Raus aus dem Haus, am besten ohne Handy: Wie die Natur den Familienzusammenhalt stärkt

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Kennt Ihr diese Tage, an denen so ziemlich alles schief läuft, Ihr vor lauter Haushalt, Geschwisterstreit und Terminstress nicht mehr wirklich weiterwisst? Die Tage, an denen Ihr das Gefühl habt, dass Euch die Decke auf den Kopf fällt? Wenn ständig jemand etwas von Euch will und Ihr zu keinem klaren Gedanken kommt? Das sind diese Tage, an denen ich manchmal am liebsten schon mittags das Insbettgehritual einläuten möchte, um endlich Ruhe zu haben. Was an solchen Tagen tatsächlich Wunder wirkt: Wenn wir raus in die Natur gehen. Schon allein raus aus dem Haus zu kommen, hebt schlagartig die Stimmung. Egal, wie das Wetter ist. An solchen Tagen ziehe ich den Kindern die Schuhe an und ab geht es, einmal um den Block, auf den Spielplatz oder einfach nur zu Fuß zum Bäcker. Hauptsache frische Luft und ein Ortswechsel! Schwupps, lassen die Streitereien nach, flitzen die Kinder um die Wette und der sich anbahnende Spannungskopfschmerz verschwindet… noch besser – und vor allem nachhaltiger – wirkt der Ortswechsel, wenn es nicht nur auf den Spielplatz oder zum Bäcker geht, sondern  raus in die Natur!

Am besten gleich in den Wald. Aber falls der zu weit weg ist, wirkt auch ein Park oder ein Spaziergang am Wasser Wunder! Es tut gut, die frische Luft einzuatmen, die müden Beine zu strecken und sich zu bewegen. Und statt aufeinander zu hocken und sich Legomännchen über die Rübe zu ziehen und darum zu streiten, ob das Auto nun sechs oder vier Reifen bekommen soll, verstehen sich auch die Streithähne blendend, schnappen sich den größten Stock und tauchen ab in ihre Fantasiewelten, werden wahlweise zum Ritter oder Robin Hood.

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Studien bestätigen: Ein Aufenthalt in der Natur senkt den Stresslevel

Frische Luft und Natur entspannen – das haben sogar mehrere Studien bestätigt. Japanische Studien besagen, dass Waldspaziergänge Blutdruck und Herzfrequenz senken – ein Spaziergang durch die Stadt hingegen nicht. Auch das Immunsystem wird angeregt: Die Japaner haben herausgefunden, dass schon 15 Minuten Waldspaziergang die Zahl der Killerzellen erhöht. Laut einer britischen Studie heben schon fünf Minuten im Wald die Stimmung. US-Wissenschaftler haben  herausgefunden, dass schon 20 Minuten in der Natur den Stresslevel (gemessen wurde der Cortisolpegel) senken. Sogar schon dann, wenn die Studienteilnehmer diese 20 Minuten nur sitzend im Grünen verbrachten! Wir müssen unseren Kindern also gar nicht hinterherflitzen (wobei Bewegung natürlich auch noch ihre anderen gesundheitlichen Vorteile hat…), sondern können uns auch ohne schlechtes Gewissen auf einen Baumstamm setzen und ihnen beim Toben zuschauen.

Was beim Stresspegel senken jedoch hilfreich ist: Aufs Handy zu verzichten. Die Studienteilnehmer der US-Studie waren angehalten während ihrer Aufenthalte im Grünen auf Ablenkungen wie Social Media, Handy und sogar Lesen zu verzichten.

Ich kenne ja selbst diese Verlockung, wenn meine Kinder sich selbst beschäftigen und ich einen ruhigen Moment habe: Da zuckt die Handy, fast schon automatisch, zum Handy. Schnell mal den Instagram-Feed durchscrollen oder der Freundin eine Nachricht schicken  – kein Wunder, wenn dann nicht die gewünschte Erholung eintritt. Und kennt Ihr auch das Phänomen? Die Kinder, die sich gerade noch so toll und streitfrei selbst beschäftigt haben, kommen ganz plötzlich und wollen etwas, sobald man aufs Display starrt. Oder brechen urplötzlich einen Streit vom Zaum.

Deshalb: Lasst das Handy doch mal einfach stecken, wenn Ihr einen Familienausflug macht. Lacht mit Euren Kindern, macht ihren Quatsch mit – oder schaut ihnen einfach zu. Freut Euch, wie sie auf Bäume klettern oder balancieren können und blickt einfach mal ins Grüne. Schließlich wirkt die Farbe Grün beruhigend! Den Blättern im Wind zuschauen und sich dann auch noch bewegen, das ist Achtsamkeit. Gemeinsame Ausflüge stärken den Familienzusammenhalt, sie schaffen gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen, besonders, wenn man sich dabei aktiv einander zuwendet und nicht jeder vor sich her aufs Smartphone starrt. Also raus mit Euch, egal, wie das Wetter ist!

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Raus dem Haus – Aktion der AOK Hessen

Aber ab und zu tut es auch gut, die Natur einmal ohne die Kinder zu genießen, die Akkus aufzuladen, mal als Mutter oder Vater für sich etwas zu unternehmen und danach gestärkt nach Hause zu kommen. Manchmal sehnt man sich ja auch nach Gesprächen mit anderen Erwachsenen, Gespräche, die sich mal nicht um Kinder drehen, um einen anderen Input, Abwechslung fürs Gehirn.

Wer sich nie um sich selbst kümmert, hat irgendwann keine Kraft mehr, sich um andere zu kümmern – und deshalb sollten wir uns selbst nicht aus den Augen verlieren!

Nun ist es aber nicht unbedingt jedermanns Sache, alleine in den Wald zu ziehen schon gar nicht ohne Handy. Eine schöne Aktion gibt es da von der AOK Hessen: „Raus aus dem Haus“ heißt die kostenlose Aktion, die zum Ziel hat, Menschen mit der Natur zu verbinden. Und zwar offline! Die AOK Hessen bietet dafür verschiedene Touren in die Naturparks Hessens wie unter anderem den Habichtswald oder den Naturpark Rhein-Taunus an, bei denen es nicht nur Waldspaziergänge, sondern zum Beispiel auch geführte Kanutouren oder Kräuterwanderungen gibt. Bei den Touren geht es um bewusstes Abschalten vom Stress und den digitalen Medien – weshalb ausdrücklich darum gebeten wird, das Handy im Auto oder zuhause zu lassen! Ein Notfallhandy hat der Tourenguide dabei. Übrigens muss man für die kostenlose Teilnahme kein AOK Mitglied sein, die Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

Eine schöne Aktion, finde ich, um einfach mal etwas Zeit für sich zu haben, ganz andere Menschen und Gesprächsthemen kennenzulernen, die Natur zu genießen und die Akkus aufzuladen. Näheres zum Tourenangebot, wie und wo man sich anmelden kann und weitere Informationen gibt es auf der Webseite der AOK Hessen.

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2 Kommentare zu “Raus aus dem Haus, am besten ohne Handy: Wie die Natur den Familienzusammenhalt stärkt

  1. Liebe Nathalie, wieder ein toller Beitrag! Du schaffst es immer, den richtigen Nerv zu treffen ;) Bei uns ist es auch oft so. Und wenn gar nix mehr geht, ziehen wir nur um den Block und sammeln verschiedene Blätter, schauen kleine Tierchen an, streicheln die Katzen der Nachbarn usw. Es bedarf nicht viel und schon geht es allen besser :)
    Liebe Grüße
    Vreni

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