Was Mütter am meisten stresst – und was ihnen hilft, wieder Kraft zu tanken

Es kommt einem manchmal vor wie im Hamsterrad: Wir laufen und laufen und kommen doch nicht vom Fleck. Um weiter in Metaphern zu sprechen: Wir rollen täglich wie Sisyphos Steine den Berg hinauf und müssen zusehen, wie sie wieder herunterkullern – um dann wieder von vorne anzufangen. Aber was stresst Mütter eigentlich besonders? Ich habe bei Instagram in den Stories nachgefragt und viele, viele, unglaublich viele Antworten erhalten. Eine spannende Umfrage, die zeigt, was uns Mütter eigentlich so sehr unter Druck setzt, was es eigentlich ist, was uns manchmal die Luft zum Atmen nimmt, was uns an den Rande des Wahnsinns treibt und uns das Elternleben schwer macht. Und ich habe gefragt, was dabei hilft, wieder Kraft zu tanken, dem Stress vorzubeugen und den Stress besser auszuhalten. So viele unterschiedliche, Mut machende und inspirierende Antworten habe ich erhalten, dass ich alles einmal für Euch zusammenfassen möchte. Da viele Antworten mehrfach kamen, habe ich sie hier und da zusammengefasst.

Was die heutigen Mütter besonders stresst

  • Streit zwischen den Geschwistern,Geschwisterrivalität
  • Mit 2 lebhaften Jungs an vielbefahrenen Straßen zu gehen
  • Nie fertig zu sein und wie in einem Hamsterrad ständig im Kreis zu laufen
  • Immer entspannt zu sein
  • die Lautstärke, der ständige Lärmpegel
  • verschiedenen Bedürfnissen der Familienmitglieder gerecht zu  werden
  • der Spagat zwischen Beruf und Kindern
  • der Haushalt mit allem, was dazu gehört
  • die vielen Termine, die man unter einen Hut bekommen muss
  • Hausaufgaben
  • Kinder in zeitliche Abläufe pressen zu müssen
  • dass alle denken, dass es leicht ist, Kinder zu haben
  • der Schlafmangel
  • der frühe Schulstart
  • die Morgenroutine und der damit verbundene Stress bis dass Kind im Kindergarten ist

Termindruck, streitende Kinder und mangelnde Wertschätzung von anderen

  • das ewig neu Organisieren und Improvisieren
  • dass man nicht überall gleichzeitig sein kann
  • ständig das Gefühl zu haben, zu spät zu sein
  • das Hetzen in die Kita nach dem Feierabend
  • die blöden Kommentare der Kollegen, weil ich nur Teilzeit arbeite
  • das ständige „Mama“-Gerufe
  • die ungefragten Ratschläge von Wildfremden
  • die fehlende Disziplin meiner Kinder, Dinge wieder an ihren Platz zurückzulegen
  • die ewigen Diskussionen mit meinen Kindern
  • der Druck von Außen, das  ständige Reinreden
  • die vermeintlich perfekten Fotos auf Instagram, die mir zeigen, was bei mir schlecht läuft
  • nicht in Ruhe essen zu können
  • dass ich nicht ein Wort ungestört mit meinem Mann wechseln kann
  • Haushalt und Kinderbedürfnisse zu vereinbaren
  • die ständige Fahrerei von einem Termin zum nächsten
  • wenn beide Kinder gleichzeitig exklusive Mamazeit wollen
  • das Gefühl, niemanden gerecht zu werden
  • der Wettbewerb und das Vergleichen unter Müttern
  • dass es immer jemand meint, besser zu wissen
  • trödelnde Kinder

Die eigenen Ansprüche setzen Mütter unter Druck

  • die eigenen Erwartungen und Ansprüche
  •  nie Zeit für mich zu haben
  • dass in der Schule so viel Druck gemacht wird
  • das Zerrissensein zwischen Haushaltspflichten und für die Kinder da sein
  • Kinder unter Zeitdruck fertig zu machen
  • wenn die Kinder plötzlich krank werden und alle neu organisiert werden muss
  •  wenn andere erwarten,dass man alles perfekt macht
  • dieses ständige Gefühl „ich komme zu nichts“
  •  in Momenten funktionieren zu müssen, in denen man eigentlich keine Kraft mehr hat
  • diese vielen Kleinigkeiten, an die man denken muss
  • das Gefühl, immer nur zu rennen und immer zu spät zu sein
  • dass mein Mann nicht im Haushalt hilft

Und das hilft Müttern in stressigen Situationen

  •  Zeit nur für mich, auch wenn es nur fünf Minuten sind
  • Raus aus der Bude, ab auf den Spielplatz oder in die Natur
  • tief durchatmen
  • Sport z.b.  Joggen, Yoga, Zumba, …
  • Schokolade
  • ans Meer fahren
  • meine Arbeit als Ausgleich zum Stress zuhause
  • Aufräumen
  • Musik, entweder hören, dazu singen oder dazu tanzen
  • Kaffee oder Tee, ganz in Ruhe
  • gutes Zeitmanagement
  • Unterstützung von den Großeltern oder Freundinnen
  • Termine absagen
  • den Weg von der Arbeit zum Kindergarten bewusst als Spaziergang genießen
  • mir zu sagen, dass es besser wird, wenn die Kinder größer werden
  • mir die Vergänglichkeit bewusst machen und mir darüber klar werden, wie unwichtig die Streiterei jetzt ist

Schon kleine Pausen helfen, die Akkus aufzuladen

  • warmer Kakao mit den Kindern trinken
  • wenn jemand mit mir mitfühlt
  • wenn ich sehe, dass es anderen auch so geht und ich nicht alleine dastehe
  • einfach mal fünf Minuten Ruhe ohne Lärm und Schreien
  • eine halbe Stunde Fernsehgucken
  • ein gutes Buch lesen, eine Zeitschrift lesen oder ein Hörbuch hören
  • Nähen oder Stricken
  • Mittagsschlaf
  • mit den  Kindern früh ins Bett gehen
  • Staubsaugen
  • die Augen schließen und an schöne Situationen denken
  • Verständnis und Wertschätzung von anderen
  • eine heiße Dusche oder ein Bad – ungestört, wenn es geht!
  • Meditieren
  • ein freier Nachmittag in der Woche ohne Termine
  • keinen festen Zeitpunkt für Termine ausmachen, sondern nur Zeiträume angeben wie „wir kommen gegen 2“
  • ganz viel lachen, selbst dann, wenn mir nicht nach lachen ist
  •  sich mal einen Tag ausklinken und etwas ganz alleine nur für mich machen
  •  wenn ich wütend werde, in einen anderen Raum zu gehen und in ein Kissen zu boxen, um mich abzureagieren
  • die eigenen Ansprüche zurückschrauben und mir sagen, dass ich nicht perfekt sein muss

So viele gute Ideen, wie man sich bei Stress  abreagieren kann oder die ganze Situation einfach besser  ertragen kann. Was stresst Euch besonders? Könnt Ihr Euch wiederfinden? Und was hilft Euch, das tägliche Chaos im Familienalltag besser zu ertragen? Lasst uns doch die Tipp-Sammlung hier in den Kommentaren noch weiter fortführen!

Über Tipps für kleine Auszeiten im Mama-Alltag hatte ich hier übrigens schon mal geschrieben. Und  mein absoluter Favoritentipp für stressige Situationen: Sich klar zu machen, dass wir keine 100 Prozent geben müssen. 80 Prozent reichen auch – das ist wissenschaftlich erwiesen und gilt für alle Bereiche! Es nennt sich Pareto-Prinzip, darüber habe ich hier einmal geschrieben.

Und psst… (hier kommt Werbung in eigener Sache ;-) Falls Ihr noch mehr über Burnoutprävention bei Müttern lesen wollt, schaut doch auch in mein Buch „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter„. Und Tipps für die Alltagsorganisation für Familien gibt es auch in „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Kinder glücklich machst„.

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest– ich freue mich auf Euch!

2 Kommentare zu “Was Mütter am meisten stresst – und was ihnen hilft, wieder Kraft zu tanken

  1. Ein Aspekt kommt aus meiner Sicht hier nicht so deutlich zum Vorschein: die strukturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die das Familienleben schwer machen. Dazu gehört auch in erheblicher Weise die ungleiche Verteilung von Haushalts- und Fürsorgearbeit zwischen Männern und Frauen sowie der riesige Stressanteil des „Mental Load“ bei den Müttern.
    Und ja, die eigenen Ansprüche, das kann man gar nicht genug herausstreichen, welchen Anteil die am Stress machen! Prioritäten setzen, zu den eigenen Grenzen stehen (nein, ich backe keinen Kuchen für den Kinderbasar, weil mir das zu viel ist!) und es nicht immer alles recht machen wollen hilft da sehr…
    Herzliche Grüße!

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