Home Office mit Baby -Tipps für das Arbeiten von zuhause aus

Als freiberufliche Journalistin ist die Elternzeit keine so richtige Elternzeit. Es gibt einfach immer etwas zu tun. Seit elf Jahren arbeite ich selbständig – das heißt zuhause im Home Office. Ein Jahr pausieren? Kam für mich nicht in Frage, bei keinem Kind. Immer wieder nahm ich Aufträge an, musste ich, um bei meinen Kunden nicht in Vergessenheit zu geraten. Und so sitze ich jetzt auch beim dritten Kind regelmäßig am Laptop und tippe meine Texte. Mittlerweile habe ich den Dreh etwas besser raus und arbeite um einiges effektiver als beim ersten Baby. Doch immer noch ist es ein Spagat, der nicht so ganz einfach ist – und manchmal würde ich auch einfach gerne ein bisschen Elternzeit haben, ich gebe es zu. Aber andererseits mache ich meine Arbeit einfach viel zu gerne! Was mir beim Home Office mit Baby hilft? Ich habe einmal einige Tipps zusammengefasst: 

Schafft Euch einen Laptop an!

Klar, gilt auch mit Baby eigentlich die Regel, dass das Büro ein Rückzugsraum sein sollte, wo man am besten die Tür zu machen sollte. Um der Familie zu signalisieren: Ich arbeite. Ich bin im Büro. Das ist mein Bereich und hier wird ich nicht gestört. Aber das Problem: Ein Baby kann noch keine Regeln lesen. Ein Baby weiß nicht, was eine geschlossene Tür bedeutet. Ein Baby hat ständig Hunger und will immer bei der Mutter sein! Deshalb: Kauft Euch einen Laptop. Und gewöhnt Euch an, auf dem Sofa auch zu arbeiten.

Und lernt einhändig zu tippen!

Denn mit Baby hat man viele Stillpausen. Babys sind hungrig. Ständig. Und je jünger sie sind umso länger brauchen sie zum Trinken. Und dann schlafen sie auch gerne auf dem Schoß nach dem Stillen ein. Und genau diese Zeit kann man bestens zum Arbeiten benutzen. Ich habe es angewöhnt, es mir vor dem Stillen gemütlich zu machen. Baby auf Stillkissen, so dass sie danach schön bequem schlummern kann ,sollte sie beim Trinken einschlafen. Wasserflasche in Reichweite genauso wie alle Arbeitsmaterialien, Stifte, Notizblock usw. Ich tippe mittlerweile mit einer Hand ganze Blogtexte und Emails.

Home Office mit Baby

Nutzt die Schlafpausen zum Arbeiten!

Das muss nicht nur am Schreibtisch sein. Denn viele Babys schlafen im Kinderwagen besonders gut und länger als im Bett. Meine Kinder schliefen nie im Bett. Nur auf dem Schoß, in der Trage oder im Kinderwagen. Im letzteren besonders lange. Ich habe mir also angewöhnt, das Baby um den Block zu schieben und sofort nach Haus zu eilen, sobald es die Augen zumachte. Um sofort loszuarbeiten. Allerdings will ich ja auch etwas von meiner Elternzeit haben. Deshalb arbeite ich dann auch gerne auf einer Parkbank, im Garten oder im Café. Oder nutze den Spaziergang für Telefonate.

Setzt Euch realistische Ziele!

Auch im Home Office muss man strukturiert arbeiten. Sogar strukturierter als im Büro, denn gerade mit Baby ist die Zeit knapp und lässt sich schwer planen. Denn Babys sind keine Maschinen und schlafen nicht auf Knopfdruck. Deshalb kommt man auch hier nicht um To Do Listen rum – und um realistische Ziele. Nehmt Euch nicht zu viel vor, sonst kommt nur eines dabei heraus: Frust.

Gliedert Eure To Do Liste!

Und gliedert Eure To Do Liste nach Aufgaben und wann Ihr sie erledigen könnt. Einige Aufgaben lassen sich super beim Stillen erledigen. Andere sind bestens für abends geeignet, wenn man müde ist und nicht mehr besonders kreativ sein kann (ich mache abends zum Beispiel gerne Dinge wie Bildbearbeitung oder Textformatierungen – für ganz neue Texte fehlt mir hingegen die Energie). Wieder andere Aufgaben lassen sich gut zwischendurch schieben, wenn das Baby sich selbst beschäftigt. Und die Aufgaben, für die Ihr wirklich Konzentration benötigt, solltet Ihr besondere Termine einplanen. Am Wochenende, wenn der Mann das Baby zwei Stunden im Kreis schieben kann zum Beispiel.

Lernt nein zu sagen!

Das musste ich wirklich erst lernen und es ist mir erst beim dritten Kind so richtig gelungen. Gerade am Telefon kann ich schlecht nein sagen. Und hab mich so immer wieder zu Aufträgen überreden lassen, für die ich eigentlich keine Kapazitäten hatte. Was dann wieder in Stress ausartete. Deshalb versuche ich nun konsequenter nein zu sagen. Was nicht immer gelingt. Aber immer öfter.

Fragt rechtzeitig nach Aufschub!

Fragt nicht auf dem letzten Drücker, wenn Ihr merkt, dass Ihr einen Termin nicht einhalten könnt. Wenn man rechtzeitig Bescheid sagt, kann noch umdisponiert werden – und oft lässt sich auch erstaunlich problemlos eine kleiner Terminaufschub gewähren. Und falls Ihr doch früher fertig werdet, umso besser. Und denkt Euch nicht irgendwelche Ausreden aus: Die Wahrheit kommt oft viel besser an. Ich bin meistens auf großes Verständnis gestoßen, wenn ich ganz offen sagte: „Ich habe es nicht geschafft, das kranke Baby hat mich total auf Trab gehalten“. Konstruierte Ausreden hören sich vor allem nach eines an: nach konstruierten Ausreden.

Seid nachsichtig mit Euch, wenn Ihr nicht alles schafft, was Ihr Euch vorgenommen habt!

Es klappt nun mal nicht alles- und gerade mit Baby passieren so viele unvorhergesehene Dinge. Seid nicht zu streng mit Euch und stellt die Ansprüche nicht zu hoch. Ihr seid nicht perfekt. Ihr müsst es auch nicht sein. Und wenn mal nicht alles so klappt, wie geplant, dann ist das kein Weltuntergang. Ihr seid keine Maschinen.

Vergesst Euch selbst nicht!

Es geht nicht nur um den Kunden. Um den Auftrag. Sondern immer noch vor allem um Euch. Und Euer Baby. Deshalb vergesst das Pausen machen nicht. Genießt die Zeit mit Baby anstatt die ganze Zeit aufs Handy zu starren. Und nutzt nicht jede freie Minute zum Arbeiten, auch wenn es verlockend ist. Nehmt Euch auch Zeit für Euch selbst. Für einen Kaffee. Die Beine hochlegen. Wie gesagt: Ihr seid keine Maschine. Ihr braucht auch Zeit für Euch. Das werden Euch alle danken: Die Kunden. Die Arbeit. Das Baby. Und Ihr Euch selbst.

 

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