„Wie viel Sekunden hat eine Woche?“ – wenn Kinder Zahlen entdecken

Ich glaube, ich war noch nie so gut im Kopfrechnen wie jetzt. Denn mein Gehirn wird täglich gefordert. Mein Mittlerer entdeckt nämlich die Zahlen. Und seine Neugier ist unersättlich. Er will einfach alles wissen. Die absurdesten Dinge. Naja, für uns Erwachsene absurd oder irrelevant. Für ihn in dem Moment die wichtigste Frage überhaupt. Weshalb ich mich bemühe, ihm auch alles zu beantworten. Und froh bin, wenn der große Bruder in der Nähe ist und mir beim Ausrechnen helfen kann – er ist nämlich King of Kopfrechnen und hat (im Gegensatz zu mir) auch noch Spaß dabei. Aber oft genug muss ich mich alleine durchrechnen. Beim Gang zum Kindergarten kommt es bei uns fast täglich zu folgenden Dialogen…

„Mama, wie viel Stunden hat ein Tag? Achso, 24, ich weiß. Aber wie viel Minuten sind das?“

Ratter. Ratter. „1140.“ Puh. Aber er will noch mehr wissen.

„Wie viele Stunden hat eine Woche?“

24 mal 7. Das ist noch eine der einfacheren Fragen, die er hat. „168.“

„Und wie viele Minuten sind das?“

Die grauen Zellen springen im Galopp, während die kleine Schwester im Kinderwagen vor sich hin meckert und die Mütze abwirft. „10 080.“ Er gibt sich damit nicht zufrieden, noch sind es ein paar Meter bis zum Kindergarten.

„Wie viele Sekunden hat ein Tag?“

Dieser kleine Mann kann doch erst bis 100 zählen, was zum Teufel will er mit der Information anfangen?! Ihm ist es wichtig. Kurz bin ich versucht, einfach irgendeine große Zahl zu sagen. Aber: Er merkt sich einfach alles. Und was, wenn er mal in der Schule später etwas Falsches sagt, nur weil ich zu faul zum Rechnen war? „86 400.“

Ich klopfe mir selbst auf die Schulter. Und irgendwie bringt es sogar Spaß. Und verkürzt den Kindergartenweg. Nun ist aber Schluss! Nein, doch nicht. Für den Gang vom Eingang zur Garderobe hat er sich noch was ganz Besonderes einfallen lassen: „Und wie viele Sekunden hat eine Woche?“ Pah, eine meiner leichtesten Übungen, jetzt bin ich warm gelaufen: „604 800.“

Große Zahlen mit Kindern entdecken

Zufrieden zieht er seine Hausschuhe an. Flitzt in den Gruppenraum und ruft: „Ein Tag hat 86 400 Sekunden!“ – „Na, wollen wir das mal nachrechnen?“ fragt die Erzieherin. Und ich bin insgeheim froh, dass ich nicht irgendeine Zahl genannt habe…

Für den Rückweg hat er sich was anderes einfallen lassen. Denn seine Begeisterung für große Zahlen sorgt auch dafür, dass er alle möglichen Superlative wissen will.

„Wie hoch ist das höchste Haus auf der Welt?“

„Fast einen Kilometer hoch. Über 800 Meter.“

Da kann ich noch mithalten. Aber dann geht es los: „Wie schnell fährt das schnellste Auto? Und wie schnell der schnellste Zug? Wie lang ist das längste Haus? Wie groß ist der größte Mensch? Wie groß ist die größte Kartoffel?“ Nein. Da kann ich ohne Google-Hilfe nicht mehr mithalten. Was haben unsere Eltern bloß früher ohne Smartphone gemacht? Den Brockhaus in 20 Bänden konnte man ja schlecht in die Handtasche packen. Aber jetzt weiß ich, ganz sicher, wieso alle Haushalte früher diese Lexika im Regal stehen hatten: Um gewappnet zu sein für die Fragen ihrer Kinder.

Ich wünschte nur, ich würde genauso viel von dem, was ich nachschlage, behalten, wie meine Kinder.  Haben Eure Kinder auch so eine Begeisterung für Superlative und große Zahlen?

Ich drücke Euch die Daumen! Die Sachen sind einfach toll!

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2 Kommentare zu “„Wie viel Sekunden hat eine Woche?“ – wenn Kinder Zahlen entdecken

  1. Meine älteste ist erst drei, die interessiert sich nicht großartig für Zahlen über 20.
    Dafür aber ungemein dafür welche Tiere und Beeren man essen kann und wie genau die absurdesten Verwandtschaftsbeziehungen heißen (wir haben eine sehr große und wirklich absurd verschachtelte Familie)

  2. Haha, sehr cool, was dein Kind alles wissen möchte und wie es die Welt entdeckt. Seine Begeisterung für hohe Zahlen ist durchaus nachvollziehbar – warte, bis er den Zinseszins entdeckt.^^

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