„Kinder sind ein fantastisches Publikum“: Checker Tobi im Interview

Checker Tobi, das ist der Held meiner Jungs. Wenn Tobias Krell in seiner „Checker“-Sendung auf KiKA Kindern die Milch, das Lachen oder das Krankenhaus erklärt, dann lauschen meine Jungs andächtig, inhalieren quasi jedes Wort und können auch Wochen später noch jedes kleinste Detail wiedergeben. Sie erinnern sich an alles. Und selbst bei auf den ersten Blick nicht wirklich umwerfenden Themen wie „Nüsse“ sitzen sie wie gebannt da. Denn Checker Tobi gelingt es, die Dinge kindgerecht, aber immer spannend, nie von oben herab und auch mit einem gewissen Anspruch, also nicht bis ins Unkenntliche hinein vereinfacht, zu erklären. Ich habe mich riesig gefreut, dass er sich Zeit für ein Interview mit mir genommen hat. Und ja, so viel nehme ich vorneweg: Er ist in echt genauso ein cooler, sympathischer Typ wie im Fernsehen!

Tobi, Du bist Sohn eines Kameramanns – das scheint geprägt zu haben. Jedenfalls bist Du nach Deinem Soziologie und Politikwissenschaft-Studium beim Fernsehen gelandet. Wolltest Du von vorneherein zum Kinderfernsehen?

Tobi: Eigentlich wollte ich nicht vor die Kamera und auch das mit dem Kinderfernsehen war so nicht geplant. Ich wollte schon immer als Redakteur zum Fernsehen und war schon während meines Studiums beim SWR. Dann wurde ich zum Casting für das Checker-Format auf KiKA eingeladen..

Und hast dann wohl auch gleich überzeugt.

Tobi: Vielleicht lag es auch daran, dass ich es nicht unbedingt wollte, sondern es einfach mal probiert habe. Dadurch konnte ich das Casting recht locker angehen.

Deine Lockerheit ist auch sowas wie deine Markenzeichen. Du wirkst vor der Kamera unglaublich locker und offen. Bist Du denn überhaupt noch aufgeregt vor einem Dreh?

Tobi: Am Anfang, vor sechs Jahren, war ich natürlich aufgeregt, aber jetzt nach mehr als 120 Folgen Checker Tobi hat sich das gelegt. Ich weiß auch heute besser, was bei den Kindern ankommt und was nicht.

Was mir besonders gut gefällt: Du nimmst die Kinder ernst, deine Erklärungen sind nie von oben herab und genauso wenig künstlich kindlich-naiv. Du wirkst sehr authentisch, bei dem, was Du tust.

Tobi: Ich versuche immer der Tobi zu sein, der ich bin. Also ein neugieriger, erwachsener Mensch, der Fragen stellt. Und zwar Fragen, die auch Kinder stellen würden.

Und manchmal bist Du auch der Übersetzer?

Tobi: Genau, wenn Protagonisten zu kompliziert erklären, dann übersetze ich es für die Kinder. Wobei wir versuchen, von vorneherein Protagonisten zu finden, die kindgerecht erklären können.

Interview mit Tobias Krell zu seinem Kinofilm Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten

Für seinen Kinofilm übte sich Tobi sogar im Bollywood-Tanz.. (Foto: megaherz film und fernsehen)

In einer Checker-Tobi-Folge stecken 4-6 Wochen Arbeit

 Auch das ist ein Teil der Arbeit, man für eine Fernsehfolge aufwendet. Wie viel Arbeit steckt eigentlich in einer 24-minütigen Checker Tobi Folge?

Tobi: In einer Folge stecken vier bis sechs Wochen Arbeit. Das Drehen an sich dauert aber nur vier Tage, davon ein Tag im Studio, viel mehr Arbeit steckt in der Recherche und Vorarbeit, dem Suchen von Protagonisten und natürlich dem Schnitt und Ton.

Wenn ich mit meinen Jungs den Checker-Youtube-Kanal anschaue, dann habe ich das Gefühl, es gibt kaum ein Thema, das Du noch nicht gecheckt hast. Da geht es mal um Gletscher, mal um Intelligenz, ein anderes Mal um Venedig oder ums Pupsen. Letzteres eines der Lieblingsthemen meiner Jungs, die Folge haben sie bestimmt schon 20 Mal geschaut (nach dem dritten Mal hab ich sie nicht mehr angeschaut…). Woher kommen die Ideen für die Folgen?

Tobi: Wir haben zweimal im Jahr eine große Themensitzung, wo die Themen besprochen werden. Viele kommen bei uns aus der Redaktion und aus der zuständigen Redaktion beim Bayerischen Rundfunk, mit der wir eng zusammenarbeiten – aber ich bekomme auch viele Anregungen von Kindern, die ich alle auf einer Liste im Handy abspeichere. Und davon wird auch viel umgesetzt, zum Beispiel der Kampfsportcheck war so ein Wunsch, der richtig viel Spaß gebracht hat. Viele Themen überraschen mich immer wieder, ich lerne auch immer wieder Neues, was ich vorher so nicht wusste.

Welche Themen sind bei den Kindern denn am beliebtesten?

Tobi: Bei Youtube ist der Krankenhauscheck die am meisten aufgerufenste Folge, sehr beliebt ist auch der Polizei Check von Julian (der zweite aus dem Checker Team, Anmerkung der Inteviewerin). 

Du machst für die Folgen ja viele spannende Sachen wie Bungeejumping oder Kühe melken, triffst interessante Leute und reist umher. Gibt es denn einen Dreh, der Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Tobi: Das ist auf jeden Fall der „Leben und Sterben Check“. Wir haben das Thema sehr intensiv vorbereitet, uns mehrmals mit den Protagonisten getroffen. Das waren zum einen Bewohner in einem Hospiz, eine Bestatterin und Kinder, die einen Elternteil verloren hatten. Zu denen haben wir heute noch Kontakt, da hat sich eine besondere Beziehung aufgebaut. Die Sendung hebt sich auch von den anderen ab, zum Beispiel gibt es keine Checker-Fragen und sie hat eine ganz andere Tonalität und Intensität, das war auch beim Dreh so.

Das Thema Tod ist in einer Kindersendung ja auch nicht leicht umzusetzen.

Tobi: Da muss man natürlich anders herangehen, das stimmt. Aber wir wollten das Thema unbedingt umsetzen und waren uns von Anfang an sicher, dass man es für Kinder umsetzen kann.

Ich habe mir die Folge auch angeschaut und muss sagen, es hat wirklich funktioniert. Obwohl ich beim Zuschauen auch einige Male schlucken musste und meine Kinder viel Gesprächsbedarf hatten danach. Aber ich finde auch, es ist ein wichtiges Thema, was nun mal zum Leben dazu gehört. Und meine Erfahrung ist, dass Kinder damit oft viel pragmatischer umgehen als wir Erwachsenen und man sie nicht in Watte packen muss. Sag mal, fallen Euch nach mehr als 100 Folgen eigentlich überhaupt noch neue Themen ein?

Tobi: Ohja, da gibt es noch so einige Themen, die ich gerne einmal machen möchte. Bald kommt eine Folge über das Thema Geburt, was ich schon lange machen wollte. Genauso ein lang gehegter Wunsch von mir ist das Thema Zeit, das auch bald kommt.

„Kinder sind so ehrlich in ihrem Feedback“

Ich mag die Neugier sehr, mit der Du in deiner Sendung an die Dinge herangehst. Wenn man dich dabei so sieht, dann ist sofort klar: Der hat richtig Spaß an seinem Job. Was macht dir denn am meisten Spaß?

Tobi: Ich mag es, über den Tellerrand zu blicken und mich Woche für Woche mit neuen Themen auseinanderzusetzen. Und ich liebe es, für Kinder zu drehen! Kinder sind ein fantastisches Publikum! Sie sind so wach und auch so ehrlich in ihrem Feedback.

Wie bekommst Du denn Feedback von Deinen Zuschauern?

Tobi: Viele Kinder schreiben Briefe, über die ich mich unheimlich freue. Auch von den Eltern kommen Rückmeldungen, die dann über Instagram oder Facebook. Und manchmal sprechen mich Kinder auch auf der Straße an – das freut mich immer sehr!

Du bist ja als Moderator auch eine öffentliche Person. Und seit Deinem großartigen Kinofilm (über den ich hier berichtet habe) bist Du noch einmal bekannter geworden. Trotzdem ist ja der Checker Tobi eine Kunstfigur – als die Du total natürlich rüber kommst. Wie viel Tobias Krell steckt denn in Checker Tobi?

Tobi: Ich sag‘ es mal so: In Checker Tobi steckt viel Tobias Krell. Und in Tobias Krell steckt viel Checker Tobi – und noch einiges mehr.

Du bist unglaublich aktiv als Moderator, neben den Checker Tobi – Sendungen gibt es noch das CheXperiment, was meine Kinder auch sehr mögen. Du hast den Kinofilm gemacht, moderierst auch mal Veranstaltungen und andere Sendungen auf KiKA. Möchtest Du eigentlich auch mal eine Sendung für Ältere machen?

Tobi: Das kann ich mir gut vorstellen, auch ein weiteres Filmprojekt möchte ich sehr gerne machen. Die Mischung bringt einfach total Spaß, es ist immer wieder spannend. Und es kommen bestimmt noch einige tolle Sachen hinzu!

Das will ich ganz stark hoffen – und meine Kinder ganz genauso! Über einen neuen Film würden wir uns sehr freuen, denn er hat nicht nur meinen Kindern wahnsinnig gut gefallen, sondern auch mir! Lieben Dank für das Interview, Tobi, unser Telefonat hat mir viel Spaß gebracht!

Und falls Ihr die Checker Tobi-Sendungen auf KiKA noch nicht kennt, dann schaut sie mal mit Euren Kindern an. Falls Ihr so wie wir keinen Fernseher habt, dann könnt Ihr sie auch in der KiKA-Mediathek anschauen oder aber auf Youtube. Ich würde sie für Kinder ab fünf Jahren empfehlen, aber auch aufgeweckte Vierjährige können folgen – und Grundschulkinder werden so richtig ihren Spaß haben!

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Ein Kommentar zu “„Kinder sind ein fantastisches Publikum“: Checker Tobi im Interview

  1. Tobi ist so sympathisch und mein Großer liebt die Sendungen (im Moment auch besonders den Pups Check 😂). Wir freuen uns auf viele weitere Folgen. Und dir, Nathalie, danke für deine Zeit und für dieses Interview. Viele in unserem Bekanntenkreis kennen die Sendungen gar nicht, was ich sehr schade finde. Das Checker Team hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.

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