Der nicht endenwollende Haushalt: Immer diese Stapel

Kennt Ihr das mit den Stapeln? Ich gebe es zu: Ich bin eine leidenschaftliche Stapelbilderin. Überall im Haus befinden sich kleine Stapel. Auf der Treppe in den ersten Stock lagern Bücher, Socken und Teetassen, die ich mit nach oben nehmen möchte. Wenn ich denn mal die Hände frei habe. Nur trage ich meistens etwas in der Hand. Am oberen Ende derselben Treppe lagern die benutzten Teetassen, die ich irgendwann mal nach unten tragen will und die ausgelesenen Zeitschriften. Unser Haus besteht aus Stapeln! Und das Schlimme ist: Kaum habe ich einen Stapel weggeräumt, wächst an anderer Stelle schon der nächste.

Treppen sind eine ganz miese Sache. Denn ihre Stufen bieten so schön viel Platz, um Dinge zu stapeln. Die man mit nach unten nehmen möchte. Oder mit nach oben. Das Problem nur: Ich habe eigentlich immer volle Hände, wenn ich das Stockwerk wechsel und von daher leider keine Möglichkeit einen dieser Stapel abzutragen. Weil ich mich immer schön an die Regel halte: Nie mit leeren Händen gehen! Also nehme ich immer brav etwas mit. Das leere Glas. Den Wäschekorb. Die leere Kekspackung. Das schnurlose Festnetztelefon auf seiner Wanderung durchs Haus.

Immer diese Stapelei! Ordnung halten ist schwer...

Tassenstapel warten darauf, mit nach unten genommen zu werden…

Wir haben drei Stockwerke und somit zwei Treppen. Was im Klartext bedeutet: Viel Platz für Stapel. Die Treppe vom Wohnzimmer in mein Büro? 20 kleine Stapel. Die jeden Tag wachsen. Jede Stufe ein kleines Zwischenlager. Mit Post, Werbeflyern, leeren Tassen, Altpapier, Briefumschlägen, Ordnern und was man halt so hin- und hertransportieren muss zwischen Büro und Wohnzimmer.Treppen sind ja so praktisch, nicht wahr?!

Kaum ist ein Stapel weggeräumt, ist ein anderer auf einmal da

Doch auch ein Bungalow oder eine Wohnung ohne Treppen wäre keine Lösung. Auch wenn, ich es manchmal in einem Stoßseufzer schon gewünscht habe. Denn wenn ich es mal schaffe, einen dieser Treppenstapel abzuarbeiten, dann lege ich die Sachen … richtig… auf den nächsten Stapel. Auf die Kommode neben den Esszimmertisch. Dort stapeln sich Kochzeitschriften, noch nicht abgeheftete Kunstwerke meiner Kinder und allerhand Zettelkram, von dem ich gar nicht weiß, wohin damit. Von diesem „Ich weiß nicht, wohin damit“-Kram gibt es übrigens viel. Ein Großteil der Stapel, die ich an strategisch günstigen Orten im Haus verteilt habe, beherbergen diesen Kram. Kassenbons, Aufkleber, Heftklammern, Stifte, ….

Immer diese Stapelei! Ordnung halten ist schwer...

Die Kinder haben sich das Stapeln auch schon angewöhnt.

Neben diesen heimatlosen Dingen gibt es dann noch die diversen thematischen Stapel. Der Zeitschriftenstapel im Wohnzimmer. Der nun Gesellschaft bekommen hat von einem zweiten Zeitschriftenstapel. Der Kunstwerkstapel im Esszimmer. Der Altpapierstapel in der Küche. Der Altpapierstapel neben der Haustür (das ist das Altpapier, was ich aus der Küche immerhin bis zur Haustür gebracht habe!). Der frisch gewaschene noch nicht eingeräumte Kleiderstapel im Schlafzimmer. Der noch nicht gewaschene Kleiderstapel in der Badewanne neben der Waschmaschine. Der „dieses Spielzeug gehört nicht hierhin“ Stapel mit dem Spielzeug meiner Kinder, wo ich alles draufschichte, was mir außerhalb des Kinderzimmers unter die Augen kommt.

Es gibt viele dieser Stapel.

Immer diese Stapelei! Ordnung halten ist schwer...

Zeitschriften. Bücher. Spielzeug. Stapel. Wohin das Auge blickt. Es ist ja so praktisch!

Und das Problem: Sie werden nicht kleiner .Wie durch Zauberhand wachsen sie plötzlich, scheinbar innerhalb von Sekunden. Und wenn man sie abträgt, wachsen sie einfach nach! Schneller als man gucken kann! Kaum umgedreht und weggeräumt,  ist der Stapel wieder da. Mit neuen Dingen, in neuer Pracht und mit diesen schlechten Gewissen machenden Unterton: „Du kannst ja noch nicht mal richtig aufräumen.“

So wachsen diese Stapel immer neu und an immer kreativeren Orten, wo ich vorher keine Stapel vermutet hätte. Als ob ich einen Super-Stapel-Dünger besitze. Jeder Gärtner würde sich danach die Hände lecken. A propos Garten. Dort gibt es sie leider auch, diese Stapel. Der Stapel grad nicht gebrauchter, nicht mehr ganz schöner, aber zu  schade zum Wegwerfen Blumentöpfe. Der Stapel alter Plastikübertöpfe. Die Stapel der abgelegten Gartenhandschuhe.

Das mit dem Ordnunghalten muss ich noch etwas lernen. Denn bei mir endet Aufräumen immer im Stapel-Bauen. Unser ganzes Haus ist voll von Stapeln. Größere und kleinere. Eine Deko der etwas anderen Artm, Interior Design für das Leben mit Kindern!

Stapel, wohin das Auge blickt!

Tipps zum Aufräumen: Theorie und Praxis

Ich weiß, dass ich diese Stapelbildung vermeiden sollte. Ich kenne mich bestens aus mit Aufräumtheorie. Ich liebe Aufbewahrungsboxen und kann bei keinem Ikeabesuch ohne Schachteln und Döschen herausgehen. Ich weiß, dass man für jedes Ding einen festen Platz einrichten sollte, wo man es auch immer wieder hinräumt. Ich weiß, dass es ja viel weniger Zeit kostet, alles sofort wegzuräumen anstatt sich mit dem Stapel zu befassen. Ich weiß, dass man mit diesen Stapeln den Überblick verliert. Ich weiß, wie diese Stapel aussehen. Ich weiß, dass an sich wohler fühlt in einem ordentlichen Haus. Ich weiß, dass ich eh zu viel besitze!

Ja, ich weiß!

Ich bin wirklich ein guter Theoretiker! Ich habe unheimlich viele Bücher zum Ordnunghalten gelesen. Ganz hervorragende Aufräum-Bücher wie „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ (Affiliate Link), ein Buch, was mich sehr motiviert hat und was wirklich gute Tipps für Ordnunghalten liefert und was ich Euch wärmstens empfehlen kann. Nur: Diese Motivation hielt bei mir äußerst kurz an. Die Stapel wuchsen einfach weiter und kaum drehte ich mich um, war wieder ein neuer Stapel da.

Immer diese Stapelei! Ordnung halten ist schwer...

Stapel auf dem Wäschekorb. Auch so ein Kapitel für sich.

Es ist einfach so, dass in einem nicht endenwollenden Haushalt mit Kindern irgendwo ein kleiner Zwerg sitzt, der munter Stapel baut, die immer weiter wachsen. Das ist derselbe Zwerg, der den Wäschekorb immer wieder neu auffüllt, wenn man gerade eine Waschmaschinenladung in den Schrank geräumt hat. Es ist auch genau der Zwerg, der den Geschirrspüler wie von Geisterhand wieder befüllt, kaum dass man ihn ausgeräumt hat. Dass er auch für die ganzen Krümel verantwortlich ist, die sich sofort nach dem Staubsaugen auf dem Boden ausbreiten, muss ich nicht erwähnen, oder?!

 

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22 Kommentare zu “Der nicht endenwollende Haushalt: Immer diese Stapel

  1. Herrlich das zu lesen – ich musste bei so manch einem Stapel schmunzeln.
    Könnte bei uns sein.
    Die Treppen sind zwar meist frei – aber sonst gibt es aber überall „ich weiß nicht wohin damit“ Stapel.

    Ich frage mich bei anderen oft, wie sie das machen – ein Tisch, ein Regal, usw. so ganz ohne Stapel 😉

    Vielen Dank für den Artikel 🙂

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  2. Erfrischend, ehrlich und lustig dein Beitrag. Danke fürs Teilen.
    Ich sitze hier gerade schmunzelnd auf meinem Bett und betrachte meinen Stapel, der stets in greifbarer Nähe ist 😉
    Wir haben zwar keine Treppen im Haus, jedoch achte ich auch immer darauf, die Treppen runter zum Keller nicht mit leeren Händen zu gehen. Vor der Arbeit noch schnell die Wäsche mit runternehmen, den Müll oder die Kartons. In die umgekehrte Richtung dann Getränke mit hochnehmen, oder Reis (wir bunkern die 18 kg Säcke im Keller 😉) oder die gewaschene Wäsche.
    Mittlerweile hab ich aber auch eine Gelassenheit entwickelt. Meine herumliegenden Bücher sind mir viel wichtiger wie so manch ein hereinplatzender Besuch. Von daher dürfen sie auch an ihren Lieblingsplätzen verweilen. 😉

    Liebe Grüße,
    Ewa

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