Marmelade ohne Gelierzucker: Rezept für fruchtige Erdbeermarmelade

Es gibt ja so Kindheitserinnerungen, die ich mit meinen Kindern unbedingt teilen möchte. Eine davon ist Erdbeerenpflücken auf dem Erdbeerfeld. Die Erdbeersaison hat ja jetzt frisch begonnen – und wir waren in diesem Jahr schon einmal auf dem Erdbeerfeld. Am liebsten mag ich Erdbeeren ja direkt frisch, aber natürlich kann man vier Kilo nicht einfach so wegessen… also entschieden wir uns dafür, Erdbeermarmelade zu machen. Selbstgemachte Marmelade schmeckt einfach am besten. Vor allem, weil ich da den Zuckergehalt selbst im Griff habe. Denn viele fertige Marmeladen schmecken mir einfach zu süß. Bisher habe ich Marmelade immer mit fertigem Gelierzucker gemacht, das war einfach und bequem und die Marmelade ist schön schnell fertig. Aber wusstet Ihr, das Gelierzucker Palmöl enthalten kann? Das pflanzliche Fett wird als Geliermittel benutzt. Einige Gelierzucker enthalten hingegen Pektin, das ebenfalls als Geliermittel funktioniert. Aber man kann Marmelade auch einfach mit normalem Haushaltszucker oder auch Rohrohrzucker machen! Früher wurden Marmeladen ja auch einfach nur mit Zucker gekocht! Denn Früchte enthalten natürlicherweise Pektin, manche mehr (wie zum Beispiel Stachelbeeren oder Äpfel),  manche weniger.

Wie die Marmelade ohne Gelierzucker gelingt?

Das Geheimnis fürs Gelieren ohne Gelierzucker liegt im längeren Kochen. Je länger der Fruchtmus mit dem Zucker kocht, umso besser geliert die Marmelade. Da Erdbeeren nicht zu den pektinreichen Früchten gehören, habe ich in die kleingeschnittenen Erdbeeren noch etwas kleingeschnittenen Apfel (=pektinreich) und etwas Zitronensaft (hilft ebenfalls beim Gelieren und unterstützt den Fruchtgeschmack) hinzugegeben. Der Zucker übrigens dient zum Haltbarmachen, Zucker ist ein natürliches Konservierungsmittel. Die längste Haltbarkeit ist bei dem Frucht-Zucker-Verhältnis 1:1 gegeben (dann etwa  1 Jahr, wenn hygienisch sauber gekocht wurde). Aber mir ist das viel zu süß! Deshalb reduziere ich den Zuckergehalt immer, die Marmelade ist bei uns eh immer schneller weggeputzt! Lieber häufiger neu einkochen, als zu süß, finde ich. Man kann Marmelade auch mit Agavendicksaft machen, sie hält sich dann nicht ganz so lange, ist aber auch sehr lecker! Hier habe ich aber ein Erdbeermarmeladen-Rezept mit normalem Haushaltszucker, also ohne Gelierzucker, für Euch. Das ergibt eine richtig fruchtige Erdbeermarmelade, deren Zuckergehalt ihr nach Geschmack anpassen könnt, und für die man, wenn man die Früchte im Haus hat, nicht extra in den Supermarkt muss, um Gelierzucker oder Pektin zu kaufen! Praktisch, oder?

Übrigens kann man Erdbeermarmelade auch sehr gut mit tiefgefrorenen Erdbeeren zubereiten.

Diese Zutaten benötigt Ihr für ca. 750 ml Erdbeermarmelade

(entspricht 3 kleinen Gläsern, wegen der Haltbarkeit greife ich immer zu kleineren Gläsern)

  • 750 Gramm Erdbeeren (spart hier nicht bei der Qualität, sie macht den Geschmack der Erdbeermarmelade aus!)
  • ein halber geschälter Apfel
  • 400-600 Gramm Zucker (ich nehme gerne Rohrohrzucker, aber weißer, normaler Haushaltszucker geht natürlich auch- die Menge könnt Ihr nach Geschmack variieren, denkt daran das vom Zuckergehalt die Haltbarkeit abhängt)
  •  Saft von 1-2 Zitronen
  • wer es mag, kann noch eine Vanillestange auskratzen und  Vanille dazugeben

So wird die Marmelade ohne Gelierzucker gekocht

  1.  Erdbeeren waschen, abtrocknen, Grün entfernen, in Stücke schneiden. Apfel schälen, entkernen, zerkleinern. Zitronen auspressen, erst einmal etwas mehr als die Hälfte über die Erdbeeren geben. Mit dem Zucker vermischen und eine Weile stehen lassen, so etwa 20-30 Minuten, damit es gut durchzieht und die Früchte etwas „Saft lassen“.
  2. Alles pürieren, bis es keine Stückchen mehr gibt.
  3.  In der Zwischenzeit die Gläser samt Deckel sterilisieren. Ich mache das immer im Backofen: 10-15 Minuten bei 100 Grad in den Ofen stellen. Man kann sie auch etwa 15 Minuten im kochenden Wasser sterilisieren.
  4.  Die pürierten Erdbeeren/Zucker in einem großen Topf aufkochen lassen. Wenn es sprudelnd kocht, den Schaum am Rand entfernen, am besten mit einer Schöpfkelle. Ruhig immer wieder den Schaum entfernen. Wichtig: Die Marmelade muss beim Kochen immer wieder umgerührt werden, damit sie nicht anbrennt. Etwa 20-25 Minuten kochen lassen.
  5. Nach 20 Minuten könnt Ihr eine Gelierprobe machen: Dafür kleckst ihr einen Löffel der Erdbeermarmelade auf eine Untertasse und wartet ab, bis sie abgekühlt ist. Ist die Marmelade noch nicht genug geliert, muss die Marmelade noch etwas kochen und eventuell auch noch etwas Zitronensaft hinzu.
  6.  Die fertige Marmelade randvoll in die Gläser füllen.

Guten Appetit! Diese selbstgemachte Erdbeermarmelade schmeckt unheimlich fruchtig – und je weniger Zucker ihr zum Einkochen nehmt, umso fruchtiger wird der Erdbeergeschmack! Aber vergesst nicht, der Zucker dient ja zum Haltbarmachen, deshalb reduziert sich die Haltbarkeit, wenn ihr weniger Zucker zum Marmeladekochen nehmt. Ich finde das aber nicht so schlimm – ich mache einfach kleinere Gläser und koche lieber häufiger neue Marmelade!

Falls Ihr alternativ eine Pflaumenmarmelade kochen wollt, habe ich hier noch ein leckeres Rezept für Euch!

Kennt Ihr mein Kochbuch? „Das Familienkochbuch für nicht perfekte Mütter“ – dort findet Ihr viele weitere Rezepte – unkompliziert nachzukochen und zu backen!

Kennt Ihr auch  meine anderen Bücher?

 „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Und mein Kinderbuch: Der Blaubeerwichtel

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest– ich freue mich auf Euch!

 

Beim Kommentieren stimmt Ihr meiner Datenschutzerklärung (siehe Menü) zu.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.