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Gastbeitrag: Von der Langeweile einer Babymutter

mother and child playing together

Photo by PNW Production on Pexels.com

Als ich die Email einer Leserin las, wusste ich sofort, was sie meinte, als sie mir beschrieb, wie lang die Tage mit Baby manchmal sind und wie groß die Langeweile an diesen Tagen ist. Auch ich kannte diese Tage, vor allem beim ersten Kind. Wenn die Zeit nicht verging und man abends feststellte, dass man den ganzen Tag mit keinem Erwachsenen geredet hatte, sondern nur mit dem eigenen Baby. Beim zweiten und beim dritten Kind wurde das schon besser – aber auch jetzt gibt es manchmal Tage, an denen ich mich einfach dabei langweile, auf dem Spielplatz Sandkuchen zu backen oder mich mit Kinderpuzzeln zu beschäftigen. Kennt ihr das Gefühl, das meine Gastautorin beschreibt? Lest selbst. Sie möchte lieber anonym bleiben, aber ich freue mich über ihre Ehrlichkeit:

„Liebe Nathalie,

danke, dass ich die Gelegenheit habe, auf Deinem Blog über meine Gefühle zu schreiben. Ich habe das Gefühl, dass man darüber in der Öffentlichkeit nicht reden kann und sofort als Rabenmutter abgestempelt wird. Als ich mal versuchte, das meiner Schwiegermutter zu erklären, kam sofort „Dann hättest du halt keine Kinder bekommen sollen“. Wenn ich andere Mütter anschaue, habe ich das Gefühl, dass bei mir etwas falsch läuft. Dabei liebe ich mein Baby, ich liebe es, sie stundenlang anzuschauen und diesen Babyspeck zu knuddeln.

Aber: Ich langweile mich mit meinem Baby. Ich habe keinen Spaß daran, den ganzen Tag mit Rasseln und Babysprache zu verbringen. Die Tage sind einfach nur lang und die Zeit will nicht vergehen. Ich bin froh, wenn mein Mann abends nach Hause kommt und ich mit einem Erwachsenen sprechen kann. Ich habe unheimlich viele Bücher gelesen, ich lese Blogs mit Anregungen, was man mit seinem Baby machen kann. Ich mache es auch – und es ist auch ok. Aber eben nicht den ganzen Tag! Das Highlight des Tages ist es, wenn ich mit dem Kinderwagen um den Block gehe und mein Baby schläft. Am Anfang, als meine Tochter noch mehrmals am Tag geschlafen hat, war das auch ok. Aber nun will sie Unterhaltung.

Die Tage sind unheimlich lang. Mein Mann arbeitet mehr als früher und kommt immer später nach Hause. Wahrscheinlich hat er keine Lust mehr, weil ich entweder völlig genervt und schlecht gelaunt bin oder ihn volltexte, weil ich froh bin, mit jemanden zu reden.

Corona macht es nicht gerade leichter, denn fast alle Babykurse fallen aus. Die Rückbildung war nur online. Wie soll ich so andere Mütter kennenlernen? Ich bin die erste in meinem Freundeskreis, die ein Baby bekommen hat. Ich hoffe, es wird nun besser im Sommer, wenn man auf den Spielplatz kann und dort mit anderen reden kann. Ich brauche Gesellschaft und ich bin mir sicher, meine Tochter braucht auch Gesellschaft!

Manchmal frage ich mich, ob ich irgendetwas falsch mache. Darf ich solche Gefühle haben? Stimmt etwas nicht mit mir? Bin ich vielleicht wirklich nicht dazu gemacht, ein Baby zu haben? Aber ich wollte dieses Baby und ich liebe meine Tochter über alles. Aber es ändert nichts daran, dass ich mich an vielen Tagen langweile.

Ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin, der es so geht – und würde mich freuen, wenn mein Text anderen Mut macht, über ihre Gefühle zu reden. Denn das sagst du ja auch immer auf deinem Blog: Wenn man weiß, dass es anderen auch so geht, geht es einem selbst gleich viel besser. Dann weiß man, dass man nicht alleine ist oder irgendwie falsch gepolt.“

Danke, liebe Gastautorin!

Ich bin mir sicher, wir kennen es fast alle, dieses Gefühl, dass die Tage einfach lang werden können mit Kindern. Könnt ihr der Mutter Mut machen?

Mein neues Buch erscheint bald! „Das Kind wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“: Und hier könnt es jetzt schon vorbestellen!

Kennt Ihr auch  meine anderen Bücher?

 „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“
  Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter 

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Und mein Kinderbuch: Der Blaubeerwichtel

Kennt Ihr eigentlich schon mein Kochbuch? „Das Familienkochbuch für nicht perfekte Mütter“ – dort findet Ihr mehr als 80 Rezepte – unkompliziert nachzukochen und zu backen!

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