„Die Kinder von heute dürfen fast alles und zu jeder Zeit. Kommt nur mir das so vor?“ – ein Gastbeitrag

Ich freue mich immer, wenn ich Leserbriefe bekomme. Denn drum blogge ich ja – um mich auszutauschen. Sonst könnte ich ja auch im stillen Kämmerchen ein Tagebuch führen! Eure Kommentare und Mails, die machen mir Freude und zeigen mir, dass ich nicht einfach mit einer Wand spreche, sondern echte lebendige Leser habe! Umso mehr freue ich mich, wenn ich diese Nachrichten auch mit Euch teilen darf, wir also die Gelegenheit bekommen, alle zusammen zu diskutieren. Denn das sollte mein Blog von Anfang an sein – ein Austausch und keine Einbahnstraße. Heute bekam ich eine liebe Email von einer Leserin, die zwei Kinder hat – allerdings 2 große, Mitte 20. Sie ist Anfang 50 und liest gerne meinen Blog – was mich riesig freut! Aber heute hatte sie ein Anliegen. Es geht um die Frage, ob und wieso viele Eltern ihren Kindern keine Rücksichtnahme mehr beibringen und wieso Kinder heute scheinbar alles dürfen. Auch um 22 Uhr abends auf dem Trampolin hüpfen oder lärmend ab früh morgens durch die Nachbarschaft toben. Ich hatte ja mal geschrieben, wieso ich meinen Kindern gewisse Regeln beibringe und wieso sie zwar sehr viele Freiheiten haben – aber ich diese einschränke, wenn sie die Freiheiten der anderen berühren. Denn gegenseitige Rücksichtnahme ist für mich ein Schlüssel für ein gutes Miteinanderleben. Aber anscheinend sehen es manche Eltern anders. Lest selbst, was meine Leserin mir geschrieben hat:

„Ich wohne in einem Neubaugebiet. Umgeben von Familien mit kleineren Kindern und wundere mich, ärgere mich, frage mich …Die Kinder werden heute – jedenfalls in meinem nahen nachbarschaftlichen Umfeld – ganz anders erzogen. Sie dürfen eigentlich alles und zu jeder Zeit – oder sagen wir mal, fast alles. Kommt mir das nur so vor? Oder ist das wirklich so? Sind Kinder von heute so anders als noch vor 20 Jahren?

Ich will Dir mal Beispiele nennen. Zu unserer Linken wohnen zwei Familien. In der einen gibt es eine  Tochter, 10 Jahre alt.   Wenn sie Besuch von ihrer besten Freundin hat, spielen sie entweder im Haus oder bei schönem Wetter im Garten. Man hört kaum etwas von ihnen. Sie spielen nett zusammen, unterhalten sich, amüsieren sich, fröhliches Lachen dringt manchmal zu uns rüber.

In der anderen Familie gibt es zwei Töchter, etwa in dem Alter 10 und 8.  Diese beiden Kinder haben nie Besuch von Gleichaltrigen und werden fast nie eingeladen. Die kleinere ab und zu, die größere eigentlich nie. Auf dem Schulhof konnte ich die Große oft alleine rumstehen sehen, während alle anderen fröhlich in der Gruppe spielten. Zuhause kommandiert sie ihre kleinere Schwester unerlässlich rum. Die beiden spielen nicht miteinander, sondern sind ausschließlich damit beschäftigt, sich zu sagen, wie das Spiel abzulaufen hat. Etwa so: „ Du bist jetzt die Mutter und ich bin das Kind. Und dann machst du dies…. sagst das……“  „Nein! DU bist die Mutter und ich bin das Kind. Und dann will ich, dass …..“  Darüber entsteht dann ein Streit, dann wird es laut, dann kommt der Vater, der dann instruiert, wer denn jetzt Mutter und wer das Kind sein darf und erklärt wortreich und vor allem laut, wie alles weiter zu laufen hat. Wenn ein Kind irgendwas gemacht hat, vielleicht einen Purzelbaum oder etwas im Sandkasten gebaut hat, lobt der Vater überschwänglich und holt das andere Kind dazu und fordert es auf, doch auch das Kunstwerk zu bewundern: „Guck mal XY, hat Z das nicht toll gemacht?“  Woraufhin XY dann meistens antwortet: „Ich habe das auch schon mal gemacht. Und jetzt guck mal, wie ich das kann“ und fängt dann an, das Gleiche zu tun. Die Kinder, beide, sind vorrangig damit beschäftigt, den Eltern zu gefallen und jeder für sich das „bessere Kind“ zu sein.

Zur Rechten lebt eine Akademikerfamilie mit zwei Kindern. Alter: 6, und 4. Dort spielen die Kinder miteinander. Jedoch auch dort: Instruktionen. Die Tochter diktiert dem Bruder, wie zu spielen ist. Wenn es nicht nach ihrem Willen läuft, kreischt sie. Der Sohn hat das bereits übernommen und setzt das ebenso ein. Auch er kreischt laut und in den höchsten Tönen, wenn ihm etwas missfällt. Das kann manchmal 15 Minuten am Stück anhalten oder auch länger. Die Eltern sitzen mit stoischer Ruhe daneben. Vom ca. 100 m entfernten Kinderspielplatz hört man auch ganztägig Gekreische. Gefühlt alle Kinder laufen nur schreiend, brüllend, kreischend durch die Gegend. Egal, wie alt sie sind, auch 10 jährige brüllen in einer Tour.

Da meine Jungs ja jetzt schon groß sind und ich voll berufstätig, erlaube ich mir, mir Gedanken zu machen, warum den Kindern heute nicht mehr Grenzen gesetzt werden, die sowas minimieren. Wir haben unsere Jungs z. B. am Wochenende nicht vor 8.30 oder 9.00 Uhr in den Garten gelassen – eben zum Schutz der Wochenenderholung unserer Nachbarn. (Heute wird man ja schon vom Bobbycar des Nachbarskindes um 7.00 Uhr morgens geweckt).
Auch in der Mittagszeit am Wochenende oder an Feiertagen haben wir den Kindern ganz altmodisch gesagt, dass sie entweder irgendwas Leises spielen oder für einige Zeit im Haus spielen sollen, damit die Nachbarn auch mal ihren Garten zur Erholung nutzen können. (Zeit 13 – 15 Uhr) Und wir fanden nichts Verwerfliches dran. Haben den Kindern einfach erklärt, dass andere Erwachsene vielleicht eine Zeit Ruhe bräuchten und sie ja schon den ganzen Vormittag und später auch noch Zeit zum Spielen haben. Abends nach 18 Uhr war dann Schluss mit Lärm und Spiel im Garten, nur ruhigere Aktivitäten waren noch erlaubt wegen der gleichen Gründe – Nachbar hat gearbeitet, möchte sich erholen. Außerdem fand ich es auch immer ganz gut, wenn sie vor dem Schlafengehen nicht noch so aufdrehten.

War kein Problem.  Heute ist das nicht mehr so, da ist Toben, Lärmen, Schreien, Fußballspielen, Gekreische ununterbrochen erlaubt, denn Kinderlärm sei Musik und müsse immer und überall geduldet werden, damit sich die Kinder gesund entwickeln. Aber ist das wirklich so? Wundern wir uns nicht alle darüber, dass wir einen gesellschaftlichen Wandel sehen, weniger Miteinander, weniger Entgegenkommen und Rücksichtnahme? Was ist so schlimm daran, einem Kind, das in einem verständigen Alter ist, zu erklären, dass auch der Nachbar Bedürfnisse hat? Ich schreibe das so, weil meine Nachbarn immer sagen, sie hätten den Garten ja extra, damit die Kinder toben können. Ja, verstehe ich. Das will ja auch keiner verbieten. Nur vielleicht von 12 auf 8 Stunden reduzieren ;-)
Warum ist es so schwer für Eltern, zu verstehen, dass jemand vielleicht seinen Garten nicht nur zum Angucken aus dem Haus heraus hat oder für die Nachbarn, sondern, um ihn auch mal zur Erholung zu nutzen – und dabei sein eigenes Wort zu verstehen oder mal ein Buch zu lesen?

Warum ist es heute nicht mehr möglich, Rücksichtnahme zu lehren?  Ich meine nicht, Kindern das Spielen zu verbieten! Kann ich verständlich machen, was ich meine? Ja, ich denke, Du verstehst, was ich meine.

Ich kam gerade nach Hause von der Arbeit und auf dem angrenzenden Spielplatz ist wieder der Teufel los. Man hört nur: „ROOOOAAAAAAAARRRRRR!“  „HUUUUUUUUUUUUU“   „HAAAAAAAAAAAAAA.“   Was ist das für eine Form des Spiels? Dauerndes Geschrei? Verstehe ich nicht. Sogar Väter, die abends von der Arbeit kommen, stürmen teilweise laut brüllend in den Garten!?  Das erlebe ich hier im übernächsten Haus dreimal die Woche. Vater kommt, stürmt in den Garten und brüllt „Huaaaaaaaahhhhhhh“! Woraufhin sich das Kleinkind erschrickt und schreit, das Größere mit ebensolchem „Huaaaaaaaaaahhhhh“ antwortet und dann wird erstmal getobt.

Du bist erfahrene Mama, du schreibst tolle Artikel, gibst tolle Ratschläge. Kannst du mir diese Entwicklung erklären?

Ich stehe mit meinen Empfindungen ja nicht alleine da. Ich höre es häufig von anderen, dass sie sich fragen, warum die Kinder von heute so „unsozial“ seien. (Nicht grüßen, keinen Respekt, laut, egoistisch, „mir gehört die Welt“).   

Natürlich nicht alle Kinder!  Es gibt auch natürlich sehr viele, bei denen es anders läuft. Aber in unserem Wohnumfeld eben nicht. Ich wundere mich und manchmal bin ich leider fix und fertig und sehne mich nach einer Stunde Ruhe am Tag (Wochenende) oder am frühen Abend nach der Arbeit. Bittet man die Nachbarn, darauf mal Rücksicht zu nehmen und den Kindern vielleicht ein Spiel anzubieten, das etwas leiser ist als Fußball mit Lederball gegen den Stromkasten unter lautem Gebrüll o -. ä., ernten man Unverständnis, wird von den Eltern bepöbelt und bekommt den Vorschlag, in den Wald zu ziehen oder am besten gleich in den Sarg…..Diese Eltern sind ja dann ungefähr so alt wie du, mindestens 10 – 20 Jahre jünger als wir. Ich dachte, ich frage dich einfach mal, ob du eine Erklärung für diese Entwicklung hast?“

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Natürlich dürfen Kinder toben! Aber natürlich mit Rücksicht auf andere.

Danke für diesen ehrlichen Leserbrief! Ich stelle ihre Frage gerne mal in den Raum und zur Diskussion – denn ich finde es spannend, wie Ihr es seht und ob es vielleicht Erklärungen für diese Entwicklung gibt. Vielleicht sind ja auch einige Eltern hier am Mitlesen, die gute Gründe haben, wieso ihre Kinder diese Freiheiten haben! Ich bin jedenfalls sehr gespannt.

Was ich finde: Kinder sollen Kinder sein. Und Kinder dürfen auch Lärm machen. Es gehört dazu, das ist das Leben mit Kindern, das beträgt unsere Gesellschaft, muss eine Gesellschaft vertagen. Ich glaube, früher haben Kinder auch Lärm gemacht. Aber es hat sich besser verteilt – weil die Kinder durch die Nachbarschaft zogen, nicht konzentriert in einem einzigen Garten herumtobten und so von morgens bis abends an nur einem Ort lärmten.

Aber ich sehe es auch so, dass einige Kinder nicht mehr wissen, wie man auf andere Rücksicht nimmt, beziehungsweise ihre Eltern es ihnen nicht beibringen. Denn es ist ein Unterschied zwischen Kind sein dürfen und von früh morgens bis spät abends herum zu lärmen. Denn man kann ja auch frei und lustig Kind sein mit allem Drum und Dran, aber dabei nur zwischen 9 und 20 Uhr aufdrehen und davor und danach etwas Ruhigeres machen. Auch kleine Kinder verstehen das übrigens … ich bin ein großer Verfechter davon, dass wir Familien sichtbarer werden sollen – aber das heißt nicht, ohne Rücksicht auf andere wild herumzulärmen. Wir teilen uns diese Welt – und gegenseitiger Respekt macht das Leben leichter!

Meine Kinder sind auch keine Wunderwesen und sie schlagen auch manches Mal über die Stränge (und oft dürfen sie das aus, es sind ja Kinder!) – aber sie finden es auch nicht schlimm, wenn wir sie daraufhin weisen, dass sie doch zum Beispiel im Hotelflur nicht herumtoben sollen, weil andere Leute schlafen möchten. Und schaden tut ihnen der Hinweis von uns ganz bestimmt auch nicht, geschweige denn, dass es sie in ihrer Entwicklung einschränkt! Eine Gesellschaft funktioniert nun mal nur mit Regeln.

So und nun Ihr: Wie seht Ihr das?

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15 Kommentare zu “„Die Kinder von heute dürfen fast alles und zu jeder Zeit. Kommt nur mir das so vor?“ – ein Gastbeitrag

  1. Ich erzähle mal ein bisschen von meinen Eltern. Sie leben in einer Siedlung, in der jeder mittlerweile erwachsene Kinder hat. Hier wird samstags gegen 19 Uhr der Rasentrimmer angeschmissen, die Kreissäge läuft grundsätzlich abends, wenn man sich seinen wohlverdienten Feierabend auf der Terrasse gönnen möchte und ansonsten gibt es in jedem zweiten Garten schlecht erzogene Hunde, die schon zu kläffen anfangen, wenn man nur das Fenster kippt. Da sind die Kinder, die mit ihren Rollern und Traktoren durch die Siedlung fahren, wirklich das kleinste Problem.

    Und, ehrlich, wenn ich in ein Neubaugebiet mit lauter jungen Familien ziehe, dann muss ich damit rechnen, dass auch abends Kinderlachen bis in meinen Garten dringt. Dann muss ich damit rechnen, dass Kinder schon morgens um 7 im Garten spielen, weil Mama nach einer durchzechten Nacht mit Kinderkotze am Oberteil einfach kapituliert. Aber wäre es in der Stadtwohnung ruhiger, wenn morgens um 3 der besoffene Nachbar läutet oder der Krankenwagen mit Sirene im Nachbarhaus vorfährt?

    Das alles ist ein Geben und Nehmen. Wenn sich der Nachbar durch Kinder gestört fühlt, muss er es ansprechen. Tut er es nicht, kann ich es auch nicht riechen. Ebenso finde ich es rücksichtslos, dass manche hier durchheizen, als müssten sie in der Spielstraße einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen – die spreche ich genauso an.

    Und dann ist das eben ein Ding des Vorlebens. Wie soll das Kind wissen, dass sein Verhalten doof ist, wenn Mama und Papa es doch genauso handhaben? Woher sollen sie Rücksicht, Empathie und dergleichen lernen, wenn es nicht vorgelebt (auch von den Nachbarn) wird?

    Ich finde den Leserbrief sehr einseitig betrachtet, ohne groß hinter die Fassaden zu schauen, warum die Kinder so sind, wie sie sind und warum die Eltern evtl nicht eingreifen oder anders vermitteln. Und wenn ich mir die Nachbarn meiner Eltern so ansehe, ist das kein Generationenproblem, sondern war schon immer vorhanden.

  2. Ich finde auch hier gilt es den goldenen Mittelweg zu finden. Leben und leben lassen. Wesentlich anstrengender als tobende Kinder finde ich allerdings ständig brüllende und kreischende Eltern. Das macht mich wahnsinnig. Wenn mich Samstags um 7 Uhr das Gebrülle einer Mutter aus dem Bett wirft, die sage und schreibe zwei Häuser weiter wohnt, fehlt mir völlig das Verständnis. Dann doch lieber das ansteckende Lachen aus dem Trampolin im Nachbargarten. LG Glitzer

  3. Hallo liebe Nathalie, ich gebe zu, mich hat der Leserbrief geärgert. Dieses Ganze „früher war alles besser“, dieses Bewerten des Verhaltens der Kinder und Eltern. Kinder und Eltern sind unterschiedlich. Es rücksichtslos zu finden, wenn Kinder nach 18 Uhr (im Sommer?!?) noch draussen spielen oder laut auf dem Spielplatz toben?? Ich bin in den 80ern groß geworden und da war es ganz sicher nicht leise. Überhaupt, wird nicht eigentlich kritisiert, dass Kinder „früher“ unbeaufsichtigt draussen spielen durften und heute die bösen Helikoptereltern ihre Kinder nicht aus den Augen lassen? Was denn nun? Überhaupt wundere ich mich, warum man in ein Neubaugebiet mit Familien zieht, wenn man Ruhe möchte. Warum nicht aufs Land?
    Ärgerlich finde ich auch, dass es nur auf die Kinder bezogen wird. Wenn die Leserbriefschreiberin im Sommer Besuch hat, gehen sie dann auch um 18 Uhr rein und sind still? Schließlich möchten bestimmt die Nachbarskinder in Ruhe schlafen? Ist das Blödsinn? JA! Denn allgemein gibt es einen Mittelweg und oft sind die Lärmverursacher Erwachsene, die draussen frecherweise reden und lachen. Warum gesteht man das nicht auch Kindern zu? Ich achte darauf, dass meine Kinder nicht in Bus und Bahn kreischen und generell gilt Zuhause, in ihren Zimmern können sie so laut sein, wie sie wollen. Im Wohnzimmer müssen sie nicht still sein, aber da gelten auch meine Rechte. Wie Du schreibst, Rechte hören da auf, wo sie die Rechte anderer verletzen. Das ist hier auch ein Grundsatz (der ja aus der antiautoritären Erziehung stammt).
    Die heutigen Eltern und Kinder „rücksichtslos“ zu nennen, ist dermaßen pauschal, dass es nur noch absurd ist. Natürlich gibt es auch Eltern, denen völlig egal ist, wie sich ihr Kind verhält. Aber vermutlich sind die entweder selbst ohne Grenzen aufgewachsen oder im Gegenteil mit extremen Grenzen. Wie immer sehe ich einen Mittelweg. Aber der Mittelweg heisst nicht, dass meine Kinder nicht im Sommer länger draussen toben dürfen oder ich auf einem Spielplatz um Ruhe bitte. Sie dürfen laut und wild sein. Wenn ich aber unsere Nachbarn im Garten sehe, bitte ich die Kinder schon, nicht durchgehend zu kreischen. Über das Thema „lautlos und unsichtbar“ habe ich auch mal gebloggt, ein kleiner Rant, weil es mich nervt. Laut lachende und rufende Erwachsene draussen, im Zug oder im Restaurant sind erlaubt. Laut lachende, fröhliche Kinder nicht. https://bloggermumofthreeboys.com/2018/10/01/leben-mit-kindern-lautlos-und-unsichtbar/
    Liebe Grüße!

    • Ich kann nur jeden einzelnen Satz von dir, bloggermumofthreeboys, unterstreichen, danke dafür! 😘
      Mich machen solche klagenden Verallgemeinerungen der „heutigen Kinder / Jugend“ immer traurig. In den letzten Jahrzehnten hat sich durch Technologisierung, andere Wohnverhältnisse und Familienstrukturen,… so enorm Vieles verändert. Warum wird immer erwartet, dass sich das auf Kinder nicht auswirkt?!
      Die Seniorengeneration hat sich doch genauso verändert: Für meine Großeltern, die bis zu ihrem Tod einen Bauernhof bewirtschafteten, war es selbstverständlich, sich nach den eigenen Kindern auch um die im Haus lebenden (Ur)Enkelkinder zu kümmern, etc. Und heute? Die Großeltern, die ich im Freundeskreis kenne, haben teilweise Freizeitstress (Frisör, Kaffee mit der Freundin, Urlaube, …) und kaum Zeit für Mithilfe bei den Enkeln. Echauffiert sich die Jugend deswegen oder bezeichnet gar alle Senioren als zu selbstzentriert? Nein. Weil es nämlich nicht fair wäre.
      😊 GlG, Jules

  4. Ich finde mich in den Kommentaren schon wieder. Möchte nicht unnötig wiederholen, aber mal ein wie ich finde positives Beispiel für ein nachbarschaftliches Miteinander loswerden: mein Mann und ich sind als Kinder auf dem Land in Einfamilienhäusern mit großem Garten aufgewachsen, wir waren in keinster Weise eingeschränkt. Als wir mit Kleinkind in unserer städtischen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus wohnten, war uns zum Beispiel gar nicht bewußt, wie viel die anderen von unserem Trubel mitbekommen. Eines Tages schenkte uns die ältere Dame von nebenan einen Softball für die Kleine. Ich nahm ihn dankend an und habe erst ein paar Tage später begriffen, dass es wohl ein Hinweis darauf war, dass man uns wohl ganz gut gehört hat, als wir mit dem prall gefüllten Plastikfussball in den Tagen zuvor durch die Wohnung getribbelt sind. Ich finde, sie hat das ganz wunderbar gelöst und wir haben natürlich fortan mehr Rücksicht genommen. :) Inzwischen wohnen wir mit Garten im Speckgürtel und wenn sich unsere Nachbarn schon ab 18 Uhr (!) über Kinderlärm im Garten beschweren würden, fände ich das auch nicht angebracht und würde für mehr Toleranz plädieren. Das ist meiner Meinung nach kein Thema von „heutige Eltern/Kinder“… das habe ich auch vor 40 Jahren schon gedurft. Es gibt immer solche und solche, unterschiedliche Ansprüche, Bedürfnisse, Erziehungsstile und Regelwerke. (und wenn ein Vater nach Feierabend seine Kinder mit einem lauten „Huuaarh“ begrüßt und dann erstmal getobt wird, finde ich das tendenziell eher sympathisch, sorry… ;-))

  5. Hallo ihr Beiden, ich kann euch einen Grund dafür nennen warum die meisten Kinder so früh so spät und auch zur Mittagszeit so laut sein dürfen. Es gibt keine Mittagsruhe mehr, ich bin damals auch aufgewachsen mit dem Wissen zwischen 13 und 15 Uhr herrscht Ruhe. Nur ist das inzwischen nicht mehr so und wenn man sich so umschaut wie laut die Erwachsenen sind braucht man sich nicht wundern das Kinder auch so sind. Im 7 Uhr am Samstagwird der Rasen gemäht und bis 22 Uhr das Gehölz im Garten zersägt. Vorzugsweise zur Mittagszeit Löcher in die Wände gebohrt. Was habe uch mich darüber schon aufgeregt. Dann darf man die Handygeneration nicht ausser acht lassen, die meisten Kinder müssen laut sein sonst bekommen sie doch keine Beachtung. Meinen zweijährigen bringe ich schon bei das er morgens und abends doch bitte etwas leiser sein soll, da er nicht alleine auf der Welt ist. In einem Mehrfamilienhaus muss man das auch. Trotz keine der Nachbarn was gegen unseren Wirbelwind hat, aber Rücksichtnahme gehört für mich dazu.
    Das war mein Gedanke dazu.
    Ganz liebe Grüße
    Alex

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