Wieso wir mit unseren Kindern viel häufiger essen gehen sollten

Raus mit Euch! Ab in die Restaurants mit Euren Kindern! Entert die Cafés, stürmt die Restaurants. Und zwar nicht zum „entspannten Abend“ zu zweit, sondern mit der ganzen Familie. Denn wir Familien müssen sichtbarer werden. Sonst werden wir vergessen. Und müssen dann nicht wundern, dass es sich mit der Kinderfreundlichkeit in Grenzen hält. Schaut nach Frankreich, wo Kinder ganz selbstverständlich mit ins Restaurant gehen (und in Frankreich dauern die Abendessen lang… wirklich lang, unter vier Gänge geht da nix). Oder nach Italien. Oder nach Skandinavien. In all den Ländern sind Kinder immer ganz selbstverständlich mit dabei. Und die Restaurantbesitzer und Cafébesitzer legen eine ganz andere Kinderfreundlichkeit zutage als hier. Denn Kinder gehören dort zum öffentlichen Leben – während sich Eltern hierzulande mit ihren Kindern immer häufiger in Komfortzonen zurückziehen. Da wird höchstens mal das Café mit der Spielecke angesteuert oder das Restaurant mit dem Spielplatz im Garten. Aber ich bin der Meinung: Wir Familien müssen uns die Öffentlichkeit zurückerobern! Und das mit den Manieren beim Essengehen? Kommt ganz von alleine. Kinder sind unglaublich lernfähig und flexibler als wir denken.
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Situationen, die es nur mit Kindern gibt

Ach, die lieben Kleinen. Sie bringen einen schon häufig zum Lachen. Oder verschaffen einem rote Ohren. So wie mit dem Brötchenklau am Frühstückstisch (http://ganznormalemama.wordpress.com/2013/10/19/brotchenklau-am-fruhstucksbuffet/). Oder aber in der folgenden Situation:

Mama, Papa und Sohn sitzen im Restaurant. Es klappt sogar mit dem Essen mit Besteck, was auf dem Boden landet ist tatsächlich zu vernachlässigen, es wird nicht mit Nudeln geworfen und der Kleine bleibt fast bis zum Nachtisch sitzen. Was für ein tolles Kind, bewundernde Blicke von links und rechts, so ein gutes Benehmen, ach wie niedlich, das sieht man ja selten. Ja, das sehen auch wir selten, wir geben es zu.

Aber dann! Es wäre ja langweilig so ein Essen, bei dem nicht der halbe Nudelteller unter dem Tisch landet oder mit den Händen lustig Kügelchen aus Kartoffelbrei geformt werden. Der Sohn rutscht hin und her. Und noch mal. Und noch mal. Dann:

Mama, ich hab‘ gepupst.“

Wir haben uns, ganz pädagogisch wertvoll, vorgenommen, solche Fäkalausdrücke einfach ignorieren, in der Hoffnung, dass er sie dann nicht mehr in den Mund nimmt. Die Methode, ihm zu sagen, dass er sie nicht sagen soll, schlug fehl, denn dann wurde es erst recht reizvoll, mit diesen Wörtern um sich zu werfen. Also unser Versuch, das Ganze einfach zu ignorieren.

Sohn, noch mal lauter: „Mama, ich habe gepupst.“

Wir essen weiter, führen dabei unsere gepflegte Konservation. Die Musik läuft im Hintergrund, das Paar am Nachbartisch dürfte nichts gehört haben.

Unser Sohn legt seinen Löffel zur Seite, hebt die Stimme, um die Musik zu übertönen:

Mama, Papa, ich hab‘ gepupst.“

Nun dreht sich auch das Paar am Nachbartisch um, lächelt nachsichtig. Wir sagen leise „ja, wir haben es gehört“. Das scheint aber nicht zu reichen. Nun wird Sohnemann laut. Er kann ja auch rufen!

Noch einmal der Satz. So dass ihn auch alle in dem kleinen Restaurant mit seinen acht Tischen hören. Wenn schon denn schon. Da muss dann in derselben Lautstärke noch ein „Mama, ich muss AA“ hinterhergeschoben werden.

Ach, ich liebe diese Situationen, die man so nur mit Kindern erlebt. Auch, wenn die Ohren dann doch ein wenig rot werden, irgendwie ist es doch erfrischend, dass Kinder einfach sagen, was in ihrem Kopf herumgeht, anstatt rumzudrucksen.

Den pädagogisch wertvollen Tipp mit dem Ignorieren haben wir jetzt erst einmal ad acta gelegt. Ab sofort gehen wir doch wieder ganz schnell drauf ein und nehmen die Dinge zur Kenntnis mit gebührender Anerkennung, dann müssen sie auch nur einmal gesagt werden…

 

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