Weniger Kindergarten-Infekte und Co. – was wir von den Corona-Regeln mitnehmen können

Einen positiven Nebeneffekt hatte der Corona-Lockdown ja: Diese Spirale aus Kindergarten-Infekten war endlich unterbrochen. Dieser Winter hatte es echt in sich. Die üblichen Verdächtigen waren alle dabei: Neben unzähligen Schnupfenviren hatten wir Scharlach, Magen-Darm und Mittelohrentzündung zu Besuch. Bei drei Kindern kommt man auf wenige Wochen, wo mal alle drei Kinder ohne Schniefnase waren. Ich hielt tapfer durch, mich erwischte es erst an genau dem Tag, als die Schulen schlossen. Aber das war es dann auch: Seitdem gab es keine weiteren Infekte. Ist ja auch kein Wunder: Wir hatten ja niemanden, bei dem wir uns anstecken konnten! Und waren wir mal außerhalb des Hauses hielten wir Abstand. Das Händeschrubben tat sein Übriges. Und wird es hoffentlich auch weiterhin tun. Denn ich hoffe, dass wir einige der Corona-Regeln auch beibehalten können, wenn Corona „vorbei“ ist, auch wenn die zweite Welle ausbleibt und es einen Impfstoff gibt. Zum Beispiel Dinge wie Händewaschen (was ja eigentlich seit eh und je normal sein sollte!), in die Ellenbeuge niesen, bei Erkältung  zuhause zu bleiben und die Kinder nicht mit Ibuprofen „pimpen“, damit sie in den Kindergarten können und man selbst zur Arbeit. Und auch das Lüften find ich super – wenn ich daran denke, wie es oft im Kindergarten müffelte… da ist mehr frische Luft für alle gut!

Ich hoffe, dass diese Einstellung bestehen bleibt: Wer krank ist, bleibt zuhause und kuriert sich aus. Statt sich mit Schmerzmitteln vollzupumpen und heldenhaft im Büro seine Viren zu verbreiten. Und wie wäre es, dauerhaft den Kindern einen fieberfreien Tag zu gönnen (wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte) statt sie gleich am ersten Tag der Besserung wieder in Schule und Kindergarten zu schicken? Leider kommt es gar nicht so selten vor, dass Kinder morgens schnell ein bisschen Ibusaft bekommen und in den Kindergarten gebracht werden. Ist ja praktisch, dass die Wirkung sechs Stunden anhält bis die Arbeit beendet ist. Nee. Ist nicht praktisch. Nur egoistisch. Weder gut für das eigene Kind noch für die anderen Kinder! Mir sagte ein Kinderarzt mal, dass man Kinder erst dann wieder losschicken sollte, wenn man einen Tag lang gesagt hat „heute hätte er/sie aber wirklich schon in den Kindergarten gehen können“.

Ja. Ich weiß. Wir haben nur 10 Tage pro krankes Kind. Was nicht viel ist, schon gar nicht in den ersten Kindergartenjahren… Und nicht jeder Chef findet es witzig, wenn man sich schon wieder wegen eines kranken Kindes abmeldet. Ganz abgesehen davon, dass ja auch ein Stapel Arbeit liegenbleibt. Alles nicht witzig. Und ich hoffe, dass sich genau hier etwas tut. Dass sich die Einstellung ändert. Dass Arbeitgeber und Kollegen mehr Verständnis zeigen. Dass wir Eltern mutiger werden, was das betrifft. Dass vielleicht auch diese 10 Tage heraufgesetzt werden.

Denn ganz ehrlich: Es ist ja niemanden geholfen, wenn das noch nicht ganz genesene Kind im Kindergarten mit seinem noch vom Infekt geschwächten Immunsystem gleich wieder den nächsten Infekt einfängt. Abgesehen davon, dass dieses ewige Infekt-Karussell unter den Kindern für alle ziemlich blöde ist, für Kinder, Eltern und Erzieher.

Es wäre auch eine schöne Sache, wenn man mit einer dicken Erkältung einfach mal zuhause bleibt, statt sich ein paar „Ibus“ einzuwerfen und feiern zu gehen oder im Restaurant seine Viren verbreitet… Der Körper selbst dankt es – und auch die Mitmenschen.

Aber vielleicht setzt ja nun ein Umdenken ein. Vielleicht ja auch bei der gegenseitigen Rücksichtnahme, wenn man erkältet ist. Dass man nicht mehr munter herumhustet und niesend durch die Gegend trötet. Dass man sich nicht am hundertmal benutzten Taschentuch die Nase schnaubt und dann mit den Händen Haltegriffe im Bus anfasst, ohne sich vorher die Hände gereinigt zu haben. Dass man sich weiter an die jetzt geltenden Hygieneregeln hält: Denn die schützen nicht nur vor Corona, sondern auch vor anderen Infekten wie  Erkältungen, Grippe oder Magen-Darm. Wäre das nicht ein schöner Nebeneffekt??? Wenn jetzt in den Kindergärten und Schulen viel mehr aufs Händewaschen und Lüften geachtet wird und auch noch genug Seife – dann ist das doch auch mal was Positives!

Genauso wie ein wenig Abstand im Alltag auch nicht schadet, finde ich. Ganz ehrlich: Auch in Nicht-Corona-Zeiten fand ich es nicht gerade prickelnd, wenn man mir an der Supermarktkasse oder im Bus zu dicht aufrückte. Und auf dem Fußweg einfach mal rücksichtsvoll Platz machen statt auf sein Wegerecht zu beharren, ist nur höflich und nett und sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Ich finde ja sogar das mit den Masken ganz gut. In asiatischen Ländern ist es ja schon lange eine Selbstverständlichkeit, dass man bei einer Erkältung einen Mund-Nasen-Schutz trägt, um die Ansteckungsgefahr für andere zu minimieren. Um diese Rücksichtnahme habe ich die Asiaten schon immer beneidet, gerade in voll besetzten Zügen, Flugzeugen oder Geschäften! Wieso können wir das nicht auch einfach für die Nach-Corona-Zeit übernehmen (wann auch immer das ist…) – also auch, wenn die Maskenpflicht fällt, freiwillig eine Maske im Bus aufsetzen, wenn man erkältet ist. Gegenseitige Rücksichtnahme! Ihr wisst schon! Wir profitieren alle davon.

Wenn diese Corona-Tage in diesen Hinsichten für ein Umdenken sorgen könnten, dann wäre das wirklich ein Gewinn für uns alle! Denn ganz ehrlich: Die Infektsaison war auch ohne Corona ätzend genug…

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3 Kommentare zu “Weniger Kindergarten-Infekte und Co. – was wir von den Corona-Regeln mitnehmen können

  1. Ich finde, mal hier zusammengefasst, deine Einstellung klasse. Wieviele Mütter in deiner Situation sind nur am meckern. Ich denke es ist alles eine Sache der Organisation! Danke für deine Worte! LG aus Berlin

  2. Oh Gott, was für eine Kommentarwelle. Ich bin ganz deiner Meinung. Man merkte mal richtig wie wenig Infekte die Kinder im Kindergarten hatten. Nur leider wird die Mentalität „jetzt waren wir ja wohl lang genug im Ausnahmezustand, ich bring mein Kind sobald ich kann, auch wenn die Nase läuft“ einzug halten… und man ist sich gar nicht im Klaren, dass ein einziges Kind so eine Magen-Darm Welle oder Erkältung bei jeder Familie im Kiga Umfeld auslöst

  3. Ich find das allgemeine Hygienebewusstsein auch spitze! Umso mehr regen mich die Leute auf, die sich beschweren, dass man überall zum „Hände waschen gezwungen wird“….ich find es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man nicht mit seinen Dreckfingern überall hinlangt.
    Und die Masken find ich auch ne eigentlich feine Sache :-)

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