10 Dinge, die unsere Kinder nicht mehr kennen

„Mama, was ist das?“ – „Eine Telefonzelle. Da kann man telefonieren.“ – „Aber wie denn? Das ist doch viel zu groß für deine Handtasche.“ Ja, und einen Touchscreen hat so eine Telefonzelle auch nicht! Dieser Dialog am heutigen Morgen brachte mich staunend darauf, wie sehr sich die Welt seit meiner Kindheit und Jugend verändert hat. Und wie viele Dinge, die für uns selbstverständlich waren, meinen Kindern gänzlich unbekannt sind. Die Spannung, wenn man die entwickelten Fotos aus dem Laden abholte. Die gefürchteten Verkehrsnachrichten beim Kassetteaufnehmen. Und noch viel mehr…

10 Dinge, die unsere Kinder nicht mehr kennen - von der diskette über die Fotonegative bis zur Telefonzelle - die Zeit vergeht! Lustiger Text, Kolumne mit lustigen Sprüchen

Ja, die Zeiten ändern sich. Meine Kinder können nichts mehr mit dem Spruch „Wer den Taler nicht ehrt, ist es des Pfennig nichts wert“ anfangen – und auch beim Begriff Groschen fällt kein Groschen mehr. Ich wundere mich manchmal selbst darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit wir uns heute ins Auto setzen und uns vom Navigationsgerät leiten lassen – mit was für einem Vertrauen in die Technik. Es gibt so einige Dinge, mit denen ich aufgewachsen bin – und die meinen Kindern vorkommen müssen wie Anno dazumal, wie ein weit entferntes Märchen. Es fehlt nur noch, dass ein „Mama, bist du alt, du weißt ja noch, wie man eine Straßenkarte faltet“ kommt!

Dinge aus meiner Jugend, die die Kinder heute nicht mehr kennen

Telefonzellen und die 20 Pfennig, die man für den Notfall immer dabei hatte

Ein paar Relikte gibt es ja noch. Aber ich muss gestehen: Ich weiß gar nicht, wie viel man heute reinwerfen muss, um zu telefonieren. Früher waren es 20 Pfennig. Die steckte meine Mutter mir immer „für den Notfall“ ins Portemonnaie. Nie das Haus ohne 20 Pfennig verlassen – das ist so ähnlich wie heute: Nie das Haus ohne aufgeladenen Akku verlassen. An diese lustigen Klingelstreiche bei den kostenlosen Telefonnummern erinnere ich mich auch nur zu gut. Die Kinder von heute vertreiben sich die Wartezeit auf den Schulbus nicht mehr zu siebt in eine Telefonzelle gedrängt und lilafarbene Wurstpelle bei der kostenlosen Hotline des Wurstherstellers meldend. Schade eigentlich. Erscheint mir im Nachhinein durchaus witziger als auf dem Handy vor sich hin zu daddeln.

Telefone mit Kabeln und der hilflose Versuch, sich damit ins eigene Zimmer zu verziehen

Wo wir beim Telefon sind. In unserem Haus schwirrt tatsächlich noch so ein Ding mit historischem Wert rum: ein Telefon mit Kabel. Das entdeckte mein Kleiner in einer Schublade, ich hatte schon vollkommen vergessen, dass wir es dort mal platziert hatten (wieso eigentlich? Als Notreserve, falls unser schnurloses mal versagt und zufällig auch genau dann das Handynetz ausfallen sollte?!). So ein Telefon war früher in der Regel im Wohnzimmer platziert. Und wenn man mal in Ruhe telefonieren wollte (aber bloß nicht zulang, sonst war in einer Stunde das ganze Taschengeld futsch!), musste man irgendwie hoffen, dass das Kabel lang genug war, um bis ins Zimmer zu reichen. Zur Not saß man halt auf dem Klo, hauptsache Ruhe.

Telefon,

„Mama, was ist das?!“ Einen Touchscreen suchte mein Sohn auf diesem alten Relikt (war damals hochmodern!) vergeblich. Und nein, das Kabel war nicht zum Akkuaufladen da.

Die riesige Straßenkarte auf den Knien, um den Weg zu finden

Achja. Diese riesigen, 2 Quadratmeter großen Straßenkarten, wo man die Straße im Straßenverzeichnis suchte und dann in einem Quadranten D7 mit einem Ausmaß von 20 Quadratzentimetern nach der gesuchten Straße fahndete. Das war nur die Vorbereitung für die Autofahrt quer durch Hamburg, immer im Wechsel auf die kaum lesbaren Straßenschilder, die Karte auf den Knien, die man zwischendurch noch mal wenden musste und achja den Verkehr schauend. Im Nachhinein wundere ich mich schon, dass ich tatsächlich 23 Jahre ohne einen Unfall Autogefahren bin (den Einparkrempler lasse ich mal unter den Tisch fallen, der hat nix mit der Autokarte zu tun). Die größte Herausforderung folgte dann am Ziel: Die 2 Quadratmeter Karte wieder ordnungsgemäß zusammenzufalten!

Das Lungern vorm Radio und Aufnehmen einer Kassette

Ja, so habe ich so manchen Sonntag verbracht! Vorm Radio, die leere Kassette im Fach, den Finger auf dem Aufnahmeknopf. In der Hoffnung, dass doch endlich das Lieblingslied gespielt wird. Und dann kam es endlich nach drei Stunden Warten und was geschah? „Wir unterbrechen dieses Lied für eine wichtige Verkehrsnachricht. Auf der A1…“ Und was für ein Durchatmen, wenn man das Lied im Kasten hatte ohne Geisterfahrerwarung mittendrin! Heute hören die Kiddies mit ihren Telefonen Musik. Die wissen ja gar nicht, wie sich das anfühlt, wenn man eine selbstaufgenommene Kassette mit in Schönschrift beschriebener Songlist geschenkt bekam. Was da für Arbeit hintersteckte!

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Wie viele Sonntage ich vorm Radio verbracht habe, um meine Lieblingssongs aufzunehmen…

Das bange Hoffen, dass nicht die Mutter ans Telefon geht, wenn man den Schwarm anruft

Kennt Ihr das auch? Da hat man die Telefonnummer aus dem Telefonbuch (noch so ein Relikt!) ausfindig gemacht. Und endlich hat man sich getraut, die Nummer auch zu wählen. Ohne gleich wieder aufzulegen. Und dann wummert das Herz. Bumm. Bumm. Was sagen, wenn der Schwarm rangeht? Und vor allem: Was tun, wenn die Mutter rangeht?! Achja. Heute schicken sich die Kinder ruckzuck eine Whats App Nachricht und können minütlich überwachen, wann der Schwarm das letzte Mal online war.

Telefonnummern auswendig zu können

Wo wir beim Telefonieren sind. Hand aufs Herz: Wie viele Telefonnummern könnt Ihr noch auswendig? Ist ja auch viel leichter: Ein Tastendruck und zack wählt das Telefon von selbst. Waren das noch Zeiten, als man die Nummern sämtlicher Freunde auswendig lernte, der Eltern und noch vom Arbeitsplatz der Eltern (für den Notfall mit den besagten 20 Pfennig!). Ich kann immer noch die Telefonnummer auswendig, die wir hatten, als ich 6 Jahre alt war. Und heute wissen viele noch nicht einmal ihre eigene Handynummer.

Die Spannung vor dem Abholen der Urlaubsfotos

Mein Großer hat letztens einen alten Fotofilm in der Hand gehabt. So einen mit 36 Fotos, noch nicht benutzt. Er fand es sehr amüsant, dass man da nur Platz für 36 Bilder hatte. Aber es gab ja auch noch die 24er Filme! Und wehe, sie gingen im Urlaub zuneige, denn überall auf der Welt schienen Filme teurer zu sein als bei uns. Und dann die erste Amtshandlung nach dem Urlaub: Ab in den Fotoladen und die Filme abgeben. Und dann das bange Hoffen, dass nicht zu viele Bilder verwackelt oder unterbelichtet waren. Aber irgendwie auch schön, wie sie dann am Abend die ganze Familie einige Tage nach dem Urlaub zusammen über die frisch entwickelten Fotos beugte und noch einmal den Urlaub Revue passieren ließ. Hach.

NEgative, Filme, Fotos

Wisst Ihr noch, was das sind?! Negative! Die durften damals auf keinen Fall verloren gehen. Waren sie doch das Archiv sämtlicher Urlaube.

Diskettenwechsel beim Computerspiel

Das ist jetzt ein Punkt für Nerds! Ich fand tatsächlich eine Weile so Computerspiele wie Monkey Island oder Indiana Jones ziemlich klasse – erinnert sich jemand von Euch? Diese Grafiken sind ja schon allein aus heutiger Sicht … öhm… ja anders halt. Und dann musste man mittendrin im Spiel die Diskette wechseln! Zu so einem Spiel gehörten mitunter zehn Disketten, , erinnert Ihr Euch? 1,44 MB passte auf eine Diskette. Achja. Mein erster eigener PC hatte damals 12 MB Festplatte oder so ähnlich (oder waren es 14, naja ziemlich wenig jedenfalls). Und heute schicken wir sowas mal eben als Foto rum. Mit dem Handy!

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Das war schon eine moderne, kleine Diskette, auf die sage und schreibe 1,44 MB passten! Wow!

Das Warten aufs 56K-Modem

Oh nein, liebe Kinder von heute! Euer Telefon ist nicht langsam. Euer Laptop auch nicht. Wisst Ihr, was langsam ist? Ein 56K-Modem! Dieser Seitenaufbau. Entschleunigung pur. Und diese Tarife damals! Nix mit Flatrate. Man loggte sich ein, nachdem man die günstigste Verbindung nachgeschlagen hatte, loggt es sich zum Emailschreiben wieder aus und dann zum Versenden wieder ein. Jede Minute kostete bares Geld. Und man brauchte viele Minuten, bis so eine Email verschickt war.

Folien bemalen für ein Schul-Referat (und die Angst vor den zitternden Fingern am Overhead-Projektor!)

Heute bastel man mal eben eine Powerpoint-Präsentation. Da ist es egal, ob man eine gute Handschrift hat. Und die vor Nervosität zitternden Finger drücken allenfalls die Maustaste aus Versehen doppelt. Aber damals, da verbrachte ich noch Stunden damit, halbwegs lesbare Folien für ein Referat vorzubereiten. Und wehe, beim Folienwechsel zitterten die Finger. Dieser fiese Overheadprojekte übertrug es in zigfacher Vergrößerung!

Technische Zeitreise: Erinnerungen an die Kindheit

Achja, diese Zeitreise-Liste kann man noch ewig nostalgisierend fortsetzen. Kaugummiautomaten – wisst Ihr noch? Kassetten kennen meine Jungs sogar noch, wir haben einen alten Kassettenrekorder vom Flohmarkt mit Hörspielkassetten im Esszimmer stehen. Videos kennen sie dafür nicht mehr, aber mit denen kenne ich mich auch nicht so aus, wir hatten früher lange Zeit keinen Videorekorder. Aber den manchmal wirklich umständlichen Gang in die Videothek, wenn man mal einen guten Film schauen wollte – den vermisse ich nicht wirklich. Wobei man da ja auch immer noch schnell ein paar Chips kaufen konnte – das wiederum hatte was für sich.

Mensch, ich bin doch noch keine 60! Noch nicht einmal 40! Und trotzdem komme ich mir grad soooo alt vor. Was hat sich nicht alles verändert! Die Zeit rast vorbei und die technischen Entwicklungen haben immer kürzere Halbwertszeiten. Noch komme ich einigermaßen mit – aber fragt sich, wann meine Jungs mich da überholt haben und ihre Mama belächeln, die ihr Smartphone immer noch mit diesem schrecklich altmodischen Touchscreen bedient!

Und wie geht es Euch – welche Dinge fallen Euch ein, die unsere Kinder nicht mehr kennen? Und gibt es etwas von früher, aus Eurer Jugend oder Kindheit, was Ihr echt vermisst?!

 

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23 Kommentare zu “10 Dinge, die unsere Kinder nicht mehr kennen

  1. Ich hatte letztens von meiner „großen“ die Frage bekommen was dieses Disketten-Symbol (Speichern) beim Computer zu bedeuten hat … da kam ich auch erst mal ins grübeln wie ich Ihr den Zusammenhang erklären sollte. Gleichzeitig wurde mir klar, das so einiges mitlerweile wieder „ausgestorben“ sein wird, bevor sie es erleben werden. Die Zeit vergeht so schnell was das angeht …

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  2. Toller Artikel, wie eine Reise in die Vergangenheit. 🙂

    Mein Sohn hat mich mal gefragt, was „der Film ist zu Ende“ bedeutet. Ich habe erst gar nicht begriffen, was daran so schwer zu verstehen ist („Naja, das Video ist halt aus ?!?“), bis ich herausfand, dass er den Satz in einem der alten Barbapapa-Folgen aus den 80ern gehört hatte. Einer der Barbapapa-Kinder hatte einen Fotoapparat und da war „der Film zu Ende“, so dass er nicht weiter fotografieren konnte. 🙂

    Mein Mann und ich haben uns in den 90ern kennengelernt und mehrere Jahre eine Fernbeziehung quer über die halbe Weltkugel geführt. Wenn ich heute dem Jungvolk erzähle, dass es damals noch kein Internet und Skype etc. gab, sondern das wir uns Briefe (!!) geschrieben haben und das mehr als 1-2 x Telefonieren im Monat nicht möglich, da zu teuer war, dann werde ich immer angeguckt, als ob ich aus dem Mittelalter stamme. 🙂

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