„Muss mal Aa“ – der unverkrampfte Umgang von Kindern mit dem Toilettengang

Kaum können Kinder sprechen, interessieren sie sich auch für ihren Windelinhalt – und kurz darauf für das, was dann ins Töpfchen geht. Das ist dann Pipi und natürlich Aa, wahlweise Kacka. Bei uns im Bekanntenkreis ist das etwa fifty-fifty, die Aa- und die Kacka-Fraktion. Mein Sohn sagt Aa, wir sagen es also auch. Das Wort meiner Kindheit, ich hatte es schon fast vergessen! Da war es auf einmal wieder. Heute wird es ein bisschen, sagen wir mal unappetitlich in meinem Post, aber es geht um die normalste Sache der Welt und darüber, wie NORMAL sie für unsere lieben Kleinen ist.

Es ist schon erstaunlich, wie frei Kinder über ihre Ausscheidungen reden.

Kinder sprechen gerne über ihre Windelinhalte

Der Toilettengang gehört für sie einfach zum Alltag dazu. Klar, tut es für uns ja auch. Aber wir sagen halt nicht jedem im Restaurant, dass wir jetzt mal Aa machen gehen. Oder Kacka. Wir sagen zwar auch nicht mehr „Ich muss mir mal die Nase pudern“, aber soweit geht dann unsere Information an das Gegenüber doch nicht. Ist auch gut so. Ich will gerade wenn ich beruflich unterwegs bin, nicht unbedingt wissen, ob mein Interviewpartner nun geschwind mit hochrotem Gesicht auf dem Topf… nein, ich wollte es mir ja gerade NICHT vorstellen.

Stop, Schluss mit dem Kopfkino!

Kinder hingegen, die sind da völlig unbefangen. Mein Sohn ruft im Restaurant auch gerne mal laut hinter mir her:

„Musst Du Aa oder Pipi, Mama?“

Das  sind die Momente, wo ich froh darüber bin, wenn der Laden etwas zu laut von Musik beschallt wird. Er fragt das auch gerne mal andere Leute, wenn die aus dem Klo rauskommen. Mit echtem Interesse, schließlich sind das wichtige Themen für einen Dreijährigen, der die Welt kennenlernt. Wieso auch nicht – es sind biologische Vorgänge und sie sind Teil unseres Lebens. Selbst die Queen geht auch Klo. Und die Frau Bundeskanzlerin muss auch mal. Man kommt da einfach nicht drum rum. Da ist es nur legitim, wenn Kinder sich damit befassen. Und mein Sohn interessiert sich zurzeit sehr dafür.

Trockenwerden: Der Klogang wird zum Event

Aber sein Interesse geht noch viel weiter. Er hat rausgefunden – im Selbstversuch – dass Aa-machen ja meistens länger dauert als Wasser lassen. Kinder, die Trockenwerden interessieren sich für sowas. Und so kommentiert er gerne, wenn andere aufs Örtchen gehen. Wenn es dann mal länger dauert, weiß er sofort Bescheid. Ganz gleich, ob sich derjenige oder diejenige vielleicht nur die Zähne geputzt hat, die Nase gepudert oder den Soßenfleck aus der Hose gewaschen hat. Das erkennt er sogar beim Baggerfahrer, der aufs Dixieklo verschwindet (siehe auch hier). Und weil die bloße Erkenntnis einem einfach alles-wissenden-Dreijährigen nicht ausreicht, ist eine seiner Lieblingsfragen zurzeit: „Hast du eine oder zwei Aa-Würste gemacht?“

Das sind diese Momente, wo ich verstehe, was die Leute meinen mit, sie hätten noch nie soviel gelacht, wie mit ihren Kindern. Es ist einfach so. Sie dürfen so etwas fragen – und das ist toll. Einfach diese Neugier auf die Welt – und dazu gehört halt auch der tägliche Klogang und auch der dezente Hinweis an andere „Du hast gepupst, das stinkt.“

Ich find es herrlich!

Jedenfalls solange ich nicht im Restaurant vor allen anderen nach der Zahl der Würste gefragt werde. Und ich rede hier nicht von den Wiener Würstchen neben dem Sauerkraut.

Achja, wenn mir vorher jemand erzählt hätte, was das Trockenwerden für Nachteile mit sich bringt…

7 Kommentare zu “„Muss mal Aa“ – der unverkrampfte Umgang von Kindern mit dem Toilettengang

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