Akku leer: Ich bin urlaubsreif! Aber sowas von!

Geht es Euch auch so? Jedes Jahr im Januar und Februar überfällt mich das Fernweh. Ich will nur noch in die Sonne! Und hoffe, dass der Winter dieses Jahr früher als sonst das Feld räumt und endlich die ersten Schneeglöckchen herausschauen und die Tulpen nicht nur in meinen vier Wänden blühen. Wenn es nach mir ginge, dann könnte sich die Winterzeit auf den Zeitraum vom 1. Dezember bis 1. Januar, na, meinetwegen auch bis zum 15. Januar konzentrieren. Zu Weihnachten find ich das ja schön, eisige Kälte und so – aber leider ist da ja eher noch Herbst mit Sturm und Nebel und was so dazugehört.Ja, ich bin urlaubsreif, aber sowas von! Was man dringend braucht, um die Akkus aufzuladen: Schulferien im Februar! Denn es kann ja wohl nicht sein, dass die längste ferienlose Etappen im Schuljahr ausgerechnet in der Jahreszeit liegt, in der die Akkus schon allein wetterbedingt leer sind.

Im November lässt sich das Schmuddelwetter ja noch ertragen. Weil man da den langen Sommer und den goldenen Herbst hinter sich hat. Und gesättigt von der Sonne sich auf das Gemütliche, das Kuschelige zuhause freut. Man macht es sich wieder schön, trinkt Tee und genießt es. Dann kommt die Adventszeit, in der sowieso alles schön ist und ganz besonders die leuchtenden Kinderaugen. Ich liebe den Dezember, den Weihnachtsmarkt, die bunten Lichter, die Vorfreude auf Weihnachten. Da ist es auch egal, wie schmuddelig das Wetter ist.

Urlaubsreif am Ende des winters.

Ich will Sommer! Sonne!

Doch dann – zack – Anfang Januar ist die Weihnachtsdeko fort, die Tannenbäume sind abgeholt und irgendwie kommt… ein Wetterloch. Jetzt geht der Winter ja eigentlich erst so richtig los. Und ich sehne mich nach dem Frühling. Gleich nach Weihnachten ziehen deshalb bei mir jedes Jahr Tulpen und Hyazinthen ein. Das Rot, Gold und Grün fliegt raus, alles wird pastellig und hell im Haus. Voller Optimismus habe ich schon einen Topf Primeln vor die Haustür gestellt, als Frühlingsgruß für die Passanten und Nachbarn. (nachts hole ich sie rein, damit sie nicht erfrieren)

Ein Monat Winter würde doch auch reichen!

Leider versteht der Winter nicht, was ich ihm damit sagen will. Nämlich: Verzieh dich, lass den Frühling rein! Wenn wir wenigstens ein paar Tage Schnee gehabt hätten! Das hätte mich ja versöhnlich gestimmt. Eine Winterwunderlandschaft, glückliche Kinder, die rodeln und Schneemänner bauen. (aber bitte nicht zu lange, so ein paar Tage, vielleicht zwei, drei Wochen, dann wäre es auch gut gewesen). Schnee hätte alles entschädigt. Stattdessen wie meistens hier an der Ostsee: Ein „Nicht-Wetter“. Nicht richtig kalt, nicht richtig warm. 5 Grad, graue Wolken. Tagelang. Zwischendrin mal ein Tag Sonne, der gleich optimistisch stimmte. Und dann wieder: graue Wolken. Alles trüb. Auch die Gedanken. Die wurden noch trüber beim Blick in den Kalender und der Erkenntnis: Der Winter geht noch ein Weilchen!

Ich will Frühling! Ich mag das nicht, wenn die Sonne um 17 Uhr untergegangen ist. Ich mag dieses Grau nicht mehr sehen. Ich will Blumen, Vögelzwitschern, auf dem Spielplatz stehen ohne Eisfüße.

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Ich träum mich jetzt mal weg…Ferien, bitte jetzt!

Ende Januar geht die Energie flöten. Die Akkus müssen aufgeladen werden. In der Vor-Kind-Zeit legte ich mir meine Recherchereisen in wärmere Gefilde gerne auf diese Monate und konnte so die Durststrecke abkürzen. Dieses Jahr klappt es leider zeitlich nicht mit einem Urlaub in der Sonne – und letzte Woche überkam mich dann jäh die Erkenntnis: Nächstes Jahr gibt es gar nicht die Chance zu einer Woche in der Sonne im Januar und Februar! Denn mein Sohn kommt ja im September in die Schule! Und dann.. sind wir Sklaven der Schulferien! Unser Bundesland Schleswig-Holstein hat leider keine Ferien zwischen Weihnachten und Ostern. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit – diese mitunter mehr als 12 Wochen lange Zeit war immer furchtbar anstrengend und am Ende war bei allen die Luft raus, den Schülern, den Lehrern und den Eltern.

Plädoyer für Schulferien im Februar

Wie kann man sein Bundesland dazubewegen, eine Woche Ferien im Februar in die Ferienplanung einzubauen?! Wer weiß, an wen man sich da wenden muss, bitte melden! (oder einfach diesen Text hinschicken 😉

Gerade in dieser trüben und kraftraubenden Jahreszeit die längste ferienlose Etappe im ganzen Schuljahr zu legen, das kann doch nicht sein. Ich weiß, dass  viele Bundesländer zumindest ein paar freie Tage in diese Zeit packen – wieso kann Schleswig-Holstein so etwas nicht einführen?! Es wäre doch für alle besser, eine Woche Zeit zu haben, die Akkus wieder aufzuladen. Durchzuatmen. Denn 12 Wochen ununterbrochen Schule ausgerechnet in dieser trüben Jahreszeit ist kräfteraubend. Zwischen Ostern und dem Sommer liegen die Maifeiertage. Das lässt die Zeit schon viel schneller vorbeigehen.

asens by, smaland, schweden mit kindern

Grüne Wiesen, blauer Himmel, endlich wieder barfuß laufen: Akutes Fernweh.

Keine andere Jahreszeit ist so lange pausenlos. Wir wissen doch alle: Pausen sind wichtig! Es muss ja gar nicht die Reise in die Sonne sein (so ein Flug für eine vierköpfige Familie auf die Kanaren ist ja nun auch kein Schnäppchen und muss erstmal bezahlt werden!) – aber einfach eine Woche runterkommen, durchatmen, das tut doch schon gut. Selbst wenn man den Urlaub zuhause verbringt. Mir graut vor den nächsten Jahren ohne Ferien im Januar und Februar – denn ich weiß nur zu gut, wie es sich als Schüler anfühlt.

Nun, ich muss da wohl aktiv werden! Wäre das nicht für alle besser?! Die Kinder, die Eltern, die Lehrer – und sogar für die Noten?! Viele Bundesländer fahren seit Jahren gut mit dieser kleinen Ferienpause im Winter. Wieso aber nicht alle?!

Nun ja. Vorerst mache ich mir warme Gedanken, sortiere Urlaubsbilder, versuche die Sonnenstrahlen einzufangen, wenn sie kommen und plane den Sommerurlaub. Ich schaue jeden Morgen, ob die Schneeglöckchen schon sprießen und genieße bis dahin den Duft der Hyazinthen im Wohnzimmer.

Florida

Raus aus dem Alltag: Exit dringend gesucht.

Wie übersteht Ihr diesen Winter, der einem manchmal viel zu lang vorkommt? Fühlt Ihr Euch zu dieser Jahreszeit auch so energielos?

Für heute genug gemeckert. Ich bin ja eigentlich ein positiver Mensch und mag diese Jammerei gar nicht, deshalb ende ich mit einem optimistischen Gedanken: Immerhin  den Januar haben wir schon hinter uns gebracht. Und der Februar hat ja auch nur 28 Tage!

Ein Kommentar zu “Akku leer: Ich bin urlaubsreif! Aber sowas von!

  1. Vorschlag: Wir tauschen! Bei uns in Berlin sind gerade Winterferien, da ich aber trotzdem arbeiten muss und das Ferienprogramm, an dem mein Kind gerne teilnehmen wollte, wegen Krankheit ausfällt, bin ich im „Home-Office-mit-Kind“ gefangen, dessen Tücken Du ja auch schon einmal so schön treffend beschrieben hast… Wie wär’s – ich schicke mein Kind für Deine in die Schule und Ihr macht ein paar Tage frei :-).
    Liebe Grüße und ganz bald ganz viel Frühling für dich wünscht Michaela

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