Duschen in Rekordzeit: Olympiadisziplin für Baby-Mamas

Wenn es dafür eine Medaille geben würde, wäre ich bestimmt vorne mit dabei. Ohne jetzt zu sehr auf Eigenlob zu setzen. Aber ich finde, ich habe mich in der Disziplin „Duschen mit Baby vor der Dusche“ ziemlich optimiert. Ich hatte ja genug Trainingszeit bei meinem Großen, der jetzt drei Jahre alt ist. Nun perfektioniere ich die erlernte Technik mit unserem Kleinen, der dreieinhalb Monate alt ist. Und obwohl ich einige Zeit dazwischen hatte, in der ich tatsächlich in Ruhe (alleine!) duschen durfte (seit der Große zur Tagesmutter geht, da habe ich mir den Luxus angewöhnt zwischen Wegbringen und Arbeitsbeginn zu duschen.

Nun also alles wieder von vorne. Und die Routine ist sofort wieder da.

Duschen mit Baby ist eine echte Herausforderung

Baby erst stillen, dass er so richtig satt ist. Ganz wichtig, wenn man Erfolg in dieser Disziplin haben möchte! Dann Krabbeldecke im vorgeheizten Bad ausbreiten. Spielzeug bereit legen. Und Baby dazu.

Und jetzt heißt es, schnell sein!

Der Wettkampf „Duschen mit Baby“ beginnt. Die Uhr tickt. Ausziehen. Sachen einfach fallen lassen. Keine Zeit zum Zusammenfalten. Weiter geht’s: Ab unter die Dusche. Ein Glück ist unsere Duschwand aus Glas, das heißt, ich habe den Knirps in Auge und er mich. Wasser marsch! Aber nur einmal kurz, das muss reichen. Einseifen, zack, Dusche wieder an, zack. Genüsslich den duftenden Badeschaum verteilen? Nix da. Der Knirps hat schon kurz das Gesicht verzogen, betrachtet aber noch relativ entspannt seine Finger. Also alles abspülen. So das muss reichen. Das Haar quietscht nicht? Auf solcheKleinigkeiten kann man keine Rücksicht nehmen. Hauptsache, man sieht den Schaum ncht mehr.

Da ist es auch schon: Das erste Meckern vom Badezimmerboden. Während ich mich abtrockne, naja, schnell abtupfe, gröle ich lauthals das Lied von den Zappelfingern. Ah, das Meckern hört auf. Knirps guckt komisch, ist aber still. Singend (jetzt das Lied mit der Schnecke, die raufkrabbelt) creme ich mich ein. Patsch hier, patsch da, einreiben, nee, keine Zeit, Kind hat keine Lust mehr und findet das Schneckenlied jetz auch doof. Einziehen lassen? Papperlapapp, das geht auch unter der Kleidung. Halt, war da nicht was mit einmassieren, damit die Schwangerschaftsstreifen weniger werden und die Haut bis zum Sommer wieder in ihre Ausgangsform zurückgestrafft ist? Quatsch, wird doch total überschätzt. Genau wie Beine rasieren.

Beinerasieren, Bodylotion oder Spülung? Fehlanzeige, wenn man mit Baby duscht

Findet zumindest der Knirps, der nun endgültig die Nase voll hat und auf den Arm will. Auch Spielzeugaustausch bringt da wenig. Duschen mit Baby ist alles, nur nicht entspannend.

Die Haare kämme ich eine Stunde später, wenn er mir gnädig eine freie Minute lässt. Das Handtuch hänge ich am Abend auf, weil ich es zwischendurch vergesse.

Fertig angezogen der Blick auf die Uhr: Fünf Minuten. Komisch, sonst schafft der Knirps auch fünf Minuten alleine. Aber gegen das Duschen hat er was. Typisch Mann vielleicht?!Vielleicht wäre ein Mädchen ja anders.

Ich weiß nicht, wie oft ich schon frisch eingeseift aus der Dusche sprang, um schnell das Kind an die schaumige Milchbar zu heben. Und noch bleibt der Knirps wenigstens mehr oder weniger auf der Stelle liegen. Lustig wird es, wenn sie krabbeln. Mein Großer stand mal vor der Duschwand und haute begeistert mit der Klobürste dagegen.

Auch Mamas brauchen mal eine Auszeit – sei es 5 Minuten unter der Dusche

Aber bald ist ja Wochenende. Dann kommt Mamas große Duschviertelstunde. Wenn man gelassen wird .

Aber auf einen Vorteil dieser olympiareifen Disziplin möchte ich der Vollständigkeit halber noch hinweisen: Man spart Wasser. Und zu lange, zu heiße Duschen und vor allem auch zu häufige schaden der Haut.

Na dann. Es gibt übrigens noch mehr spaßige Olympiadisziplinen: das Einhandtippen beim Stillen (praktiziere ich grad), das Einhandkochen inklusive Gläser aufmachen, das Stillen im Gehen, um dem Postboten die Tür zu öffnen  (für Fortgeschrittene) – fallen Euch noch mehr Dinge ein, die man als Mama einfach perfektioniert?
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3 Kommentare zu “Duschen in Rekordzeit: Olympiadisziplin für Baby-Mamas

  1. Herrlich geschrieben! Klingt wie Alltag bei uns. Nur ist mein 2. Kind jetzt schon 6 Monate alt und lässt mich schnell duschen, wenn ich vorher die Regeln eingehalten habe: Ausgeschlafen und Satt – anders geht duschen gar nicht.Aber das ist auch keine Garantie, dass es immer klappt. Wie oft ich schon gesungen habe, um ihn noch bei Laune zu halten – und nicht nur beim Duschen – auch beim Abspülen, Wäsche aufhängen oder mal schnell zusammen kehren.

    Olympiadisziplinen habe ich auch:
    Meister im Schell-Windel-Wechseln der Großen während der Kleine am Schreien ist.
    Essen, ohne all zu sehr das Essen auf dem Boden zu verstreuen, während ich den Kleinen auf dem Arm schunkle und mit meiner Großen rede.

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  2. Oh da werden Erinnerungen wach. Ich hatte mein Kind damals aber nicht auf die Krabbeldecke, sondern in eine Babywippe getan. Die Decke wäre wohl die bessere Alternative gewesen, da sie mehr Spielraum haben, im wahrsten Sinne des Wortes. Naja, beim nächsten Kind 😉

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  3. 🙂 🙂 Super Post!

    Mädchen sind da übrigens auch sehr rigoros und lassen die Mama nicht in Ruhe duschen…meine Tochter hat immer im Maxi Cosi vor der Dusche gesessen – anders war´s nicht möglich 🙂

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