Kinderhörspiele from Hell – Meine Freundin Conni und Co.

Ihr wisst ja, wir waren im Urlaub. Und um die Autofahrten abzukürzen (ich hatte ja mal von einer typischen Autofahrt bei uns geschrieben), gab es für die Kinder Hörspiele und CDs mit Kinderliedern. Ich weiß nicht, was ich schlimmer finde. Meine Freundin Conni oder die „Tante aus Marokko“. Es gibt einfach furchtbar dämliche Kinderlieder, deren Texte nur im Vollsuff entstanden sein können und Hörbücher, wo die Dialoge nur jemand ohne Kind geschrieben haben kann. hörbuch

In Kinderliedern tanzen Wilde und werden Hühner geschlachtet – geht’s noch?

„Ein Mann, der sich Kolumbus nannt“ – soweit so gut. Harmloses Kinderlied. Denkt man. Bis es dann im Text auf einmal um „Wilde“ geht und die rufen dann auch noch „Wir sind entdeckt“ und so weiter. Kennt Ihr das Lied? Ich war etwas, naja, sagen wir, fast schockiert. Denn politisch korrekt ist das nicht. Und mein Sohn sang es begeistert mit. Die Melodie ist ja auch sehr eingängig. Aber der Text – muss man das heute noch so singen? Kann man auf dieser „Spiel- und Ferienlieder“-CD gesungen von den Kindergartenkindern XYZ – nicht einfach den Text ein klein bisschen ändern? Zwei Lieder weiter kommt dann die Tante aus Marokko mit ihren zwei Pistolen, piff, paff, und dann wird noch ein Huhn geschlachtet und gegessen, schmatz, schmatz. Und so geht es munter weiter. Der Schneider fängt ne Maus und zieht ihr das Fell ab, um daraus einen Sack zu nähen.

Ich finde es ja schön, altes Liedgut zu bewahren. Aber den meisten Liedtexten auf der Kinderlieder-CD begannen mein Mann und ich uns schon zu fragen, in welchem Suffzustand eigentlich die Texte entstanden sind… Naja. Mein Sohn bestand leider regelmäßig drauf, bei unseren Urlaubsautofahrten diese Meisterwerke der Kindermusik zu hören und ich begann zu bedauern, dass er ein Talent hat, sich Liedtexte nach dem ersten Hören auswendig zu merken.

Dialoge, wie sie nur jemand ohne Kind erfunden haben kann

Wenn wir mal nicht lustige Ferienlieder hörten, kamenMeine Freundin Conni oder Leo Lausemaus   (Affiliate Links) zu Besuch. Also zu Besuch in unserem Auto. Schon allein der Djingle, wenn das Conni-Hörspiel beginnt! Beklage ich mich oben noch über die politische Unkorrektheit muss ich in diesem Fall über die Überkorrektheit von Conni meckern. Ich weiß, mir kann es auch keiner recht machen und so. Aber es muss mal raus.

Meine Freundin Conni – ist selbst in der Schule gut. Meine Freundin Conni – hat Freunde nah und fern. Meine Freundin Conni mit der Schleife im Haar – ist immer gut drauf.“

Und was sie noch alles kann. Malen, lachen, laufen, ist überall beliebt. Es gibt viele Freunde, aber nur eine beste Freundin – Conni! Ahhhhh. Mit ihrer Schleife im Haar und ihrer neunmalklugen Art wäre sie früher wohl eher nicht meine Freundin gewesen. Aber das kann man ja einem Vierjährigen nicht erzählen, der wie gebannt der CD lauscht. Und dann kommen diese Dialoge! „Ich bin dabei, Leute“ – sagt das eine Siebenjährige?

Oder Connis Papa: „Ich glaube, das nächste Mal müssen wir uns einen Schwertransporter mieten.“ – Daraufhin der kleine dreijährige Bruder von Conni: „Wirklich, Papa? Das wäre genau nach meinem Geschmack!“

Ich weiß nicht, wie Eure Kinder so drauf sind. Aber mein Sohn  sagt sowas nicht. Und er sagt viel. Sehr viel. Eigentlich nonstop von morgens bis abends.

Wo ich gerade beim Lästern bin! Die Stimme von Conni geht ja noch. Und klar kann man für einen Dreijährigen keinen dreijährigen Sprecher nehmen. Aber am schlimmsten ist die Mutter! Überpädagogisch, immer verständnisvoll, immer lustig und humorvoll, nie am Schimpfen.

Und diese supertolle Conni, die alles kann, alles super macht, bei der U-8 beim Kinderarzt sogar einen Purzelbaum schlägt und noch weiter rückwärts läuft als sie eigentlich soll und bei der Einschulungsuntersuchung natürlich auch alles superduper erledigt – wie realistisch ist so ein Mädchen? Ach und es wurde noch besser, bei unserer Urlaubs-CD kam dann noch ein Zauberer aus einem Zirkus vor, der alle Vokale durch ein O ersetzte, was sich ziemlich albern anhörte und mich mit der Frage hinterließ: „Wieso zum Teufel?“

Wieso sind Kinderspiele und Hörbücher für Kinder oft so nervig und realitätsfremd? Kleiner Rant über die schlimmsten Hörspiele und in den Kommentaren Tipps für gute Kinderhörbücher

Unerträgliche Kinderhörspiele

Das Gegenteil zur Streberin Conni (verzeiht mir die harte Worte) soll dann ja Leo Lausemaus sein, der wie der Name schon sagt, eine richtige kleine Lausemaus ist, die immer zu Schabernack aufgelegt ist. Nun ja. Die Bücher finde ich zum Vorlesen ja sogar ganz nett. Aber die Hörspiele – schonmal gehört?! Da gibt es so einen Sprecher, der einen einlädt, mit zu Leo Lausemaus zu gehen und alles kommentiert. Mit so einer … wie soll ich sagen, Softie-superverständnisvoller-Typ-Stimme. „Oh, die kleine Lausemaus ist ja heute gar nicht gut gelaunt. Aber das kennst Du ja sicher auch, oder?“ Weiter geht es: „Leo Lausemaus ist ja heute ein besonders fleißige Maus. Komm mal mit, wir schauen uns mal an, was er heute so erlebt hat.“ – „Na, das sind ja gar keine erfreulichen Neuigkeiten. Ich befürchte, diese Geschichte wird kein gutes Ende nehmen.“

Beim ersten Mal Hören kommt man damit ja noch klar. Aber wenn man es fast jeden Tag über sich ergehen lässt, dann stellen sich einem doch die Nackenhaare auf. Manchmal lacht dieser Sprecher. Das ist dann dieses verständnisvolle, weiche, aber irgendwie falsche Lachen, was Menschen Kindern gerne gegenüber machen. Ohne Worte.

Und Leo Lausemaus‘ Eltern sind auch wieder hervorragend besetzt. Die Dialoge haben mit der Realität nichts zu tun und man möchte immerzu schreien: „So redet doch kein Mensch und auch keine Maus!“ Natürlich sind auch diese Eltern nie am Schimpfen und der Vater möchte weiß Gott was alles mit seinem Sohn im Garten bauen (Fußballtore, mit Bausteinen spielen, Fußball spielen, usw….) und macht tolle Ausflüge mit seinem Sohn und überhaupt.Kocht für die Mutter zum Geburtstag. Er könnte auch der Vater von Conni sein.

Es gibt ja noch mehr so komische Hörspiele. Schonmal von Monica Häuschen gehört? Der kleinen Schnecke? Seid froh, wenn nicht. Ihr habt nichts verpasst.

Was soll ich sagen? Mein Sohn findet es klasse. Lauscht wie gebannt. Will immer dasselbe hören. Wenn er es in seinem Zimmer macht, kann ich damit ja noch umgehen. Aber im Auto kann man nicht flüchten! Und der Kleine findet übrigens auch an, das alles total super zu finden und CDs einzufordern.

Tipps für gute Kinderhörbücher

Nun bin ich auf der Suche nach wirklich guten Hörspielen. So wie es wirklich gute Bücher gibt (Astrid Lindgren zum Beispiel oder auch Die Muminsoder die Tulle-Zwerge, die sind einfach großartig zum Vorlesen!) muss es ja auch gute Hörbücher für Kinder geben. Nicht nur mit guten Geschichten. Auch mit guten Dialogen. Und vor allem: guten Sprechern.

Wer kennt sowas? Ich bin gespannt auf Eure liebsten Hörbücher für Kinder – aber auch genauso neugierig auf die schrecklichsten Hörspiele. Kennt Ihr noch mehr abschreckende Beispiele? Her damit, machen wir hier mal eine Sammlung.

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54 Kommentare zu “Kinderhörspiele from Hell – Meine Freundin Conni und Co.

  1. Ach Gott, ich habe beim Lesen Tränen gelacht. Ich kann so wunderbar mitfühlen. Ich habe mit Schrecken mal eine Strophe von Schlaf Kindlein schlaf gelesen :“Schlaf Kindlein Schlaf, und blök nicht wie ein Schaf. Sonst kommt das Schäfers Hündelein umd beißt mein kleines Kindelein“ Grausam diese Texte.

    Ach ja, einmal hatten wir bei einer 8 Stunden Urlaubsfahrt nur 1 klassische Kinderlieder CD dabei. Das war nicht gut…

      • Ich hab mal in einer Eltern-Zeitschrift diese Strophe hier entdeckt „Guten Abend, gut‘ Nacht, dein Bett ist gemacht. alle Freunde woll’n jetzt ruh’n, gute Träume wünsch ich nun. Morgen früh, da freut sich sschon ein neuer Tag auf dich. morgen früh, da freut sich schon ein neuer Tag auf dich.“
        Die find ich ganz okay und mit der kann ich leben 😉

  2. Das kommt mir so bekannt vor. Und genau deshalb, und weil sich die Kinder nie einig sind was sie hören wollen, gibt es jetzt bei langen Autofahrten Hörbucher als MP3 auf alten Smartphones über Kopfhörer für die Kinder. Alle sind glücklich udn zufrieden. Schöner Nebeneffekt: Es gibt keinen Streit auf der Rücksitzbank und die Kinder schlafen sogar ab und zu mal ein beim Hören. Was ich übrigens ganz gern auch mit höre sind die Musical-CDs vom Ritter Rost. Die Lieder sind so schön doof das sie schon wieder lustig sind.

    LG, Susann

  3. Ich kann dich gut verstehen und empfehle dir die drei ??? (gibt auch eine Kids-Version). Ist spannend, kann man sich gut anhören und ist definitiv nicht nach fünf Minuten genervt und am Ende. LG Bärchenmama

  4. Hörspiele nutzen wir noch nicht wirklich. Ich habe aber neulich eine Ritter Rost CD gekauft (Die Zauberfee), die fand ich eigentlich ganz nett. Meine Mutter hat dem kleinen Kaaskop aber im 2nd-Hand-Laden ein Conni-Hörspiel gekauft und das Lied ist wirklich ätzend! Der kleine Kaaskop mag es auch nicht. Die Erzählerstimme gefiel mir auch nicht…
    Ansonsten mag ich Conni eigentlich ganz gerne, trotz des hohen Und-die-Moral-von-der-Geschicht-Gehalts. Schmunzeln oder Augenrollen muss ich aber trotzdem oft über die Texte!

    • Bei Conni sind die Bücher wirklich besser als das Hörspiel. Die Musik ist wirklich furchtbar. Wir haben eine alte Conni-Kassette und eine neuere Conni-Cd jeweils mit unterwschiedlichen Eingangsmusiken – und eine furchtbarer als die andere…

  5. Der Schneider mit der Maus mussten wir auch im Urlaub hören. Mein Mann und ich haben sogar mehrmals zurück gespult weil wir nicht glauben konnten was der oder die da singt :-)))

    Conni find ich ja in den Büchern schon total nervig – „Conny geht noch nicht mit auf den Spielplatz, Conny malt lieber ihr Bild fertig“

    Hörspiele gibt es bei uns noch nicht so, aber evtl mal bei den alten Sachen schauen die wir damals gern gehört haben.

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