Rushhour des Lebens – Kinder, Karriere, Haus, Altersvorsorge: Eine Generation im Dauerstress?

Ich bin 34 (wenn ich es geschrieben sehe, merke ich erst, wie alt das ist!) und somit mittendrin in der sogannten „Rushhour des Lebens“. Das ist der Begriff, den Soziologen der Zeit zwischen 30 und Mitte 40 verpasst haben. Hört sich busy an, unheimlich schick,edgy, was auch immer –  und irgendwie furchtbar. Rushhour, das erinnert an Dauerstau, volle Bahnen und Busse und vor allem viel Stress. Stress ist ja heutzutag auch schick. Überstunden sind gesellschaftlich höchst anerkannt!

Lübecker Weihnachtsmarkt, Karussellfahren, Weihnachtsmarkt, Familienurlaub

In der Rushhour des Lebens dreht sich alles manchmal zu schnell.

Und das soll unser Leben sein?! Dauerstress und Dauerstau?!

Weiterlesen

Teilzeit: Anspruch und Realität. Dabei gibt es kaum Effizienteres als Teilzeitmuttis!

Ich bin froh, dass ich als Freiberuflerin selbst entscheiden kann wann und wie viel ich arbeiten möchte. Denn das können nicht alle Mamas, Rechtsanspruch auf Teilzeit hin oder her. Denn viele Unternehmen setzen sich einfach drüber hinweg oder geben bei Bewerbungen Müttern einfach mal keine Chance. Heute hat mir eine Freundin von ihrem vergeblichen Versuch erzählt, einen Teilzeitjob in ihrer Branche zu finden. Noch ist sie in Elternzeit, aber ihr alter Arbeitgeber hat ihr schon klar gemacht, dass sie mit 25 Stunden in Teilzeit nicht einsteigen kann. Also schaut sie sich um nach einem neuen Arbeitsplatz in Teilzeit – und das ist alles andere als erbaulich. Weiterlesen

Mama geht arbeiten: Arbeiten in der in Elternzeit

Eigentlich bin ich ja noch in der Elternzeit. Aber wie ich bereits hier erwähnte (Arbeiten mit Baby und Kleinkind) habe ich in der ersten Hälfte der Elternzeit ein Buch geschrieben und nun für die zweite Hälfte der Elternzeit gleich den nächsten Auftrag angenommen. Damit mir nicht langweilig wird. Noch ein Buch also. Und ab und zu schreibe ich auch Artikel. Für die ich auch mal telefonieren muss. Nicht alles lässt sich per Einhand-Internet-Recherche beim Stillen erledigen. Weiterlesen

Mamas und Karriere: Emanzipation im 21. Jahrhundert

Was hat uns die Emanzipation eigentlich gebracht? Wir dürfen arbeiten. Auch ohne unseren Mann um Erlaubnis zu fragen. Wir müssen ihm auch nichts von unserem Geld abgeben. Wir sitzen sogar in Chefetagen. Naja. In einigen zumindest. In den meisten sind die Männer ja immer noch zahlreich vertreten. Wir dürfen Röcke tragen. Kurz oder lang. Aber auch Hosen. Sogar Anzüge wie Männer. Es soll sogar Frauen mit Krawatten geben. Wir sind ja sogar Bundeskanzlerin. In Hosenanzug! Weiterlesen

Arbeiten mit Baby und Kleinkind – wir Mamas sind Organisationstalente!

Mehr als zwei Wochen kein neuer Post von mir – ich bin untergetaucht. Im Arbeitskosmos. Denn ich nutze die Elternzeit, um ein Buch zu schreiben. Das stellt man sich ja fast schon romantisch vor. Die Mama sitzt da, schaut aufs Wasser (ja, mein Schreibtisch steht mit Blick auf einen See und einen Fluss! Angebemodus aus.), Kinder spielen, Baby schläft oder gluckst zufrieden vor sich hin, der Große kümmert sich rührend um den Kleinen, ab und zu bewundert man einen Duploturm, tippt dann lustig weiter, nippt gut gelaunt am Kaffee und haut so richtig inspiriert haufenweise Seiten weg. Natürlich stilistisch supertoll und preisverdächtig.

Arbeiten in der Elternzeit: Theorie und Praxis

Ahja. Soviel zur Theorie über das Arbeiten in der Elternzeit. Die Praxis sieht anders aus. Baby will nicht schlafen. Und gluckst auch nur dann zufrieden, wenn Mama lustige Geräusche macht (das Tastaturklappern meines Laptops ist NICHT lustig) oder mit der Rassel rumfuchtelt. Der Große spielt gerne und viel -solange Mama mitspielt. Er kümmert sich auch wirklich rührend um den Kleinen: Wenn man es rührend findet, wenn ein  Dreijähriger einem Baby sämtliches Spielzeug a) wegnimmt oder b) mit Karacho über die Rübe zieht.

Das mit dem Kaffee klappt irgendwie auch nicht. Erstens kann ich  in der Stillzeit keine fünf Tassen trinken (wenn ich nicht will, dass das Baby nachts Samba tanzt) und zweitens fehlt die Zeit fürs Nippen, es ist eher ein Exxen samt Milchschaum.

Willkommen in der Realität! Die Welt der Working Mums.

Über die ich ja auch schon hier und hier geschrieben habe. Chefs, die daran  zweifeln, dass Mütter sich als Führungskräfte eignen, sollten einmal bei uns im Alltagswahnsinn ein  Praktikum machen. Das wird sie eines Besseren belehren. Unser Organisationstalent lässt alle Männer weit hinter uns!

Arbeiten, wenn das Baby schläft? Und was, wenn das Kind nicht schlafen will?

Tja, da habe ich nun also einen Auftrag angenommen. 160 Seiten Manuskript, Abgabe bis Ende Mai, Zeit hatte ich etwas mehr als ein halbes Jahr. Der Plan war: Arbeiten, wenn das Kind schläft. Oder an der Brust trinkt. Im Einhandtippen bin ich seit der Geburt meines Großen topfit. Das Problem war: Der Kleine will nicht schlafen. Schlafen ist Zeitverschwendung. Tagsüber schläft er weitaus weniger als ich es vom Großen gewohnt war. Und beim Stillen ist er so fix, dass da nicht viel Zeit zum Arbeiten bleibt. Zehn Minuten, zack auf Ex und fertig. (Nur nachts, da zelebriert er es und kommt nie unter 30 Minuten pro Mahlzeit aus)

Er steht auf Powernapping, halbe Stunde nach dem Stillen und dann Augen auf: Action! Den langen Mittagsschlaf macht er nur im Kinderwagen, wenn ich den Großen von der Tagesmutter abhole. Was toll ist, weil ich da dann zwei Stunden ausgiebig Zeit nur alleine mit dem Großen habe. Aber andererseits nicht so toll, weil das ja als Arbeitszeit wegfällt.

Ich arbeite nun also abends. Aber ich habe gerade am Anfang unterschätzt, wie müde man doch ist nach einem Tag mit zwei Kindern. Und durchwachten Nächten. Oft bin ich in den ersten drei, vier Monaten um neun mit den beiden Kindern ins Bett gegangen. Da war nix mit Arbeiten. Und auch jetzt bin ich abends oft so müde, dass das Arbeiten nicht wirklich effektiv ist. Es ist ja nicht so, dass die Kinder punkt Acht schlafen. Ohne Theater und so. Nee, was ich stattdessen durchmache, habe ich ja bereits hier beschrieben (Verdammte Scheiße, schlaf endlich ein, sag ich da nur).

Nun sitze ich also im Endspurt und als ob all der Buchstress nicht reichte, hatte ich auch noch sechs Artikel zu schreiben. Ich bin ja froh, wenn meine Kunden mich fragen, ob ich was für sie machen will. Nach der Elternzeit sollen die mich ja auch noch toll finden. Eigentlich war das alles nicht zu schaffen.

Mehr Tipps für das Arbeiten im Home Office mit Kind

Und irgendwie ging es doch. Es geht ja immer. Mein Rezept? Erstens: eine Putzhilfe, unsere gute Fee. Zweitens: Haushalt nur, wenn die Kinder wach sind. Wäsche sortieren, Schleudergang anschauen usw finden Kinder gar nicht so schlecht. Drittens: IMMER arbeiten, wenn die Kleinen schlafen. Viertens: Das Chaos akzeptieren. Es muss nicht alles piccobello sein. Wirklich nicht. Auch ohne Arbeit übrigens nicht. Fünftens: Meine Mama. Die kommt gerne und oft zum Babysitten.

Es klappt irgendwie immer. Das Einzige ,was auf der Strecke bleibt, bin ich. Das muss sich ab dem nächsten Monat ändern.

Über meine Situation habe ich übrigens auch auf der Webseite von Elke Peetz einen Gastbeitrag geschrieben: www.elkepeetz.de

Die liebe Elke hat eine tolle Seite zusammengestellt. Dort lest Ihr nämlich nicht nur meinen Tipp für erfolgreiches Arbeiten mit Kind, sondern auch noch 29 andere Probleme und Lösungen. Es lohnt sich, hier mal zu stöbern!

 

LINK-NAME

Das Mama-Dilemma im Home Office

„Könntest Du einmal bitte bei den Handwerkern anrufen? Ich kann es vom Büro aus nicht erledigen, aber Du bist doch eh den ganzen Vormittag zuhause?“

Na klar, ich bin zuhause. Aber ich sitze genauso im Büro. In meinem Büro. Im Home Office. Und ich muss bis zum frühen Nachmittag fertig sein, kann keine Überstunde machen, denn da wartet mein Sohn auf mich und will von der Tagesmutter abgeholt werden.  Die Zeit muss ich nutzen. Konzentriert.

„Wie schön, dass Du Dein Hobby zum Beruf gemacht hast und vormittags Zeit dafür hast.“

Als Mama im Home Office wird man nicht immer ganz ernst genommen

Ja, ich sitze zuhause und schreibe. Und ja, ich schreibe gerne. Mein Beruf als freiberufliche Journalistin bringt mir Spaß. Aber es geht hier nicht nur um Selbstverwirklichung und das Betreiben eines Hobbys, so wie die Millionärsgattin, die nebenher ein bisschen in Sachen Charity macht. Ich habe studiert, meinen Beruf gelernt und übe ihn seit vielen Jahren aus. Und ich bin ganz gut darin. Ja, er bringt mir Spaß. Aber ich verdiene damit auch mein Geld und ich habe es manchmal auch stressig – Artikel müssen nunmal pünktlich abgegeben werden.

„Schön, wenn die Frau ein eigenes Taschengeld dazuverdient und sich auch mal was Kleines gönnen kann.“

Toll, nicht wahr?! Der Mann malocht und finanziert das Leben, die Frau darf ein bisschen Taschengeld verdienen. Man will ja nicht immer den Mann fragen. Dafür sitzt die Frau in ihrem Arbeitszimmer und tippt son bisschen vor sich hin. Niedlich, die Kleine mit ihrem Taschengeld!

Diese und ähnliche Sätze müssen sich viele arbeitende Mütter anhören, die sich für Teilzeit entschieden haben, weil sie auch ein bisschen Zeit mit ihrem Kind verbringen wollen. Und diese und ähnliche Antworten geben diese Mütter den frech Fragenden – oder sie denken diese Antworten auch nur noch, weil sie längst resigniert haben, ihren Gegenüber aufzuklären, sich gegen all die Vorurteile zu behaupten.

Teilzeit und dann auch noch Home Office: Mütter und die viel zitierte Vereinbarkeit

Und wenn man dann auch noch von zuhause aus arbeitet, im mysteriösen Home Office verschwindet, dann werden die Fragen manchmal richtig frech. Arbeitet sie da wirklich? Von zuhause aus? Geht das denn?! Frauen und Selbstverwirklichung, niedliche Hobbys, so ein bisschen für sich machen, das liegt vielen auf der Zunge.

„Die will doch nur spielen.“

Immer wieder höre ich diese Gespräche mit, wird mir von anderen Müttern davon berichtet, erlebe ich diese Fragen selbst. Mama in Teilzeit im Home Office, das nehmen viele nicht für voll. Man ist doch zuhause, da kann man doch schnell nebenher noch die Wäsche waschen?! Klar, mache ich doch im Büro auch, mal schnell aus dem Meeting raus und den Geschirrspüler anwerfen.

Wieso können wir es als Frauen eigentlich so selten jemandem rechtmachen? Und – wieso wollen wir es eigentlich ständig allen rechtmachen? Wir sollten über diese Kommentare hinweg sehen (ich kann es noch nicht, ich gebe es zu, ich rege mich immer noch auf, wie dieser Post zeigt!) und vor allem Solidarität mit anderen Frauen/Müttern zeigen, anstatt uns gegenseitig zu zerfleischen und aufeinander hinab zu sehen.

LINK-NAME