Ich hatte ja keine Ahnung, was Elternsein wirklich bedeutet…

Elternsein ist so eine Sache. Egal, wie viele Bücher du vorher liest, um dich vorzubereiten, egal, wie sehr du in den sozialen Medien mitliest oder mit anderen Müttern redest: Niemand bereitet dich wirklich darauf vor, wie es ist, wenn man sich wochenlang die Nächte um die Ohren schlägt, im Zweistundentakt stillt und tagelang nicht zum Duschen kommt. Niemand ist wirklich darauf vorbereitet, wie schnell ein Kind vom Sonnenschein zum Wutzwerg mutiert. »Ich liebe dich!« und »Du bist die blödeste Mama der Welt!« liegen dicht beieinander. Wie dicht, das erzählt einem vorher niemand. Und selbst, wenn es jemand erzählt: Niemand hat eine Ahnung, wie es sich wirklich anfühlt, bis der Moment da ist.

Ich hatte keine Ahnung, dass man, egal, wie viele Bücher im Regal stehen, zehnmal dasselbe Buch vorlesen muss. Ach Quatsch, zwanzigmal. Am Tag. Ich hatte keine Ahnung, wie anstrengend es sein kann, stundenlang im Kaufmannsladen einkaufen zu gehen und gefühlt 100-mal zu sagen: »Ich hätte gern noch eine Tragetasche.« Und nein, ich war auch nicht darauf vorbereitet, wie viel Dezibel man ertragen kann. Stundenlang. Ohne Pause. Und dass man es dennoch schafft, nebenher zu telefonieren und gleichzeitig mit einer Hand ein Brot zu schmieren. Ich wusste nicht, wie viel Schnodder aus einer Babynase laufen kann – wo kommt das alles her?!

Ich hatte ja keine Ahnung!

Ebenso wenig wie mir vor dem ersten Kind bewusst war, dass der Alltag mit einem Mal von 100 auf 0 heruntergebremst wird. Vom Baby. Es war mir nicht ansatzweise klar, wie es sich anfühlt, wenn man keine Zeit zum Duschen hat, nicht einmal, um auf die Toilette zu gehen. Dass es Jahre dauern würde, bis ich mal wieder allein (!) aufs
Klo gehen würde, hatte man mir auch verschwiegen. Wahrscheinlich hätte ich es sowieso nicht geglaubt.

Und was mir nie im Geringsten klar war: Wie viel Liebe man für so einen kleinen Menschen empfinden kann. Einfach so. Bedingungslos. Und wie diese Liebe sich vermehrt, wie ein Hefeteig, der einfach immer mehr aufgeht.

Kinder kommen nun mal nicht mit einem Benutzerhandbuch auf die Welt. Egal, wie gut wir uns vorbereiten und
uns vornehmen, alles richtig zu machen, wir können nicht immer wie aus dem Lehrbuch reagieren. Wer sich das vornimmt, kann nur scheitern! Denn jedes Kind ist eine Wundertüte, das ganze Leben mit Kindern gleicht einer Wundertüte.

Als Eltern müssen wir in zwei Dingen wirklich gut sein: im Flexibelsein und im Nachsichtigsein – nachsichtig mit unseren Kindern und vor allem auch mit uns selbst. Und nachsichtig mit all denen, die uns ungefragt Ratschläge geben – denn oft sind sie einfach nur gut gemeint, auch wenn sie uns manchmal tierisch auf die Nerven gehen.

Kennt Ihr mein Kochbuch? „Das Familienkochbuch für nicht perfekte Mütter“ – dort findet Ihr viele weitere Rezepte – unkompliziert nachzukochen und zu backen!

Kennt Ihr auch  meine anderen Bücher?

 „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“
  Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter 

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Und mein Kinderbuch: Der Blaubeerwichtel

3 Kommentare zu “Ich hatte ja keine Ahnung, was Elternsein wirklich bedeutet…

  1. Da schreibst du wahre Worte!
    Gerade beim ersten Kind kann man es sich nicht vorstellen, wie der Alltag zu dritt aussieht! Als bei uns Nummer zwei kam, (nach nicht einmal 17 Monaten danach) waren wir etwas erprobter, aber es hat uns doch nochmal ziemlich durchgeschüttelt.
    Aber es ist wie du schreibst: Die Liebe ist immer da und wird auch noch mehr.
    Und es ist so schön mit Kindern :)

    Liebe Grüße
    Mia

  2. Toller Beitrag! Genauso habe ich mich auch gefühlt, als meine Tochter zur Welt kam. Natürlich war mir klar, dass sich einiges in meinem Leben verändert, wenn die Kleine da ist – doch in welchem Ausmaß? Das war mir nicht klar! Ich empfand grade die ersten Jahre als verdammt anstrengend und hab mich immer gefragt, was mit mir nicht stimmt, dass ich nicht im Mutter-sein aufgehen konnte, wie manch andere Mutter in meinem Umfeld. Inzwischen weiß ich, dass auch dort nicht alles Gold war was glänzte… Mir hat mein Knowhow aus dem Stressmanagement und das jahrzehntelange berufliche Umgang mit Menschen sehr geholfen, aus den tiefen Tälern herauszukommen. Ich hätte mir damals gewünscht, jemanden zu haben, dem ich die Wahrheit sagen konnte über mein Fühlen (ohne schief angeschaut zu werden). Heute übernehme ich das bei berufstätigen Müttern – die eigene Erfahrung prägt…

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