Tipps fürs Malen mit Fingerfarben: Sauerei und Spaß dabei!

Ganz hinten im Schrank habe ich das versteckt, was den Kindern riesigen Spaß bereitet – sie aber ohne mein Dabeisein nicht unbedingt erreichen sollen. Die Fingerfarben. Nicht auszumalen, wie unser Haus aussehen würde, würden sie alleine die Dosen auspacken, aufmachen und ihren Inhalt verteilen… Und außerdem ist eine Sache natürlich immer viel spannender, wenn sie etwas Besonderes ist. So wie unsere Fingerfarbe
(Affiliate Link). Ein Riesenspaß. Und eine Riesensauerei.

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Eindeutig moderne Kunst: Wenn meine Kinder mit Fingerfarben malen. Wenn es bloß nicht immer so eine Sauerei wäre!

 

Es gibt so Tage, da ist die Stimmung fast nur noch mit a) Gummibärchen oder b) Fingerfarben zu retten. Man hat die Qual der Wahl: Entweder Zucker auf die weißen Kinderzähnchen oder Farbe auf Tische, Stühle, Fußboden und … Kindernasen. Lustige Ideen für Frühlingsbilder mit Fingerfarben habe ich auf dem Blog auch schon mal vorgestellt, heute geht es um das freie malen mit Fingerfarben… eine herrliche Sauerei!

Regel Nummer 1 für den Umgang mit Fingerfarben

Pädagogisch korrekter sind die Fingerfarben, auch wenn ich zugeben muss, die Gummibärchen deutlich praktischer sind. Denn Fingerfarben benötigen einiger Vorbereitung. Regel Nummer 1: Hole die Fingerfarben nicht raus, wenn du grad beim Altpapiercontainer warst. Denn wichtigstes Utensil neben den Farben und Kinderfingern: Zeitungspapier. Viel Zeitungspapier. Genug, um alles abzudecken, was sich im Umkreis von zehn , was sag ich, fünfzehn Quadratmetern befindet. Tisch, Teppich unterm Tisch nicht vergessen, Stühle, Dielen, Schränke und je nach Zimmergröße auch die Wände.

Nie Fingerfarben ohne Ganzkörperlätzchen benutzen

Hat man die Umgebung kleckssicher ausstaffiert, sind die Kinder dran. Regel Nummer 2: Ganzkörperlätzchen sind Pflicht. Am besten noch ein altes Tuch für die Beine. Oder gleich ganz die Hose aus und schonmal ein Bad einlassen. Denn es kann unter Umständen auch notwendig werden, die Haare zu waschen. Aber dazu später noch.

Regel Nummer 3: Nie den Anfängerfehler begehen und ALLE Farbdosen aufmachen und vor die Kinder platzieren. Das Ergebnis: Umgeworfene Becher, vermischte Fingerfarben („Mama, wieso haben wir nur noch Braun?“) und viel zu viel, viel zu viel zu viel zu viel Farbe auf den Blättern. Also immer nur ein bisschen Farbe auf die Deckel löffeln und nicht mehr als zwei, drei Farben gleichzeitig geben.

Und dann beginnt der Fingerfaben-Spaß!

Da werden die Finger, nein, gleich die ganzen Hände schwungvoll in die Farbe getaucht. Im Akkord fliegen Farbspritzer durch die Gegend, im Akkord werden Linien, Kreise, Striche auf die Blätter gemalt, die ebenfalls im Akkordtempo vollgemalt sind. Mit farbtriefenden Händen wird nach neuem Papier gerufen und ist Mama nicht schnell genug, ertönt die unheilvolle Drohung: „Dann hole ich es mir eben selbst!“

Nein, nicht aufstehen. Sitzenbleiben. Hände hoch, nicht herumfuchteln.

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Aha-Erlebnis: Mischt man mehrere Fingerfarben, kommt so eine schöne undefinierbare Farbe heraus.

Das bemalte Blatt, was sich unter literweise Fingerfarbe schon gefährlich durchbiegt, wird vorsichtig, damit keine Farbe herunterläuft, an einen speziellen Trockenplatz gelegt. Auch dieser sollte schon vorher ausgewählt werden – denn er muss a) kindersicher, b) ebenfalls mit Zeitungspapier ausgelegt und c) groß genug sein. Letzteres ist wichtig, denn sind die Kinder einmal im Malrausch, sind sie nicht so schnell zu stoppen.

Patsch, rein in die Farbe, patsch, rauf aufs Blatt.

Patsch, rein in die Farbe. Patsch, ran an die Nase.

„Nein, nicht die Nase anm….“ möchte man rufen, unterbricht sich jäh im Satz, denn natürlich ist das Unvermeidbare bereits geschehen. Eine grüne Nase, nunja, gibt Schlimmeres.

Grüne Haare etwa.

Denn ehe man sich vom Nasenschreck erholt hat, ist die Hand in den Haaren gelandet und ehe man sich von diesem Schreck erholt hat, landet sie schon ein zweites Mal dort. Meine Jungs haben beide lange Haare. Mit Waschlappen ist es hier nicht getan. Deshalb das oben angekündigte Bad im Anschluss.

Malen mit Fingerfarben macht aus jedem Kind einen kleinen Picasso

Bevor es soweit ist, wird die von außen grün gefärbte Nase von innen noch mal flugs rot angepopelt, das Bein lila verziert und der Fuß gelb gepunktet. Währenddessen spielt der Große am anderen Ende des Tisches Dirigent, nicht ohne seine wild umherzappelnden Finger vorher in blaue Fingerfarbe getaucht zu haben, so dass der leider vorher nicht abgedeckte Gummibaum mit blauen Farbtupfern verziert wird. Die eigentlich für den Feierabend vorgesehene Frauenzeitschrift von mir wird ganz nebenbei mit schwarz und weiß verziert, Anfängerfehler, so etwas in Reichweite liegen zu lassen.

Und während ich im Minutentakt fertige Kunstwerke zur Trockenecke bringe, verwandelt sich der ehemals holzfarbene Kinderhochstuhl in ein moderne-Kunst-Objekt aus grün, rosa und undefinierbar braun.

Während ich noch am Überlegen bin, wie ich diesen Riesen-Fingerfarben-Spaß geschickt unterbreche, ohne einen Trotzanfall herauszufordern (ein Kind mit Wutanfall vor Fingerfarbendeckeln und mit verschmierten Händen und triefenden Ganzkörperlätzchen ist gefährlich, sehr gefährlich), will der Goße mich küssen und zieht an meinem bis dato nur leicht verschmutzten Pulli. Beim Kuss landet die Hälfte der zentimeterdicken blauen Farbe von der Nase auf meiner Nase. Der Kleine zieht derweile mit schwarzen Fingern an meinen Haaren und mit dem linken Fuß trete ich in eine grüne Pfütze, die neben dem rosa-grünen Hochstuhl vor sich hin wabbert.

Ich muss hier nicht erwähnen, dass die Nachbereitung so einer Fingerfarben-Aktion ähnlich aufwändig ist wie die Vorbereitung.

Aber, was soll ich sagen? Es macht Spaß. Und die Kunstwerke der Kinder kann man rahmen und als moderne Kunst verkaufen. Pastös aufgetragen und so, Ihr wisst schon. Dramatische Farben, schwungvolle Striche, lebendige Bilder mit bunten Fingerfarben , sie scheinen ein Innenleben zu haben, was hat sich der Künstler da wohl bei gedacht?! Mit Wasserfarben kann man übrigens auch viel Spaß haben.

Mögen Eure Kinder Fingerfarben? Welche Tipps habt Ihr, damit es nicht zu einem totalen Chaos ausartet? Gleich ins sichere abwaschbare Badezimmer ziehen? Oder einfach auf den Rasen in den Garten?!

4 Kommentare zu “Tipps fürs Malen mit Fingerfarben: Sauerei und Spaß dabei!

  1. Pastös aufgetragen, ganze Hand in der Farbe… 😊 vor 3 Tagen erst erlebt. Statt Zeitungspapier haben wir Einmaltischdecken aus Papier (Meterware!!! 😀) und statt Ganzkörperlätzchen kann auch ein altes T-Shirt von Papa in XL dienen. Zum Trocknen werden unsere Kunstwerke auf den Wäscheständer gelegt.

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  2. Hallo!
    Bei uns kommen Fingerfarben nur auf den Terrasssentüren zum Einsatz. Wenn alle Scheiben angemalt sind, dann ist Schluss. 🙂

    Bei uns malen die beiden (3 und 1) nur in Unterhose bekleidet und kommen danach direkt in die Badewanne.

    Viele Grüße
    Anna

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  3. Hallo! Dein Text hat mich sehr amüsiert, meine Erfahrungen decken sich da sehr mit deinen 🙂 mein Tipp: Farben portionsweise auf Papierteller verteilen, die kann man im Anschluss einfach entsorgen u.darauf können die Künstler auch schon super mischen…außerdem sind für grobe Zwischenreinigungsaktionen bei mir immer Feuchttücher im Einsatz (die mag ich zwar sonst nicht, aber bei Malaktionen sind die super!). Unser Zuhause ist auch voller Kunstwerke, ich mag das sehr…meine Tochter hat auch schon Leinwände bemalt, wenn man rechtzeitig stoppt (also bevor alles in braun vermischt wird) sind das dann wirklich tolle Kunstwerke für die Ewigkeit 😉
    Liebe Grüße
    Susanne

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