Janosch ist wieder da! Neue Geschichten vom Tiger und Bär – neu erzählt nach Janoschs Figurenwelt

*Werbung und Buchtipp*

Janosch ist wieder da! Einer der Helden meiner Kindheit. Ich habe die Bücher geliebt – diese kurze, knappe Sprache, diese liebenswerten Figuren mit allen ihren Eigenarten, der Tiger, der Bär, die Tigerente, die Suche nach Panama, Kasper Mütze und wie sie alle heißen. Diese mal lustigen, mal skurrilen, mal traurigen, mal melancholischen Geschichten. Dazu diese wunderschönen Illustrationen von Janosch, in seinem ganz eigenen Stil. Der Tiger und der Bär zierten in Postergröße meine Kinderzimmerwand und ich hatte unzählige Postkarten gesammelt und Bleistifte mit Tigerentenmotiv in meiner Federtasche. Und nun sind genau meine Lieblingsfiguren wieder da mit neuen Geschichten: der Tiger und der Bär – und mit ihnen natürlich die Tigerente und all ihre Freunde wie der Reiseesel Mallorca und der Fuchs. Doch die neuen Geschichten, die im Ellermann Verlag erschienen sind, sind nicht vom mittlerweile 87-jährigen Janosch (oder Horst Eckert, wie er eigentlich heißt), sondern erzählt von Florian Fickel und illustriert von Johanna Seipelt. Aber sie sind nah am Original und lassen die ganze Figurenwelt wieder lebendig werden – was nicht für Kinder eine Freude ist sondern auch für uns Große zum Vorlesen, denn da werden Gefühle aus der Kindheit wieder wach! 

Neue Janoschbücher - neu erzählt im Janoschstil

Da sind sie wieder. Sätze wie „Der kleine Tiger und der kleine Bär wohnten in einem gemütlichen Haus am Fluss, und das Leben war schön. Und wenn das Leben schön ist, macht man sich weniger Sorge. Steht in keinem Schulbuch, ist aber so.“ Und Sätze wie „Am Abend saßen der kleine Tiger und der kleine Bär auf einem weichen Sofa aus Plüsch. Hatten es auf einen kleinen Maulwurfshügel gestellt. Hat man einen guten Ausblick. Und ein guter Ausblick bringt große Glückseligkeit.“ Oder Sätze wie „He, habt ihr keine Hupe?, fragte der flinke Fisch und zeigte den beiden einen Vogel. Steht im Schifffahrtsgesetz, Seite siebenundsiebzig. Kommt gleich nach Seite sechsundsiebzig.“

Das sind Sätze, die bringen einfach Spaß.

Beim Vorlesen.

Beim Selberlesen.

Die gehen beim Vorlesen einfach so über die Zunge.

Dieser Sprachfluss, diese Sprachmelodie – da liegt Florian Fickel ganz nah an Janoschs Sprache Ohne sich anzubiedern. Und mit dieser Sprache voll von Ellipsen, also Satzverkürzungen, ist es wieder da, dieses ganz eigene Janosch-Gefühl. Auf einmal ist es wieder da, dieses warme Gefühl, das sich beim Janosch-Lesen einstellt, die Erinnerungen an die Kindheit, das, was ich mit diesen Bildern verknüpfe, das Poster vom kleinen Tiger und kleinen Bär, der Tigerentenbleistift und die Froschaufkleber aus meinem Stickeralbum. Ich habe als Kind diese warmherzigen Geschichten über Freundschaft und das wahre Glück im Leben geliebt, die Moral, die in den Geschichten vom Tiger und Bären steckte, die nie mit dem erhobenen Zeigefinger daherkam, die nicht mit der moralischen Keule sondern subtil und absolut liebenswert rübergebracht wurde. Heute als Erwachsene verstehe ich diese Botschaften über das, was im Leben wirklich zählt und das Füreinanderdasein erst so richtig – das sind diese zwei Ebenen, die ich bei Janosch immer sehr schätzte.

 

Neue Geschichten vom Tiger und Bären – erzählt und gemalt im Janosch-Stil

Und all das gibt es auch in den neuen Geschichten von Tiger und Bär von Florian Fickel. Er schafft es, genau dieses Gefühl aufleben zu lassen, seine Geschichten sind genauso warmherzig wie die alten Geschichten von Janosch und die Figuren haben genau wie früher alle ihre Ecken und Kanten, ihre Fehler und Eigenarten, die sie so liebenswürdig machen. Ganz behutsam hat sich Florian Fickel so dem Janosch-Stil genähert. Dazu kommen die Bilder von Johanna Seipelt, die ganz dicht am Original sind. Was mir gut gefällt: Eine moderne, eigenere Interpretation hätte nicht zu diesen Figurenwelten gepasst.

 

Gleich drei neue Bücher vom Tiger und Bären sind im Ellermann Verlag erschienen und alle drei sind wunderschön warmherzig erzählt – und handeln von wahrer Freundschaft und den wirklich wichtigen Dingen im Leben. „Freunde, ist das Leben schön!“ ist ein Band mit gleich 10 Tiger und Bär-Geschichten auf mehr als 120 Seiten (15 Euro, gebundene Ausgabe). Da geht es um das Finden eines Schatzes, um den Umgang mit Fremden, das Trösten von Freunden, wie man gemeinsam stärker ist als alleine und das Streitschlichten. Wichtige Themen – nicht nur für Kinder.

Der kleine Tiger wünscht sich Tigerfreunde“ erzählt eine Geschichte – wie der Tiger sich einen anderen Freund wünscht, nämlich einen Tiger, der so ist wie er selbst. Sein Wunsch geht in Erfüllung – und neben ihm liegt ein Tiger statt des Bären (43 Seiten, 10 Euro, gebundene Ausgabe). Eine süße, lustige Geschichte, bei der am Ende alle Tigerstreifen haben und natürlich am Ende sich herausstellt, dass das Beste auf der Welt ist, einen Bärenfreund zu haben.

„Als Tiger und Bär beinahe das Beste verpassten“  (ebenfalls 10 Euro, gebundene Ausgabe) erzählt auf ebenfalls 43 Seiten eine Geschichte, die beim genauen Lesen wie eine Mahnung an uns Große wirkt. Der Tiger und der Bär wollen nämlich nicht verpassen, was ihre Freunde machen. Und deshalb bauen sie sich eine Nachrichtenmaschine (haben wir Großen ja alle in der Handtasche und viel zu oft in der Hand…) mit der man sich gegenseitig Nachrichten schicken kann. Bald schon haben alle Tiere im Wald so eine Maschine und schicken sich ständig Nachrichten, was sie gerade machen. Aus Angst, die Nachrichten zu verpassen, bleiben sie alle zuhause. Und verpassen natürlich so das Beste, das wahre Leben. Denn das erlebt man nicht durch eine Nachrichtenmaschine (oder das Liken von Instagrambildern) sondern durch das Herausgehen in die Welt, die echte  Welt.

Neue Bücher nach der figurenwelt von Janosch vom Tiger und Bär - Buchtipp zum Vorlesen und SElberlesen

Geschichten von Freundschaft

Alle Bücher sind durch die vielen schönen Illustrationen sowohl zum Vorlesen als auch Selberlesen geeignet, ab vier Jahren haben Kinder daran ihren Spaß – aber auch mein Schulkind war begeistert. Und ich auch. Wie ich schon sagte: An diesen Geschichten gibt es immer auch eine Ebene für uns Große und der feine Humor in Janoschs Sprache (die Florian Fickel einfach gut drauf hat) macht einfach Spaß. Wunderschöne Kinderbücher – am besten gleich alle kaufen und für Weihnachten zurücklegen!

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Ein Kommentar zu “Janosch ist wieder da! Neue Geschichten vom Tiger und Bär – neu erzählt nach Janoschs Figurenwelt

  1. Janosch! Janosch! Ach wie toll! Ist ganz an mir vorbeigegangen, dass es da endlich etwas Neues gibt. Wir hatten in den letzten Wochen die alten Bücher aus der Bücherei ausgeliehen und haben auch einen Janosch Tonie. Ach Weihnachten kann kommen. Auch für mich *g*

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