hier auf dem Blog hatte ich einmal hier einen Reisetipp dazu) – schaut mal, wie wunderschön sie ist:

Aber eine Sache hat sich leider nicht verändert: Wieder versucht das fiese Makler Oma Inge das Sahnegrundstück abzuluchsen. Und wieder greift er dabei zu illegalen miesen Methoden. Und wieder (soviel nehme ich mal vorweg) gelingt es, ihm das Handwerk zu legen. Natürlich passiert noch viel mehr, zum Beispiel trifft Martha Enes wieder, es wird geangelt, Milch an einer Milchtankstelle geholt, Apfelmus gemacht, die Oma hat Geburtstag (und will ihn nicht feiern, weil ihr der Makler mit seinen fiesen Methoden so zusetzt), Eichelmännchen gebastelt…

Spannendes und wunderschöne erzähltes Kinderbuch

Das alles erzählt Kirsten Boie auf 332 Seiten in so einer warmherzigen Art und Weise, dass man gar nicht anders kann, als sich genau jetzt an diesen Ort zu wünschen. Man fühlt aus ihren Worten ihre Liebe zur Schleiregion und zu den Menschen dort:

„In der kleinen Stadt ist es ruhig geworden. Nur noch wenige Touristen schlendern die kopfsteingepflasterte Hauptstraße hinunter und ziehen erschrocken die Köpfe ein, wenn der Herbstwind wilde Böen durch die Lücken zwischen den Häusern schickt. Im Hafen wartet die Besatzung der Nis Randers, des alten Seenotrettungskreuzers, wie im Sommer auf ihren Einsatz und ist doch gleichzeitig froh über jeden Tag, an dem es nicht nötig ist auszulaufen; im Fischereihafen stapeln sich immer noch die bunten Kisten für den Fisch; und am Kai hängen Netze aus, nur dass der Herbstwind jetzt länger braucht, um sie zu trocknen.“ (die kleine Stadt ist übrigens mein geliebtes Maasholm und hier seht Ihr meine Lieblingsstelle in Maasholm!)

Ebenfalls wunderschön ist diese Passage aus dem Buch:

„Draußen erstreckt sich die hügelige Landschaft, man kann sie auch auf der anderen Seite des Meeresarms sehen: die abgeernteten Felder, gelb nach der Maisernte mit den noch nicht untergepflügten Stängeln oder  braun und frisch gepflügt. (…) Dazwischen die Knicks mit ihren Hecken, deren Grün schon ein wenig grau geworden ist und hier und da gelb und braun getupft ist. Die leuchtend goldenen Blätter der Birken sehen von Weitem aus wie ein zarter Vorhang aus Goldstücken, und zwischen den immer noch grünen Laub der Ebereschen prunken die Dolden der Vogelbeeren in kräftigen Rot. Ahorn und Kastanien sehen aus, als hätten sie sich noch nicht entschieden, wie sie ihre Blätter färben wollen (…): Grün mischt sich mit Gelb und Braun, und über allem spannt sich der Himmel in einem verwaschenen Blau.“

Es bringt einfach unglaublichen Spaß, die Sommerby-Bücher zu lesen – und auch vorzulesen! Denn, wenn man diese Sprache laut vorliest, wird sie erst so richtig zum Fest, nehmen die beschriebenen Orte vorm inneren Auge so richtig Gestalt an. Dazu kommen die plattdeutschen Floskeln, die eingebaut sind, die ich einfach liebe! (am Ende gibt es ein kleines Glossar mit Übersetzungen für alle, die des Plattdeutschen nicht so bewandert sind) Kirsten Boie beschreibt eindringlich die besondere Atmosphäre – und das gleichzeitig auf eine spannende Art und Weise. „Zurück in Sommerby“ ist wie der erste Band ein spannendes Buch geworden, das man nicht zur Seite packen kann. Und so kam es, dass ich beim abendlichen Vorlesen auch mal schnell 40 Seiten am Stück lesen musste…

Absolute Leseempfehlung von Herzen!!!

Der Verlag empfiehlt das Buch ab 10 Jahren, ich würde es auch schon jüngeren Kindern, die Freude daran haben, längere Bücher zu lesen, empfehlen. Und auch zum Vorlesen für Sechsjährige ist es bestens geeignet. Und: Auch wir Großen haben Spaß an diesen Büchern, versprochen! „Zurück in Sommerby“ hat 332 Seiten und ist im Oetinger Verlag erschienen und kostet 14 Euro.

 

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Kennt Ihr auch  meine anderen Bücher?

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