Manche Tage haben es echt in sich: Hilfe, die Infektsaison hat begonnen!

Manche Tage haben es echt in sich. Vor allem, wenn sie solchen Nächten folgen. Denn die haben es bei uns zurzeit auch echt in sich. Seit einer Woche hat uns die Infektsaison im Griff, aber so richtig. Von Freitag bis Montag hatte ich drei kranke, fiebernde Kinder zuhause. Aber sie  waren so fit, dass sie sich immerhin noch streiten konnten, langweilen konnten, beschäftigt werden wollten. Eine heftige Erkältung legte uns der Reihe nach um. Als letzte traf es mich, logisch, oder? Wenn du drei fiebernde, hustende Kinder neben dir im Familienbett liegen hast, die nicht nur ihre Viren verbreiten, sondern dich auch noch nicht länger als zwei Stunden am Stück schlafen lassen, kannst du noch so viel Ingwershots runterkippen, hilft alles nix. Irgendwann haben sie dich, die Viren und hauen dich um. Naja. Sie versuchen es zumindest, aber weil es einfach nicht geht, weil ich einfach nicht ausfallen darf, schaffen sie es nicht so ganz. Denn ein bisschen laufende Nase und Halskratzen ist doch kein Grund, liegenzubleiben. Schon gar nicht, wenn drei Kinder unterhalten werden wollen und der Stapel auf dem Schreibtisch immer weiter wächst. Ganz abgesehen von den Wäsche- und Geschirrbergen, die ich aber mittlerweile an solchen Tagen ganz gut einfach ignorieren kann. Herzlich willkommen, lieben Schnupfenzeit, ich hoffe, bei uns ist es nicht allzu gemütlich und du verschwindest bald wieder!

So ganz verschwunden waren die Viren aber anscheinend nach den vier Tagen zuhause doch nicht. Meine Kleine war zwar einen Tag fieberfrei zuhause und eigentlich wieder fit. Und dann kam letzte Nacht. Es wurde geschrien, es wurde gemeckert, es wurde viel an der Brust getrunken und wenig geschlafen. Die Ohren. Wenn meine Kinder sich nachts schlaflos herumwälzen, dann sind es immer die Ohren. Nachdem das Frühstück nur Geschrei, auf dem Schoß kleben und nicht mal einen lauwarmen Kaffee für mich über hatte (der Mittlere musste heute früh und pünktlich im Kindergarten sein und im Gegensatz zum Schulkind-Bruder kann er noch nicht alleine gehen), ging ich mit dem meckernden Kleinkind zum Kinderarzt. Jo. Die Ohren. Aber nicht so, dass ein Antibiotikum von Nöten ist. Ich also nach Hause, nachdem ich mit dem meckernden Mäuschen noch Einkaufen war, denn ein Kühlschrank füllt sich ja leider auch nicht von alleine.

Irgendwann um 11 reichte es sogar für einen warmen (!) Kaffee und eine Scheibe Brot für mich. Ibu-Saft sei dank hatte ich eine kurze Verschnaufpause von etwa 10 Minuten. Die Kleine nutzte ihr kurzes Ibu-Doping-Hoch dann auch gleich dafür, eine halbe Rolle Klopapier abzureißen und fein säuberlich in den Abfluss vom Waschbecken zu stopfen. Aus der Kategorie: Sie war grad so schön ruhig, Ihr wisst schon. Nun, in Sachen Abfluss geht es jetzt weder vor noch zurück und in einer ruhigen Minute muss ich wohl ran, Rohr aufschrauben, sauber machen, kurz würgen, weil es so eklig ist, zuschrauben und von nun an das Klopapier außerhalb der Kinderreichweite aufbewahren. Gibt besseres, was ich in einer ruhigen Minute erledigen könnte, sogar Wäsche aufhängen würde ich vorziehen.

Und dann denkste, das müde, kranke Kind, was ja genauso wenig geschlafen hat wie du, macht dann wenigstens anständig Mittagsschlaf und du kannst zumindest die ganzen aufgelaufenen Emails beantworten (Leute, ich sag es euch, Selbständigsein mit krankem Kind ist halt echt nicht so lustig, denn die Arbeit geht halt einfach weiter!). Ätschbätsch. Kind macht Powernapping in einer der 10 000 Stillpausen und denkt gar nicht daran, dass ein Mittagsschlaf nach so einer Nacht angebracht wäre. Und so sitzt man also da, inmitten des Chaos, denn ans Aufräumen ist an so einem Tag schonmal gar nicht zu denken, das nölende Kind im Arm, das weder Bücher angucken, noch Puppenanziehen, Bauklötze bauen, malen noch Essen gut findet und freust dich über so großartige Sachen wie einen lauwarmen Tee, während der eigene Kopf dröhnt und hämmert, weil die Erkältung halt doch noch da ist und mit dem Schlafmangel zusammen Samba tanzt.

Am liebsten würde ich die kleine Maus ja wieder Klopapier in den Abfluss stopfen lassen, aber irgendwo muss man ja seine Hände waschen, wir können ja nicht alle Waschbecken dicht machen lassen. Das sind Momente, wo man sich drauf freut, wenn die Kinder endlich alt genug dafür sind, dass man sie vor die Glotze setzen kann, um sich mal eben kurz eine Verschnaufpause zu verschaffen.

Muss ich eigentlich noch erwähnen, dass sie gerade dann beschloss, doch noch Mittagsschlaf zu halten, als wir losmussten, um den Bruder aus dem Kindergarten abzuholen?!

So ist das in der Infektsaison. Und das Blöde an dieser Sache ist ja, dass wir erst Anfang Dezember haben. Es hat also erst begonnen und dieses Wissen im Hinterkopf, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht der letzte Infekt bis Ende April ist, macht die Sache irgendwie auch nicht besser.  Ich will ja auch gar nicht viel, nur nach einer Woche einfach mal eine kleine Minute Zeit für mich, für einen warmen Kaffee und vielleicht mehr als 2 Stunden Schlaf am Stück. Zweieinhalb Stunden zum Beispiel. Man wird ja genügsam. Und dann noch ein Stündchen, um die To-Do-Liste für meine Arbeit abzuarbeiten.

Es sind Tage wie diese, an denen man zwischendurch immer wieder zusammen mit dem Kind heult, weil es einfach zu viel ist, weil man sich fragt, wie man die Zeit bis zum Abend übersteht, weil man doch einfach nur ganz bescheiden, einfach nur auf Klo möchte, ohne dass ein heulendes Kind vor einem steht, das einfach nicht einsieht, dass es mal eben 2 Minuten nicht auf den Arm darf. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich heut zusammen mit meiner Kleinen in Tränen ausgebrochen bin. Weil Zuviel irgendwann Zuviel ist und ich merke, dass der Berg, den ich alleine stemmen muss, manchmal schier unbezwingbar erscheint (glücklicherweise nur manchmal, denn an den meisten Tagen meistert man den Alltag ja doch recht gut, Klopf auf die Schulter, Eigenlob muss auch mal sein).

Ihr fragt, wieso ich eigentlich so mecker und doch Zeit finde, diesen Text zu schreiben? Nun. Er entstand über den Vormittag verteilt, einhändig auf dem Handy tippend während dem Stillen und zwischen dem Beantworten der aufgelaufenen Emails.

Aber ich will mich ja gar nicht beklagen. Es kommen ja auch andere Tage. Und: Ich bin ja nicht alleine, wir Mamas sitzen ja irgendwie alle im selben Boot! Und wisst ihr, nur, wenn man immer wieder an die eigenen Grenzen stößt, kann man sie auch ausweiten.

Also haltet durch und denkt immer dran: Händewaschen nicht vergessen. Hilft nicht immer, aber oft.

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Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

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4 Kommentare zu “Manche Tage haben es echt in sich: Hilfe, die Infektsaison hat begonnen!

  1. Schön zu lesen, dass es noch mehr „normale“ Mamas gibt. Nicht nur highfashion und alles top gestylt und organisiert. Ich fühle mir dir. Es sind hier zwar „nur 2 Kinder“, aber auch Infekt zeit. Der kleine war nur einen Tag in der Kita diese Woche. Die große schleppt sich in die Schule. Alles nervt. Ich werde so unfair. Also gewinne diese Woche ich den Preis für die mieseste Mutter der Welt. Auch ich motze, bin ungeduldig, alles läuft so anders als geplant. Meine Nerven liegen blank.
    Tippen kann ich gerade nur, weil der Nikolaus etwas zum ablenken gebracht hat…. für wenigstens 5 Minuten. Kaffee und durchatmen!!
    Danke für den Text. Verständnis ist gerade gold wert.

  2. Ach mensch! Gute Besserung dir und der kleinen! Hier ist letzte Woche dank Kitaeingewöhnung auch der Schnupfen eingezogen, aber bisher halten wir uns noch wacker. Ich schicke eine Portion Abwehrkräfte zu euch hoch!

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