Muttersein bedeutet, einen Berg an „das mache ich, wenn ich mal Zeit habe“-Dingen vor sich herzuschieben

Als Mutter muss man täglich mehrere Berge erklimmen. Den Wäscheberg. Den Berg aus Geschirr. Den Altpapierberg. Berge, die unheimlicherweise immer wieder von alleine nachwachsen. Kaum ist die Wäsche in der Waschmaschine, quillt der Wäschekorb schon wieder über. Ist das Geschirr aus dem Geschirrspüler ausgeräumt, ist er auch schon wieder voll. Und was das Altpapier betrifft, könnte ich täglich zum Container gehen und würde trotzdem nie, nie, nie einen leeren Altpapierkorb haben zuhause. Doch das alles wird noch übertroffen vom höchsten aller Berge, dem Mount Everest im Mama-Kosmos sozusagen. Der „das mache ich, wenn ich mal Zeit habe“-Berg. Unbezwingbar und steil ragt er vor mir auf. Täglich bricht er neue Höhenrekorde. Und ist selbst mit Sicherung und Sauerstoffflasche nicht zu erklimmen. Sein Schatten überdeckt die anderen Berge und  manchmal, ja, manchmal, nimmt er mir sogar die Luft zu atmen.manchmal, nimmt er mir sogar die Luft zu atmen.

Es sind diese vielen kleinen Dinge, die sich irgendwann auftürmen. So hoch, dass man nicht mehr weiß, wo man anfangen soll. Bei mir fing es mit einem neuen Schreibtisch an, den ich mir Ende der Elternzeit mit meinem Großen anschaffte. Wohlgemerkt:  Mein Sohn wird demnächst neun Jahre alt. Neun. Der Plan: Nach der Elternzeit wollte ich mein Büro aufräumen, richtig schick machen und halt auch endlich einen neuen Schreibtisch aufbauen. „Wenn ich mal endlich Zeit habe, richte ich das Büro neu ein.“ So hatte ich es vor. Wenn der Sohnemann endlich bei der Tagesmutter ist, ich wieder normal arbeite, dann wollte ich einen Vormittag nutzen für eben jene „Pimp-up-my-office-Arbeiten.“ Nun. Was soll ich sagen? Der Schreibtisch ist nun ins Kinderzimmer eingezogen. Mein Sohn hat ihn aufgebaut. Für sich.

Ich habe einfach nie Zeit! Die Dinge, die sich auf dem „das mache ich, wenn ich mal Zeit habe“-Berg auftürmen werden einfach immer mehr. Die unzähligen Fotobücher, zu denen ich einfach nie kam. Es gibt eins über die ersten sechs Monate meines großen Sohnes. Habe ich schon erwähnt, dass er neun wird? Tja.

Die Blumen, die ich umtopfen wollte und die immer noch ein recht trauriges, eingestaubtes Dasein führen. Der gründliche Hausputz inklusive Ausmisten. Die Umstandsmode, die ich schon lange mal verkaufen wollte. An die zahllosen Strickprojekte erinnern mich die Wollknäuel, die ich mal voller Motivation kaufte. „Du wolltest auch wieder mehr Klavier spielen“, ruft mir täglich mein Klavier zu und die völlig außer Rand und Band geratenen Bilderordner auf meinem Laptop melden sich täglich zu Wort „Wenn du mal Zeit hast, magst du uns dann mal sortieren?“ . Was ich machte? Ich kaufte mir mehr Online-Speicherplatz. Die guten Vorsätze lagern übrigens auch auf diesem Berg, der vor mir hergeschobenen Dinge. Wenn ich mal Zeit habe, wollte ich morgens joggen gehen. Und wirklich jeden, jeden Morgen Yoga machen.

Dazu gesellen sich die beruflichen Dinge, die Projekte, die ich angehen wollte, wenn ich mal mehr Zeit habe. Dieser Blog hier zum Beispiel soll seit vier Jahren ein neues Layout bekommen. Aber das macht man nicht so eben bei. Das macht man, wenn man mal Zeit hat. Eben! Oder das angefangene Kinderbuch. Wann es ein Ende bekommt? Wenn ich mal Zeit habe.

Es ist eben jener Berg an unerledigten Dingen, die alle auf Zeiten mit mehr Zeit warten, die das Muttersein definieren. Und immer wenn ich denke „nächste Woche, da habe ich endlich Zeit, den Vormittag für das Kinderbuch zu nutzen“, dann wird ein Kind krank. Oder der Kindergarten hat Personalversammlung. Oder das Telefon klingelt und es ist entweder der Kindergarten, weil das Kind gespuckt hat oder es kommt ein dringender Auftrag dazwischen. Den man ja auch nicht einfach ablehnt, weil man ein Kinderbuch zu Ende schreiben will, für das man sowieso noch keinen Verlag hat und nicht weiß, ob überhaupt jemals ein Verlag das Buch gut findet.

Und so schiebt man die Dinge weiter vor sich her. Der Berg der „das mach‘ ich, wenn ich mal Zeit hab“-Dinge wächst. Tag für Tag. Er wächst mir über den Kopf, gerät fast täglich ins Schwanken, wenn wieder etwas oben drauf kommt. Und überragt sie, die Wäscheberge, Geschirrberge, Altpapierberge und den Berg an schlechten Gewissen, weil die Kinder auch irgendwie zu kurz kommen. Der Tag bräuchte 28 Stunden, mindestens. Aber wem sag ich das?!

Kennt Ihr schon meine Bücher?

 „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Und mein Kinderbuch: Der Blaubeerwichtel

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest– ich freue mich auf Euch!

 

2 Kommentare zu “Muttersein bedeutet, einen Berg an „das mache ich, wenn ich mal Zeit habe“-Dingen vor sich herzuschieben

  1. Liebe Nathalie,
    Du bist mit den Bergen nicht alleine. Was wäre eine Landschaft in e Berge? Ich schicke Die gute Gedanken aus meiner Berglandschaft.
    Liebe Grüße, Danny

Schreibe eine Antwort zu Barbara Arnold Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.