Was ich gerne gewusst hätte, bevor ich Mutter geworden bin

Es ist ja nicht so, dass man sich vorher nicht einlesen kann. Es gibt ja genug Bücher für werdende Mütter. Man kann ja auch mal die Freundin fragen, wie das denn wirklich so ist mit Kindern. Wie man sich verändert. Wie es einen verändert. Aber egal, wie viel man fragt und recherchiert und wie viele Mamablogs man zur Vorbereitung liest. Man ist nie wirklich darauf vorbereitet, wie es ist, Mutter zu sein. Wie es ist, plötzlich Verantwortung für so ein kleines Wesen zu tragen. Wie tief, wie groß, wie unbeschreiblich Mutterliebe sein kann. Genauso wenig, wie man darauf vorbereitet ist, wie einen diese Kinder, die man eigentlich so sehr liebt, in den Wahnsinn treiben können mit ihren Wutanfällen und Pubertätsanwandlungen. Und wie sehr man sie trotzdem lieben kann, wie unerschütterlich diese Liebe ist. Ich war ehrlich gesagt auf vieles nicht vorbereitet und muss rückblickend sagen: Einiges hätte ich schon gerne gewusst, bevor ich Mutter wurde. Ich hätte nie gedacht, wie viel Schlafmangel sich ansammelt im Laufe des Mamalebens. Ich hätte vorher gerne gewusst, wie es ist, wenn das eben noch so süße Kind zum ersten Mal einen Wutanfall bekommt und den ganzen Supermarkt zusammenschreit. Ich wäre gerne drauf vorbereitet gewesen, wie groß und stark sich die Sorgen anfühlen, wenn das Kind krank ist und auf einmal nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Ich hatte mal hier auf dem Blog einen Brief an mein früheres Mama-Ich geschrieben, in dem ich aufschrieb, was ich damals gerne gewusst und mir selbst gerne an Mutmach-Tipps mit auf den Weg gegeben hätte. Auf Instagram habe ich Euch in den Stories gefragt, was Ihr gerne gewusst hättet, bevor Ihr Mutter geworden seid – und das habt Ihr geantwortet:

Ich hätte vorher gerne gewusst…

…wie kräftezehrend die schlaflosen Nächte sind. (der Top 1 Punkt – er wurde etwa 107 mal von Euch genannt!)

… so vieles, aber vermutlich hätte ich es nicht geglaubt, wenn es jemand gesagt hätte (das glaube ich auch…)

.. .wie fremdbestimmt man ist. (ebenfalls ein sehr oft genannter Punkt – und auch etwas, was ich mir vorher nie vorstellen konnte, nicht annähernd)

… dass Schwimmkurs und Instrument lernen nicht zwingend sein muss.

… dass es ok ist, sich dadurch zu verändern und nichts damit zu tun hat, sich aufzugeben.

… welche Ängste man täglich durchstehen muss.

…wie unglaublich sensibel man wird. (das haben auch mehrere aufgezählt)

…zu akzeptieren, dass Pubertät für alle schwer ist.

… dass mit Kind nicht alles immer rosarot ist und genau das auch ok ist. (ich wurde damals vorgewarnt von der Hebamme im Geburtsvorbereitungskurs, aber habe ihr nicht geglaubt! Und wer nicht hören will, muss fühlen…)

… dass die meiste Care Arbeit bei allen guten Absichten des Mannes doch an der Mutter hängt. (ist leider auch statistisch so erwiesen.)

… dass Muttersein im Gegensatz zur Berufstätigkeit ganz und gar nicht gechillt ist. (das wurde auch mehrfach genannt)

„Ich hätte nie gedacht, so über mich selbst hinauszuwachsen“

.. dass man als Mama 24 Stunden im Einsatz ist (das haben ebenfalls mehrere von Euch geschrieben).

…wie unfassbar abhängig man ist von der Laune des Kindes.

… dass man alles schaffen kann. (mag ich sehr diese positive Einstellung! Und es ist so, ich hätte nie gedacht, wie sehr ich über mich hinauswachsen kann!)

… dass ich nicht alles brauche, was einem erzählt wird. (ohja, wir hatten auch viele Fehlkäufe…die hatte ich hier mal aufgezählt)

… dass man sich oft mit viel Bauchgefühl durchwurschteln muss in der Erziehung.

… dass man bei Dreimonatskoliken so machtlos ist.

… dass man als Mama sich selbst oft vergisst und immer zurücksteckt.

… wie krass das Wochenbett ist mit all dem Bluten und Drumherum. (wurde ein paar Mal genannt)

… dass Großeltern zwar auf Enkel drängen, um sich dann gar nicht richtig, um sie zu kümmern. (das haben auch mehrere aufgezählt)

… dass sich viel mehr Verständnis für andere Menschen entwickelt.

….dass statt der rosa Wolke eine ganz furchtbar dunkle Zeit kommen kann. (Wochenbettdepressionen werden in der Tat zu selten im Geburtsvorbereitungskurs thematisiert!)

… dass ich mich nicht aufopfern muss, um eine gute Mutter zu sein. (mein Reden, aber das wisst Ihr ja!)

… dass nicht alle Kinder pflegeleicht und entspannt sind.

… dass man am meisten mit sich selbst kämpfen muss.

… wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man Kinder hat. (das hätte ich auch nie nie nie gedacht!)

… wie viel Zeit man hatte, bevor man Kinder hatte.

… dass man auf seinen Mutterinstinkt vertrauen sollte. (Mehrfachnennung)

„Ich wünschte, mir hätte jemand gesagt, wie anstrengend andere Mütter sein können.“

… dass andere Mütter so anstrengend sein können. (auch das wurde mehrfach genannt)

… wie anstrengend es sein kann, sein Kind mit anderen zu vergleichen. (weshalb ich beim 2. Kind damit aufgehört habe)

dass man nichts tun sollte, weil „man“ es so tut.

… dass man sich an jedem Infekt des Kindes ansteckt.

… dass es auch mal drei, vier Monate dauern kann, bis man sich aufeinander eingegroovt hat.

… wie sich die Unsicherheit anfühlt, alles richtig zu machen.

… dass man sich selbst nicht vergessen sollte. (ganz wichtig!)

… dass man mit Kind von seinen Arbeitskollegen nicht ernst genommen wird.

.. dass Stillen keine Selbstverständlichkeit ist.

… dass man nie mehr alleine ist.

… wie wahnsinnig ambivalent man sich zwischen Langeweile und Überforderung fühlt.

.. wie viel man von seinem ursprünglichen Leben aufgeben muss.

„Ich hätte gerne gewusst, wie einsam man sich mit Baby fühlt“

… dass das Kind größer wird und die Probleme auch.

… dass man sich ab sofort nur noch Sorgen macht.

… dass man nicht alles zulassen muss, was Arzt oder Hebamme sagen.

… dass es gar nicht so leicht ist, passende Mamafreundinnen zu finden.

… nur weil das Baby schläft, heißt es nicht, dass man Zeit für sich hat.

… dass mir die Rückkehr in den Job so schwer fallen könnte.

… wie einsam man sich manchmal mit Baby fühlt. (hier hatte ich auch mal einen Gastbeitrag zu genau diesem Thema – es haben das auch mehrere genannt als Punkt)

… wie emotional einen das Wochenbett mitnimmt. (haben mehrere genannt)

…. dass man so verdammt starke Nerven braucht.

… wie langweilig die Tage mit Baby sein können.

… dass das echte Leben eben nicht wie in der Werbung ist. (ohja, das haben mehrere geschrieben!)

… dass es ok ist, nicht jeden Tag glücklich darüber zu sein, dass man Kinder hat.

… dass man vieles einfach lockerer sehen sollte.

… dass schon Babys ihren eigenen Kopf haben.

… dass die schlaflosen Nächte und die Erschöpfung vorüber gehen.

.. dass ein Familienbett so praktisch ist.

„Wie toll das Mamasein ist!“

… wie toll das Mamasein ist! Dann hätte ich viel früher Kinder bekommen! (jaaa, ich mag diesen positiven Ansatz!)

.. wie sehr das Kind die Nerven zerreißen kann, dass ich nicht mehr ich selbst bin.

.. dass es ok ist, sich auch mal Zeit nur für sich zu wünschen. (das kam auch mehrfach)

So viele Nachrichten kamen von Euch auf meine Frage – so viele Gedankenanstöße und so oft habe ich genickt und genickt, weil es einfach stimmt. Damit es hier den Rahmen nicht sprengt, habe ich einige ähnliche Gedanken zu einem zusammengefasst. Aber nun sagt mir mal, habt Ihr noch ganz andere Dinge, die Ihr vor dem Mutterwerden gerne gewusst hättet? Ich bin gespannt!

Kennt Ihr schon meine Bücher?

 „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Und mein Kinderbuch: Der Blaubeerwichtel

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest– ich freue mich auf Euch!

6 Kommentare zu “Was ich gerne gewusst hätte, bevor ich Mutter geworden bin

  1. Einfach danke für deine Texte! Es gibt viel zu wenig Mütter die ehrlich antworten und auch einfach sagen wie scheisse anstrengend der Alltag oft ist! Liebe Grüße aus meinem geliebten Chaos!

  2. Ich hätte gerne vorher gewußt…
    …wie megalustig es ist, ein Kind zu haben und wie oft man einfach nur lachen muss.
    …wie sehr man lernt, die Hilfe der Großeltern zu schätzen.
    …was für krasse Flecken Bananen machen können.
    …wie gut man ohne Fernsehen leben kann.
    …wie oft man mit der eigenen Kindheit konfrontiert ist und sich damit auseinandersetzt.

  3. Was für ein schöner Artikel,und was für eine schöne Sammlung! Danke dafür! Mich hat es überrascht wie erfüllend und sinnstiftend das Muttersein manchmal ist. Klar habe ich es mir auch schon wunderschön vorgestellt, aber diese Intensität hat mich dann doch überrascht. Wenn ich kinderlos zB. in einem Interview gelesen hatte,dass der/die Interviewte meinte erst Lebenssinn zu kennen seitdem Kinder da sind,habe ich früher gedacht:“wie arm,was redet er/sie denn da, das Leben ist doch auch ohne Kinder schön und sinnvoll usw….“ Wieviel schöner und tiefer es sein kann mit Familie konnte ich mir da nicht vorstellen. So ähnlich wie Wehen kaum zu beschreiben sind ,bevor Du sie das erste Mal gefühlt hast, KANN frau sich all die wundervollen (und auch die nervigen/überfordernden/frustrierenden…)Gefühle und Veränderungen rund ums Kinderhaben NICHT vorstellen ohne die reale Erfahrung….Bin dankbar dass ich sie dreimal machen durfte :)

  4. Guten Morgen! Wenn eine Email früh kommt, dann Deine. Danke für die regelmäßige kurze morgendliche Lektüre bei der ersten Tasse Tee und dem ersten Streit zwischen Geschwistern (4,5) morgens um 5:30. Ich bin erstaunt wieviel Energie man immer noch aufbringen kann und bis zu welchem Punkt es nicht mehr geht.
    Einen schönen Tag!

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