Trockenwerden ohne Stress: Wieso es bei uns kein Töpfchentraining gibt (aber sehr wohl ein Töpfchen)

(Werbung)

Wenn es etwas gibt, wobei ich von Kind zu Kind gelassener wurde, dann ist es das Trockenwerden. Habe ich beim ersten Kind noch genau überlegt, wann denn nun der richtige Zeitpunkt und ob ich ihn nicht vielleicht verpasst habe und wie ich es denn nun genau anstellen sollte, ließ ich  beim zweiten Kind alles auf mich zukommen und jetzt beim dritten Kind noch viel mehr. Denn je weniger Druck, je weniger „es muss jetzt klappen“, umso besser. Trockenwerden ist ein Reifungsprozess, der sich nicht durch Training beschleunigen lässt! Bei meine Kleinen ist auf einmal das Interesse am Töpfchen erwacht. Nachdem sie das Töpfchen, das ich schon seit einiger Zeit nebens Klo gestellt habe, bisher nur zum Verstauen von Bauklötzen benutzt hat, ist ihr letztens plötzlich aufgegangen, dass man sich da super draufsetzen kann. Wir haben zwei Töpfchen von BabyBjörn, das kleinere, „klassische“ Töpfchen, wird bisher nur von ihren Puppen benutzt. Aber das größere Töpfchen, ein Topfstuhl, der fast einem kleinen Thron gleicht, hat nun das Interesse meiner Tochter geweckt. Und letztens dachte ich tatsächlich, sie wäre jetzt kurz davor, trocken zu sein:

Sie bat darum, dass die Windel wegkommt, weil sie Pipi muss.  Von der Windel befreit, setzte sie sich aufs Töpfchen und tatsächlich: Sie pinkelte brav hinein. Und war unheimlich stolz. So stolz, dass sie vorm Insbettgehen keine Windel mehr wollte. Was ich für keine gute Idee hielt. Sie flitzte vor mir weg, setzte sich triumphierend auf ihren Tröpfchen-Thron und füllte ihn tatsächlich noch mal. Ihr Beweis, dass sie nachts keine Windel mehr braucht. Diese Beweisführung reichte für mich noch nicht aus und da sie bei mir im Bett schläft und ich echt keine Lust auf nächtliches Bettbeziehen habe, musste die Windel noch dran. Als sie dann schlief und ich sie so ansah, überkam mich eine große Portion Melancholie. Mein kleines Baby, schon so groß! Noch nicht mal 2! Sollte sie jetzt tatsächlich bald ohne Windel auskommen? Dabei sehen doch grad im Winter die Windelpopos in Strumpfhosen so süß aus! Ich war ehrlich gesagt noch gar nicht bereit für diesen Entwicklungsschritt! Er kam so plötzlich und überhaupt zeigte es mir so deutlich, wie schnell sie großwerden. Ganz abgesehen davon, dass Windeln grad im Winter, wo man 1000 Sachen anhat, ja auch praktisch sind, was jeder weiß, der einmal mit einem Schneeanzugkind ganz dringend auf der Suche nach einer öffentlichen Toilette war…

478B7817-D175-4DD6-B266-FAA736FCA302.jpeg
Nun. Am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass meine melancholischen Sorgen ganz umsonst waren. Als ich die Windel wechselte und sie fragte, ob sie Pipi auf dem Töpfchen machen möchte, wollte sie vom Töpfchen nichts mehr wissen und ließ sich ohne Gemecker wickeln. Seitdem sitzt auf dem Töpfchen wieder ihre Puppe und sie schleppt es durchs ganze Haus. Und ich? Ich warte einfach mal. Werde die Töpfchen in Sichtweite lassen, sie ab und zu mal wieder fragen und ohne Windel herumlaufen lassen. Da sie ja nun schon zweimal Interesse am Töpfchen gezeigt hat, wird sie es auch wieder machen. Wenn sie soweit ist. Ich werde einfach auf die Signale achten.

Jedes Kind hat seinen eigenen Zeitpunkt, um Trocken zu werden

Bei meinen beiden Jungs habe ich es auch so ähnlich gemacht. Der Große wurde im Sommer trocken, das war einfach. Ich habe ihn einfach oft ganz ohne Windel herumlaufen lassen im Garten. Da merkte er, wenn er musste und sah, was eigentlich passierte, wenn er auf Klo musste. Ich fing an, war ja das erste Kind, nach links und rechts zu schauen. „Was, das Mädchen aus der Tagesmuttergruppe kommt schon komplett ohne Windel aus?! Es ist doch vier Monate jünger!“ Dazu die ständigen Fragen von anderen: „Ist er schon trocken?“ Er war doch grad erst 2 geworden! „Also meine Tochter war schon mit eineinhalb trocken“ Also fing ich an vor allem mir selbst Druck zu machen. Was gar nichts brachte. Ich lernte schnell: Je mehr Druck, je mehr „setz ich doch aufs Töpfchen“, umso weniger Erfolg. Was übrigens auch Studien bestätigen!

Jedes Kind hat seinen eigenen Zeitpunkt fürs Töpfchen!

Und wann der ist, hat nichts damit zu tun, ob das Kind nun besonders „weit für sein Alter“ ist oder besonders clever. Es ist einfach eine körperliche Eigenschaft, die in den allermeisten Fällen gar nichts dem Entwicklungsstand zu tun hat. Es muss sich also keine Mutter irgendwie schlecht fühlen, weil das Kind erst mit drei Jahren windelfrei durch den Tag kommt. Und auch nicht denken, ihr Kind sei etwas Besseres als andere, weil  es schon mit eineinhalb trocken ist. Dieses Vergleichen, wann welches Kind trocken ist, ist ehrlich gesagt, ziemlich blödsinnig, eigentlich wie alles Vergleichen, wenn es um Kinder geht! Jedes Kind ist ein Individuum und das sollten wir nie vergessen. Bei Kindern gilt einfach bei fast allen Bereichen dieser schöne Spruch „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“.
9C0B4AF6-E0CA-4082-867E-FE51571B1A7D.jpeg

Trockenwerden ohne Stress: Druck wirkt nur kontraproduktiv

Das Trockenwerden bei meinem Großen ging plötzlich ganz schnell. Ohne Druck. Ich zog ihm, wenn wir zuhause waren, einfach keine Windel an, dafür eine Hose, die sich schnell an und aus ziehen ließ – auch von ihm alleine. Am Anfang ging mal was daneben, dann kam die Hose halt in die Wäsche, kein Grund sich aufzuregen. Und nach einer Woche war er trocken. Es war der richtige Zeitpunkt gekommen, er war bereit.

Genauso handhabte ich es auch bei meinem Mittleren. Sobald er anfing, von sich aus Interesse am Töpfchen zu zeigen, gab es zuhause (tagsüber) keine Windel mehr. Das Töpfchen stellte ich immer in Sichtweite. Da ist es gut, mehrere zu haben, wenn man auf mehreren Etagen wohnt! Und wenn sie sich dann auch noch so schnell und einfach leeren lassen, wie diese von BabyBjörn, deren Auffangbehälter herausnehmbar und gut waschbar ist, umso praktischer.  Bei meinem Mittleren lief das Trockenwerden genauso ab wie beim Großen, es war auch ungefähr das gleiche Alter. So genau weiß ich das Alter gar nicht mehr! Was auch zeigt, dass man sich wirklich nicht stressen sollte. Denn niemand wird in 20 Jahren fragen, ob man nun mit 2 und zweieinhalb oder erst drei trocken war. Es spielt keine Rolle, ob es ein oder zwei oder vier Monate länger dauert als beim Nachbarsjungen.

10F5C52A-EF6C-4575-97F4-AAC9CD7681BA.jpeg

Und glaubt mir, mit Druck erreicht man gar nichts! Schon gar nicht in einem Alter, in dem die Kinder ihren eigenen Kopf entwickeln. Da machen sie bei Druck erst recht die Schotten dicht. Weshalb man es wirklich, wirklich, wirklich auch vermeiden sollte, zu schimpfen, wenn es nicht klappt, mal was danebengeht. Ich vermeide es auch, Belohnungen zu verteilen, wenn es auf dem Töpfchen klappt. Natürlich freue ich mich mit dem Kind (sie sind ja meistens sehr sehr stolz), aber das ist es dann auch. Mein Kind ist ja kein Hund, der für jedes Apportieren einen Leckerli zugesteckt bekommt! Es ist auch völlig normal, dass Kinder, die schon aufs Töpfchen gingen, auf einmal wieder eine Windel wollen.

Töpfchen oder Klositz? Was beim Trockenwerden hilft

Was wir Eltern also beim Trockenwerden vor allem brauchen: Viel Wechselwäsche, eine verlässliche Waschmaschine, Geduld und das richtige Equipment. Denn auch da ist jedes Kind anders. Manche bevorzugen klassische Töpfchen, das man auch gut mit auf Reisen nehmen kann, andere wie meine Tochter das größere Töpfchen, der Topfstuhl mit kleiner Rückenlehne von BabyBjörn, ihr „Pinkelthron“ wie die Großen es nennen.  Er steht rutsch- und kippsicher und man kann ganz bequem aufstehen und sich hinsetzen. Wieder andere Kinder wollen gleich aufs richtige Klo wie die Großen auch (das ist übrigens auch etwas, was das Trockenwerden oder zumindest das Interesse daran fördert: Nehmt die Kinder mit ins Bad, lasst sie sehen, wie und wo Große ihre Geschäfte erledigen!). Damit sie dann nicht ins Klo plumpsen, empfiehlt sich ein Toilettensitz, also quasi eine kleinere Klobrille, die man einfach auflegen kann und anschließend vom Klo wieder wegnehmen kann. Da gefällt mir der Toilettensitz  von BabyBjörn auch sehr gut, denn er ist stabil und rutschsicher (wichtig!) , hat einen Spritzschutz, ist einfach zu reinigen und BPA-frei. Und mit dem stabilen Tritthocker kann das Kind die Toilette oder auch das Waschbecken ganz leicht erreichen. Natürlich sind alle BabyBjörn Badezimmerprodukte aus BPA-freiem Kunststoff hergestellt.

9B2DC63B-630A-4508-85BC-612B2A5176A0

Und übrigens… bis Kinder auch nachts ohne Windel auskommen, dauert es eine Weile. Am besten ihr probiert es, wenn ihr merkt, dass eure Kleinen mehrere Tage am Stück morgens eine trockene Windel haben. Dann ist ihr Körper soweit! Macht euch keinen Stress, denn der Stress überträgt sich auf eure Kinder. Und schaut nicht auf andere Kinder, denkt immer dran: Wir sind alle Individuen und das ist auch ganz gut so!

Kennt Ihr schon meine Bücher?

 „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Und mein Kinderbuch: Der Blaubeerwichtel

F6E3EF40-BDE1-40D5-B07D-317FA7CCC3C6

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest– ich freue mich auf Euch!

Ein Kommentar zu “Trockenwerden ohne Stress: Wieso es bei uns kein Töpfchentraining gibt (aber sehr wohl ein Töpfchen)

  1. Meine große war knapp 3,5 Jahre als sie trocken wurde. Die beiden jüngeren Cousinen haben’s schon füher geschafft, aber wir haben uns dadurch nicht stressen lassen. Sie wollte auch einfach nichts vom Töpfchen wissen. Als sie dann so weit war musste es die Toilette sein und zwar ohne Hilfsmittel. Sie war dann aber auch von einem auf den anderen Tag trocken – auch nachts. Wir hatten noch nicht mal irgendwelche Unfälle.

    Der kleine Bruder will mit fast 3 auch noch nichts vom Töpfchen wissen. Bei ihm ist es immer schon gut wenn er von sich aus sagt wann die Windel voll ist. Bei ihm gehen wir es auch entspannt an. Irgendwann wird er ganz sicherlich soweit sein. Vielleicht ja schon bald. Er hat nämlich festgestellt, dass er gar nicht viel Platz auf dem Wickeltisch hat. ;-)

Schreibe eine Antwort zu Sabine Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.