Hilfe, der Lockdown hat meine Kreativität geraubt! Von Schreibblockaden und anderen Hindernissen

Vor mir blinkt der Cursor. Auf der leeren Seite. Mal wieder. Eine leere Seite. Ein blinkender Cursor. Ein Gehirn, das wie leergepustet ist. Leerer als eine Flasche Wein nach einer Studentenparty. Leerer als eine Tüte Gummibärchen nach einem Kindergeburtstag. Was wollte ich gleich noch mal schreiben? Erstmal Kaffee. Dann fällt mir schon was ein. Während ich warte, dass das Koffein seine Arbeit macht, starre ich die weiße Seite an. Der blinkende Cursor ruft „hey, schreib was!“ Erst dezent. Dann immer lauter. Schriller. Mahnender. Das Gehirn ist immer noch leer. Der einzige Gedanke, der mir kommt: „Erstmal Schokolade.“ Doch am Ende ist die Tafel Schokolade leer, das Gehirn leider auch. Schreibblockade. Mal wieder. Macht sich breit, hat es sich gemütlich eingerichtet in den letzten Tagen, Quatsch Wochen. Seit einem Jahr. Der blinkende Cursor erinnert mich täglich an die guten Ideen, die eigentlich aus meinen Fingern fließen sollten. Doch sie kommen nicht. Haben sich versteckt. Oder einfach aufgegeben?

Ich habe sie irgendwo verloren, meine Kreativität. Irgendwann in den letzten Wochen hat sie sich einfach verkrümelt. Und ist nicht mehr aufzufinden. Hat sie sich nur versteckt? Oder ist sie einfach von dannen gezogen? Hat sie die Schnauze, pardon, die Nase vollgehabt? Von dem unsäglichen Multitasking, durch das ich mich seit einem Jahr jongliere? Mal mehr, mal weniger tapfer. Mal trotzig mit hoch erhobenen Kopf und einem „jetzt erst recht“ und dann unglaublich müde von all den täglichen Dreikämpfen aus Homeschooling-Homekindergardening-Homeoffice. Aus der Disziplin mit dem Haushalt bin ich eh schon seit Monaten ausgestiegen. Vierkampf braucht kein Mensch!

Irgendwo sind sie also abhanden gekommen, die guten Ideen. Die ich sonst immer im Hinterkopf hatte. Die in mir kreisten und sich den Weg bahnten. Die so zahlreich waren, dass sie Seiten in Notizbüchern und To Do Listen füllten. Seiten, die sich wie von alleine füllen – ich kann mich schon fast nicht mehr erinnern, wie sich das anfühlte. Ein blinkender Cursor, der löste keine Panikgefühle oder Versagensängste aus, der war einfach ein blinkendes Ding, das ich mit meinen Fingern vorantrieb, während ich meine Texte in die Tasten haute.

Doch für die Kreativität, für die Ideen ist einfach kein Platz mehr. In einem Gehirn, das keinen Müßiggang mehr findet. Das sich Tag und Nacht damit beschäftigt, den nächsten Tag zu überstehen, irgendwo zwischen dem Erklären von schriftlicher Division, dem Üben von Schreibschrift und dem Vorlesen von „Conni hat Läuse“ das Abendessen zu planen und die nötigsten Aufträge abzuarbeiten. Ständig unterbrochen von „Hunger!“ und „Durst“-Rufen der Kinder, die das zehnte Marmeladenbrot verlangen und ihr Wasserglas über ihre Matheaufgaben gekippt haben.

Eben genau das hat die Ideen verdrängt. Hat das Gehirn leergepustet. Keine Ruhe, keine Ideen. Einfache Formel. Ständige Alarmbereitschaft eben, wie beim Säbelzahntiger in der Steinzeit. Wenn du vor dem wegrennst, schreibst du ja auch nicht nebenher einen klugen Essay.

Dieses Jahr mit Lockdown-Auf-und-Ab, Homeschooling und Homewahnsinning hat mir nicht den Verstand geraubt. Das nicht. Aber die Ideen, die sind dabei drauf gegangen, in den letzten Monaten.

Ob sie wiederkommen? Ich hoffe, dass sie mich überfluten, den blinkenden Cursor vorantreiben, wenn es soweit ist. Ich kann ihn schon schmecken, den süßen Geschmack des Schreibrausches! Bis dahin trinke ich noch einen Kaffee und starre auf die leere Seite. Sie wird sich füllen. Das weiß ich. Irgendwann.

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Ein Kommentar zu “Hilfe, der Lockdown hat meine Kreativität geraubt! Von Schreibblockaden und anderen Hindernissen

  1. Komm, erstmal Abwarten und Tee trinken! Ich fühle mich derweil mit dir, auch ich habe kaum noch Inspiration, Motivation, Ideen etwas anspruchsvolles und geistreiches zu Papier zu bringen. Kommt Zeit, kommt Rat, kommt affengute Tat, gell? Dafür sind die Hausaufgaben meiner Kinder gemeinsam mit mir tip top gemacht! Ist ja auch was.

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