Wutzwerg zu Besuch: Willkommen in der Trotzphase!

Die Trotzphase ist ja auch so eine Sache, die man schnell verdrängt und vergisst, wenn das Kind größer ist. Und so habe ich die Trotzanfälle meines Großen schon fast vergessen. Jetzt legt sein kleiner Bruder nach – und ich hatte völlig verdrängt, wie anstrengend es sein kann, einem von Null auf 100 von einer Minute zur anderen schreienden und um sich schlagenden Wüterich gegenüber zu stehen. Mein Kleiner ist nun mittendrin in dem, was man auch pädagogisch korrekt gerne Automiephase nennt. Der Begriff macht es aber keinen Deut besser. Und eines ist klar: Die Wutanfälle meines Großen waren total harmlos im Vergleich zu dem, was sein kleiner Bruder vorzeigen kann.

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Mein süßes kleines Männchen wird groß. Und autonom: Die Trotzphase ist da!

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17 Uhr-Bullshitbingo: Happy Quengel Hour

Bis 16.55 spielen die Kinder friedlich miteinander – doch dann legt sich irgendein von mir noch nicht gefundener Schalter um und es beginnt… die Quengelstunde. Bis zum Schlafengehen oder zumindest bis zum Sandmännchen verwandeln sich die sonst meist artigen Mäuse in kleine heulende Wölfe mit plötzlichen Hungerattacken, ebenso überdrehten und genervten Brüdern und dem unsäglichen Appetit auf Gummibärchen und Co. zu kämpfen haben. Das Ganze gipfelt zu einem synchronen Sirenenton und lässt sich auch mit ein paar Gurkensticks nicht besänftigen. Kennt Ihr das, diese gefürchtete Spätnachmittagszeit? Wenn die Kinder zu müde fürs Liebsein sind und zu wach, um ins Bett zu gehen? Und sich alles so langsam hochschaukelt?

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10 banale Gründe für einen Trotzanfall

Trotzanfälle können Nerven kosten. Sie können einen wahnsinnig machen. Was meine Kinder zu einem Wutausbruch bringt? Ich versuche mal zu überlegen… 10 Gründe für einen gepflegten Wutanfall… Was, ich darf mich nur auf 10 beschränken?! Ich versuch’s. Sonst wird es unübersichtlich, die Liste könnte ewig lang werden. Denn Wutausbrüche meiner Kinder gibt es bei uns täglich. Der Große hat die Trotzphase grad wieder reaktiviert und beim Kleinen hat sie grad begonnen. Und so kommt es schon mal vor, dass ich mit zwei schreienden und tobenden Kindern an der Supermarktkasse stehe und mein gewohnt souveränes Mamalächeln aufsetze, bezahle, gleichzeitig den Kleinen am Verlassen des Supermarktes hindere und den Großen daran, doch noch Gummibärchen aufs Band zuschmuggeln.

Kind Brei Beikoststart

Ich will aber mit den Händen essen!!! Trotzanfall droht.

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Ich mach‘ das selbst! hat das Trödeln abgelöst – aber ob wir damit wirklich schneller sind?

Es ist alles nur eine Phase. Kennt Ihr, das allgegenwärtige Mama-Mantra? Nun ja. Wie wir alle wissen, wird jede Phase von der nächsten Phase abgelöst. Wir hatten sie schonmal: die Selbstmach-Phase. Alles wollte der Große selbst machen. Anziehen, ausziehen – es dauerte halt und Schuhe wurden schonmal falsch herum angezogen und wehe man half, dann war das Geschrei groß.SONY DSC

Dann kam die Trödelphase, in der nix mehr selbst ging und der Große urplötzlich zum Baby wurde und das Geschrei groß war, wenn man nicht half (wobei es im Kindergarten ja wundersamerweise immer alles selbst geht). Nun haben wir wieder die Selbstmach-Phase – aber wer glaubt, dass wir dadurch morgens schneller fertig sind, der irrt.

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Knopf drücken sonst Trotzanfall: Dreijährige und ihr merkwürdiger Hang zum Knöpfedrücken

Auf dem Weg zum Kindergarten kommen wir an einer Ampel vorbei. Und ich hoffe jedesmal, dass da nicht jemand vor uns auf den Ampelknopf drückt. Denn sonst geht das Geschrei los: „Ich wollte aber den Knopf drücken!“ Wutanfall par excellence. Um die gute Laune nicht kurz vor dem Abschied in den Kindergarten wieder zu drücken, gebe ich dann nach. Es wird eine Ampelphase gewartet, auch wenn wir bequem bei Grün hätten rüberlaufen können. Damit das Kind dann noch einmal den Knopf drücken kann. Morgen gerettet, Trotzanfall aus dem Weg gegangen. Weiterlesen

Dreijährige: So liebenswert und so anstrengend

Manche sagen ja, es ist so eine Art erste Pubertät. Das vierte Lebensjahr. Wenn ich meinen Großen so anschaue (3 Jahre und 3 Monate alt), dann kann ich nur zustimmen. Ich will es mal so ausdrücken: Der Wutzwerg ist bei uns recht häufig zu Besuch!

Es ist so ein tolles Alter: Sie haben ihre Augen überall, freuen sich über Kleinigkeiten wie ein Löwenzahn im Kopfsteinpflaster, an denen wir achtlos vorbeigehen. Sie können sich alleine anziehen (theoretisch zumindest), sie können alleine auf Klo gehen und man muss keine Windelkartons mehr schleppen. Sie können mit Löffel und Gabel essen (auch das theoretisch zumindest) und aus ganz normalen Wasserflaschen trinken, so dass man diese Kinderbecher nicht mehr mit sich rumschleppen muss. Sie lachen viel, haben ihren eigenen Kinderhumor entwickelt, können auch schon mal alleine spielen und einen mitnehmen auf Entdeckungsreise in ihre kleine Welt, die für sie so groß und aufregend ist.

Dreijährige sind anstrengend – und einfach toll!

Und sie sind so süß, diese Dreijährigen! Sie sind richtige kleine Persönlichkeiten geworden, haben einen eigenen Charakter entwickelt. Sie können reden und man kann sich mit ihnen unterhalten.

Und damit fängt aber auch das Dilemma an.

Denn sie wollen eine eigene Persönlichkeit sein. Nur weiß diese eigene Persönlichkeit nicht immer, was sie eigentlich wirklich will. Oder wieso sie etwas nicht will.

Tatsache ist nur: ICH WILL! Oder wahlweise: ICH WILL ABER NICHT!

Dahinter kann man jetzt ganz beliebig setzen: … Schuhe anziehen. Schuhe ausziehen. In den Kindergarten. Aus dem Kindergarten zurück nach Hause. Zum Einkaufen. Aus dem Supermarkt wieder raus.

A propos Supermarkt: Hier gibt es viel, was man will. Mein Großer leitet das immer mit dem schönen, noch ganz harmlos klingenden Satz ein:

Ich wollte doch heute eigentlich noch…

Auch hier kann man diese optionalen Textbausteine setzen:

Schokoladenpudding essen, Eis essen, Gummibärchen kaufen. Das harmloseste ist, wenn er im März unbedingt Weintrauben essen will. Ich kaufe eigentlich keine Weintrauben, die einmal um die Erde geflogen werden, aber auf diesen Wunsch gehe ich gerne noch ein. Es gibt Schlimmeres.

Wutanfälle und Trotzphase: Große Herausforderungen

Wie zum Beispiel diese unglaublichen Wutanfälle, die diese kleinen süßen Kinder von null auf hundert entwickeln können. Gerade noch lustige Kinderscherze gemacht und so niedlich glucksend gelacht und schon verzieht sich das Gesicht, öffnet sich der Mund und Achtung! Die Heulboje legt los. Ein laaaanggezogener Heulton. UUUUUUUU. AAAAAAAA. Dann ein gejammertes „Ich will aber so gerne“. Kurzes Warten. Gucken zu Mama. Reagiert sie? Nein? Okay. Lautstärke steigern. Da geht noch was. UUUUUUUUAAAAAAA: „Ich wollte aber doch heute so gerne Schokopudding essen.“ Und was macht Mama? Sagt einfach „Ich esse auch gerne Schokoladenpudding, aber heute gibt es keinen.“ Frechheit! Also nochmal ein bisschen am Lautstärkeregler drehen. UUUUAAAA: „Ich will aber so gerne.“

Ich sage nur so viel: Er kann verdammt laut sein. Und es kann verdammt nerven. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft am Tag ich diesen Heulbojenton höre. Beim Schuhe anziehen. Beim Schuhe ausziehen. Beim Brot schmieren. Ach, es fängt schon beim Aufstehen an. Und endet, wenn es ins Bett geht (über DIESEN täglichen Spaß mehr in meinem Post hier).

Ja, ich weiß. Erste Abgrenzung von den Eltern. Entdeckung des eigenen Ichs. Des eigenen Willens. Wichtiger Schritt in die Selbständigkeit. Wäre schlimm, wenn diese Phase nicht da wäre.

Aber das ändert nichts daran, dass man manchmal einfach nicht mehr kann. Keine Lust mehr hat auf das ständige Theater. Sie sind so süß und so anstrengend! Wichtige Phase für die Entwicklung schön und gut. Aber muss sie so lang sein?! Kann das nicht an zwei, drei Tagen fertig entwickelt sein?!

Dreijährige testen Grenzen aus – immer. Ständig. Überall.

Ständig dieses Grenzenaustesten. Der Große hüpft auf dem Bett rum. Fröhlich, macht Faxen, wir haben Spaß. Sein kleiner Babybruder liegt in einer Ecke auf dem Bett, guckt zu, gluckst und findet das auch klasse. Doch von einer Minute auf die andere kippt der Spaß: Der Große hüpft mit einem frechen Grinsen zu seinem Bruder und lässt sich auf ihn plumpsen. Mit voller Absicht. AHHHHH!

Muss das denn sein?!

Ich will das nicht, ständig Nein sagen, schimpfen und ermahnen.

Manchmal denke ich abends: Jetzt habe ich wieder so furchtbar viel gemeckert heute. Ich bin doch die Art Mama geworden, die ich nie sein wollte. Wer will schon eine alte Keifschachtel sein?

Ich habe es auch mit Ignorieren probiert. Funktioniert nicht auch nicht.

Es ist nur eine Phase! Aber was für eine!

Es hilft wohl nix: Zähne zusammenbeißen. Durch diese Phase müssen wir Eltern durch. Man merkt sich ja selektiv das, was einem grad in den Plan passt. In meinem Fall ist das eine Studie, die besagte, dass Kinder mit heftigen Trotzanfällen intelligent sind. Das ist nun mein Mantra, wenn der Wutzwerg wieder zu Besuch ist und mein niedlicher Kleiner, der so lieb kuscheln kann und so witzige Dinge sagen kann, zu einem jaulenden, ja, ich nenne es jetzt mal Monsterchen, mutiert: Es ist eine Phase. Er ist ja nur so intelligent. Er bildet grad seine Persönlichkeit. Ganz wichtig. Ein großer Schritt in die Selbständigkeit. Es ist nur eine Phase. Ganz wichtig in der Entwicklung. Nur eine Phase, nur eine…. AHHHHH NUN REICHT ES ABER!

Was mich aufrecht hält, ist dass es allen Eltern von Dreijährigen so zu gehen scheint. Auch der abendliche Kampf ums Zu-Bett-Gehen scheint nicht nur in unserem Haus so ausgefochten zu werden. Tut es gut, zu wissen, dass man nicht alleine ist…

Und wenn er dann wieder seine dünnen Ärmchen um mich schlingt und sagt „Mama, ich hab dich lieb“, dann schmilzt einem das Herz. Sie sind ja so süß! Und weil sie oft schon so groß und vernünftig wirken, vergisst man oft, dass sie ja noch so kleine Kinder sind. Drei Jahre alt!

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