Ab und zu dürfen es auch mal Pommes sein – vom Restaurantbesuch mit Kindern

mmmmm. Yummieh. Pommes mit Mayo und Ketchup. Ich gebe es zu: Ich finde es manchmal unverschämt lecker. Ich achte auf gesunde Ernährung, esse vegetarisch, koche immer frisch, kaufe saisonal auf dem Markt und halte mich an die Empfehlung „5 am Tag“, Zucker habe ich fast ganz gestricheZucker habe ich fast ganz gestrichen. Aber: Ab und zu werde ich schwach. Mit Pommes assoziiere ich Sommertage am Strand – denn früher, wenn ich mit meinen Eltern am Strand war, gab es immer Pommes vom Strandimbiss. Dieser Duft, am besten noch vermischt mit Sonnencreme… das weckt Kindheitserinnerungen! Ich weiß, sie sind ungesund, Fett, Kohlenhydrate, Acrylamid und so. Aber: Solange sie etwas Besonderes sind und es sie nicht jeden Tag gibt, darf es das ja wohl auch mal sein. Ausnahmen machen das Leben schön! Kann ich es deshalb meinen Kinder vergönnen, wenn sie im Restaurant mit Treffsicherheit einen Teller Pommes mit Fischstäbchen oder Chicken McNuggets auswählen?! Nein. Denn es ist für sie ebenso etwas Besonderes und da es bei uns zuhause normalerweise keine Pommes gibt (die aus dem Backofen schmecken ja auch nur halb so gut), darf es das ab und zu auch sein. Lasst die Kinder doch auch mal schlemmen und genießen!  (Machen wir Großen doch auch gern)

Ich bin absolut pro gesunde Ernährung, schließlich ist es das einfachste Mittel, um vielen Krankheiten vorzubeugen und aus meinen Kindern fitte, gesunde, starke Menschen zu machen. Und um selbst fit zu bleiben. Aber sie werden nicht gleich an Fettleibigkeit und Co. erkranken, wenn es ab und zu eine Portion Pommes im Restaurant gibt. Solange es nicht jeden Tag so etwas auf dem Essenstisch gibt und ansonsten die Küche ausgewogen ist – wieso nicht. Weshalb ich derartige Kindergerichte nicht von den Speisekarten verbannen möchte, wie es derzeit diskutiert wird. Klar ist es ungesunder Sch… , ganz ehrlich, das wissen wir doch alle. Aber ich glaube, bei den wenigsten Familien gibt es täglich Pommes auf dem Speiseplan. Und die meisten von uns schnibbeln geduldig Äpfel und Bananen klein, um die nötigen Vitamine zu verfüttern. Dass die meisten Kinderteller keine Salatgarnituren oder Gemüsebeilagen haben, finde ich als Mutter, die um die Gesundheit ihrer Kinder bemüht ist, zwar schade. Aber kann es auch aus Sicht der Gastronomen nachvollziehen: Denn wenn es mal eine Salatgarnitur auf dem Kinderteller gibt, dann ignorieren sie meine Kinder gepflegt. Ich freue mich über etwas zusätzliches Grünzeug. Aber ich weiß, dass diese Gemüsebeilagen auf Kindertellern auch oft unangetastet in die Küchen zurückgehen – und Essen wegwerfen ist immer schade.

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Und wenn es ein Berg Pfannkuchen sein soll, dann sollen es halt Pfannkuchen sein. Ab unschön zu darf Dasein, finde ich!

Was wir Großen machen, um die Pommesmenge beim Essengehen etwas im Rahmen zu halten: Im Restaurant gibt es immer nur einen Kinderteller, den sich unsere Kinder dann teilen (die Großen, die Kleine isst keine Pommes). Dazu bekommen die Jungs dann von uns ein paar Gurken oder etwas von unserem Gemüse, sofern es Gemüsesorten sind, die sie mögen (das ist manchmal die Krux an der Sache…). Wir bestellen dann lieber eine Vorspeise extra und geben den Kindern etwas von uns ab, als ihnen zwei Kinderteller zu bestellen. Noch geht das … aber ihr Appetit wächst von Tag zu Tag! Irgendwann muss es dann doch zwei Kinderteller geben. (Und irgendwann drei. Uhhhh. Dann wird Essengehen so richtig teuer…)

Aber es gibt Hoffnung: Der Mittlere mag neuerdings Pommes nicht mehr so gerne und will lieber etwas von mir ab. Oder lieber eine Portion Bratkartoffeln (nun ja, die sind ja irgendwie so eine Art Pommes für Große, fettig, viele Kohlenhydrate, also nicht unbedingt soooo viel besser… aber immerhin!). Beim schwedischen Möbelhaus bestellt er auch immer Köttbullar mit Kartoffelbrei wie in Schweden. Und in letzter Zeit haben die Jungs immer häufiger Nudeln mit Tomatensoße statt Pommes gewählt, was mich auch freut (Tomatensoße = immerhin etwas Gemüsebeilage!).

Was ich also viel wichtiger finde als Pommes von den Speisekarten zu verbannen: Dass es für Kinder noch ein paar Alternativen gibt. Nudeln mit Tomatensoße. Oder wie in Schweden üblich: Kartoffelbrei für Kinder. Ich glaube, alle Kinder lieben Kartoffelbrei! Packt ein paar TK-Erbsen dazu und alle sind glücklich, Mutti und die Kinder gleichermaßen. Oder ganz einfach: Die normalen Gerichte von der Speisekarte nur in halber Portion. Wir Eltern sollten vielleicht einfach danach fragen, ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Gastronomen das auch ganz unkompliziert zubereiten, wenn wir danach fragen. Gibt ja auch Seniorenteller – wieso also nicht das Pendant für Kinder?! Wäre ja für die meisten Köche kein Problem so etwas umzusetzen. Aber lässt den Kindern doch den Donald Duck Teller mit Extrapommes – und damit das besondere am Essengehen.

Viel wichtiger als den Gastronomen vorzuschreiben, welche Kindergerichte sie anbieten, finde ich übrigens, dass sich der Gesetzgeber mal um den Zuckergehalt in der Nahrung kümmert… denn das betrifft das tägliche Essen und nicht nur die Ausnahme Restaurantbesuch. Damit wäre in Sachen Gesundheit viel mehr erreicht!

Wie handhabt Ihr das beim Essengehen mit Kindern? Pommes ja oder nein? (wieso ich übrigens finde, dass Kinder in Restaurants gehören und Familien häufiger Essen gehen sollten, habe ich hier mal beschrieben).

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3 Kommentare zu “Ab und zu dürfen es auch mal Pommes sein – vom Restaurantbesuch mit Kindern

  1. Ich bin da ganz deiner Meinung. Es ist ja schon eher die Ausnahme, dass man mit der Familie essen geht und ganz ehrlich, das möchte ich dann auch genießen und keine Diskussionen über den Inhalt des Tellers führen müssen, das habe ich ja schon zu Hause ;-)

    Und was die Diskussion angeht, finde ich auch, dass es keinen Sinn macht, so viel Essen weg zu werfen, nur damit Gemüse auf dem Teller war. Bei den vielen Sonderwünschen, die Menschen in Restaurants äußern, wird man sicher etwas passendes bestellen können, wenn auf der Kinderkarte nichts dabei ist.

    Und ja, auf jeden Fall gibt es viel wichtigere Themen mit denen sich die Politik dringender auseinandersetzen sollte (Wie zb den zuckergehalt). Klingt irgendwie wie ein Ablenkungsmanöver…

  2. Meine Mädels teilen sich auch häufig einen Kinderteller, allerdings kommen Pommes bei ihnen im Restaurant selten gut an (im Freibad hingegen gehen sie immer super weg!). Und dann essen sie selten Fleisch – dh. die Standard-Kinderkarten sind eher nichts für sie. Ich würde mich freuen, wenn dort zum Beispiel einfach mal Milchreis auf der Karte stehen würde oder andere typische Kindergerichte wie Saure Eier oder Arme Ritter oder wie du schreibst Kartoffelbrei mit Gemüse.

    Meistens entscheidet sich bei uns dann die Große (5 Jahre) für eine Suppe und die Kleine (4 Jahre) für trockenen Reis.

  3. Bei uns gibt es im Restaurant auch mal Pommes. Zu Hause gibt es die fast nie, und wenn aus dem Backofen oder selbst gemachte Kartoffelspalten.

    Tatsächlich fordern unsere Kinder oft etwas von unserem Salat oder sogar einen eigenen Salat.

    Meist essen sie auch eher von uns mit.

    Und bisher war es auch selten ein Problem, z.B. zwei Kartoffelklöße mit Soße extra zu bekommen, wenn es sowieso auf der Karte steht.

    Insofern, dürfen es auch mal Pommes und Chicken Nuggets sein.

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