Man kommt zu nichts, wenn man Kinder hat…(außer zu den wirklich wichtigen Dingen – wie Kuscheln)

Wo geht die Zeit nur hin? Sie rast vorbei und immer wieder fragt man sich: Wo ist sie denn geblieben? Schon wieder ein Jahr vergangen und das Fotobuch vom letzten Urlaub ist immernoch nicht fertig? Ach, das vom vorletzten ja auch nicht. Und vom vorvorletzten. Schon wieder ist der Sommer vorbei und die Gartenmöbel sind immer noch nicht blau gestrichen, wie wir es uns im letzten Sommer vorgenommen haben. Oder war es im vorletzten Sommer? Seit ich Kinder habe, ist das Gefühl „man kommt zu nichts“ noch extremer geworden. Kennt Ihr das auch? Bei uns gibt es so einige typische Beispiele von Dingen, zu denen wir einfach nicht kommen:

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Upps, immer noch nicht fertig?! Man kommt zu nix!

Achja, da schaut sie mich an, die angefangene Wolldecke, die ich letzten Winter fürs Sofa stricken wollte. Die Hälfte ist fertig, dann war der Winter auf einmal vorbei und nun überlege ich, ob ich dieses Jahr schon im August anfangen sollte zu stricken, um im Winter auch die warmen Wollsachen fertig zu haben. Man kommt ja zu nix! Stricken? Abends vorm Fernseher? So gemütlich! Aber wenn dann die Kinder nicht ins Bett wollen, man selbst fast beim Insbettbringen einschläft – dann ist die Motivation zum Maschenzählen nicht mehr so riesig.

Stricken, Fotobücher, DIY-Projekte: Man kommt zu nichts!

Dasselbe gilt für das ehrgeizige Projekt Fotobuch. Das hatte ich ja schon vor fünf Jahren in der Elternzeit beim Großen gestartet! Und mir dann zumindest bei der zweiten Elternzeit vor zwei Jahren nochmal ganz energisch vorgenommen: „Diesmal mache ich aber endlich die Fotobücher.“

Welche Mutter kennt das nicht: Man kommt einfach zu nichts, wenn man Kinder hat. Aber dafür zu den wirklich wichtigen Dingen, denn ELtern müssen Prioritäten setzen. Nicht nur in der Erziehung, auch im Haushalt.

Nun ja. Heutiger Stand: Volle Festplatte. Vom Großen gibt es ein Fotobuch über die ersten 9 Monate. Er ist fast fünfeinhalb! Ansonsten: Gute Vorsätze, aber noch nicht einmal die Bilder auf der Festplatte geordnet. Aber jetzt, wenn der Herbst beginnt. Dann werde ich mich ransetzen, ganz ehrlich, fest vorgenommen!

Achja, man kommt ja zu nichts, wenn man Kinder hat!

Dann sind da noch diverse Bastelprojekte und Heimwerkerprojekte. An Ideen mangelt es nicht! Alte Schubladen, die ich aufarbeiten und als neckische Regale an die Wand anbringen wollte. Sie liegen immer noch und warten auf ihren Einsatz. Und der Stapel Familienfotos – immerhin hab ich ein paar ausgedruckt, wenn es denn schon mit dem Fotobuch hapert. Ich habe es sogar geschafft, sie in alte, vom Flohmarkt gekaufte Bilderrahmen zu stecken. Doch der Stapel liegt nun da, schön gerahmt und wartet darauf in die Diele gehängt zu werden. Petersburger Hängung, Ihr wisst schon, so wie in den Einrichtungszeitschriften, Familiengalerie neben der Garderobe. Soweit der Plan! Im Herbst, da nehmen wir das aber in Angriff!

Aufschieberitis? Prokrastination? Oder schlicht zu wenig Zeit?

Denn man kommt ja zu nichts!

Was ich nicht alles basteln wollte! Das mit so viel Motivation am Strand gesammelte Treibholz – es liegt immer noch in der Kiste und wartet auf seine Bestimmung. Achja, ich komme einfach zu nichts. Die Bücher im Regal, die ich unbedingt haben und lesen wollte. Die herausgerissenen Rezepte, die ich mal nachkochen wollte. Von den diversen Aufräumprojekten mal ganz abgesehen! Mein Büro! Für das ich voll motiviert neue Regale gekauft habe – die immer noch eingepackt in ihren Kartons aufs Aufbauen warten.

Und schon wieder ist die Hälfte des Jahres vorbei und man stellt fest: Ich komme zu nichts!

Geht es Euch auch so? Dass die Zeit vorbeirast und man irgendwie nicht zu dem kommt, was man sich vorgenommen hat?

Es hat bei mir gar nicht unbedingt was mit Aufschieberitis zu tun – so wie früher in der Vor-Kind-Ära. Da habe ich so Aufräumprojekte gerne mal vor mir hergeschoben. Aber seit ich Kinder habe, kommt da noch der Faktor Kind dazwischen. Denn ich verbringe meine freie Zeit einfach gerne mit meinen Kindern. Und die haben kein großes Interesse daran, mit mir Fotobücher zu erstellen. Vormittags arbeite ich, dann hole ich die Kinder ab und ganz ehrlich: Wenn wir nicht grad auf dem Spielplatz sind, bei Freunden, im Garten oder beim Einkaufen, dann bin ich entweder dabei, mit ihnen zu spielen oder wenn sie sich selbst beschäftigen, rufen mich der bodenlose Wäschekorb, der Geschirrspüler oder das Abendessen.

Es gibt halt immer was zu tun – Ihr kennt das, oder?!

Und an den Wochenenden? Gehen wir raus als Familie. Machen Ausflüge, Spaziergänge, was man halt so macht und schwupps ist das Wochenende vorbei und im Fotobuch bin ich keine einzige Seite weitergekommen.

Die Zeit rast, noch viel mehr, seit ich Kinder habe.

Man kommt zu den Dingen, die wirklich wichtig sind: Kuscheln. Kellerasseln bestaunen. Und so.

Achja, man kommt zu nichts, wenn man Kinder hat.

Halt Stopp!

Stimmt so nicht.

Man kommt zu so vielen – und vielleicht sind das die wirklich wichtigen Sachen, die zählen!

Man kommt zum Kuscheln, zum Toben, zum Kitzeln, zum Puzzeln, zum Streitschlichten, man kommt dazu, einfach mal den Kindern beim Spielen zuzusehen mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, weil sie einfach so süß sind, so lustig, so typisch meine Kinder. Man kommt dazu, mit einer kleinen Hand links und einer etwas größeren Hand rechts in der Hand Enten anzuschauen oder sich gemeinsam über eine Kellerassel zu wundern. Man kommt dazu, im Eiscafé einen Eisbecher mit Sahne zu essen und die Laster zu bewundern, die vorbeifahren. Man kommt zum Lachen, zum Schimpfen und sich wieder vertragen, man kommt dazu, die ersten selbstgemalten Bilder zu bewundern.

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Man kommt zu nix? Doch – man kommt zu den wirklich wichtigen Sach, wenn man Kinder hat. Zum Kuscheln, Küssen, sich über die kleinen Dinge freuen!

Man kommt zu so viel – nur zu anderen Sachen!

Und ganz ehrlich: Ist das nicht schon eine ganze Menge, zu dem man kommt? Und sind das nicht die Sachen, die am Ende zählen, die wirklich wichtig sind?

Den Rest kann ich erledigen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Was irgendwie schon viel zu bald der Fall sein wird, so wie die Zeit rast, seit ich Kinder habe.

In diesem Sinne: Schluss mit dem ewigen „Man kommt ja zu nichts“! Stattdessen „Man kommt zu so viel!“ Man muss nur Prioriäten setzen.

Oder wie seht Ihr das? Welche Projekte schiebt Ihr vor Euch seit Ihr Mama seid? Und wie sind Eure Prioritäten?

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5 Kommentare zu “Man kommt zu nichts, wenn man Kinder hat…(außer zu den wirklich wichtigen Dingen – wie Kuscheln)

  1. So ist es!!!!!!!!
    Man kommt zu nix. Manchmal ärgert es mich, aber dann denke ich so lange werden die beiden nicht mehr an meinem Rockzipfel hängen. Und dann verschiebe ich es einfach auf später, später noch später 😊
    Mein Fotobuch von Kind eins geht bis zum 6.Monat. Kind eins ist drei . Kind zwei hat kein Fotobuch und ist ein Jahr alt.

    Diese scheiß fotobücher 😂😂😂die sollten echt verboten werden!

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  2. Du schreibst mir aus der Seele ! Auch ich habe so viele Pläne und Ideen und Dinge, die ich erledigen muss und möchte. Die Stapel wachsen ständig weiter, die Fotos werden immer älter, die Wohnung entwickelt sich auch nicht dahin, wie sie mal aussehen soll… aber ich weiss, die Zeit mit den Kleinen geht soooo schnell vorbei. Und auf die eigene Lebenszeit gesehen sind die ersten Jahre mit Kind dann doch nur ein kleiner Abschnitt. Ich merke es bereits an meinem Grossen, der jetzt 8 Jahre alt ist. Er verbringt inzwischen am liebsten seine Zeit mit Freunden draussen beim Fussballspielen, so dass ich mich schon manchmal gefragt habe: was ist, wenn es bei der Kleinen auch irgendwann mal so sein wird ? Dann sitze ich ja allein zu Hause und langweile mich ?!? (neben dem 30 Stunden-Job). Aber dann fällt mir ein, hey, dann kann ich endlich die Fotos sortieren, die alten Kinderklamotten bei Ebay reinstellen, die neuen Regale kaufen, die Schubläden aufräumen…

    P.S. Ich liebe Lesen und habe es jahrelang vermisst. Inzwischen habe ich meinen Grossen angesteckt, so dass es hin und wieder schon Momente gab, dass wir beide zusammen im Bett kuschelten und jeder in sein Buch vertieft war… wie geil war das denn !!

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  3. Vielen Dank für diesen tollen Artikel, der mir mehr als aus dem Herzen spricht! Auch mir geht es so, seit der Frechdachs da ist. „Die Zeit rast“ ist einer meiner am meist genutzten Sätze. Arbeit, Haushalt und Kind sind Tagesinhalte und es bleibt auch bei mir viel liegen: Blogeinträge, ein Amigurumi-Einhorn, dem zwei Beine, Augen, Mähne und Schweif fehlen…der Krimskrams, den ich bei ebay Kleinanzeigen einstellen wollte…Fotobücher…der bunte Jersey für die Kindermütze…and so on… Klar, könnte ich auch abends machen…wenn ich nicht so todmüde wäre. Bedauerlicherweise versteht mein Mann das nicht. Für ihn sind das alles nur Kleinigkeiten, die man doch zumindest nebenbei erledigen könnte…und so sind all diese Dinge auch gern mal Auslöser für eine Auseinandersetzung. Aber mal ehrlich…es ist wunderbar, mit dem Frechdachs ein Buch anzuschauen und dabei zu kuscheln oder „Amei“ (Ameisen) zu beobachten…oder zusammen im Sandkasten zu buddeln…
    Es ist schön, zu wissen, dass es anderen auch so geht 🙂

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  4. Oh das ist so wahr! Alles nur eine Frage der Perspektive! Wie oft hört man von Leuten mit großen Kindern:“Genießt die Zeit, sie geht so schnell vorbei!“ Und wenn wir dann einmal sehnsüchtig zu dieser Zeit zurück sehen, dann werden wir uns nicht an die gemachte Eäsche erinnern, sondern an die Küsse, das Lachen und das Kuscheln!
    Toller Beitrag!
    Liebe Grüße
    Katja

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