Und wieder eine Chance verpasst, die Schulen infektionssicher zu machen

Wieder so ein Homeschooling-Tag rum. Was soll ich sagen: Die Leichtigkeit, die bleibt irgendwie auf der Strecke. Mir tut es vor allem um die Kinder leid, denen etwas ganz Elementares fehlt: das Spielerisch am Lernen. Homeschooling ist nicht dasselbe wie in der Schule. Es ist ein ständiges Reiben an uns Eltern, die unfreiwillig in die Lehrerrolle gesteckt werden. Es ist ein Lernen ohne Freunde, ohne soziale Kontakte. Gerade für Grundschüler bleibt vieles auf der Strecke. Kein spielerisches Vermitteln von Lerninhalten, stattdessen Runterarbeiten von Hausaufgaben und der müde Versuch seitens uns Eltern neue Lerninhalte zu vermitteln. Frontalunterricht, anders kann man es nicht nennen, ist das, was die Kinder zurzeit aufgetischt bekommen. Keine Lernstationen, kein Experimentieren, keine Lernspiele, keine Gruppenarbeit. Kein Spielen auf dem Pausenhof mit Freunden, kein Toben im Sportunterricht, kein gemeinsames Singen im Musikunterricht. Bei allem Verständnis für die Schulschließungen (bei den derzeitigen Infektionszahlen sehe ich leider keine Alternative), was mir fehlt und was mich wirklich ärgert: Es gibt immer noch keine Konzepte für einen sicheren Unterricht. Es wird wieder einfach ausgesessen. Und wie schon im Sommer wird auch in diesem Lockdown die Zeit nicht dafür genutzt, die Schulen infektionssicher zu machen.

Wetten, dass sich die Fenster in vielen Schulen auch nach diesem Lockdown nicht vollständig zum Lüften öffnen lassen werden?

Wetten, dass es auch nach diesem Lockdown keine Lüftungsanlagen in den Klassenzimmern geben wird?

Wetten, dass es nach diesem Lockdown wieder keine kreativen Konzepte gibt, wie man die Schulen infektionssicher macht? Was ist mit den Ansätzen, die Klassen in kleine Gruppen aufzuteilen und den Unterricht in der Turnhalle, der Aula, leerstehenden öffentlichen großen Räumen wie Theatern zu unterrichten? Mit viel Abstand und der Unterstützung durch Studenten oder anderen Helfern?

Und Konzepte, wie man den Lehrplan ausdünnt, um den verpassten Lernstoff in den Hauptfächern bis Schuljahresende aufzuholen, vermisse ich immer noch.

Es ist doch genau wie im Sommer: Die Verantwortlichen sitzen das Problem einfach aus. Und bis die Schulen aufmachen, wird uns Eltern die Verantwortung in die Schuhe geschoben. Das gab es doch alles schon mal? Ja. Es kommt mir vor wie ein Déjà-Vu.

Es ist leider immer noch eine Tatsache, dass man uns Eltern wieder einmal alleine lässt. Zusätzliche Kinderkrankentage schön und gut – sie nützen nicht allen. Denn die Arbeit muss erledigt werden. Und das Homeschooling nimmt uns dadurch auch keiner ab.

Alleine gelassen. Das trifft den Zustand von uns Familien wohl am besten. Mal wieder.

Und nein, ich fordere nicht, die Schulen und Kindergärten einfach wieder zu öffnen. Das ist nämlich ebenfalls zu kurz gedacht – und zu einfach gemacht. Meine Kinder in zu enge Klassenräume ohne Abstand zu schicken, selbst mit FFP2-Maske, ist nicht das, was ich als Lösung bezeichnen würde. Aber sie auf unabsehbare Zeit zuhause zu unterrichten, während die kleine Schwester unausgeglichen ihren Kindergarten vermisst, ebenso wenig.

Was soll ich sagen?

Es ist frustrierend.

Eins ist klar, bis Ostern halten wir das nicht durch. Weder die Eltern, noch die Kinder. Vor allem um unsere Kinder mache ich mir Sorgen. Denn sie verpassen so viel. Von dem, was eine normale Kindheit ausmacht.

Eine Lösung? Zunächst einmal müssen wir die Infektionszahlen herunterbekommen. Wenn ich sehe, dass sich die Handwerker auf der Baustelle in der Nachbarstraße in der Mittagspause zu dritt ohne Maske ins Auto quetschen, dann packt mich die Wut. So wird das nichts! Denn das ist ja nur ein Beispiel von vielen. Infektionszahlen runter und kreative, um die Ecke gedachte Konzepte für sicheren Unterricht und Kindergartenbetrieb – damit wir Familien ohne größeren Schaden durch diese Zeiten kommen.

Habt Ihr Ideen, was man machen könnte? Was fehlt euch, was würde euch helfen?

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3 Kommentare zu “Und wieder eine Chance verpasst, die Schulen infektionssicher zu machen

  1. Oh ja, du sprichst mir aus dem Herzen. Nicht zu sehen, dass es irgendwie besser wird – keine Konzepte, ansteckendere Mutationen zu wenig Impfstoff – macht das Homeschooling nicht gerade leichter.

    Unsere Schule bietet zwar täglich relativ vernünftigen Videounterricht für 90 Minuten, aber alles drum herum bleibt an uns hängen. Da wir in London wohnen, haben wir bisher kein gutes Pandemie Management erlebt und wissen schon jetzt, dass es frühestens Anfang/Mitte März wieder mit der Schule losgeht.

    Da ist der längste Atem im Zweifel nicht lang genug…

    Naja, für die Kinder müssen wir noch ein bisschen gute Miene machen!

    Liebe Grüße,
    Uta

  2. Hallo,
    Ich habe eine ähnliche Situation, ein Kind in der 5., eines in der 2. und ein dreijähriges Kindergartenkind. Niemand, wirklich niemand, kann das alles gleichzeitig: Mal eben die ganzen Sachen ausdrucken (technisch ist viel passiert, aber das macht es ja nicht weniger aufwändig). Onlineunterricht begleiten, Fragen beantworten, motivieren, schnell die Knete auseinandertüdeln, dann mal eben ein paar Sachen im Homeoffice, Essen machen, einkaufen, Haushalt usw. Und es ist ja auch richtig, dass wir das nicht können, deshalb haben wir ja Schulen und Kindergärten. Nur ist eben nicht nur dieser Faktor weggebrochen, sondern das komplette Netz an Freunden und familiärer Unterstützung. Mal eben das Nachbarkind beaufsichtigen? Geht nicht. Mal eine ganze Bande draußen im Blick haben? Nicht erlaubt. Oma und Opa, wenn überhaupt in der Nähe, auch nicht einfach.

    Wir waren an Tag 2 des Hausbetriebes am Ende und wussten, dass es so nicht geht. Und wir sind beide zuhause und haben Platz und müssen uns über manche Dinge dankenswerter Weise nicht sorgen.

    Aber mir geht es wie dir? Wo sind die kreativen Konzepte? Warum geht Schule nicht im Pfarrsaal, im Hotel usw.???

    Und warum zur Hölle darf jeder nach wie vor ins Büro? Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass es keinen Spaß macht als vielleicht alleinstehende Person permanent in den eigenen vier Wänden zu sein. Aber ehrlich? Mein Kind mag auch nicht mehr in seinem Zimmer arbeiten und spielen und schlafen.

    Mein mittleres Kind ist in der zweiten Klasse. Es kennt kein reguläres Schuljahr. Wenn es das gibt, ist es vermutlich in der dritten oder vierten Klasse. Das sollte man einfach mal im Blick behalten.

    Und nein, nicht alles ist schlecht. Wir haben uns als Familie anders und intensiver kennengelernt und ich genieße vor allem eines: Dass die Hektik aus unserem Leben verschwunden ist! Und das darf auch gerne bleiben. Doch ich wünsche mir, dass meine Kinder wieder ihre Freunde sehen dürfen, dass sie auf den Spielplatz können und vor allem, dass sie wieder einen respektierten Platz in der Gesellschaft kriegen.

    Euch allen starke Nerven und viele Grüße
    Johanna

  3. Ich weiß wie du und deine Kinder sich fühlen. Bei uns ist es nicht anders. Mein Sohn gibt mittlerweile sein Bestes die Schulaufgaben zu umgehen und wir müssen uns täglich etwas zur Motivation überlegen.

    Auch wenn die Lehrerin von Woche zu Woche an der Situation wächst und sich immer mehr der Digitalisierung öffnet, ist es dennoch nicht genug. Wir Eltern sitzen hier und machen mit unserem Sohn die Aufgaben. Die Lehrerin nutzt Webkonferenzen nur, um die aktuelle Stimmung abschätzen zu können.

    Was ich mir für die Zukunft wünschen würde:
    Luftreiniger in jedem Klassenraum und Präsenzunterricht im 2-Wochen-Takt. So ist immer die halbe Klasse als feste Gruppe anwesend. Die Kinder lernen dann besser und neuer Stoff kann bei weitem besser vermittelt werden.

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