Der neue Joolz Day³: Interview mit Firmenchef Stan Vermeulen übers Vatersein

*Werbung und Interview*

Ich habe ja bekanntlich mit Autos nicht so viel am Hut, da ich auch selten Autofahren muss. Aber ein Fahrzeug brauche ich jeden Tag: unseren Kinderwagen. Ich hatte ja schon mal (hier) beschrieben, dass ich erst jetzt beim dritten Kind tatsächlich den perfekten Kinderwagen gefunden habe – nachdem ich mich bei den beiden ersten Kindern ständig über unseren alten Kinderwagen geärgert habe (der auch ein drittes Kind nicht mehr mit gemacht hätte). Der Joolz Day² hatte mich jedoch auf Anhieb überzeugt – auch Monate später noch. Der perfekte Kinderwagen, endlich. Ich hätte nicht gedacht, dass der in Sachen Fahrkomfort und Wendigkeit noch zu toppen ist. Mal abgesehen vom schicken, gradliniegen Design. Nun wurde ich eines besseren belehrt: Denn der Nachfolger, der Joolz Day³ toppt nochmal alles! Vielleicht liegt das auch daran, dass der Firmengründer Stan Vermeulen selbst vor kurzem Vater geworden ist und seine eigenen Erfahrungen in den neuen Joolz Day³ eingeflossen sind. Ich habe ihn einmal befragt – auch danach, was Vätern eigentlich am Kinderwagen wichtig ist.  Weiterlesen

Aufreger: Mit dem Kinderwagen unterwegs

Ach, manchmal liebe ich diese ausgesuchte Höflichkeit in unserem Land. Wozu soll man auch Kantsteine absenken? Können doch Kinderwagen und Rollatoren einfach runterrumpeln. Im Fahrstuhl für Kinderwagen Platz machen? Ach was, soll die Mama mit dem quengelnden Kind doch warten! Die hat doch Zeit! Elternzeit und so.

Kinderfreundliche Gesellschaft? Pustekuchen!

So fährt man also durch die Stadt. Rumpelt über die hohen Kantsteine. Wird dann fast am Zebrastreifen umgefahren. Wenn man dann noch ein Kleinkind an der Hand hat, was sich gerne mal nach einer Blume bückt, die zwischen dem Kopfsteinpflaster wächst, wird das echt gefährlich.

Weiter geht es. Den hohen Kantstein runter. Auf die Straße. Denn auf dem Bürgersteig stehen Mülltonnen, Fahrräder und Reifen schief geparkter Autos. Dann wieder hoch auf den Fußweg. Schnell, Auto kommt von hinten und geht nicht vom Gas. Rumpel, Baby schläft noch, weiter geht’s. Ah, anhalten, Oma steht im Weg, geht nicht zur Seite, wieso auch, hab ja nur einen Kinderwagen vor mir und sie kann mit ihrem Hund natürlich nicht an den Rand gehen. Der muss nämlich grad genau in die Mitte des Fußweges kacken. Rumpel, Kantstein runter, Baby wacht auf, meckert, kann ich auch verstehen, Kantstein wieder hoch, Rumpel, Baby schläft wieder ein. Umdrehen nach Oma, die zieht Hund an Leine weiter, lässt Hundehaufen liegen. Nächste Mutter mit Kinderwagen fährt mitten durch den noch dampfenden Haufen bevor ich warnende Laute von mir geben konnte.

Hilfloses Schulternzucken. Das kenne ich auch zu gut. Wie oft stand ich vor unserer Haustür, bewaffnet mit Sprüh-Reinigungsmittel, Küchentüchern und einem leichten Würgereflex im Hals, während ich die Reifen von den Hinterlassenschaften anderer Leute Hunde säuberte. Hab ich schon mal erzählt, wie fein diese Rillen im Profil der Kinderwagenreifen sind???

Weiter durch die Stadt. Im Slalom um andere Leute rum, um Mülltonnen, parkende Autos, ab ins große Kaufhaus. Das mit den tollen Türen, die nicht automatisch aufgehen. Ah. Es lebe die „Zaubertür“, wie mein Großer sie nennt, die automatischen Türen. Aber das große Kaufhaus hat sowas nicht. Da muss man drücken. Und dann nach der Windschleuse zwei Meter weiter. Noch mal drücken. Die Türen sind aus Glas. Sie sind schwer.

Meine Technik: Umdrehen, rückwärts mit dem Po die Tür aufstoßen, Kinderwagen hinterherziehen. Sieht sportlich aus. Ich beherrsch es ganz gut nach drei Jahren Übung.

Denn meistens hält sie einem keiner auf. Klar, ich bin fit und wie gesagt sehr geübt in dem mit dem Po Türen öffnen. Aber das kann ja nicht jeder wissen. Ich bin keine 1,60 Meter groß, eher dünn und der Kinderwagen ist riesig. Die Tür auch. Trotzdem ist es eher die Ausnahme, dass mal der, der vor mir geht, sich umdreht und die Tür aufhält. Oder die, die hinter mir geht, nach vorne eilt und mir hilft. Nee. Wenn sie nett sind, gehen sie einfach. Oder sie glotzen und gucken doof. Ohne sich zu rühren. Und ohne sich zu bedanken, wenn ich IHNEN die Tür aufhalte.

Wenn mir mal jemand die Tür aufhält, bin ich so perplex, dass ich fast ins Leere laufe, weil ich mich umdrehen will und mit meinem Popo nirgends gegen boxen kann.

Schön sind auch Treppen. Treppen zu Geschäften. Treppen in Geschäften. Und Menschen, die einfach nur doof glotzen, wenn man den Wagen darüber rumpelt – 10 Kilo Wagen, 10 Kilo Baby und 5 Kilo Einkäufe. Hebt man mal so eben vier große Stufen hoch. Rumpel, Pumpel. Bringt ja auch Spaß. Und welcher Idiot hat sich gedacht, vor einer orthopädischen Praxis braucht man 7 große Treppenstufen?!

Ein Glück wohne ich mitten in der Stadt und muss  nur selten Bus fahren. Sonst würde ich hier wahrscheinlich morgen noch über meine Erlebnisse schreiben… Aber weil ich mich ja nicht so viel aufregen will, nehme ich mir jetzt mal vor, mich über die Menschen zu freuen, die mir wider Erwarten helfen. Den Kinderwagen drei Stufen hochtragen. Im Fahrstuhl Platz machen. Die Tür aufhalten. Dafür sogar warten und dabei noch freundlich lächeln. Über die netten Kommentare alter Damen im Fahrstuhl, die sich über meine Kinder freuen, ihnen zulächeln. Über die vielen Menschen, die mir von ihren Enkeln erzählen, von ihren Kindern und von ihren Erinnerungen als Kind. Denn ein Glück, bei aller Aufregung:

Es gibt sie noch, die höflichen, kinderfreundlichen, lächelnden Menschen in unserem Land. Danke, dass es Euch gibt!!!