Stilleinlagen und Co. – Neues aus dem Paralleluniversum

Mal ganz ehrlich: Wusstet Ihr, was Stilleinlagen sind? Damals, in grauer Vorzeit, bevor das erste Kind auf die Welt kam? Ich nicht. Das ist so etwas, was man einfach nur als Mama kennt. Verschämt stehen sie im Drogerieregal in der Babyecke. Ich hatte gar keine Vorstellung davon, wie so etwas aussieht und dass man so etwas überhaupt braucht. Ich hatte auch keine Vorstellung davon, wie das eigentlich so genau ist mit dem Milcheinschuss. Ich hatte ja keine Ahnung, wie das so ist, wenn man unterwegs ist und das Baby gluckt und sich ohne jegliche Kontrolle Flecken auf dem T-Shirt ausbreiten, weil mal wieder die verdammte Stilleinlage verrutscht ist! Das lernt man ja auch nicht in der Schule.

Wenn das Baby da ist: Was einem vorher niemand verraten hat

Stilleinlagen und Milcheinschuss, das sind so Dinge, die man erst kennenlernt, wenn man in der Parallelwelt „Eltern“ ankommt. Wenn man das Paralleluniversum „Kinderlose Anfangdreißigerin“ verlässt und bumm nach neun Monaten in eine vollkommen neue Welt hineinkatapultiert wird. Über diese Paralleltwelten habe ich ja bereits schon mal geschrieben (siehe Parallelwelten – eine Beobachtung). Es gibt so vieles, von dem ich keine Ahnung hatte, bevor das erste Kind kam.

Das sind so Sachen wie die immer dreckigen Klamotten. Die Babykotze überall, die Babyrotze, die Breiflecken, der Sand unter den Fingernägeln vom Spielplatznachmittag: Seit ich vor dreieinhalb Jahren in dieser Parallelwelt ankam, werde ich nie wieder junge Frauen schief angucken, die weiße Flecken auf der Schulter haben und karottenfarbene auf dem Jackenärmel! Nein, heutzutage sieht man diese Flecken und weiß sofort: Das ist eine von uns.

Man trägt die Babyrotze am Kragen wie einen Orden vor sich her. Seht her, ich beherrsche den täglichen Zehnkampf zwischen Windelwechseln und einhändigem Breigläschenaufschrauben.

Rotznasen bei Kindern: Ich hatte ja keine Ahnung

Wo wir bei Rotze und Kotze sind: Diese ewig durchgeweichten Taschentücher, die Mütter immer aus ihrer Handtasche fischen. Ich hatte ja keine Ahnung, WIE SEHR so eine Kindernase laufen kann.

Literweise Rotz! In einer Stunde! Unaufhaltsam!

Das glaubt einem doch nur, wer das selbst mal erlebt hat!

Wo wir eben auch beim Stillen waren: Still-BHs, kennt das jemand, der keine Kinder hat? Stillhütchen? Es wird immer besser. Oder D-Fluoretten, schonmal davon gehört?! Selbstauflösende Dinkelkekse, die alles vollschmieren, weil sie sich so toll auflösen? (beim zweiten Kind lasse ich die übrigens aus, er bekommt gleich einfach nur kleingeschnittenes Brot, dieses Geschmiere tue ich mir nicht noch mal an!). Den Unterschied zwischen Fläschchen und Trinklernbecher – das beherrschen nur Kleinkindeltern.

Trotzanfälle, Rotznasen, Meine Freundin Conni: Darauf war ich einfach nicht vorbereitet

Und ich bin mir sicher: Wer einmal selbst sein eigenes Kind im Alter von drei Jahren schreiend vom Supermarktfußboden aufheben musste, der wird nie wieder andere Muttis verurteilen, die ihr schreiendes Kind einfach auf demselbigen liegen lassen und kommentarlos an die Kasse schleichen. Habe ich früher den Kopf geschüttelt, wenn Mütter ihre Kinder irgendwann einfach nur noch anbrüllten „Lass das jetzt endlich sein!“ – kann ich mittlerweile mitfühlen, was da vorgefallen ist. Niemand behält immer die Contenance. Es geht gar nicht.

Contenance ist etwas aus der anderen Parallelwelt, die der Kinderlosen, die sich von uns verabschiedet und immer weiter fort driftet, wenn wir aus dem Kreißsaal kommen.

Was fällt Euch noch ein, was man erst kennt, wenn man Kinder hat?

So etwas wie Marken von Kinderklamotten erkennen. Wer kennt schon Finkid oder Däumlingschuhe? War mir früher nie ein Begriff, jetzt erkenne ich das in zehn Metern Entfernung. Von all diesen Kinderhelden einmal abgesehen: Conni (Meine Freundin Conni, die alles immer pädagogisch wirksam total richtig und strebsam macht!), Pixi, der Waldheld, Bobo (ganz schlimm), Petzi (das war mein Held als ich klein war) und wie sie alle heißen.

Oh ja. Man lernt schon viel dazu, wenn man Kinder hat. Und dringt vor in ferne Welten, in denen man nie zuvor war. Ein Abenteuer, das seinesgleichen sucht. Nicht immer ungefährlich, denn der nächste Löffel Karottenbrei wartet auf Mamas frischgewaschenes weißes T-Shirt!

 PS – Dieser Beitrag ist im Original etwas älter, passt aber wie Faust auf Auge zu Alinas Blogparade: Irrtümer einer Mutter.

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20 Kommentare zu “Stilleinlagen und Co. – Neues aus dem Paralleluniversum

  1. Pingback: 10 ungelöste Rätsel des Familienalltags | Eine ganz normale Mama

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