Von gleichförmigen Tagen: Willkommen in der Lockdown-Langeweile

So langsam verschwimmen die Tage. Welchen Wochentag haben wir noch gleich? Montag? Mittwoch? Ach, Dienstag! Ein Glück gibt es den Homeschooling-Lernplan, der einen durch die Woche trägt. Heute war Sachkunde dran. Morgen nicht und Donnerstag wieder. War die große Klassen-Videokonferenz nun übermorgen oder doch schon morgen? Die Tage verlaufen gleichförmig, nur untergliedert in Wochenende (zwei Tage kein Lernen) und Woche (täglicher Streit um die Hausaufgaben). Aufstehen, frühstücken, sich von den Kindern die ewig gleichen Argumente anhören, wieso Homeschooling doof ist, dann doch irgendwie in 1000 Anläufen die Aufgaben erledigen, unterbrochen von 1000 Essenspausen und umgekippten Wasserbechern, Spielplatz, selbst ein wenig arbeiten (muss ja, irgendwie), Abendessen machen, Kinder ins Bett bringen, noch ein wenig arbeiten (muss ja, irgendwie), schlafen. Und der Kreislauf beginnt von vorne.

So geht es seit Wochen. Ich gebe zu: Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren. Man lebt so vor sich hin, unmotiviert, kraftlos, Tage ohne Höhepunkte. Längst habe ich die Motivation verloren, mit meinen Kindern besondere Projekte anzugehen. Dachte ich mir am Anfang des Lockdowns noch Dinge wie Marshmallows über der Feuerschale im Garten rösten aus, Wanderungen durch den Wald in der Dämmerung oder Picknick am Strand, gehen mir nach all den Wochen die Ideen aus. Und es schwindet auch der Spaß daran. Schon wieder an den Strand? Och nee. Ist doch nur kalt und windig. Kuchen backen? Hatten wir doch schon gestern. Basteln? Es hat schlicht keiner mehr Lust. Einen riesigen Legoturm bauen? Hatten wir doch erst letzte Woche.

Und so schleppen wir uns irgendwie von Tag zu Tag. Es fehlen nicht nur die Höhepunkte, sondern überhaupt die Motivation, sich Höhepunkte auszudenken. Und im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr fehlt das schöne Wetter, um die Stimmung zu heben. Konnte man damals noch stundenlang durch den Wald laufen, sich die ungewöhnlichsten Orte für ein Picknick aussuchen und am Sonnenschein erfreuen, mag man bei diesem Wetter eigentlich gar nicht mehr aus dem Haus. Kalt und grau, passt zur Stimmung. Und die Tatsache, dass es ab fünf dunkel wird, tut ihr übriges.

Die Luft ist raus. Es fehlen Höhepunkte, es fehlt die Abwechslung, es fehlt die Motivation. Noch nicht einmal Eis können wir kaufen!

Die Lockdown-Langeweile hat uns im Griff.

Ich kann ihn kaum erwarten, den Tag, an dem wir wieder Schwimmen gehen können. In den Tierpark. Ins Theater. Ins Museum. In den Freizeitpark. Der tag, an dem die Kinder ihre Freunde treffen. Wir im Eiscafe sitzen und ein Riesenspaghettieis essen. Im Bauernhofcafe Torte essen. Die Kinder in der Spielecke des Restaurants spielen lassen.

Der Tag wird kommen, an dem das möglich ist. Aber ganz ehrlich: Bis dahin stehen uns noch eine ganze Reihe dieser zähen, immer gleichen und ewig langen Tage bevor. Die wir irgendwie rumkriegen müssen. Tage, die verschwimmen. Tage, an denen man unzählige Stunden damit verbringt, die Kinder zu ihren Hausaufgaben zu motivieren. Müde. Wir sind müde. Das trifft es.

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Ein Kommentar zu “Von gleichförmigen Tagen: Willkommen in der Lockdown-Langeweile

  1. Liebe Nathalie,

    ich kann dich gut verstehen. Uns geht es ähnlich. Wir haben hier zwar kein Homeschooling, aber dafür zwei Kindergartenkinder, für die ich mir immer wieder Neues ausdenke. Aber es ist wie du schreibst: wenn man schon zum 8. Mal zusammen gebacken hat oder zum 5. Mal das gleiche Buch gelesen, zum 12. Mal UNO zusammen gespielt hat,… ist es einfach nichts mehr besonderes. Wir versuchen in dem allen, aber das Beste daraus zu machen.
    Dir noch viel Kraft und Motivation!

    Liebe Grüße
    Mia

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