Was glückliche Menschen anders machen: Interview und Buchtipp

Mal ganz ehrlich: Wenn Euch jemand fragt, ob Ihr lieber mehr Geld haben wollt oder glücklich sein wollt, würden wohl die meisten das Glück wählen, oder? Kann man denn eigentlich permanent glücklich sein? Und was ist das eigentlich, Glück? Wieso sind manche Menschen glücklicher als andere – und kann man etwas an seinem eigenen Glückszustand ändern? Spannende Fragen, die ich meiner Namensvetterin Nathalie Marcinkowski gestellt habe – die witzigerweise nicht nur denselben Vornamen wie ich trägt und ebenfalls lange braune Haare hat, sondern ebenfalls Autorin beim Trias Verlag ist. Und zufälligerweise erschien ihr Buch „Was glückliche Menschen anders machen“ (Affiliate Link) auch noch am selben Tag wie mein aktuelles Buch „Afterwork Familie„. Das ist doch Grund genug, sie einmal zu fragen, wie das nun mit dem Glück eigentlich ist. Ganz abgesehen davon, dass es ein superspannendes Thema ist und sie als Psychologin und Coach für Glück und Selbstentfaltung eine echte Expertin auf dem Gebiet ist!

Liebe Namensvetterin, wie würdest Du eigentlich Glück definieren?

Für mich bedeutet Glück, auf tiefe und authentische Weise meinem Herzen zu folgen und Sinn zu spüren in dem, was ich tue. Wissenschaftlich wird versucht, dieses Glück zu messen durch: Viele positive und wenig negative Gefühle, eine hohe Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und sinnerfüllte Verbundenheit mit mir, meiner Mitwelt und dem, was ich tue.

Wieso ist Glück eigentlich wichtig fürs Leben? Und was unterscheidet Glück von Zufriedenheit?

Der Blick aufs Handy während eines langweiligen Vortrags, die Umarmung eines Menschen, den wir lieben, das Aufatmen auf einem Spaziergang in der Natur, der Griff zur Cola… Warum tun wir, was wir tun? Wenn wir tief hinschauen, ist die Antwort: Mit allem, was wir tun, möchten wir entweder glücklicher werden, oder Unglück entgehen. Der Wunsch nach Glück ist in jede unserer Zellen eingebrannt. Dieser Wunsch durchzieht alles, was wir tun. Wir sind biologisch auf Glück gepolt – und deshalb darf dieser Wunsch auch sein. Zufriedenheit ist eine Spielart des Glücks, eine seiner vielen Ausdrucksformen.

Du bist „Mentorin für Glück und Selbstentfaltung“: Was verbirgt sich dahinter? Lässt sich Glück denn überhaupt lernen?

Auf den Punkt gebracht unterstütze ich Menschen darin, erfüllt und glücklich zu leben – auf tatsächliche und authentische Weise. Das bedeutet, immer mehr zu entdecken, was denn tatsächlich der eigene Weg ist – und den zu gehen. Genau das ist es, was die Welt braucht: Menschen, die mit Herz, Hirn und Hand tätig sind und dabei lieben was sie tun. Begleitend tätig bin ich auf meinem Blog Happyroots, in Einzelcoachings, in Workshops für Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeitende und Führungskräfte, in meiner Online-Akademie und in der Ausbildung von Happiness Trainern. Das Spannende: In all diesen Kontexten wirken dieselben Prinzipien.

Wie kamst Du dazu, Dich auf das Thema Glück und Selbstentfaltung zu spezialisieren?

Es gibt diese Momente, in denen es einfach „Klick“ macht: Genau das ist es! So kam es, dass ich mich mitten in meinem Psychologiestudium im Fernstudiengang „Angewandte Positive Psychologie“ an einer Londoner Uni einschrieb. Das mündete darin, dass ich in meiner Masterarbeit hier in Bochum ein Glückstraining entwickelte, das Niedergeschlagenheit, Stresserleben und sogar Stresshormone senkte. Gleichzeitig musste ich innerlich auch ganz schön darum ringen: Halten die mich nicht alle für vollkommen verrückt? Wie wirkt das wohl in meinem Lebenslauf?… Erkenntnis: Es gibt viele innere Blockaden auf dem eigenen Weg.

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Was Glück mit Selbstentfaltung zu tun hat

Wie hängen denn Glück und Selbstentfaltung zusammen? 

„Glückstricks“ und wirkungsvolle Übungen gibt es sehr sehr viele. Für langfristiges und tiefes Glück sind wir zudem gefragt, genauer und ehrlich hinzuschauen: Was möchte ich wirklich machen? Was kann ich gut? Wohin will ich wachsen? Und in welche Richtung stupst mich mein Herz? Das ist Selbstentfaltung: Der Baum werden, der man tatsächlich ist. Das ist nicht ganz und gar mühelos, manchmal sogar richtig herausfordernd. Aber es nimmt eine unglaubliche Fahrt auf, wenn man die ersten Schritte gegangen ist – denn der eigene Weg zeichnet sich dadurch aus, dass er bereits beim Gehen erfüllend ist.

Gibt es bei der Selbstentfaltung einen Fehler, den viele machen?

Wenn Glücksübungen lediglich der Selbstoptimierung dienen, um etwas, das man eigentlich nicht machen möchte, weiter durchziehen zu können, kann kein langfristiges und tiefes Glück entstehen. Hier zitiere ich gern Eckart von Hirschhausen: „Wenn du ein Pinguin bist, machen auch 7 Jahre Psychotherapie aus dir in diesem Leben keine Giraffe.“ Und wenn du die ganze Zeit versuchst, die obersten Blätter des Savannenbaums zu erreichen (die du noch nicht einmal wirklich magst!) ist ein unglücklicher Pinguin vorprogrammiert.

Was hindert denn diese „unglücklichen Pinguine“, also unglücklichen Menschen daran, glücklich zu sein?

Nicht sie selbst zu sein. Das ist das größte – und vielleicht sogar das einzige innere – Hindernis dazu, wirklich glücklich und erfüllt zu leben. Bereits dann, wenn wir uns erlauben, glücklich zu werden auf eine Weise, die uns tatsächlich entspricht, beginnt unser Glück.

Übungen auf dem Weg zum Glück

Wie kam die Idee zu Deinem Buch „Was glückliche Menschen anders machen“?

Das Entstehen des Buches zählt zu einem der magischsten Momente, die ich bisher erleben durfte. Ich hatte mich mutig (und etwas waghalsig) aufgemacht auf meinen Weg in die Selbstständigkeit und ließ dafür gerade meine Stelle in einem wirklich tollen Forschungsprojekt für Lehrkräfte auslaufen. Ich wusste nur: Ich möchte einen Onlinekurs entwickeln und ein Buch schreiben. An meinem letzten normalen Arbeitstags erhielt ich dann eine Mail vom TRIAS-Verlag, ob ich nicht ein Buch über Glück für sie schreiben mag. Aus eigener Erfahrung (und ein klein wenig auch wissenschaftlich gestützt) weiß ich: Solche „Wunder“ geschehen, wenn man mit Mut seinem Herzen folgt.

An wen richtet sich das Buch?

An die Glückssucher, die das Glück wirklich finden wollen ;-) Und dafür bereit sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Was ist das Besondere an Deinem Buch?

Das besondere an meinem Buch ist, dass ich einen leichtfüßigen Erzählstil mit wissenschaftlicher Fundierung kombiniere. Rund 190 Quellen dienen als Wegmarker und über 50 Übungen lassen das Erforschte dann direkt erfahrbar werden. Denn nur dann kann sich das eigene Leben verwandeln. Auf dieser Basis lädt das Buch auf tiefe und umfassende Weise dazu ein, dem eigenen Glück zu folgen, seine Selbstliebe freizulegen, Blockaden zu sprengen, die einem dabei im Weg liegen mögen und mit Mut das Leben zu gestalten, das man liebt zu leben. Meine Überzeugung ist: Glückliche Menschen verändern die Welt. Deshalb begreife ich das Buch als Beitrag zu einer Welt und Gesellschaft, die Zukunft hat.

Welche Rolle spielt Glück eigentlich bei den Herausforderungen der Zukunft? Ich habe manchmal das Gefühl, dass das Glück bei all der Nachhaltigkeitsdiskussion in Vergessenheit gerät, dass es bei dem Versuch nachhaltig zu leben bei Mancheinem sogar in eine Art Selbstkasteiung umschlägt.

Wir leben in einer sehr spannenden und herausfordernden Umbruchszeit. Und für mich sind Glück und Fülle keine Rosinen, die wir uns rauspicken sondern ganz fundamentaler Teil der Lösung der aktuellen Krise. Diese menschliche Krise (die z.B. ökologische Schäden nach sich zieht) ist entstanden, weil wir ein grundlegendes Gefühl von Mangel in uns tragen. Je weniger wir tatsächlich mit uns und dem inneren Glück in Verbindung sind, desto größer der Mangel – und desto drastischer die Maßnahmen, zu denen wir greifen (müssen), um den Mangel zu füllen. Die Ausrichtung aufs Glück ermöglicht es hingegen, sich Stück für Stück vom Mangel zu lösen und tatsächlich mit Fülle, Zufriedenheit, Freude und Sinn in Kontakt zu treten. Daraus entsteht Handeln, das die Mitwelt im Blick behält und bereichert.

Danke für das anregende Interview, liebe Nathalie! Auf ihrem Blog Happyroots findet Ihr noch mehr Inspiration rund ums Thema Glücklichsein – und natürlich in ihrem Buch „Was glückliche Menschen anders machen„, in dem es auch 50 Übungen zu dem Thema gibt.

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Kennt Ihr schon meine Bücher?

  Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter 

Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder.“

Ganz neu: „Afterwork Familie: Wie du mit wenig Zeit dich und deine Familie glücklich machst.“

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