Bauchgefühl vs. gute Ratschläge: Hört auf Euren Bauch!

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Ist das Kind nicht etwas warm angezogen? Das Kind braucht doch eine Mütze! Du verwöhnst sie doch, wenn du sie immer gleich hochnimmst. Ist der Kleine nicht schon zu alt für einen Schnuller? Sag bloß, du stillst noch? Also mit einem halben Jahr sollte sie sich ja schon mal drehen können! Das Baby hat bestimmt Hunger! Das Baby hat bestimmt Bauchschmerzen! Rühr doch ein bisschen Zucker in den Tee, dann trink sie ihn bestimmt viel lieber. Mit zwei Jahren sollte der Kleine aber tagsüber schon trocken sein. Babys brauchen keine Fluoridtabletten. Babys brauchen auf jeden Fall Fluorid-Tabletten. Kommen Euch diese Sätze bekannt vor? Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich diese Ratschläge schon gehört habe, seit ich vor acht  Jahren zum ersten Mal Mutter wurde. Wenn ich für jedes „Das Kind braucht doch eine Mütze“ einen Euro in die Spardose gesteckt hätte, wäre ich heute reich! Das mit den Ratschlägen beginnt ja schon in der Schwangerschaft und steigert sich, wenn das Kind auf der Welt ist. Gerade beim ersten Kind ist es da gar nicht so leicht, die gut gemeinten von den wirklich guten Ratschlägen zu trennen – und schon gar nicht, dem eigenen Bauchgefühl den Vorrang zu geben. Denn für die Entscheidung „das ist mein Weg“ bedarf es eine Menge Mut. Und den muss man als frischgebackene Mama, die in eine völlig neue Welt katapultiert wird, erst einmal haben!

„Fragt man 10 Leute, erhält man 11 Meinungen“ bringt es Arlett im Wickelstammtisch-Podcast der AOK Baden-Württemberg so schön auf den Punkt. In der dritten Folge des wirklich hörenswerten Podcasts geht es um „Hör auf deinen Bauch!“ und Arlett diskutiert mit Podcast-Partner Armin und Bloggerin Laura von „Heute ist Musik“ darüber, wie man mit den ganzen (gut gemeinten) und meist ungefragten Ratschlägen umgeht, die auf frisch gebackene Mamas einprasseln. (nicht nur auf frisch gebackene übrigens, denn es hört ja nicht auf, wenn die Kinder älter werden) Sie berichten von denselben Sätzen, die ich immer wieder gehört habe und höre –  und auch unsere Erfahrungen sind ziemlich ähnlich.

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Ungefragte Ratschläge von allen Seiten nerven und verunsichern

Denn alle scheinen es besser zu wissen – und alle halten sich für die Experten fürs Baby, selbst Menschen, die gar keine eigenen Kinder haben. Oder deren Kinder schon 30 Jahre alt sind. Beim ersten Kind hat es mich tatsächlich auch noch sehr verunsichert, diese ständigen Kommentare: Ist meinem Baby jetzt tatsächlich zu warm? Jeder hatte eine andere Meinung und ich stand abends vorm Bett mit dem Schlafanzug und dem Schlafsack in der Hand und wusste gar nicht mehr, was ich denn jetzt anziehen sollte und was nicht und fühlte 20 Mal in der Nacht den Nacken meines Sohnes, ob er auch ja nicht zu sehr schwitzte. Und dann das Thema Fluoridtabletten! Der eine sagte ja, der andere nein und als das Kind vier Monate alt war, drängten die einen zur Beikosteinführung, während andere warnten, das bloß nicht vorm sechsten Monat zu machen und was man nun als erstes füttert, da gab es eh zehn verschiedene Meinungen.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich beim ersten Kind da stand und manchmal gar nicht mehr weiter wusste. Wem soll ich jetzt glauben? Und wo soll ich nachschlagen?

Es gibt ja auch tausend verschiedene Bücher, ebenso wie gefühlt 1000 verschiedene Internetforen. Was mir damals half, war eine gute Hebamme und ein guter Kinderarzt, die auch noch beide in den allermeisten Fällen einer Meinung waren. Wenigstens dieser Zwiespalt, von dem Arlett und Laura in der Wickelstammtisch-Podcast-Folge berichten, blieb mir erspart!

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Wir Eltern wachsen ja ein Glück mit unseren Aufgaben und genauso wächst glücklicherweise auch unser Bauchgefühl. Je älter das Baby wird, umso mehr kennen wir unser Baby (denn jedes Baby ist anders, egal, was die Experten und Ratschlaggeber sagen!) und unsere eigene Lebenssituation. Denn was für die eine Familie optimal ist (Stichwort Familienbett. Oder  Beikost. Oder Tragen.) passt für die andere einfach nicht. Was das eine Baby mag, gefällt dem anderen vielleicht gar nicht. Und wenn ein Kind partout nicht alleine und ohne Kuscheln einschlafen kann (können meine drei bis heute nicht!), ist das genauso ok, wie wenn man das Kind schon als Baby einfach ins Bett ablegen kann und es ohne Hilfe einschläft. Babys und Kinder sind verschieden, Mamas und Papas auch, und das ist ja auch eigentlich gut so!

Deshalb kann ich – genauso wie die Drei vom Wickelstammtisch – nur dazu ermutigen, das eigene Bauchgefühl nicht zu ignorieren. Sondern zu lernen, es besser wahrzunehmen, tief in sich hineinzuhören: Was braucht mein Kind, was brauche ich, was braucht  unsere Familie? Wie heißt es im Podcast so schön? Wir müssen uns dafür entscheiden: Das ist mein Weg. Das dann aber auch zu sagen, dazu gehört eine Portion Mut. „Danke für den Tipp, aber wir haben einen anderen Weg eingeschlagen“ zu sagen, rät Laura im Podcast. Das habe ich tatsächlich so nie gesagt. Ich fahre viel mehr die Strategie: Wave and smile. Nett lächeln, jaja  sagen und drüber hinweggehen. Das spart Energie, die ich für den Familienalltag dringend nötig habe und lieber dafür aufwende, meinen eigenen Weg zu gehen! Und: In den meisten Fällen lohnt Diskutieren nicht, die Mühe ist es gar nicht wert.

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Was uns aber nicht daran hindern sollte, unseren eigenen Weg zu finden. Und das geht nur, in dem wir immer wieder auf unseren Bauch hören. Und dabei die Hilfe ausgesuchter Experten heranziehen. Bloß nicht zu viele, denn das verwirrt. Sondern Experten suchen, denen wir wirklich vertrauen. Bei mir ist es meine Hebamme gewesen, unser Kinderarzt und als Ratgeberbuch das großartige „Babyjahre“ von Remo Largo. Internetforen hingegen habe ich schnell wieder verlassen, denn dort tummeln sich nicht nur 10000 verschiedene Meinungen, sondern auch viele selbst ernannte Experten, die im Zweifel mehr verunsichern als helfen. Ich habe mir aus mehreren Erziehungsratgebern und Stilen das rausgepickt, was zu mir, meinen Kindern und unserer Situation passt, statt sklavisch einen Erziehungsstil zu verfolgen. Schubladen mochte ich noch nie!

Humorvoller, informativer Podcast für Eltern

Und noch etwas hat geholfen, davon berichtet auch Laura in der Wickelstammtisch-Folge: Mich weniger in Diskussionen einzulassen. Beim ersten Kind habe ich noch alle möglichen Müttergruppen besucht – und fleißig mitgeredet. Beim  zweiten Kind habe ich das sehr zurückgeschraubt, beim dritten gar nicht mehr gemacht. Und siehe da: Es geht mir sehr viel besser!

Weniger Experten sind also mehr, andere Ratschläge einfach überhören und stattdessen mehr auf den eigenen Bauch hören. Denn wir Eltern kennen unsere Kinder am besten – besser als die betagte Nachbarin oder der Herr an der Supermarktkasse! Und auch besser als die Autoren der Ratgeberbücher (sage ich, als Erziehungsratgeberautorin). Erziehungsratgeber sind nämlich dazu, uns Wege aufzuzeigen, Möglichkeiten – aber welchen Weg wir beschreiten, entscheiden wir immer noch selbst.

…und was beim Finden des eigenen Bauchgefühls hilft, sind gut gemachte Blogs, gut gemachte Online-Magazine und Podcasts wie der Wickelstammtisch der AOK Baden-Württemberg. Hört doch mal rein – Ihr könnt ihn auch kostenlos abonnieren bei Spotify, Deezer, TuneIn, Apple Podcasts, Google Podcasts oder Youtube. Arlett und Arnim, selbst frischgebackene Eltern, diskutieren mit Bloggern und AOK-Experten in den einzelnen Folgen über Schwangerschaft, Baby und Familie, über das Anfangschaos mit Baby, Wochenbettdepression, Nachhaltigleben mit Baby oder auch das Liebesleben mit Baby. Wirklich kurzweilig, humorvoll und informativ! Ich habe mich in vielem wiedergefunden, noch einiges hinzugelernt und wurde in jedem Fall immer gut unterhalten. Super auch, dass immer verschiedene Diskussionspartner im Gespräch sind und Dinge auch durchaus kontrovers diskutiert werden.

Und wo wir beim Thema Bauchgefühl vs gut gemeinte Ratschläge sind: Der Wickelstammtisch-Podcast kommt ganz ohne erhobenen Zeigefinger daher, ist nie, wirklich nie besserwisserisch und regt einen vor allem zu einer Sache an. Nämlich dazu, den eigenen Weg zu gehen. Und das find ich richtig klasse! Denn darum geht es ja: Sich aus verschiedenen Meinungen, Erziehungsstilen und Tipps das rauszulockende, was zu uns passt. Wir sind ja keine Schubladen, sondern alle Individuen.

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