Wutzwerg zu Besuch: Willkommen in der Trotzphase!

Die Trotzphase ist ja auch so eine Sache, die man schnell verdrängt und vergisst, wenn das Kind größer ist. Und so habe ich die Trotzanfälle meines Großen schon fast vergessen. Jetzt legt sein kleiner Bruder nach – und ich hatte völlig verdrängt, wie anstrengend es sein kann, einem von Null auf 100 von einer Minute zur anderen schreienden und um sich schlagenden Wüterich gegenüber zu stehen. Mein Kleiner ist nun mittendrin in dem, was man auch pädagogisch korrekt gerne Automiephase nennt. Der Begriff macht es aber keinen Deut besser. Und eines ist klar: Die Wutanfälle meines Großen waren total harmlos im Vergleich zu dem, was sein kleiner Bruder vorzeigen kann.

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Mein süßes kleines Männchen wird groß. Und autonom: Die Trotzphase ist da!

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Ich mach‘ das! Die Welt der Zweijährigen

Man freut sich ja über alle Entwicklungsschritte der lieben Kleinen. Der erste Schritt wird bejubelt, das erste Pipi im Töpfchen feierlich im Klo heruntergespült und wenn sie ihr Mittag alleine löffeln können, erfüllt es einen mit Stolz. Allen Kleinkindeltern möchte ich sagen: Ja, es ist toll! Ich möchte Euch nicht desillusionieren – diese Fortschritte können einen manchmal auch an den Rande der Verzweiflung bringen. Vor allem, wenn die Selbstmach-Phase kommt. Wenn die Zweijährigen einfach alles, ALLES, A-L-L-E-S alleine machen wollen. Und auf vorsichtige Interventionen, weil doch die Zeit ein ganz bisschen drängt, sofort mit einem Wutanfall reagieren.

Kind Brei Beikoststart

Ich mach das! Das Selberessen kann bei Zweijährigen dann halt auch mal so aussehen…Mama braucht jetzt starke Nerven!

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10 banale Gründe für einen Trotzanfall

Trotzanfälle können Nerven kosten. Sie können einen wahnsinnig machen. Was meine Kinder zu einem Wutausbruch bringt? Ich versuche mal zu überlegen… 10 Gründe für einen gepflegten Wutanfall… Was, ich darf mich nur auf 10 beschränken?! Ich versuch’s. Sonst wird es unübersichtlich, die Liste könnte ewig lang werden. Denn Wutausbrüche meiner Kinder gibt es bei uns täglich. Der Große hat die Trotzphase grad wieder reaktiviert und beim Kleinen hat sie grad begonnen. Und so kommt es schon mal vor, dass ich mit zwei schreienden und tobenden Kindern an der Supermarktkasse stehe und mein gewohnt souveränes Mamalächeln aufsetze, bezahle, gleichzeitig den Kleinen am Verlassen des Supermarktes hindere und den Großen daran, doch noch Gummibärchen aufs Band zuschmuggeln.

Kind Brei Beikoststart

Ich will aber mit den Händen essen!!! Trotzanfall droht.

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„Ich mach‘ das!“ – Wieso Kinder alles selber machen wollen

ICH MACH DAS!“

Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diesen Satz am Tag von meinem Kind höre. Mein Kind will alles selbst machen. Es beginnt morgens beim Umziehen und hört abends beim Umziehen auf. Den Schlafanzug ausziehen? „Ich mach‘ das!“ Das Brot schmieren? „Ich mach‘ das!“ Und wehe, man wagt es, den Milchbecher zu füllen. Dann folgt ein „Ich wollte das alleine machen“ inklusive dicke Tränen. Weiter geht es mit den Schuhen. Wehe, man schiebt sie ihm nur etwas hin, dann kommt ein energisches „Ich kann das alleine.“

Natürlich kann er es alleine.

Aber es dauert halt.

Mein Kind ist in der Selbstmachphase.

So lernen Kinder sich selbst anzuziehen

Es ist schön, dass der Große selbständig wird. Dass er einem auch Sachen abnimmt und man sich nicht ständig bücken muss, um den Klettverschluss an den Winterstiefeln dicht zu pfriemeln. Es ist ja auch wichtig, dass er diese Dinge immer und immer wieder macht. Er soll es ja auch lernen. Und je öfter er es macht, umso schneller geht es.

Irgendwann.

Bis dahin ist es manchmal aber ein weiter Weg. Der Nerven kosten kann. Wie schon bei „Entschleunigung leicht gemacht“ beschrieben (http://ganznormalemama.com/2014/02/03/entschleunigung-leicht-gemacht/) haben die Kinder ihr ganz eigenes Zeitgefühl… nämlich gar keins. Eigentlich beneidenswert, dass sie noch nichts von Zuspäkommen, Pünktlichsein oder Hetzen gehört haben.

Die Selbstmach-Phase hat bei uns schon vor vielen Monaten begonnen (auch in Bzug auf mein Smartphone: Multimediakomptenz der Zweijährigen)und erreicht jetzt kurz vorm dritten Geburtstag ihren Höhepunkt. Das Neueste „Ich mach‘ das“ kommt nun auf dem Klo. Er braucht jetzt – von einem Tag auf den anderen – kein Töpfchen mehr. Monsieur geht aufs richtige Klo. Und halten muss ihn da auch keiner mehr. Absteigen geht eh alleine. Nach dem Helfen beim Raufsetzen kommt ein ungeduldiges: „Ich kann das alleine. Du sollst rausgehen.“ Und dann folgt eine genervte Handbewegung in Richtung Tür. Er ist groß. Und was soll ich sagen? Er kann es echt alleine. Und ins Klo gefallen ist er bisher auch nicht.

Sie machen das schon. Man muss sie nur machen lassen.

Auch wenn es manchmal in den Fingern kribbelt, einfach mal schnell den Reißverschluss zuzumachen, damit man einmal pünktlich aus dem Haus kommt.

Nun ja. Das mit der Geduld muss ich zugegeben noch lernen. Mein Sohn ist nämlich sehr energisch in Sachen Selbermachen. Und ich kann auch sehr energisch sein. In Sachen Genervtsein…