Der Götakanal – ein Schwedenreisetipp (nicht nur) für Familien

Ein Reiseziel in Schweden, an das es uns schon mehrmals verschlagen hat, weil es dort immer wieder Neues zu entdecken gibt, ist der Götakanal. Der ist nämlich genaugenommen nicht nur EIN Reiseziel, sondern eine eigene Reiseregion an sich: Ein fast 200 Kilometer langer Kanal, der die Ostküste Schwedens mit der Westküste verbindet und dabei quer durch die beiden großen Seen Vättern und Vänern führt. Der Kanal wurde Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut und sollte die Wasserstrecke zwischen den beiden großen Städten Stockholm und Göteborg verkürzen. Es entstand ein technisches Meisterwerk, denn der Kanal überwindet 91 Meter Höhenunterschied mit 58 Schleusen. Heute ist der Götakanal eine der größten schwedischen Touristenattraktionen, besonders die Abschnitte zwischen der Ostküste und Motala, wo der Kanal in den Vättern mündet und dem Abschnitt zwischen Vättern und Vänern. Er wird nur noch touristisch genutzt und die Schleusen sind auch nur in den Sommermonaten geöffnet. Am Götakanal gibt es viel zu sehen, denn er fließt durch eine wunderschöne Landschaft mit hübschen Orten – und es ist für schwedische Verhältnisse im Sommer mitunter sehr trubelig (wer den Sommertrubel von Mittelmeerorten gewohnt ist, dem wird der Trubel gar nicht auffallen). Aber trotzdem oder gerade deshalb lohnt sich ein Abstecher an einige Abschnitte des Götakanals!

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Natürlich kann man den Götakanal auf dem Wasserwege bereisen – ein beliebter Urlaub mit dem Segelboot oder Motorboot. Gemächlich geht es dahin von Gasthafen zu Gasthafen, sogar die Cafés entlang des Kanals haben eigene Bootsanleger, falls dem Skipper unterwegs die Lust nach einem Stück Kladdkaka überkommt. Wer nicht selbst fahren möchte, kann auch eine Tour auf einem der drei Passagierschiffe buchen, die im Sommer den Kanal entlangfahren.

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Aber genauso lässt sich der Götakanal mit dem Fahrrad erkunden, denn links und rechts des Kanals führt die gesamte Strecke entlang ein Fahrradweg durch die wunderschöne Landschaft. Oder aber man fährt mit dem Auto oder dem Wohnmobil die Strecke ab – am besten in mehreren Etappen, denn es gibt viele lohnenswerte Zwischenstopps und natürlich viele Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel (vom Zeltplatz und der einfachen Hütte über Jugendherbergen bis hin zu Hotels aller Sterne-Klassifizierungen). Für Wohnmobile gibt es auch wunderschön gelegene Stellplätze entlang der Schleusen oder Gästehäfen – mal mehr mal weniger voll belegt.

Unsere liebsten Zwischenstopps und Übernachtungsplätze liste ich einmal auf – es ist keine vollständige Übersicht aller Sehenswürdigkeiten. Aber besonders lohnenswerte, allen voran die Schleusen, die besonders unsere Kinder fasziniert haben. Denn viele der Schleusen sind nicht nur einfache Schleusen, nein, es folgen mehrere Schleusen hintereinander, damit die Boote in Stufen die teilweise enormen Höhenunterschiede passieren können. Die Schleusen sind nicht nur für die Kinder spannend! Der größte Höhenunterschied wird bei den Schleusen von Berg überbrückt, wo es in den See Roxen geht. Hier sind 7 Schleusen  direkt hintereinander! Bei den Schleusen gibt es auch einen Wohnmobilstellplatz, einen Gästehafen und natürlich Cafes und Restaurants. Etwas ruhiger sind die anderen Schleusen entlang des Kanals – aber an fast allen Schleusen gibt es zumindest ein Cafe oder eine kleine Einkehrmöglichkeit, oft auch Übernachtungsmöglichkeiten für Wohnmobile oder Vandrarhem.

Göta Kanal Reisetipp

Die Schleusen von Berg sind ein Erlebnis!

Ich kann nicht alle Sehenswürdigkeiten und Rastplätze aufzählen, dazu ist der Götakanal zu lang – und es gibt einfach zu viel Sehenswertes! Aber unsere Favoriten möchte ich einmal auflisten:

Ein idyllischer Platz, der nicht so überlaufen ist, ist am Anfang des Kanals der Ort Mem, wo es ein Vandrarhem mit Restaurant und Cafe und einen Wohnmobilstellplatz und Gästehafen gibt. Hier fand ich es sehr entspannt! Auf jeden Fall ebenfalls einen Besuch wert ist das Städtchen Söderköping, das am Kanal liegt und hübsche kleine Holzhäuser am Kanal hat, genauso wie Linköping, wo es ein Freilichtmuseum mitten in der Stadt gibt, das gerade für Kinder toll ist. Alte Holzhäuser aus ganz Schweden sind hier aufgebaut und original eingerichtet, man kann einen ganzen Tag hier verbringen.

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Das kleine Café und Vandrarhem an der Schöeuse von Bradtom lohnt einen Zwischenstopp.

Mehrmals schon haben wir das kleine Cafe (einfache Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch) an der Schleuse von Bradtom angesteuert. Ein einfaches Sommercafé, nur eine kleine Schleuse, aber viel Ruhe!

Reisetipp Göta Kanal in schweden

Berühmtes Fotomotiv: Das Hotel in Borensberg

Etwas belebter ist der kleine Ort Borensberg, wo es das typische bekannte Göta-Hotell gibt. Wenn man etwas günstiger übernachten möchte, gibt es auf einer Halbinsel mitten im Kanal das Vandrarhem, das in den Gebäuden einer ehemaligen Glasfabrik liegt. Wunderschön gelegen, ein hübsches Cafe und Platz zum Toben für die Kinder. Das Cafe lohnt sich auch für eine Einkehr und Fika!

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Das Vandrarhem und Café in Borensberg.

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Dann darf man die Schleusen von Berg natürlich nicht ausfallen lassen! Hier kann man einen ganzen Tag vebringen, am Fuße der Schleusen am Roxen-See gibt es auch einen Badeplatz.

Unsere kleine Lieblingsschleuse liegt in Borenshult bei Motala, wo der Kanal in den See Boren übegeht. Hier gibt es auch einen Übernachtungsplatz für Wohnmobile und einen Eis-Kiosk. Sehr entspannte Atmosphäre und weniger Trubel als in Berg (wobei sich der Trubel in Berg auch verläuft, denn das Gelände an den Schleusen ist groß!).

In Motala gibt es ein sehenswertes Automuseum mit Oldtimern, alten Wohnwagen und und und. Sogar ich  fand es gut :-) Bei Motala gibt es auch sehr schöne Strände am Vättern, der hier richtig schön klar ist, es geht flach ins Wasser, was für Kinder klasse ist.

Sehenswert mit Kindern ist auf der anderen Seite des Vättern auch die Festung in Karlsborg, wo der Götakanal weiter fortgesetzt wird. Die Strecke zwischen Vättern und Vänern sind wir noch nicht so oft entlanggefahren, aber auch hier gibt es viel zu sehen. Das kleine Örtchen Forsvik hat uns sehr gut gefallen, das ist ein altes Fabrikgelände am Götakanal, wo man auch übernachten kann und natürlich gibt es auch ein Sommercafe dort.

Mehrmals haben wir bereits einen Stopp, auch für eine Übernachtung, in Hajstorp zwischen dem Vänern und Vättern eingelegt. Ein fast schon verwunschener kleiner Ort an einer kleinen Schleuse, fernab vom Trubel. Es gibt direkt am Kanal ein kleines Vandrarhem mit wunderschönen Café, wo man im Sommer unter Bäumen am Kanal sitzt. Auf einer Wiese direkt am Kanal kann man mit dem Wohnmobil stehen (bezahlt wird im Vandrarhem), ein Sanitärgebäude gibt es dort auch. Ich liebe diese Ruhe, die über diesem kleinen Ort liegt, ein sehr idyllisches Plätzchen!

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Ich mag die Gegend rund um den Götakanal sehr, auch wenn es im Sommer dort für schwedische Verhältnisse mitunter sehr trubelig werden kann. Dennoch verläuft sich der Trubel gut und es gibt immer wieder kleine Ruheoasen, wie die Plätze, die ich oben beschrieben habe. Dafür gibt es auch eine klasse Infrastruktur mit Übernachtungsmöglichkeiten, Cafés, Radwegen und an den Seen auch wunderschöne Badestellen. Der Göta Kanal Abschnitt zwischen den beiden Seen ist ruhiger als der Abschnitt zwischen Vättern und Ostsee. Nach dem Vänern wird der Göta Kanal übrigens Richtung Göteborg fortgesetzt – aber diesen Abschnitt an Trollhättan  vorbei bin ich noch nicht abgefahren. Aber Göteborg, das kann ich sagen, lohnt auf jeden Fall einen Besuch! Und dann auch gleich das magische Bohuslän, die Schären nördlich von Göteborg, die für mich mit zu den faszinierendsten Gegenden Schwedens zählen.

Ihr wollt noch mehr Schwedentipps? Wie wäre es mit der Gegend rund um Vimmerby? Mit Ausflügen nach Bullerbü und Katthult? Oder in die Astrid Lindgren Värld? Eine andere magische Gegend ist die Insel Öland, über die ich hier auch schon mehrmals geschrieben habe. Perfekt für den Urlaub mit Kindern ist auch die Gegend rund um den See Asnen im Süden Smalands.

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