Familienzimmer nach der Geburt: Unsere Erfahrungen und Tipps

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Letztens durchzuckte mich die Erinnerung wieder: Ich schaute meinen Großen an und mir wurde bewusst, wie groß er eigentlich schon ist. Es ist jetzt schon unglaubliche acht Jahre her, dass er auf die Welt kam. Und ich sah ihn auf einmal wieder vor mir, wie er frisch auf der Welt war, mit seinem roten Haarflaum, mit dem niemand gerechnet hätte. Und wie er uns aus so unfassbar wachen Augen anschaute und so lustige Glucksgeräusche von sich gab. Als er auf die Welt kam, gab es diesen Blog noch nicht. Und deshalb habe ich auch noch nie darüber geschrieben, wie die erste Zeit nach der Geburt mit meinem Großen war. Dabei war sie wundervoll, ganz besonders – auch, weil wir uns für ein Familienzimmer im Krankenhaus entschieden hatten. Letztens erzählte eine Mutter von ihrem schwierigen Start im Krankenhaus, weil sie sich mit einer Mutter das Zimmer teilen musste, mit der sie absolut nicht auf einer Wellenlänge war und außerdem ihren Mann gerne viel mehr um sich herum gehabt hätte in den ersten Tagen. Da fiel mir auf, wie viel Glück wir mit den ersten Tagen hatten, nachdem wir zum ersten Mal Eltern geworden sind. Denn wir waren zusammen – Tag und Nacht. Und wenn man mich heute fragt, würde ich jedem ein Familienzimmer nach der Geburt empfehlen (zumindest beim ersten Kind).

Es war mir eigentlich schon bei der Kreißsaal-Führung klar: Ich will ein Familienzimmer. Glücklicherweise gab es gleich mehrere und glücklicherweise war beim ersten Kind auch tatsächlich eins frei in unserem Krankenhaus. Das weiß man ja vorher nicht, denn ein Krankenhaus ist ja nun kein Hotel, in dem man sein Zimmer vorher reservieren kann … Dafür sah unser Familienzimmer mehr aus wie ein Hotelzimmer als ein typisches Krankenzimmer: ein Doppelbett statt dem üblichen Krankenhausbett stand dort drin. Und eine Sitzecke mit Sesseln. Ich fand es gerade beim ersten Kind schön, dass mein Mann die ganze Zeit dabei war und so gleich intensiv Zeit mit unserem Sohn verbringen konnte – ohne zwischendrin nach Hause zu müssen. Und ohne dass wir uns Gedanken um Alltagsdinge wie das Kochen oder Putzen machen mussten. Dafür hatte ich meinen Mann an meiner Seite, der mich beim Wickeln und Kümmern ums Baby unterstützen konnte – und gleich von Anfang an dran gewöhnt wurde, wie das so ist, wenn das Baby alle zwei Stunden gestillt werden möchte! Außerdem war ich froh, dass ich jemanden an der Seite hatte, der mir vieles abnehmen konnte, so dass ich nicht ständig nach den Schwestern klingeln musste. Denn nach der ersten Geburt war ich sehr geschwächt und das Aufstehen viel mir schwer, ich erinnere mich noch gut…

Babyfuß Mutterliebe

Diese kleinen Babyfüße! Bei dem Foto werde ich ganz wehmütig. Sie werden so schnell groß!

Geborgen im Familienzimmer: Die erste Zeit mit Baby

Es war eine sehr intensive Zeit zu dritt in einem sehr geschützten Raum, fast so einer Art Kokon. Die Krankenschwestern und Hebammen waren da, wenn wir sie brauchten, ließen uns aber auch in Ruhe und gaben uns die Privatsphäre, die wir wiederum brauchten. Wir wussten, dass sie da waren, wenn etwas war, aber wir hatten auch unsere Ruhe und konnten so langsam in das Leben mit Baby starten, bevor es nach Hause ging. Für mich war diese erste Zeit im Familienzimmer ein sanfter Übergang  – kuschelig, gemütlich, ungestört von außen. Auf dem Blog der AOK Hessen habe ich einen Bericht übers Familienzimmer gefunden, der sich fast genau mit unseren Erfahrungen deckt und bei dem ich mich direkt wieder an unsere Zeit für fast neun Jahren erinnert habe. Die AOK Hessen übernimmt übrigens einen Teil der Zuzahlung fürs Familienzimmer, was ich sehr gut finde, denn ich bin überzeugt: Dieser sanfte Start ins Leben zu dritt tut der ganzen Familie gut!

Wieso wir beim zweiten Kind dann kein Familienzimmer hatten? Weil unser Großer da war und es fiel ihm schon nicht leicht, dass er zwei Nächte ohne mich auskommen musste. Da sollte er wenigstens seinen Papa an seiner Seite haben. Außerdem wollten wir nicht, dass er sich ausgeschlossen fühlt, nach dem Motto „Mama und Papa sind bei dem neuen Bruder und ich bin hier alleine“. So kam er mich immer direkt nach dem Kindergarten besuchen, ein Glück wohnen wir gleich um die Ecke des Krankenhauses, so dass er auch mehrmals am Tag vorbeikommen konnte. Was ich aber bei der zweiten Geburt und auch bei der dritten Geburt genommen habe: ein Einzelzimmer! Die Ruhe war mir die Zuzahlung wert, und ich wollte auch einfach die Privatsphäre mit meinem Kind. Die Zusatzkosten für ein Familienzimmer variieren von Krankenhaus zu Krankenhaus.

Beim dritten Kind bin ich sogar freiwillig eine Nacht länger im Krankenhaus geblieben… weil es so gemütlich war und ich wusste, dass meine Jungs zuhause gut aufgehoben waren. Und ich froh war, noch einen Tag Pause vom Trubel zu haben. Für mich waren diese ersten Tage im Krankenhaus immer ein sehr geschützter Raum, in dem ich Hilfe annehmen konnte, aber nicht musste. Aber dafür viel Zeit für mich und das Baby hatte, für das Kennenlernen und Ankommen.

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Familienzimmer: Das müsst Ihr vorher organisieren

Ich werde ganz wehmütig bei der Erinnerung an diese magische erste Zeit mit Kind… es liegt so ein besonderer Zauber über diesen ersten Tagen, der selbst bei der dritten Geburt noch ebenso groß war wie beim ersten Kind. Ich befand mich in einer Art Blase, als ob die Zeit angehalten wurde, so eine kleine Parallelwelt, für einige Tage. Kennt Ihr dieses Gefühl auch?

Was uns damals im Familienzimmer geholfen hat? Vor allem das Beschränken von Besuch auf ein Minimum. Besonders mir war das wichtig, ich brauchte diese Ruhe. Und es beschränkte den „Kontakt zur Außenwelt“ auf ein Minimum, denn wir wurden so nicht aus unserer kleinen Welt gerissen. Ich habe noch nicht einmal Tageszeitung gelesen, einmal, weil ich die Zeit dafür gar nicht hatte, aber auch, weil das Bedürfnis danach gar nicht da war. Damals hatte ich auch noch kein Smartphone, was es mir auch erleichterte, einfach nur zu genießen, ohne Ablenkung.

Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: Legt das Handy zur Seite, Ihr verpasst nichts, genießt diese einmalige Zeit mit Eurem Baby, denn die kommt so nie wieder!

Da man Familienzimmer in den meisten Krankenhäusern nicht reservieren kann, denkt gleich bei der Aufnahme in den Kreißsaal daran, Euch dafür anzumelden. Am besten, Ihr merkt es auch schon beim Vorgespräch und der Voranmeldung für die Geburt an, dann kann es vermerkt werden und es steigert die Chance, dass es klappt.  Jedes Krankenhaus handhabt das anders, vielleicht kann man in Eurem ja sogar etwas reservieren, fragt einfach nach! Natürlich sollte auch der Papa entsprechend seine Sachen in den Klinikkoffer packen, also an seine Zahnbürste und den Schlafanzug denken und vielleicht auch an ein Buch (aber glaubt ja nicht, dass Ihr viel Zeit zum Lesen haben werdet…) – und zuhause sollte alles so organisiert sein wie vor einem kleinen Urlaub. Wenn Ihr wisst, wer zum Beispiel die Post reinholt oder Blumen gießt, könnt Ihr Euch ganz auf die Kennenlernzeit konzentrieren, ohne Euch Gedanken zu machen, ob zuhause der Briefkasten überquillt. Es gibt übrigens sogar Krankenhäuser, bei denen ein Geschwisterkind mit ins Familienzimmer ziehen kann (Tipps für die Wahl des richtigen Krankenhauses findet Ihr übrigens hier).

Für mich war das Familienzimmer beim ersten Kind die perfekte Wahl! Habt Ihr auch Erfahrungen im Familienzimmer gemacht?

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 Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter 

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Ganz neu: „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“

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