Basteln mit Pompons – Scheitern leicht gemacht

Nein, das Basteln und ich, wir werden einfach keine Freunde mehr. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass ich Linkshänderin bin. Darauf habe ich in der Schulzeit immer meine schlechte Handschrift geschoben. Letztens scheiterte ich mal wieder grandios bei einem Bastelversuch. Und zwar bei dem Versuch, „kinderleicht“ mit Pompons zu basteln. Und meine Kinder mussten bei meinem Scheitern zusehen. Sie trugen es mit Fassung. Ich nicht.

Pompons basteln, Pompon

Pompons basteln: Kinderleicht? Nun ja. Nicht nur für jeden, wie es scheint.

Ganz einfach sollte es sein, hieß es im Bastelbuch. Einfach ein bisschen Wolle um so einen Pappring wickeln, aufschneiden, fertig ist der Pompon, den wir dann lustig mit Wackelaugen bekleben wollten. Denkste!

Kinderleichtes Basteln und wie ich dran verzweifelte

Schwierigkeitskategorie 1 stand da. Idiotensicher. Genau das Richtige für mich. Nun ja. Für mich muss es wohl Kategorie 0 sein, ist meine nachträgliche Erkenntnis. Jedenfalls wenn es um Pompons geht. Es fing schon damit an, den Pappring auszuschneiden. Ich kann einfach nicht auf der Linie schneiden, mein fünfjähriger Sohn kann das besser. Diese Aufgabe konnte ich immerhin erfolgreich an ihn delegieren. Glück gehabt!

Beim Wolleumwickeln sollte ich dann aber ran. Er wollte es erst mal bei mir sehen, wie aus dem Pappring und dem Wollknäuel ein Pompon wird. Mir fiel keine Ausrede mehr ein. Vier erwartungsvolle Jungsaugen schauten mich an. Ich nahm beim ersten Versuch dünne Wolle. Und stellte schnell fest: So dauert es viel zu lange, bis das Loch gefüllt ist. Ich wickelte und wickelte, nichts tat sich. Dafür fiel es mir ständig aus der Hand und der halbfertige Pompon wickelte sich von selbst wieder ab.

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Pompons basteln mit Pappring: Im Bastelbuch hieß es, er soll offen sein. Dann fällt aber die Wolle immer raus. Nimmt man aber einen geschlossenen Ring, wird es noch fummeliger.

Also spendierte ich für unser Pompon-Abenteuer ein Knäuel dicker Wolle mit Stärke 10 aus meiner Strickkiste (ja, ob Ihr es glaubt oder nicht: Ich kann tatsächlich stricken und das gar nicht mal so schlecht!). Die gute Wolle, ich war großzügig. Nun ging es schneller. Aber es war auch fummeliger. Und noch fummeliger. Es machte mich kribbelig.

Der Faden wollte nicht so wie ich, meine Finger juckten und zuckten und es überkam mich dieser Impuls, diesen halbfertigen Pompon in die Ecke zu pfeffern und laut SCHEISSE zu brüllen.

Pompons basteln kinderleicht?

Tat ich natürlich nicht. Man ist ja auch Vorbild. Ein Paradebeispiel an Disziplin. Ich flötete mit zusammengebissenen Zähnen: „Gleich haben wir es geschafft. Das bringt ja Spaß, so  Pompons zu basteln.“ Meine Jungs kennen ihre Mutter. Sie nahmen es mir nicht ab, ließen sich aber nichts anmerken und machte eine gute Miene. „Nicht so fest ziehen“, gab mir mein Großer noch als Ratschlag mit auf den Weg ins Pompons-Abenteuer, aber auch das ohne allzu besserwisserisch zu sein (und das können Fünfjährige ja allzu gut…).

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Irgendwie schaffte ich es gefühlten 20 0000 Wollfadenumdrehungen später. Pompons auf der Zielgeraden! Meine Finger zuckten wie wild, innerlich war ich auf 180, ach Quatsch, 200. Auf was hatte ich mich nur eingelassen?! Das Basteln und ich, das ist so eine Sache. Es gibt nunmal Dinge, die passen nicht zusammen. Man sollte sie auch nicht zusammenlassen. Das könnte böse Folgen haben. Wasser und Strom etwa. Oder mich und filigrane Bastelarbeiten.

Weiter ging es. Mit der Schere die Wollfäden aufschneiden. Hört sich einfach an? Ist es nicht. Ist die Schere scharf genug, ist sie aber zu breit, um unter die Fäden zu kommen. Ist die Schere fein genug, ist sie zu stumpf. Ich säbelte und säbelte  an diesem halbfertigen Pompons-Ding und kämpfte mich Wollfaden für Wollfaden vorwärts, Bäche von Schweiß tropften von meiner Stirn, meine Finger wurden rutschiger und da war er wieder dieser Impuls SCH…. zu rufen. Ich bezwang ihn, innere Stärke, das ist etwas, was Du als Mutter echt lernen musst.

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Alle Fäden gekappt. Die Hälfte rausgefallen aus der Pompons-Form. Egal. Weiter, immer weiter! Faden zwischen die Pappscheiben klemmen und festziehen. Und dann den Knoten, aber so, dass kein Faden rausfällt und nicht alles auseinanderfällt, ehe der Knoten fest ist.

Ähm ja, muss ich erwähnen, dass ich es nicht schaffte, den Faden festzuziehen, bevor alles herausfiel?

Muss eine Mama basteln können? Gewiss keine Pompons!

Am Ende hielt ich ihn in der Hand. Meinen ersten selbstgebastelten Pompons. „Der ist aber nicht rund“, motzte der Große. „Der sieht aus wie eine kaputte Schneeflocke“, nörgelte der Kleine. Ich versuchte, mit der Schere herausragende Fäden zu stutzen. Das Ergebnis war nicht wirklich besser. Ich stopfte alles irgendwie fest. Ein Pudel im Regen. Ein Pudel mit Dauerwelle. Mir fehlen die Worte, dieses ETWAS zu beschreiben. Alles, aber kein Pompon.

Das wirkliche Drama begann da ja erst: Nun sollte das DING noch mit Wackelaugen und aus Filz ausgeschnittenen Walfischflossen beklebt werden. Walfische aus Pompons! Sahen im Bastelbuch soooo niedlich aus. Und so einfach. So idiotensicher.  Walfisch aus Pompons hieß im Klartext: kleine Fipsel ausschneiden. Sich selbst mit Klebe festkleben. Alles klebte, nur nicht die Walfischflosse. Nein, ich werde keine Bastelqueen mehr. Der Zug ist abgefahren. Und das mit den Pompons, ich hoffe, ich muss das nicht noch mal machen.

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Das ist doch wohl ein runder Pompons, oder? Naja, fast rund jedenfalls.

Mein Großer muss meine Verzweiflung bemerkt haben. Er tröstete mich abends im Bett: „Mama, das nächste Mal kaufen wir einfach fertige Pompons.“

Es beruhigt mich ja, zu wissen, dass es anderen auch nicht besser geht als mir. Schaut mal hier bei Einer schreit immer. Da klappten die Cupcakes nicht so ganz wie sie sollten…

Und was sind Eure größten Misserfolge in Sachen Basteln, DIY oder Backen?

13 Kommentare zu “Basteln mit Pompons – Scheitern leicht gemacht

  1. Es gibt da ein paar Tricks, die das ganze enorm vereinfachen: 1. Den faden zum schließen schon am Anfang zwischen die zwei schablonen legen und dann erst wickeln. 2. Unbedingt geschlossene schablonen nehmen und anfangs auch lieber etwas größer arbeiten, bis man den dreh raus hat 😉 3. Die wolle gleich doppelt oder dreifach nehmen. Dann wickelt es sich schneller und das Endergebnis beeinflusst das nicht.

    Gib nicht auf, man muss ja nicht alles auf Anhieb schaffen 🙂

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  2. Haha also so ganz stimmt das ja nicht, dass du und Basteln keine Freunde werdet. Denn diesen Blog hast du mit ganz viel Liebe zusammengestellt und ich lese hier wirklich immer sehr gerne 🙂

    Mach weiter so und liebe Grüße

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