Meningokokken-Erkrankungen sind selten, aber können lebensbedrohlich sein: Was kann einen davor schützen?

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Es ist einige Jahre her, mein Großer war damals knapp ein Jahr alt. In einem Zeitungsartikel las ich über einen Jungen, genauso alt wie mein Sohn, dem aufgrund einer Meningokokken-Erkrankung beide Arme amputiert werden mussten. Eine Sepsis hatte sich in seinem Körper ausgebreitet – um sein Leben zu retten, mussten die Ärzte amputieren. Seine Mutter ging mit der Geschichte an die Öffentlichkeit, um auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Ich weiß noch, dass ich schlucken musste und meinen Sohn sehr fest in den Arm nahm. Was mich besonders berührte: wie banal die Erkrankung begann und wie schnell sie lebensbedrohlich wurde. Ich begann zu recherchieren und unseren Arzt nach möglichen Impfungen zu fragen. Meningokokken-Erkrankungen sind selten (256 Fälle in Deutschland in 2019), aber sie können schnell lebensbedrohlich werden. Deshalb sollten wir Eltern die Symptome kennen aber vor allem wissen, was vor einer Erkrankung schützen kann.

Bei dem Jungen aus dem Zeitungsartikel waren die Symptome Fieber und Erbrechen. Mit Verdacht auf einen Magendarm-Infekt wurde die Mutter nach Hause geschickt. Und war wenige Stunden später mit ihrem Sohn in der Notaufnahme – die Meningokokken hatten eine Sepsis, eine lebensgefährliche Blutvergiftung, ausgelöst.

Die Symptome von Meningokokken-Erkrankungen sind unspezifisch

Bei anderen Kindern fängt es wie ein grippaler Infekt an. So wie bei Kelly, der Tochter von Tamara Leippert, die mit einem halben Jahr an Meningokokken erkrankte. Als Erbrechen dazu kam, fuhr sie mit ihrer Tochter zum Kinderarzt, wurde aber mit der Bitte wieder nach Hause geschickt, die Tochter zu beobachten. Und dann ging es plötzlich ganz schnell. Zwei Wochen musste die kleine Kelly im Krankenhaus bleiben. Tamara hatte bis dahin noch nie von Meningokokken gehört: „Noch nicht einmal im Krankenhaus war mir bewusst, wie lebensgefährlich meine Tochter erkrankt war. Es war wie im Film.“ Im Nachhinein recherchierte sie im Internet zu der Erkrankung und las andere Erfahrungsberichte. Erst da wurde ihr bewusst, wie schwerwiegend diese Krankheit war. „Vor allem haben wir das große Glück, dass Kelly wahrscheinlich keine Folgeschäden davongetragen hat. Das kommt zwar selten vor, aber ich bin den Ärzten und vor allem unserer Kinderärztin unendlich dankbar, dass sie so schnell gehandelt haben“, sagt Tamara heute, zwei Jahre später.

Wie bei Kelly sind es oft Symptome, wie Kleinkinder sie häufig haben. Kopfschmerzen, Fieber, Abgeschlagenheit. „Oft kommen Meningokokken-Erkrankungen in der Erkältungszeit vor und sind anfangs schwer von Erkältungsinfekten zu unterscheiden“, sagt auch der Kinder- und Jugendarzt Dr. Stephan von Landwüst, der sich im Rahmen der Aufklärungskampagne Meningitis bewegt.“ von GlaxoSmithKline engagiert. „Spezifische Symptome wie Einblutungen, starke Kopfschmerzen oder ein steifer Nacken zeigen sich erst im späteren Verlauf“, erklärt der Experte. Ein deutlicher Hinweis sei eine rasche Verschlechterung des Allgemeinzustands.

Und eben das macht die Erkrankung so gefährlich: Der Zustand kann sich innerhalb von wenigen Stunden drastisch verschlechtern und lebensbedrohlich werden. Besonders häufig betroffen sind Babys und Kleinkinder, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Einen zweiten Krankheitsgipfel gibt es im Jugendalter.

Seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung

Dabei sind Meningokokken-Bakterien bei jedem zehnten erwachsenen Menschen im Nasen- und Rachenraum angesiedelt. Und tun erst einmal nichts. Richten bei den meisten Menschen, die sie in sich tragen, vorerst keinen Schaden an. Aber: Diese Bakterien können durch Tröpfchen, also Husten, Niesen, ja, auch Sprechen, übertragen werden. Und dann – in seltenen Fällen – können sie Meningokokken-Erkrankungen wie eine Meningitis oder Sepsis auslösen. Das ist entweder eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung. Und wenn diese Erkrankungen unerkannt fortschreiten, kann es zu Blutdruckabfall und Organversagen kommen – schwere Folgen wie Haut- und Gewebezerstörung, Narben und in Extremfällen Amputationen sind möglich. Bei jedem 5. Erkrankten kommt es zu Spätfolgen, jeder zehnte Fall führt zum Tod.

Was vor Meningokokken-Erkrankungen schützt

Als ich damals diesen Zeitungsartikel las, nahm ich meinen Sohn nicht nur fest in den Arm, ich suchte auch seinen Impfpass. Er war standardmäßig, wie von der STIKO (Ständige Impfkommission) empfohlen, gegen Meningokokken C geimpft. Es gibt jedoch noch weitere Meningokokken-Gruppen. Ich ließ meinen Sohn möglichst schnell (und hielt es bei meinen beiden anderen Kindern später genauso) auch gegen Meningokokken B impfen, die häufigste in Deutschland vorkommende Meningokokken-Gruppe. Die Kosten bekam ich übrigens unkompliziert von der Krankenkasse erstattet, als ich nachfragte. Mein Kinderarzt hat uns wunderbar zu diesem Thema informiert, fragt doch auch einfach mal euren Arzt oder eure Ärztin nach deren Einschätzung. Und eure Krankenkasse nach einer Erstattung. Genau für solche Fragen sind ja schließlich Experten da!

Und genau deshalb sollten wir Eltern auch nicht zögern, lieber einmal mehr den Arzt aufzusuchen, wenn wir merken, dass etwas mit unserem Kind nicht stimmt. Ich hatte das Erlebnis einmal im Urlaub und bin noch spät abends zum Arzt gefahren, als meine Tochter hohes Fieber und ich irgendwie ein schlechtes Gefühl hatte – da hatte meine damals sechsmonatige Tochter eine schwere Blasenentzündung. Aufs Bauchgefühl hören, das ist es auch, was Tamara, die Mutter der kleinen Kelly, rät: „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, seine Kinder genau zu beobachten. Als Mutter merkt man häufig, wenn etwas mit dem eigenen Kind nicht stimmt. Und dann sollte man auf jeden Fall zum Arzt.“

Mehr Informationen rund um Meningokokken findet Ihr auf der Webseite von Meningitis bewegt.

Foto: Meningitis bewegt.

Zur Transparenz: Dieser Blogpost entstand in freundlicher Kooperation mit der Initiative „Meningitis bewegt.“ von GlaxoSmithKline.

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